Der Ball ist rund haben sie gesagt und das Spiel dauert 90 Minuten. Nun, ein Tennisball ist auch rund und viele Tennisbälle sorgen dafür, dass ein Spiel sehr viel länger als 90 Minuten dauert. Der Protest der Fans in den deutschen Stadien gegen den Investoreneinstieg wirkt. Und endlich wird die Forderung der Fans der Deutschen Nationalmannschaft von 2019 in die Tat umgesetzt. Das kryptische „Volley!“ auf der Tribüne in Hamburg und die Tennisbälle – endlich passt alles zusammen. Die Verzögerung in den Stadien lässt die Zuschauer länger frieren und auch die Spieler kommen aus dem Rhythmus. Aber die Fans vor dem Fernseher sind die eigentlichen Opfer. Was soll man mit der zusätzlichen Zeit nur anfangen. Noch mehr Werbung angucken oder Expertengelaber anhören? Dann doch lieber eine saubere Spielabsage wie in Saarbrücken und bei der Wiederholung eines alten Krimis einschlafen. Gemordet wird immer und überall. Eine Region kann ohne Bundesligisten überleben, aber wenn es keinen Regionalkrimi gibt, ist man wirklich abgehängt. Selbst wenn es vor der eigenen Tür so trostlos und gruselig wie bei True Detective aussieht, kann man mit den heimischen Lost Places noch ganz gut Quote machen. Auch hier sollte man die Investoren so lange wie möglich raushalten, sonst wird man aufgrund der sanierten Infrastruktur für Filmteams uninteressant. Zu aufregend darf es für den Zuschauer natürlich letztlich nicht sein, sonst wachen die wieder auf und schalten irgendwohin, wo tatsächlich Fußball gezeigt wird. Und beim Asien und Afrika Cup muss man wenigstens keine frierenden Fans auf der Tribüne sehen. Gegen das Frieren Samstag 10:30 hilft nur mindesten 90 Minuten durchgehende Bewegung. Ob beim Fußball oder Fußballtennis ist egal. Ein Lost Place ist unser Platz jedenfalls nur, wenn der Ball unauffindbar ins Gebüsch fliegt.
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Subterranean Heimspiel Blues
Kurzes Sabbatical-WE in der Bundesliga und damit die willkommene Chance das Transferfenster auf Hochglanz zu bringen und im Kader durchzufeudeln. Wintertransfers sind zwar meistens ein Eingeständnis, dass man im Sommer daneben gelegen hat, aber manchmal kommt auch unangekündigt Mino Raiola vorbei und holt ein norwegisches Jahrhunderttalent aus der Manteltasche. Besser man hat dann noch nicht das ganze Weihnachtsgeld auf den Kopf gehauen. Vor zwei Jahren passierte schließlich der letzte spekatuläre Wintertransfer, der nur noch von dem zeitgleichen Wechsel von einem gewissen Sars Covid von Asien nach Europa getoppt wurde. Seit dem, muss man zugeben, treffen beide wie am Schnürchen und damit widerlegen sie das alte Vorurteil, dass man Winter nichts mehr entscheidend verändern kann. Okay, der BVB ist am Ende der Saison überraschend doch nicht Meister geworden, aber dafür müssen sie ihren Starspieler bis zum Deadlineday im Physiokeller fest auf die Massagebank schnallen. So ein bis zwei komplett irre Büdchen pro Spiel soll er natürlich noch bis zum Sommer in Schwarzgelb schießen. Durststrecken von zwei Spielen ohne eigenes Tor sind da natürlich nicht förderlich und können im schlimmsten Fall dazu führen, dass er erst wieder im nächsten Winter wechselt. Der Verkauf von Stürmern im Winter hat in Dortmund allerdings auch eine gewisse Tradition. Auch die Vorgänger Haalands wechselten nach der Hinrunde. Gut, Paco Alcacer floh vor Erling Haaland und Pierre-Emerick Aubameyang vor Peter Stöger. Paco wurde zuletzt auf der Bank von Villarriba gesehen und Auba wurde beim Afrika-Cup von Sars Covid aus dem Team verdrängt. Wenn man also nicht gerade ein norwegisches Jahrhunderttalent ist, bleibt man im Winter besser dort wo man ist – zur Not auch bei Kopfgrätsche (Samstag 10:30).
Woanders is auch scheiße
Das geht ja gut los mit den guten Vorsätzen. Alle sind beim Sport zu sehen. Nicht nur die Schlange vorm CleverFit reicht einmal um die Altstadt. Scheinbar möchte jeder mit 1 bis 2 Jahresbeiträgen Ablass etwas für diese ominöse Gesundheit aushandeln. Warum auch immer. Dabei kann man doch von der Couch aus sehr bequem nach der Darts-WM gleich noch den Afrika-Cup und die Handball-EM wegbingen. Die letzten ernstzunehmenden Turniere vor der Wüsten-WM. Obwohl man sich die Akzeptanz dafür auch dafür so langsam antrainiert. Der Clasico in Saudi-Arabien im Rahmen des spanischen Supercups zeigt doch wie anpassungsfähig der Homo sportivus ist. Die Saudis waren schließlich auch pragmatisch als sie sich für Newcastle entschieden, obwohl die Vereinsfarben komisch sind und niemand ohne finanziellen Anreiz dort hin will. Aber in Zeiten, in denen sogar das Dschungelcamp von Australien nach Südafrika ausweichen kann, muss man sich daran gewöhnen, dass man bei der Ortswahl flexibel sein sollte. Vielleicht sind ein paar Dinge auch besser als am Ursprungsort. Drum können wir doch einmal nachdenken, was in Katar z.B. viel toller sein wird. Die Stadien sind immerhin nigelnagelneu und damit sinkt auch eindeutig die Fußpilzgefahr im Nasszellenbereich. Es steht also einer wahren WM der Zauberfüße nichts im Wege. Das wären doch sehr erfreuliche Aussichten. Und wer weiß, vielleicht kann sogar ein löchriger Tartanplatz am Samstagmorgen (10:30) ein ganz okayer Ort sein, an dem man sich etwas mehr bewegen kann als in der Schlange vorm CleverFit.
Football nix good. Football best.
So mucho wir die Direktive des Jubilars vong der Säbener her nach Deutsch in der Kabine pushen würden, es failed schon wegen der Lappalie, dass bei uns nix Kabine. Da wo der Schnee am fallen is, da trecken wir die Botten an und babbeln über Taktik und World Problems. Und wir sind happy über jeden Babo, der nicht für den Afrika-Cup nominiert oder plötzlich durch eine Mega-Offerte aus dem Reich der Mittel shanghaied wurde. Die Temperaturen sind da naturellement a la Bonne heure. 14 Grad in Shanghai, 24 Grad in Libreville, 26 Grad in Abuja – da kann man ruhig im Ferrari-Glitzer-Bling-Bling-Shirt mit passendem Basecap flanieren. Die lange Jogging-Buxe braucht man eigentlich nur bei Galas und Papstaudienzen. Und beim samstäglichen Kopfgrätschen kann sie for sure nicht schaden. Unsere Kick-off-Time Samstag 10:30 a.m. ist extra so gefixt, dass uns die chinesischen Uli-Hoeneß-Fan-Boys beim Paulaner am Stammtisch joinen können. Wenn die Bundesliga meint sich eine Break leisten zu können. Wir jumpen gerne in die Bresche bzw. in die Schneewehe.
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