Jetzt hätten wir tatsächlich ein Terminproblem. Samstag 10:30 Kopfgrätsche vs. Tunesien gegen Australien. Gegen diesen fußballerischen Leckerbissen am zweiten Spieltag der WM-Vorrunde hätten wir doch niemals eine Chance gehabt. Jeder hätte verstehen können, wenn potenzielle Mitspieler sich entschuldigt hätten, weil man lieber den Stars um Jackson Irvine und Mohamed Dräger zuschauen möchte. Aber irgendwie habe ich das Gefühl, dass die One Love zum Selberkicken diesmal etwas größer sein wird. Man geht natürlich davon aus, dass das Duell in Gruppe D ein weiteres lahmes 0:0 in einem halbleeren Stadion wird. Dann lieber gar kein Publikum, aber dafür Buden satt auf dem roten Platz. Auch sonst findet sich in der Fußballhistorie nirgendwo etwas, dass das Kräftemessen der Adler von Kathargo und der Socceroos in irgendeiner künstlichen Art interessanter machen würde. Bisher spielten beide Nationen zweimal gegeneinander. Wer aber das letzte Spiel der beiden beim ConfedCup 2005 in der Gruppe A verpasst hat, muss jetzt auch nicht mehr unbedingt einsteigen. Tunesien und Australien spielten damals mit Argentinien und Deutschland in dieser Gruppe. Am letzten Spieltag war diese allerdings schon entschieden, weil sowohl Argentinien als auch Deutschland ihre Spiele gegen die Nordafrikaner und Ozeanier gewannen. Es sollte uns also wundern, wenn Tunesien die 0:2 Niederlage gegen Australien damals als große offene Rechnung wertet. Das 2:2 im Spiel zwischen Argentinien und Deutschland war ein Jahr vor der WM2006 sicher viel interessanter. Für Jürgen Klinsmann war das ein wichtiger Gradmesser in Nürnberg, ob Spieler wie Mike Hanke, Thomas Brdaric oder Marco Engelhardt bereit sind für das Sommermärchen. Wenn ich heute an Nürnberg denke, dann natürlich an Elisenlebkuchen und erzgebirg’sche Volkskunst auf dem Christkindlmarkt. In diesen Disziplinen sind wir doch immer noch Weltmeister, oder?
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Woanders is auch scheiße
Das geht ja gut los mit den guten Vorsätzen. Alle sind beim Sport zu sehen. Nicht nur die Schlange vorm CleverFit reicht einmal um die Altstadt. Scheinbar möchte jeder mit 1 bis 2 Jahresbeiträgen Ablass etwas für diese ominöse Gesundheit aushandeln. Warum auch immer. Dabei kann man doch von der Couch aus sehr bequem nach der Darts-WM gleich noch den Afrika-Cup und die Handball-EM wegbingen. Die letzten ernstzunehmenden Turniere vor der Wüsten-WM. Obwohl man sich die Akzeptanz dafür auch dafür so langsam antrainiert. Der Clasico in Saudi-Arabien im Rahmen des spanischen Supercups zeigt doch wie anpassungsfähig der Homo sportivus ist. Die Saudis waren schließlich auch pragmatisch als sie sich für Newcastle entschieden, obwohl die Vereinsfarben komisch sind und niemand ohne finanziellen Anreiz dort hin will. Aber in Zeiten, in denen sogar das Dschungelcamp von Australien nach Südafrika ausweichen kann, muss man sich daran gewöhnen, dass man bei der Ortswahl flexibel sein sollte. Vielleicht sind ein paar Dinge auch besser als am Ursprungsort. Drum können wir doch einmal nachdenken, was in Katar z.B. viel toller sein wird. Die Stadien sind immerhin nigelnagelneu und damit sinkt auch eindeutig die Fußpilzgefahr im Nasszellenbereich. Es steht also einer wahren WM der Zauberfüße nichts im Wege. Das wären doch sehr erfreuliche Aussichten. Und wer weiß, vielleicht kann sogar ein löchriger Tartanplatz am Samstagmorgen (10:30) ein ganz okayer Ort sein, an dem man sich etwas mehr bewegen kann als in der Schlange vorm CleverFit.