One more „da ist das Ding“

Bei Kopfgrätsche denkt man ja, sie haben das DIA-Turnier gewonnen, dabei haben sie nur den Samstag überlebt. So ungefähr schaut Uli Hoeneß auf unser Tun Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00. Und irgendwo hat er ja auch recht. Aber wer weiß denn schon, ob man jemals wieder ein DIA-Turnier gewinnt? Man könnte natürlich all sein Eskalationspotenzial für diesen Moment aufheben, damit man tatsächlich noch Steigerungsoptionen hat, falls man in solch triumphale Situationen kommt. Hätte Uli Hoeneß vor neun Jahren jemand gesagt, dass die Bayern 10 mal in Folge Meister werden, hätte er seine Endorphine nicht alle schon nach der ersten oder zweiten verpulvert. Es beschleicht einen aber das ungute Gefühl, dass die Bayern aktuell noch mit angezogener Handbremse jubeln, damit sie adäquat eskalieren können, wenn Meisterschaft Nummer 20 erreicht ist. Oder welche Zahl auch immer es rechtfertigt, ein wenig Freude zuzulassen. Aber da spricht wahrscheinlich der alte Zocker aus ihm, der nicht einfach aussteigen kann, wenn irgendetwas gewonnen wurde. Aber wären wir anders? Nach jedem Tor denken wir doch, dass uns noch ein zweites gelingt. Und wer zwei hat, will auch drei. Und wenn man dann am Samstag alles verzockt hat, steht man Mittwoch wieder auf dem Platz, in der Hoffnung, dass die Aussicht auf das nächste Tor, den nächsten Sieg, den nächsten DIA-Turniergewinn, die Nationalmannschaftskarriere und den WM-Titel (Verteidigung optional) zum Greifen nah ist.