Wie lange quatschen wir jetzt schon über diese WM nächstes Jahr? Naja, wahrscheinlich schon seit der vorletzten WM. Seit klar war: das mit Katar wird komisch, hat man doch schon mal überlegt, wann wieder ein unbedenkliches Turnier stattfindet. Dass es nur noch selten ein Land sein kann, sondern schon meist ein halber Kontinent – geschenkt. Günstige Flüge und das Internet können doch trotzdem dafür sorgen, dass es so kuschlig wird wie einst in Uruguay. Aber inzwischen soll rund ein Viertel aller Länder weltweit die Chance haben, zu Gast bei Freunden zu sein. Da reicht halt Uruguay flächenmäßig nicht mehr aus. Oder es bekommt noch ein Spiel und muss sich die WM mit Spanien, Portugal, Marokko, Paraguay und Argentinien teilen. Kann ja trotzdem schön werden. Liegen doch fast alle am Atlantik. Die Gastgeber nächstes Jahr eint sogar die Lage an zwei Ozeanen. Julian Nagelsmann hat immerhin schon ein Jahr Warten geschafft seit dem Aus bei der Heim-EM. Somit muss er nur noch ein Jahr Warten schaffen, bis er Weltmeister wird. Wenn seine Ansage vom letzten Sommer denn noch steht. Aktuell ist die Stimmung eher so durchschnittlich und kurz vor: da wollten wir eh nicht hin und diesmal boykottieren wir den Mist aber wirklich. Wer die Klub-WM sehen musste, könnte es verstehen. Die Stimmung in Amerika scheint auch wirklich nicht gut, wenn jeder Ball der vom Spielfeld fliegt schon für würdeloses Gezanke auf der Tribüne sorgt. Selbst solche Konflikte lassen sich in den USA offenbar nicht mehr ohne Social-Media-Mob und Nationalgarde lösen. Bei uns sitzt hoffentlich auch noch in fünf Jahren einfach die Abteilung Attacke ohne Internet im Doppelpass und regelt das. So muss sich Stammtisch anfühlen. Quasi der vorgezogene Fassanstich auf der Wiesn. Und da misst sich auch die ganze Welt in einem ehrlichen Wettbewerb. Dort prostet der Uru dem Kanadier freundlich zu und am Ende einigt man sich unter der Bierbank auf ein Unentschieden (siehe auch Kopfgrätsche Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00, wenn das golden Goal nicht fallen will…). Dafür qualifiziert sich bestimmt auch der Oberbayer Julian gerne und lallt danach: „Jetzt müssen wir wieder ein ganzes Jahr warten bis wir voll weltmeisterlich voll werden.“
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Eau de Stallgeruch
„Die Schlaumeier wollten uns Tuchel einreden“ blaffte 2018 Uli Hoeneß in die Mikrofone. Niko Kovač war gerade erst ein paar Wochen in München, aber der Bayernboss war sehr zufrieden mit dem neuen Trainer und ließ das die Journalie in seiner gewohnte herzlichen Art wissen. Nein, er war nicht nur zufrieden mit der B-Lösung, er war „der glücklichste Mensch der Welt“. Die Wochen vor der Verpflichtung waren turbulent. Der neue Trainer hatte auf der Bank von Eintracht Frankfurt im Pokalfinale kurz vor seiner Verpflichtung in München dafür gesorgt, dass die Bayern lediglich die Meisterschale in die Vitrine stellen durften. Jupp Heynckes hatte ein letztes mal versucht den Club vor einer Saison ohne Triple zu retten, nachdem ein unerfahrener Azubi namens Carlo Ancelotti mit Augenbrauenlupfen die Bayern nicht zum Rennen bewegen konnte. Immerhin konnte Don Jupp locker die Meisterschaft vor dem ärgsten Verfolger Schalke 04 eintüten. Dann war aber endgültig Rente mit Cando angesagt und Uli musste einen neuen Trainer suchen. Der Favorit war schnell klar. Aber der Wunschkandidat Thomas Tuchel wagte es tatsächlich den Bayern abzusagen. Stattdessen folgte er lieber dem dreckigen Scheichgeld nach Paris. Aber für Uli war eh klar: der Tuchel, das war maximal der Kandidat der Schlaumeier, die sich davon blenden ließen, dass er zehnmal im Spiel die Taktik änderte. Da könnte man ja gleich den Nagelsmann holen. Kovač ergab auf ganz vielen Ebenen Sinn. Er hatte Stallgeruch, war mit Sportdirektor Salihamidzic auf Du und Du. Kovač galt als umgänglich, Tuchel als unnahbar. Er hatte zudem eine BVB-Vergangenheit und kam aus einem Sabbatical. Kovač kam mit Rückenwind aus dem DFB-Pokalfinale, was Uli Hoeneß im Nachhinein so bewerten möchte: „Das war vermutlich eine glückliche Fügung für alle, leider sehr zum Leidwesen auch unserer Fans.“ Sechseinhalb Jahre später muss man konstatieren: eine Fortsetzung der FC Hollywood Doku muss unbedingt kommen. Aber natürlich nur in Kombination mit dem BVB. Die Schnittmengen sind einfach zu offensichtlich. Ich als Schlaumeier will euch bei der Gelegenheit natürlich wieder Samstag 10:30 als Kopfgrätsche-Termin einreden. Dafür rufe ich zur Not auch noch mal am Sonntagmorgen im Doppelpass, im Presseclub und bei Jupp Heynckes gleichzeitig an.
KonMari by Uli
Die alten Schlüpper jetzt schon mal raussuchen, aber nicht anziehen. Die kommen in den Koffer und werden dann vor Ort nach dem Tragen direkt entsorgt. Dann hat man am Ende vom Urlaub noch genug Platz für den neuen Krempel, den man dort kaufen kann. Und da gibt es bestimmt etwas Exotisches, dass man ansonsten dort gelassen hätte, weil der Koffer ja leider schon voll ist mit der Dreckwäsche. Die wirft man zu Hause genervt in die Waschmaschine, was jeden Urlaubseffekt wie durch Zauberhand verschwinden lässt. Also lieber clever reduzieren oder vielleicht ein paar Tipps von der deutschen Marie Kondo beherzigen. Das dürfte sicher Uli Hoeneß sein, der definitiv über einige Expertise verfügt, weil er schon einmal eine längere Zeit von zu Hause weg war und mit wenig Platz auskommen musste. Nun hat er ein paar wertvolle Hacks für die grünen Jungspunde parat, die daheim seinen FC Bayern sitten, während er versucht sich zu erholen. Natürlich geben die wie alle jungen Leute viel zu viel Geld für sinnlosen Kram aus. Warum noch einen defensiven Mittelfeldspieler? Wir haben doch schon zwei, mit denen du kaum spielst. Damals haben die eine halbe Million Mark gekostet und ein lustloses Ablösespiel, das die Jugendmannschaft bestreiten konnte. Und heute guckt man einmal nicht aufs Festgeldkonto und schon wurde alles in der Premier League auf den Kopp gehauen. Das ist ja schon kurz vor Enkeltrick. Und einen Gelenkbus muss man wahrscheinlich auch noch überteuert dazukaufen, um den 40er-Kader inklusive der Altlasten durch die Gegend zu karren. Komischerweise werden die Spieler, die am liebsten hinter dem Bus herlaufen sollen, damit nicht attraktiver und wertvoller für die Konkurrenz. Aber das soll das Problem der jungen Leute sein. Sollen sie mal kreativ werden und zeigen, dass sie nicht nur Geld rauswerfen können. Können auch mal bei Kopfgrätsche (Samstag 10:30, Mittwoch 18:00) hospitieren. Da kommen jede Woche neue frische Spieler dazu und es können trotzdem alle spielen.
Olli, Scholli, Lollipop
Die Bilder vom zerknirschten Oliver Kahn gab es in den letzten Tag doch häufiger zu sehen. Und das ganz ohne den Einsatz von Midjourney. Sicher hat der Titan im Laufe seiner Karriere schon genug Ikonografisches abgeliefert, aber das letzte mal, dass er so grüblerisch zu sehen war, muss schon fast 15 Jahre her sein. 2007 beendete sein langjähriger Teamkamerad Mehmet Scholl seine Karriere mit einem Abschiedsspiel des FC Bayern gegen den FC Barcelona und einer anschließenden Party. Dort waren nicht nur alle Großkopferten wie Beckenbauer, Rummenigge, Hoeneß und Stoiber eingeladen. Natürlich waren auch Scholls Mitspieler vor Ort und einige befreundete Bands, weil Scholl zu dieser Zeit ein Projekt mit einigen CD-Veröffentlichungen pflegte. Vor dem Spiel ist nach dem Spiel: Mehmet Scholl kompiliert – Volume 1 und 2 sind bei Medimops für 1 bis 2 Euro zu haben. Deshalb ließ er es sich nicht nehmen an diesem Abend in München eine seiner Lieblingsbands The Hidden Cameras auf die Bühne zu holen. Einerseits natürlich weil er die Musik von Joel Gibb und seinen Boys selbst ziemlich feierte. Aber andererseits auch, weil er als alter Agent Provocateur die Gesichter seiner Kollegen sehen wollte, wenn die queere Band in Lederhosen mit ihrem unverschämt eingängigen Gay Church Folk Rock die Bühne der Münchner Reithalle statt den CSD zum Wackeln bringt. „Wir werden ja sehen, wie die reagieren“, feixte Mehmet schon vor dem Auftritt. Für die Tanzeinlagen muss er neben den maskierten Gogo-Boys dann natürlich fast alleine sorgen. Uli Hoeneß holt früh seinen Mantel. Olli Kahn macht dieses schmallippige Gesicht und das wird im Verlaufe des Abends sicher nicht besser als die Sportfreunde Stiller auftreten und ihn daran schmerzhaft erinnern müssen, wo er die WM 2006 hauptsächlich verbracht hat. Egal, ob ihr Samstag (10:30) oder Mittwoch (18:00) gewinnt oder verliert – am Ende werden schon alle lächeln auf den Fotos. Dafür sorgt zur Not Midjourney.
One more „da ist das Ding“
Bei Kopfgrätsche denkt man ja, sie haben das DIA-Turnier gewonnen, dabei haben sie nur den Samstag überlebt. So ungefähr schaut Uli Hoeneß auf unser Tun Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00. Und irgendwo hat er ja auch recht. Aber wer weiß denn schon, ob man jemals wieder ein DIA-Turnier gewinnt? Man könnte natürlich all sein Eskalationspotenzial für diesen Moment aufheben, damit man tatsächlich noch Steigerungsoptionen hat, falls man in solch triumphale Situationen kommt. Hätte Uli Hoeneß vor neun Jahren jemand gesagt, dass die Bayern 10 mal in Folge Meister werden, hätte er seine Endorphine nicht alle schon nach der ersten oder zweiten verpulvert. Es beschleicht einen aber das ungute Gefühl, dass die Bayern aktuell noch mit angezogener Handbremse jubeln, damit sie adäquat eskalieren können, wenn Meisterschaft Nummer 20 erreicht ist. Oder welche Zahl auch immer es rechtfertigt, ein wenig Freude zuzulassen. Aber da spricht wahrscheinlich der alte Zocker aus ihm, der nicht einfach aussteigen kann, wenn irgendetwas gewonnen wurde. Aber wären wir anders? Nach jedem Tor denken wir doch, dass uns noch ein zweites gelingt. Und wer zwei hat, will auch drei. Und wenn man dann am Samstag alles verzockt hat, steht man Mittwoch wieder auf dem Platz, in der Hoffnung, dass die Aussicht auf das nächste Tor, den nächsten Sieg, den nächsten DIA-Turniergewinn, die Nationalmannschaftskarriere und den WM-Titel (Verteidigung optional) zum Greifen nah ist.
Kom binnen en zoek het uit
Eindhoven? Wirklich? Da haben wir uns also wieder einmal ordentlich vertan. Brazzo holte zwar am Deadline Day alles was kurz vor dem Lockdown noch im Regal lag, inklusive einer Rolle Butterbrotpapier, einer Tüte Senf und Eric-Maxim Choupo-Mouting. Zwar hatte ihn Uli Hoeneß nur mal kurz für eine Flasche 4711 und etwas Bartöl zu Douglas geschickt, aber er hatte das wohl falsch verstanden. Uli war trotzdem erleichtert, denn immerhin hatte Brazzo nicht 47,11 Mio ausgegeben. Mario Götze muss er dennoch aus Versehen übersehen haben. So war am Ende auch der Weltmeistermacher selbst überrascht, dass er nun in eine Stadt zieht, die erst um 1900 durch eine Glühlampenfabrik wirklich erst den Dorfstatus ablegen konnte. Aber dort haben ja doch durchaus namhafte Kicker das rot-weiß-gestreifte Trikot getragen. Es hat sogar Ronaldo (den Dicken) schlank gemacht. Und auch Granaten wie Romario oder Ruud van Nistelrooy haben es genossen hier in jeden Spiel zwei bis drei Buden gegen Zwolle, Waalwijk oder Almelo zu erzielen. Das kann man MG19 nur wünschen. Ein anderer Deutscher hatte in Eindhoven nicht ganz so viel Glück. Die magere Torausbeute mag natürlich an seiner Position gelegen haben. Aber auch sonst machte Georg Koch als er 1997 aus Düsseldorf zur PSV wechselte nicht viele Spiele. Immerhin war eins in der Champions League dabei. Dennoch holen wir voller Vorfreude die orangenen Leibchen von der Leine und schwitzen sie Samstag 10:30 und Mittwoch 17:00 dunkelorange.
»Trio …äh Quartett«
Noch nie hat man auf das nächste Literarische Quartett so hingefiebert. Nicht, weil es das letzte mit Volker Weidermann als Marcel Reich-Ranicki sein soll – nein, aber die Menge der Bücher, über die die Bild gerade exklusiv schreibt, lässt Großes erwarten. Erst konnte man wochenlang intime Passagen aus der Aki-Watzke-Biographie erfahren, die jeder als Kloppo-Echte-Liebeserklärungen interpretieren musste. Das Gefühlsleben von Lucien Favre war daraufhin wochenlang von einem ungewöhnlichen Zögern und Zaudern geprägt. Word zählte in Akis Memoiren öfter den Namen Klopp als das Wort „ich“ in Olli Kahns Buch „ICH“. Das wurde vom Quartett auch bisher schändlich übergangen. Ähnlich wie andere Klassiker wie „Ich habs allen gezeigt“ (Stefan Effenberg), „Anpfiff“ (Toni Schumacher) oder der schmuddelig-schwülstige Skandalroman „Alles“ von Bodo und Bianca. Aber an der Neuerscheinung von Mario Basler „Eigentlich bin ich ein Supertyp“ und der kommenden Uli Hoeneß Biographie „Der Brazzo ist ein noch viel größerer Supertyp“ können Christine Westermann und Thea Dorn unmöglich vorbeigehen. Auch wenn es natürlich Schade ist, dass man nicht die Gesichter von Hellmuth Karasek und Sigrid Löffler sehen kann, wenn Uli höchstpersönlich im Quartett anruft und sie auf Linie pöbelt. Vielleicht lädt er sich aber auch gleich selbst zur nächsten Sendung am Nikolaustag ein. Der Matthias Brandt kann doch ein anderes mal in Berliner Ensemble kommen. Der Telefonschreck vom Tegernsee könnte mich auch Samstag 10:30 vertreten, wenn er Lust hat. Lasst ihn nur bitte nicht die Elfmeter schießen.
Im Torwartezimmer
So ein Tor ist nicht gerade klein. 7,32 m mal 2,44 m auf Großfeld. Da würden eine Menge Leute rein passen. Gerade vor dem Hintergrund, dass Platz kostbar ist, ist es ein absoluter Luxus, dass für nur einen Menschen zu reservieren. Da würden ja auch locker zwei SUVs reinpassen. Dennoch platziert der Bundestrainer immer nur Manuel Neuer dort und der macht sich mit seinem Reklamierarm auch noch unnötig breit. Schlimmer wäre es nur noch, er würde beim Torhüten die Zeit lesen. Die loben ihn vielleicht sogar und finden ihn besser als Marc-André ter Stegen. Aber die Zeit schein nicht Teil von Uli Hoeneß‘ Pressespiegel zu sein. Er muss ja aber auch eine Menge lesen. Die Witzseiten der Münchner Presse und die Unverschämtheiten der westdeutschen Presse, die den MAtS extrem unterstützen, wie wenn er schon 17 Weltmeisterschaften gewonnen hätte. Wobei der dann so ca. 86 Jahre sein müsste und damit sogar knapp älter als Manuel Neuer. In der süddeutschen Presse konnte Uli auch null Unterstützung für den Nationaltorhüter finden. Er hat alle Seiten ausgeschüttelt. Es war nicht mal eine Werbebeilage für das Alpha-Programm von Sony drin. Auch auf dem Cover der Prisma war er nicht zu sehen. Unmöglich. Die ostdeutsche Presse hält sich fein raus bis jetzt. Da wird heftig recherchiert, ob es in Ost-Ost-Ostdeutschland überhaupt aktuell Torhüter gibt. Auch Lothar Matthäus ist keine Hilfe. Er überlegt noch wer gerade der Dorhüder von Doddenham ist. Als Leitmedium im Internet, in das Uli Hoeneß allerdings noch nie reingeguckt hat, können wir nun also hier unsere Position einnehmen, ohne vom FCB-Präsidenten verbal verhauen zu werden. Ob man Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00 bei uns im Tor steht, entscheidet sich dadurch, dass man zu sehr in Tornähe steht, während der bisherige Torwart in den Sturm läuft. Und da gibt es ja bei Manu dem Libero einige Chancen. Die muss man dann halt nur nutzen, Marc-André.
Doppelgängster
Zurecht guckt ihr bereits unruhig auf den Kalender mit den kommenden Samstag- (10:30) und Mittwoch-Terminen (18:00) und zählt die Tage. Es ist nicht mehr viel Zeit. Bald geht es los. So langsam müssten eigentlich genauere Infos durchsickern. Aber bisher gibt es weder Panini-Aufkleber noch einen offiziellen Twitter-Account zum DIA-Turnier. Vielleicht liegt das an dem Prinzip der Doppelvergabe. FIFA und IOC haben das schließlich aktuell zum Standard erhoben. Ist ja auch praktisch. Die Romantiker von gestern wissen gar nicht welches Turnier sie bedenklicher finden sollen. Und ob man den Gastgeber aufgrund von Terrorismus-Vorwürfen boykottieren muss oder selbst Schweigeminuten gegen Terror blöd findet. Sehr verwirrend für alle. Aber es hat noch weitere Vorteile. Am Ende muss man nur einmal eines der Teilnehmerländer vom DIA-Turnier 2013 7 Bürgen aufsuchen, um nach Abzug aller Unkosten für Koks und Nutten den Rest aufs Knax-Sparbuch zu packen und für 4 Jahre anzulegen. An 2013 sieht man wie schnell 4 Jahre rum sind. Für Uli Hoeneß waren es gefühlt sogar nur 3 1/2. Und dabei sollte die Ära, die das Team Doerk damals startete, auch den Bayern langsam langweilig werden. Ein gutes Zeichen dafür, dass diesmal alles anders wird. Zur Not durch ein paar komische neue Regeln oder doppelt soviele Teams.
100% Sicherheitspassquote (In aller Präsidentschaft)
Da ist Uli Hoeneß endlich wieder zurück aus der längsten Winterpause aller Zeiten und niemand redet über ihn und seine Bayern. Unter dem Hashtag #Inauguration diskutieren stattdessen alle über den Einstieg eines anderen Präsidenten, gegen den Uli und die seinen kein Thema sind. Sogar Louis van Gaals Karriereende macht mehr Schlagzeilen als der Rückrundenstart des Rekordrückrundentabellenführers. Dabei wird der Tulpengeneral mit seiner Zweitkarriere als Donald-Trump-Doppelgänger noch 4 bis 8 erfolgreiche Jahre vor sich haben. Ob in diesem Zeitraum niemand anderes als die Bayern Meister wird, ist da doch unser kleinstes Problem. Etwas Kontinuität ist doch auch schön in diesen wilden Zeiten. Also freuen wir uns auf die drölfzigste Meisterfeier auf dem Münchner Marienplatz im Mai, die 20. Staffel In aller Freundschaft, eine weitere Runde 80er im Hitmix des UKW-Radios oder Jogi Löw als ewigen Bundestrainer bis 2020. Und natürlich Kopfgrätsche Samstag 10:30. In dieser kleinen heilen Welt der Konstanz ist es doch wie in einer schönen seichten Soap, wenn die Abteilung Attacke aus München ein provokantes Interview in der Süddeutschen gibt. Woraufhin wochenlang empörte Antworten von Aki Watzke, Ralle Rangnick und Tante Käthe durch den Blätterwald von Kicker und SportBild rauschen. Und das alles ohne Twitter und dass jemand tiefbeleidigt auf den roten Knopf drückt. Einfach himmlisch.
Football nix good. Football best.
So mucho wir die Direktive des Jubilars vong der Säbener her nach Deutsch in der Kabine pushen würden, es failed schon wegen der Lappalie, dass bei uns nix Kabine. Da wo der Schnee am fallen is, da trecken wir die Botten an und babbeln über Taktik und World Problems. Und wir sind happy über jeden Babo, der nicht für den Afrika-Cup nominiert oder plötzlich durch eine Mega-Offerte aus dem Reich der Mittel shanghaied wurde. Die Temperaturen sind da naturellement a la Bonne heure. 14 Grad in Shanghai, 24 Grad in Libreville, 26 Grad in Abuja – da kann man ruhig im Ferrari-Glitzer-Bling-Bling-Shirt mit passendem Basecap flanieren. Die lange Jogging-Buxe braucht man eigentlich nur bei Galas und Papstaudienzen. Und beim samstäglichen Kopfgrätschen kann sie for sure nicht schaden. Unsere Kick-off-Time Samstag 10:30 a.m. ist extra so gefixt, dass uns die chinesischen Uli-Hoeneß-Fan-Boys beim Paulaner am Stammtisch joinen können. Wenn die Bundesliga meint sich eine Break leisten zu können. Wir jumpen gerne in die Bresche bzw. in die Schneewehe.
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For me, it’s scheißegal
Ja, ich weiß. Eigentlich würdet ihr lieber in Kalifornien rumtanzen und uns hier den Scheiß machen lassen. Aber jetzt ist grad schlecht. Die Mutter Teresa von der Säbener ist zurück, um durch pure Fußballromantik gepaart mit etwas Festgeld ein paar Dosen zu zerdrücken. Da hat doch niemand mehr erwartet, dass der noch mal Greenkeeper beim FC Tegernsee wird, oder? Aber irgendeiner muss dem Nikolaus unbedingt Bescheid sagen, dass er noch nie der Osterhase war. Auch ohne rote Brause wird die Gesichtsfarbe des President Elect in Kürze die des orangenen President Elect weit übertreffen. Damit unsere orangenen Leibchen Samstag 10:30 ihre ganze Wirkung entfalten können, bitte ich alle Sanitäter, Müllmänner und sicherheitshalber auch Uli Hoeneß den nötigen Abstand zum Spielfeld einzuhalten.
Was war sonst noch los diese Woche? Ach ja, da war ein Championsleague-Spiel eines eher regionalen Phänomens, dass vom Ergebnis her, verblüffend an einen Kopfgrätsche-Kick erinnerte. Zum Glück klärte Roman Weidenfeller im eigenen Strafraum per Fallrückzieher. Eine Kopfgrätsche traut sich halt nicht jeder zu.
Sein Kollege zeigte sich dann in einem anderen Spiel für die „Scheißstimmung“ verantwortlich. Trotz einiger Championsleague-Partien hat dieses unterklassige Spiel es in seine persönlichen Highlights geschafft. „Letztes Tor entscheidet“ hat halt eine ganz besondere Magie. Und das ist nur ein Vorgeschmack auf das, was wir von Ulis Comeback erwarten können.