Anti-Langeweile (RMX)

Die alte Spielankündigung so oft gelesen
grobe Schnitzer zu viele gebaut
zu lange geflankt
zu kurz gepasst
und vor allem zu viel DOPA geschaut
Wir sind rumgerannt
zu viel rumgerannt
zu viel rumgerannt
haben Tore kassiert

Zu viele Spiele nur angeseh’n
zu viel nur hintenrum gespielt
zu wenig getroffen
zu viel daneben
zu wenig Samstage wo’s halb 11 passiert
Wir sind rumgerannt
zu viel rumgerannt
zu viel rumgerannt
haben Tore kassiert

Die selbe Liga zu lange geseh’n
die selben Phrasen zu lange gehört
zu lange gewartet
zu lange gehofft
zu lange die alten Kicker verehrt
Wir sind rumgerannt
zu viel rumgerannt
zu viel rumgerannt
haben Tore kassiert

Being Salihamidzic

Ich finde wir hatten bisher nur Topspiele. Top, top, top. Wir haben sie hergespielt. War gut. Richtig gut. Ob das auch ohne Ironie geht? Heute nicht. Über Probleme reden? Nein, nein, nein, lass mal. Heute kann man nicht analysieren. Das werden wir auch nicht. Einfach schnell abhaken. Ich bin froh, wenn wir uns irgendwann in die dritte Halbzeit retten. Ob man es diskutieren muss? Nein, geht nicht. Wir haben ein Riesenspiel gemacht. Nein lass mal, 10 Minuten waren gut. Haben Druck gemacht und haben Tore geschossen. Damit muss es auch erledigt sein. Jetzt konzentrieren wir uns auf Samstag 10:30. Die Freude wieder aufs Fahrrad zu steigen und auf eine Runde zum Platz zu strampeln. Auch morgen gilt: Ich bin einfach aus Freundlichkeit rausgekommen. Und jetzt könnt ihr mich auch wieder nach Hause gehen lassen. Okay? Wir werden zum Kopfgrätschen am Samstag, werden uns fürs Spiel vorbereiten, werden versuchen… Ach, komm! Bitte! Also das… Ja, ich hätte… Ich bin da. Aber einfach nur um da zu sein, weil das ist ähm…

Polynaise Blankenese

Bevor ich den Brandbrief abschicke, muss ich eben noch mal kurz in die Runde fragen, ob sich bei euch etwas geändert hat? Irgendwelche aufregenden neuen Frisuren, die gerade von eurer Schokoladenseite besonders krass wirken? Neue Gesichtsausdrücke, aus denen sich garantiert lustige Memes machen lassen? Neue wilde Jubelposen, die als beste Kombination aus denen von Ronaldo, Dybala und Nicolai Müller in die Social-Media-Analen eingehen wird? Oder habt ihr euch am Ende stark beim Einwurf verbessert? Ich muss das wissen, um das in der Sammelklage an FIFA zu berücksichtigen. Nein, diesmal ausnahmsweise nicht DIE FIFA sondern EA Sports, die denken, dass sie die Spielerportraits in FIFA20 immer noch von der Restauratorin des Jesus-Bildes in Borja erarbeiten lassen können. Aber da kann man heute doch wirklich mehr erwarten. Sogar Horst Seehofer fragt sich bei der Beobachtung der Gamer-Szene: Wer sollen diese Typen da auf dem Bildschirm sein? Da fehlen die Tattoos von letzter Woche und beim Warmmachen sind noch die alten Earpods drin. Wer hat schon Lust aufzulaufen, wenn nachher eine billige und unähnliche Pixelversion von einem selbst all den Fame abbekommt? Außerdem warte ich schon ewig darauf, dass mein Piekewert heraufgesetzt wird. Und Kopfgrätschen ist eine eigene Kategorie und kann nicht stumpf weiter mit Kopfballspiel- und Tackling-Skills abgebildet werden! Wie viele Eingaben muss man eigentlich noch schreiben? Wir halten Samstag 10:30 noch einmal die Originale gegen die schäbigen Polygone und behalten uns einen mittelschweren Shitstorm vor.

Was entlauben Strunz?

Soll man übers Wetter reden? Und wenn ja wie ohne zu Meckern? Na gut, es ist Herbst und das ist nun mal auch metaphorisch die Zeit des Abschwungs. Doch der nächste Aufschwung kommt. Vielleicht nicht hier, aber z.B. in Katar, wo man sich auf den Herbst 2022 schon freut. Unser Herbst bereitet einen leider nullkommanull auf den Herbst in Katar vor. Da geht man doch zwangsläufig mit den falschen Erwartungen an die Sache ran. Und hier muss man auch mal den Sommer loben, der vorbildlich schon einmal das Klima des nächsten WM-Standorts simuliert. Aber was bringt das? Die WM ist nun mal irgendwann im Advent, wo matschige Blätter unsere Knöchel umspülen. Die Werbung sagt, es müsste Schnee sein, damit der Coca-Cola-Truck ordentlich durchpflügen kann. Aber für diese Vorstellung, dass es im Dezember wirklich schneit, braucht man mehr als einen Glühwein. Nein, eigentlich können wir auch dieses Jahr für die letzten 10 Wochen im Jahr mit einem dunklen, windigen und nassfeuchtem Herbst rechnen. Die Winterreifen brauchen wir wohl nicht vor Januar. Und dennoch wurde ich diese Woche schon das erste mal gefragt, ob wir bei diesem Wetter noch draußen spielen? Mittwochs leider nicht mehr, aber Samstag 10:30 natürlich schon. Die Sommerpause ist zwar gerade erst zu Ende, doch die Leichtathletik-WM in Doha zeigt uns, dass extremes Wetter in der Zukunft kein Hindernis mehr sein wird. Nur leider ist der Herbst so absolut durchschnittlich in allem, dass die eigenen Limitierungen im Talent leider allzu offensichtlich werden.

How Deich You?

Hört ihr die Signale? Für die Schwerhörigen habe ich eine Fahne. Der Befehl kommt von ganz unten. Wer sagt denn, dass wir Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00 nicht die Bude voll People bekommen? Auch wenn das quasi keine Party oder Krieg ist, gilt: denken Sie groß! Der Masse an illegalen Fans rufen wir zu: Komm rüber! Hier gibt’s richtig gutes Zeug gegen den dicken Bauch. Kein Ding Digger, das Ding hat Swing. Und was habt ihr? Roll den Ball statt das Fass rein. Das Runde muss in die rot-weiße Kiste. Wie immer gilt: Niveau weshalb warum und du fragst dich: bin ich schon am Limit? Egal, Hauptsache es ist leider geil und es geht dir gut dabei. Es sei denn du sagst dir: Hauptsache nichts mit Menschen. Aber man kann eben nicht alles selber machen lassen. Für Gewinne Gewinne betäube ich mich gerne. Wir sind geborn‘ für das. Für morgen war bis gestern noch alles außer Sunshine angesagt. Aber nun? Voll der Strahl von oben. Das gibt am Ende noch ein nices Mannschaftsfoto, wenn die Powerbank geladen ist. Läuft ja nicht mit Hoverkraft das Ding.

Im Torwartezimmer

So ein Tor ist nicht gerade klein. 7,32 m mal 2,44 m auf Großfeld. Da würden eine Menge Leute rein passen. Gerade vor dem Hintergrund, dass Platz kostbar ist, ist es ein absoluter Luxus, dass für nur einen Menschen zu reservieren. Da würden ja auch locker zwei SUVs reinpassen. Dennoch platziert der Bundestrainer immer nur Manuel Neuer dort und der macht sich mit seinem Reklamierarm auch noch unnötig breit. Schlimmer wäre es nur noch, er würde beim Torhüten die Zeit lesen. Die loben ihn vielleicht sogar und finden ihn besser als Marc-André ter Stegen. Aber die Zeit schein nicht Teil von Uli Hoeneß‘ Pressespiegel zu sein. Er muss ja aber auch eine Menge lesen. Die Witzseiten der Münchner Presse und die Unverschämtheiten der westdeutschen Presse, die den MAtS extrem unterstützen, wie wenn er schon 17 Weltmeisterschaften gewonnen hätte. Wobei der dann so ca. 86 Jahre sein müsste und damit sogar knapp älter als Manuel Neuer. In der süddeutschen Presse konnte Uli auch null Unterstützung für den Nationaltorhüter finden. Er hat alle Seiten ausgeschüttelt. Es war nicht mal eine Werbebeilage für das Alpha-Programm von Sony drin. Auch auf dem Cover der Prisma war er nicht zu sehen. Unmöglich. Die ostdeutsche Presse hält sich fein raus bis jetzt. Da wird heftig recherchiert, ob es in Ost-Ost-Ostdeutschland überhaupt aktuell Torhüter gibt. Auch Lothar Matthäus ist keine Hilfe. Er überlegt noch wer gerade der Dorhüder von Doddenham ist. Als Leitmedium im Internet, in das Uli Hoeneß allerdings noch nie reingeguckt hat, können wir nun also hier unsere Position einnehmen, ohne vom FCB-Präsidenten verbal verhauen zu werden. Ob man Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00 bei uns im Tor steht, entscheidet sich dadurch, dass man zu sehr in Tornähe steht, während der bisherige Torwart in den Sturm läuft. Und da gibt es ja bei Manu dem Libero einige Chancen. Die muss man dann halt nur nutzen, Marc-André.

Immer erste Ligatur

Volley! zum Gruß. Eigentlich bedarf es nicht vieler Worte vor einem Spiel die letzten paar Prozent aus allen Beteiligten herauszukitzeln. Da kann man von der BILD lernen. Wenig Text, aber die Buchstaben schön groß. Da müsste doch die Fehlerquote relativ gering sein. Nur leider führt die Pixelart von ein paar hundert Menschen immer mal wieder zu typographischen Perlen, die leider nicht ganz eindeutig sind. Und dabei funktioniert das menschliche Gehirn auf erstaunliche Art. Meist reichen Wortanfang und -ende, sowie die Länge um zu identifizieren was dort stehen soll. Selbst bei „Fick mas“ oder „Dazke“ kann man sich denken, was ursprünglich gemeint war. Es ist aber auch wirklich nicht zu einfach mit dem menschlichen Faktor zu arbeiten, wenn alle im selben Moment die richtige Pappe hochhalten müssen. Jeder nur ein Pixel. Und vom Spielfeld sieht man in dem Moment auch nichts. Da haben es die Leute, die in der Allianz-Arena in Block 125 das Telekom-T sitzen müssen, einfacher. Die sehen einfach nur lächerlich aus und dürfen 90 Minuten nicht aufs Klo. Aber denkt jemand an die Menschen, die das Fleisch des Buchstabens bilden? Falsch angezogen könnten die problemlos aus dem T ein F machen. Und ruckzuck bist du der Depp und „verzweifeifelt”. Deshalb gehen wir auch diese Woche auf Nummer Sicher und halten ein paar mehr Buchstaben hoch, die am Ende wie immer Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00 ergeben. Dazke. 

Ruud Boys next door

Um es mit Tony Vallelonga zu sagen: „Hartelijk Welkom!“ Auch wenn es etwas komisch ist, aber wir haben innerhalb kürzester Zeit schon wieder die Holländer zu Gast. Diesmal geht es glaube ich um eine EM-Qualifikation. Ganz genau kann man das nicht sagen. Man sieht sich in letzten Zeit gefühlt häufiger als Werder und der HSV im Jahr 2009. Aktuell spielen diese allerdings selten gegeneinander. Deshalb muss mal wohl froh sein, wenn der Nachbar regelmäßig mal vorbeischaut. Und es ist ja auch ein wenig wie mit den Ochmoneks oder Flanders von nebenan. Man leiht sich gerne mal was aus, aber möchte sonst, dass sie nicht zu genau durch die Gardine gucken. Nun wurde extra Hamburg als Spielort ausgewählt. Ein Ort, wo sich große Holländer wie Eric Meijer, Rafael van der Vaart Meis Boulahrouz oder Marco van Basten immer wohl gefühlt haben. Jürgen Kohler träumt heute noch schlecht, wenn er an Hamburg und Marco 1988 denkt. Viel faszinierender war für ein DDR-Kind Ende der 80er allerdings Ruud Gullit. Mit seinen üppigen Rastas war die „schwarze Tulpe“ in seinem orangenen Trikot wahrlich etwas besonderes. Vor allem im Vergleich zu den üblichen Vokuhila-Oliba-Kickern, die bei uns rumgrätschten. Seinen Weltfussballertitel 1987 widmete er Nelson Mandela und auch heute ist er noch ein einflussreicher Kämpfer gegen Rassismus und eine wichtige politische Stimme in Holland. Dreißig Jahre später leider immer noch bitter nötig, wenn man sieht was aktuell Jatta in Hamburg oder Lukaku in Mailand erfahren müssen, wo auch Ruud Gullit lange gezaubert hat. Bei dieser Gelegenheit: Danke für die Kopfgrätsche-Post aus Mailand. Wir ziehen wieder Mittwoch 18:00 die orangenen Leibchen über und schicken einen leckeren Gruß in die Nachbarschaft: Het leven is geen zoete krentenbol.

Looking for Eric

»As flies to wanton boys we are to the gods. They kill us for their sport.
Soon the science will not only be able to slow down the aging of the cells; soon the science will fix the cells to the state. And so it becomes eternal. Only accidents, crimes, wars will still kill. But unfortunately crimes and wars will multiply.
I love football.«

Ein Kung-Fu-Tritt von King Eric in das Gehirn von Fußballern in Anzügen, die sich wunderten was der bärtige Südfranzose, der gerade von seinem Fischerboot an Land zu kommen schien, damit wohl gestern Abend bei der Auslosung der Champions-League-Vorrunde meinte. Aber wer schon dem Teufel in der Hölle einen Ball in die Magenkuhle gezimmert hat, muss seine Philosophie nicht erklären. Was viel mehr erstaunt: dass Steffen Baumgart tatsächlich der deutsche Cantona zu sein scheint. Nicht nur, weil auch er früher seinen Trikotkragen aufgestellt hat – nein, auch in aktuellen Interviews meint man einen kleinen Bruder der Man-United-Legende vor sich zu haben. Wahrscheinlich wird Baumi nie die Chance haben, auf einer UEFA-Gala Shakespeare zu zitieren. Das aktuelle Sportstudio ist da wahrscheinlich das Äquivalent, so wie es Hansa zu United oder Rostock zu Marseille sind. Bevor wir jetzt noch Kopfgrätsche mit der Champions League vergleichen, nur weil die auch Mittwoch spielt, zitieren wir lieber noch einmal den echten Eric:

»You can change your wife, your politics, your religion, but never, never can you change your favorite football team.«

Ballo e impossibile

Wisst noch damals als sich Geheimrat Johann W. v. G. auf dem Weg über die Alpen machte? Ohne Elefanten aber mit einem Lied von Udo Jürgens auf den Lippen. Auf zum Fußball ins gelobte Land und auf den Spuren von Campino, Breiti, Kuddel und dem Rest der Ärzte. Da war der italienische Fußball noch das Non plus Ultras und gewann jedes Jahr die großen Pokale. Inzwischen hat das Land, das sich per Geoforming extra zu einem Stiefel mit Sizilien als Pille hat transformieren lassen, etwas den Anschluss an die glorreichen Zeiten verloren. Gigi Buffon ist zwar zurück in Turin, aber vielleicht auch nur weil es schon in Paris zu kalt ist für die alten Knochen. In der Zwischenzeit wurde sogar der Juve-Kader verjüngt und alte Recken wie del Piero, Baggio und Nedved sind anderweitig beschäftigt. Nedved ist inzwischen Vizepräsident der alten Dame und ist sogar dreizehn Jahr älter als der HSV-Präsident. Leider sind auch die beiden Dicken – Ronaldo in Mailand und Maradona in Napoli – nicht mehr am Ball. Damit die Serie A weiterhin eine tolle Telenovela bleibt, wurden ein paar waschechte Skandalnudeln oder Skandalgoldsteaks verpflichtet. Mit Kevin Prince und Franck wird sich die Mafia bestimmt nicht anlegen. In Mailand zittert man sowieso nur vor Wanda Nara. Und im Süden zeigt sich, dass Italien wirtschaftlich eigentlich nur ein um 90 Grad gedrehtes Deutschland ist, bei dem Rom Berlin und alles südlich davon der Osten ist. Aber sie stellen immerhin drei Clubs und mit Napoli vielleicht sogar ein Überraschungsei in der Meisterschaft. Nach dem unser Medizinalrat von dort zurückgekehrt ist, werden wir auch Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00 ein Kopfgrätschen al dente auf den Speiseplan setzen. Wenn es uns zu schwer ist, schneiden wir die Spaghetti in kurze Stücke.

Spielankündigung mit Lied

Heast spü eam, gib eam und renn a bisserl schnöller mitm Boi
Wo hostn du Kicken glernt, waun nedamoi der Boi pickn bleibt?
Heast pass, schau auf. Da Stürmer steht do frei wie a Vogerl
Uns zuaschaun is a Graus. Friah hods nu Leid gebn wie in Ogerl

Oba jetzt hobd ia gnuag. Oba jetzt hobd ia gnuag. Von dem Eierkick
Do gehd ia liaba ind Natur und schau den Blattln beim Wehen zua,
ois dass ia oich so an Kick gebd
Spielankündigung mit Lied

Heast moch, wos duast? Verdienst jo eh vü mehr ois wir do
Is dir ois vielleicht wuascht? Daun wechsel hoid aufn Midwochspieldag
Heast schiaß, probiers. Da Goalie is doch nur an Meter vierzg
Wehe es valierts. Friah hobts es nu Somsdag gspielt.

Oba jetzt hobd ia gnuag. Oba jetzt hobd ia gnuag. Von dem Eierkick
Do schau ia liaba Premier League, Liverpool gegen United.
Ois dass ia oich so an Kick gebd
Spielankündigung mit Lied

Heast spü eam und renn. Sads ned soiche Owizahra.
Kämpfts fia eichare Fans. Friah hods nu Leid gebn wie in Kurtl Jara
Heast redts jetzt ned vom Pech. Do hod mei Käfigkicker mehr Grandezza.
Ich geh aufi jedes Match und schrei damit es rennts und nix wird bessa

Oba jetzt hobd ia gnuag. Oba jetzt hobd ia gnuag. Von dem Eierkick
Do bleibd ia liaba zhaus und saufd. Und nehmd im Fernsehn a Quizshow auf.
Ois dass ia oich so an Kick gebd
Spielankündigung mit Lied

Meine Wahrheit in 324 Worten

Der Wecker hat geklingelt und das bedeutet: die Zeit ist um. Die Deadline ist abgelaufen. Niemand kann mehr zum Sehnsuchtsort Premier League wechseln und die Insel ist ein weiteres mal isoliert. Und wie jedes Jahr wurden gefühlt nur 5-10% der Transfers wirklich getätigt, die Twitter und Transfermarkt.de den Club-Managern als Hausaufgaben mitgegeben hatten. Und das liegt nicht an der Transfersperre des FC Chelsea. Nach den Gerüchten hätte die Premier League mindestens 10.000 statt der aktuell 552 (Quelle: Transfermarkt.de) Spieler unter Vertrag haben müssen. Davon dürfen an jedem Spieltag sogar bis zu 280 also quasi die Hälfte mitspielen. D.h. die Premier League ist voll wie der Platz am Kagenmarkt und es bleibt eine Menge übrig, die sich Mittwoch 18:00 bei uns fithalten darf. Das gute ist: uns ist es egal, ob jemand Flüssigkeit im Knie hat oder die Bänder schon etwas morsch sind. Wir warten auch nicht auf exklusive Dominosteine, obwohl die spätestens in 3 Wochen bei Aldi im Regal stehen. Wir schreiben uns auch keine langen Entschuldigungsbriefe mit Manchester City. Wer kennt sich außer Ich-habe-kein-Email-Uli schon beim aktuellen Porto aus? Nein, wir sind nicht wählerisch und schicken unsere Entschuldigungen und Kettenbriefe ans gesamte Adressbuch: „Behaltet, o alte Lande, euren sagenumwobenen Prunk. Gebt mir eure Müden, eure Armen, Eure geknechteten Massen, die frei zu atmen begehren.“ (Quelle: The New Collosus, Ellis Island, NY)

Oder in der etwas neueren Version von Thees Uhlmann:

Bring mir die Söhne von allen Huren und Nutten.
Bring mir die Fiebrigen und die Kaputten.
Bring mir die Dicken und bring mir die Sünder,
Die ohne Hoffnung sind, hungrige Münder.

Gib mir Funken und Flammen, um zu brennen.
Gib meinen Lungen Luft, um zu rennen.
Es sind harte Zeiten, um alleine zu stehen,
Doch harte Zeiten werden kommen & harte Zeiten werden gehen.

An allen Städten und Plätzen und Orten
Ist meine Wahrheit in 17 Worten:
Ich hab‘ ein Kind zu erziehen
Dir einen Brief zu schreiben
Und ein Fußball-Team zu supporten.

Wenn Sie wüssten, wann wir sicher kopfgrätschen

Der Samstag ist der neue Ruhetag? Mir hat die Aussage nicht gefallen. Da mache ich keinen Hehl draus. Wir haben mit Kopfgrätsche ein sehr gutes Verhältnis. Die Spieler, die bei anderen Freizeitaktivitäten gebunden sind, müssen wir so respektieren. Das ist im Übrigen auch eine FIFA-Vorgabe. Ich habe immer in den letzten Wochen gesagt, ich gebe keine Wasserstandsmeldung ab. Das werde ich heute auch nicht tun. Alle müssen Geduld haben. Weder optimistische noch pessimistische Aussagen helfen uns da. Wir müssen unseren Job am Mittwoch 18:00 Uhr machen. Wenn wir alle hier unseren Job machen, dann muss Micha nicht rufen: „Mach deinen Job!“ und wir werden in diesem Jahr auch eine erfolgreiche Saison haben. Wir sind natürlich alle gut beraten, nicht über andere Spieler zu sprechen, die auf anderen Plätzen stehen. Das ist ganz wichtig, dass wir das in Zukunft alle tun. Deswegen hat es der Vorstandsvorsitzende auch gesagt. Ich hoffe natürlich, dass wir das alle verinnerlichen. Es ist natürlich so, dass man sich einfach auch bei Kopfgrätsche entschuldigen muss, dass jetzt über die ganze Zeit über Spielzeiten gesprochen wurde. Jetzt sind wir alle gut beraten, nichts mehr zu der Sache zu sagen und nach außen und nach innen erst mal Ruhe zu bewahren. Ich glaube, dass es grundsätzlich auch wichtig ist, wie ich schon gesagt habe, dass keiner mehr über irgendwelche Spieler spricht, die nicht auf dem Platz stehen. Hab ich auch nicht gemacht, nur einmal. Normalerweise sprechen wir uns ab. Und es ist ja auch wichtig, dass wir das in der nächsten Zeit tun. Es sind jetzt natürlich ein paar Aussagen getätigt worden, die nicht gut waren, aber das werden wir in Zukunft besser machen müssen. Medienberichte vom heutigen Tage, mit dem Inhalt, dass sich Kopfgrätsche für einen Wechsel auf den Kagenmarktplatz entschieden hätte, entsprechen nicht der Wahrheit.

Spiel, Satz, Sigmund

Seit Jahren wird diese Spielankündigung dafür benutzt, um komische Themen, die entfernt mit Fußball zu tun haben, und launige Wortspiele in die Welt zu blasen. Hier haben popkulturelle Referenzen genauso einen Platz wie Wut auf den modernen Fußball und das eigene fehlende Talent dafür. An guten Tagen kommt der Inhalt prophetisch daher an schlechten war schon die Überschrift der Apothekenumschau zu abgelutscht. Nur die eigentliche Info über die Spielzeiten rückte immer mehr in den Hintergrund. Zuletzt saß sie sogar nur noch auf der Tribüne. Aber jetzt schlägt der Spielzeit tatsächlich wieder eine Stunde. Dazu passend hatte ich letzte Nacht einen komischen Traum, in dem wir uns zum Fußballspielen auf einem schattigen Schulhof getroffen haben. Währenddessen bin ich ins Gebäude zu einem Vortrag, dann wollte ich zurück zum Fußball. Mein Telefonakku war dann leer und ich bin durchs Gebäude geirrt und hatte am Ende ein halbes Fußballspiel und einen halben Vortrag. Was will mir das sagen, Dr. Freud? Wahrscheinlich habe ich Angst vor Wasser. Und davor, dass der Strand uns die Mitspieler abwirbt. Auf jeden Fall hat sich der Kopfgrätsche-Ältestenrat auf hitzefrei am Samstagmorgen verständigt. Wir hoffen auf etwas Abkühlung und ein angenehmes Spiel Mittwoch 18:00. Auch für die kommenden Sommer-Samstage werden wir gucken, ob das Wetter oder sonstige Verpflichtungen an Stränden oder Schulen ein Spiel wahrscheinlich machen. Die Spielankündigung wird es verraten.    

Find the chance and take it

Saisonvorbereitung ist, wenn man morgens komische Hashtags mit Vereinskürzeln in den Trends findet und merkt: ach, da hat ja ein Bundesligist nachts ein Testspiel absolviert. Unsere Exportschlager sind gerade in den US of A und machen Werbung für den Fußball bzw. für Fußballvermarktungsrechte. Was dann auch erklärt, weshalb der VfL Wolfsburg gerade in Österreich trainiert. Es ist also klar warum die Spieler dort gezwungen werden, andere Sportgeräte als Fußbälle in die Kamera zu halten. Diese Entwicklung ließe sich höchstens aufhalten, wenn man die Mannschaften zwingen würde, auf dem Hinflug „Far away in America“ in Endlosschleife zu hören. Übrigens der letzte Song, den die Fußballnationalmannschaft vor einem großen Turnier aufgenommen hat. Es wurde schon oft spekuliert, warum diese schöne Tradition des Weltmeisterschaftsschlagers aus der Mode gekommen ist. Einige Leute konnten sich immerhin nur mit Hilfe von „Mexico mi Amore“ und „Wir sind schon auf dem Brenner“ die WM-Jahre merken. 1994 machte sich aber lange vor Andreas Bourani oder den Sportfreunden Stiller jemand daran einen eigenen WM-Song aufzunehmen. Der Erfolg von Stefan Raabs „Bööörti Bööörti Vogts“ schlug dann auch den offiziellen DFB-Song vernichtend in den Charts (Platz 4 gegen Platz 44). Übrigens auch der Beginn einer langen Rivalität zwischen Raab und „Far away in America“-Produzent Ralph Siegel. Nach dieser Schmach war das Gesinge in diesem Rahmen Geschichte. Vielleicht trug auch dazu bei, dass man kläglich im Viertelfinale gegen Bulgarien und Jordan Letschkows Glatze ausschied. Ganz bestimmt wollte man aber verhindern, dass man noch einmal vor Thomas Gottschalk und Harald Schmidt in kurzen Hosen auftreten musste. Diese schlimmen Bilder wird niemand wieder los. Wir sehen uns lieber weiterhin zu Anstoßzeiten der mitteleuropäischen Sommerzeit (Samstag 10:30, Mittwoch 18:00).   

Forever Number P1

Das war doch ganz nett, oder? Also wir müssen noch abwarten, was in den strittigen Szenen in den paar Minuten zwischen 10:30 und 14:30 rauskommt, aber dann wir sicher das Gefühl bestätigt werden, dass  irgendjemand gewonnen hat. Eine weitere wichtige Erkenntnis vom DIA-Turnier: auf diesem Niveau ist noch eine Menge Neuland sichtbar, wenn man bei vermeintlichen Fehlentscheidungen immer noch den analogen Schiedsrichter bepöbelt. Die Profis malen währenddessen schon reflexartig den Screen in die Luft und rufen damit quasi den großen Bruder, während ihnen der Pfeifenheini gerade versucht das Milchgeld fürs P1 zu klauen. Da fällt mir ein, dass ich in einer Prager Kneipe ins Gespräch mit einem Gast gekommen bin. Als er erfuhr, dass wir aus Deutschland kommen, erzählte er, dass er früher häufig in München im P1 war. Er müsste etwa Uli Hoeneß‘ Jahrgang gewesen sein und schimpfte auf die deutsche Autobahnpolizei, die inzwischen seine Fahrt nach München unnötig verzögert, weil sie Tempo-130-Schilder vor seinem Sportwagen platziert. Das war früher besser, als er sich wahrscheinlich mit Uli auf dem Rastplatz getroffen hat, um ein paar braune Scheine in der Tasche vom Pelzmantel verschwinden zu lassen, damit der Transfer von Tomas Rosicky zum FC Bayern doch noch klappt. Leider habe ich vergessen, ihn zu bitten mich bei Brazzo als großes Talent auf der Außenbahn anzupreisen. Deshalb bin ich auch Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00 wieder auf dem Tartan-Platz zu finden. 

We’ve gone too VAR.

Hier kommt der Motion Picture Soundtrack zum DIA-Turnier für die Stars des CCTV. Every move that you make, is recorded on tape. Und es sind einige Tape Songs dabei, mit denen man aufbrechen kann, um den Jubel zu stehlen. Yes, I said it’s fine before, but I don’t think so no more. I said it’s fine before. I’ve changed my mind, I take it back. Erase and rewind, ‚cause I’ve been changing my mind. Selbst, wenn ihr Play Dead für eine gute Idee haltet, das Standbild stops the hurting. Television rules the Nation via Audio, Video, Disco.

Blue, blue, electric blue, that’s the colour of my room. Where I will live. Blue, blue. Pale blinds drawn all day. Nothing to do, nothing to say. Blue, blue. I will sit right down, waiting for the gift of Sound and Vision. Im Keller wartet schon der Lohn, für die die keine Stars sondern höchstens Mittelmaß waren: nur das TV und ich. Alles ist im Fernsehen, aber anstatt in Ruhe das Testbild anzugucken, werden Entscheidungen auf dem Spielfeld überprüft. Und wir dachten eigentlich alle, dass du begreifst. Und wir dachten wirklich, dass du lernen kannst, dass das was du mit deiner billigen Kamera streifst, nicht dir gehört und auch nicht vielleicht irgendwann.

Das ist etwas anderes als Fernsehen mit deiner Schwester oder das Weinen bei einem Film. Auch wenn man sich hier für 90 Minuten zusammenreißen sollte, läuft viel Fast Forward und Bild für Bild. When I’m lonely, I press play. So give me Coffee and TV, easily. I’ve seen so much, I’m going blind and I’m braindead virtually. Our life is not a movie or maybe it’s just a bad movie, where there’s no crying. It’s alright, the camera is talking. Look at us through the lens of a camera. Does it remove all of our pain beim Foulspiel im Strafraum? Auch die Helden des Zelluloids sollten aufpassen, dass sie nicht auf Bela Lugosi treten. Er könnte sich umdrehen und beißen und dann müssen wir wieder aufwändig gucken wer angefangen hat.

Wer einen tragbaren Fernseher besitzt, kommt Sonntag 10:00 zur Hochschule. Auch das Rauschen auf dem Spielfeld ist angenehm. Also spielt mit oder kauert euch am Rand zusammen und starrt. Seid dabei, wenn aus den Boys and Girls on Film Film- und Videostars werden. We can’t rewind we’ve gone too far. Wer auch sonst findet: Fußball ist cool, Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00 gibt es Wiederholungen und Fortsetzungen.

spielvarderber plays ball of frame

Völker seht die Signale! Dieses Jahr soll es tatsächlich wieder ein DIA-Turnier geben. Dieses Mal steht es unter dem bedrohlichen Zeichen von zwei Zeigefingern, die einen Flachbildfernseher streicheln. Genau, der Videobeweis persönlich ist in der Stadt und wird für 100% Gerechtigkeit sorgen. Der Rächer der Übersehenen trotzt Bandsalat und Eurovisionen und wird Bild für Bild live on Tape seine Meinung anpassen. Das kann etwas dauern, aber darauf wurde mit einem ziemlich frühen Beginn an einem Sonntag reagiert. Im Gegensatz zur Gegenveranstaltung in den Kirchen um diese Zeit, sieht der da oben bei uns wirklich alles. Er ist gerade damit fertig geworden sich jedes einzelne Frame von CDU-Zerstörungsvideos, österreichischen Ibiza-Urlaubsfilmchen und wirklich jeden einzelnen launige Social-Media-Clip für die Bekanntgabe von Sommerpausen-Transfers anzusehen. Aber jetzt hat er endlich eine Austastlücke im Kalender und Zeitlupen für uns. Wir Telefooties bekommen unseren festen Sendeplatz am Haus 7a zurück und spulen dort unseren Stiefel bis zum Filmriss runter. Für die Stars of CCTV gibt es zum Sendeschluss einen Pokal, über den ihr aber erst jubeln solltet, wenn der VAR tatsächlich nach Hause gegangen ist. Vorher gibt es aber noch ein paar Samstage (10:30) und Mittwoche (18:00) um sich auf das Tempo von Fast Forward bis Slow Motion einzustellen.  

Hatespeakers gonna speak

Dribbeln und passen ist wichtig, aber die Frage ist: Ist es mit unserem Spielfeld gut vereinbar und ist es vor allen Dingen gut für unsere Gesundheit? Und deshalb freue ich mich, dass wir uns heute über die Philosophie von Kopfgrätsche unterhalten haben. Ich habe heute viel Neues erfahren und freue mich, dass wir Unterstützung haben, für unsere Innovations- und Reduktionsstrategie. Weniger Fehlpässe, weniger Beinschüsse, weniger fette Patzer in den Spielzeiten, die die Kopfgrätscher gerne mögen (Samstag 10:30, Mittwoch 18:00).
Wir unterstützen die Umformulierungsstrategie der Spielankündigung sehr, sehr gerne. Wir machen das ja auch schon seit ein paar Jahren und werden auch in Zukunft deutlich Fehlpässe, Beinschüsse UND fette Patzer reduzieren. Jetzt haben wir in den letzten Jahren circa zehn Prozent reduzieren können. In der Zukunft kommen sicherlich nochmal fünf Prozent dazu. Das sind dann in Summe wieder fünf Prozent. Sind wir damit zufrieden? Absolut! Ich laufe, manche nennen es schnelles Gehen. Das heißt: Alle Mitspieler müssen einen Beitrag liefern. Und darüber haben wir uns hiermit ausgetauscht.

Kapu in Baku

Na, braucht ihr auch noch so ’nen blauen Hoodie? Ist ja quasi das Must-Have für jeden, der sich einen überzeugten Kopfgrätscher nennt. Wo die Sterne geblieben sind? Äh, nun ja… wer schon einmal eine ordentliche Kopfgrätsche ausgeführt hat, sieht die mit hoher Wahrscheinlichkeit. Okay, in der nachgemachten Version, die gerade in ganz Europa im Umlauf ist, bekommt man tatsächlich ein paar mehr Sterne fürs Geld. Aber nur, weil keiner dieser Salonrebellen, die Kapuze aufsetzen will, die ja das eigentliche Highlight ist. Mal gucken, ob sich einer von denen für die europäische Sache oder weil gerade Wahlkampf ist, am Samstag 10:30 oder Mittwoch 18:00 auf dem Platz sehen lässt. Ansonsten ist Europa natürlich eine feine Sache. Wer träumt nicht vom Eurobbabogaaal? Und wer sich in diesem Wettbewerb richtig doll anstrengt und vielleicht noch eine Menge Geld ausgibt, kann es am Ende sogar bis Baku schaffen. Eventuell muss man ein paar Fans und Spieler zuhause lassen, aber der Exotikfaktor ist auf jeden Fall hoch. Auf jeden Fall höher als in Europa sonst. Da tragen wir doch alle inzwischen von Lissabon bis Nikosia und von Helsinki bis Valetta die gleichen Barça-Trikots unter dem Europa-Pulli. Barça, Juve und die Bayern haben dieses Jahr allerdings den Engländern das Abenteuer europäisches Finale komplett überlassen. Das könnte aber am Ende doch das falsche Zeichen sein, um die Briten doch noch von Europa zu überzeugen. Da kann man gleich Arsenal- und Liverpoolfans ein paar blaue Hoodies schenken.