Woanders is auch scheiße

Das geht ja gut los mit den guten Vorsätzen. Alle sind beim Sport zu sehen. Nicht nur die Schlange vorm CleverFit reicht einmal um die Altstadt. Scheinbar möchte jeder mit 1 bis 2 Jahresbeiträgen Ablass etwas für diese ominöse Gesundheit aushandeln. Warum auch immer. Dabei kann man doch von der Couch aus sehr bequem nach der Darts-WM gleich noch den Afrika-Cup und die Handball-EM wegbingen. Die letzten ernstzunehmenden Turniere vor der Wüsten-WM. Obwohl man sich die Akzeptanz dafür auch dafür so langsam antrainiert. Der Clasico in Saudi-Arabien im Rahmen des spanischen Supercups zeigt doch wie anpassungsfähig der Homo sportivus ist. Die Saudis waren schließlich auch pragmatisch als sie sich für Newcastle entschieden, obwohl die Vereinsfarben komisch sind und niemand ohne finanziellen Anreiz dort hin will. Aber in Zeiten, in denen sogar das Dschungelcamp von Australien nach Südafrika ausweichen kann, muss man sich daran gewöhnen, dass man bei der Ortswahl flexibel sein sollte. Vielleicht sind ein paar Dinge auch besser als am Ursprungsort. Drum können wir doch einmal nachdenken, was in Katar z.B. viel toller sein wird. Die Stadien sind immerhin nigelnagelneu und damit sinkt auch eindeutig die Fußpilzgefahr im Nasszellenbereich. Es steht also einer wahren WM der Zauberfüße nichts im Wege. Das wären doch sehr erfreuliche Aussichten. Und wer weiß, vielleicht kann sogar ein löchriger Tartanplatz am Samstagmorgen (10:30) ein ganz okayer Ort sein, an dem man sich etwas mehr bewegen kann als in der Schlange vorm CleverFit.

Pfeilmeldung vom Dosenwerfen

Spieltag für Spieltag in der Champions League versuchen wir bei Heiko einen Blick auf den großen Sport zu erhaschen. Das ist manchmal nicht ganz so einfach. Man sitzt häufiger hinter einem Pfosten oder der nächste gut erkennbare HD-ready-Fernseher läuft noch auf den Voreinstellungen der Biathlon WM. Meistens zeigt man dann auch gerade dort BATE Borisov gegen Dynamo Zagreb im Einzelspiel. Aus Gründen, die nur Ante Sapina und Friends verstehen. Allerdings hätten wir uns vielleicht doch häufiger mal umdrehen müssen, um den wahrhaft großen Sport sehen zu können. Anstatt dauernd genervt die Dartpfeile aus dem Nacken zu ziehen, hätten wir uns all die Jahre lieber damit beschäftigen sollen wie dieser Nischensport Snooker, Kubb und Tischtennis abhängen konnte. Oder wir hätten eventuell sogar die Regeln kapiert und warum es von Vorteil ist den Wurfarm über einen großen Bierbauch abzurollen. Dann wäre unserer Aufenthalt bei Heiko auch ganz klar als Training für Körper UND Geist angerechnet worden. Die AOK würde zufrieden sein und uns nicht am Jahresanfang ein schlechtes Gewissen machen. Jahrelang hat uns der falsche Sport Hoffnungen gemacht und plötzlich realisiert man, dass aus der eigenen Altersklasse nur noch Claudio Pizarro aktiv ist. Und sogar Pizza hat die wichtige Rolle des Bieres für die Zweitkarriere im Darten erkannt. Dass er es aus Dosen trinkt ist natürlich in der heutigen Zeit der eigentliche Skandal. Das können wir besser machen, wenn wir ein Hefeglas nehmen und die dritte Halbzeit etwas früher beginnen. Vorher (Samstag 10:30) können wir ja gerne dem Fußball noch einmal eine letzte Chance geben. Aber nur wegen Claudio.