Wer kennt Heribert Fassbender?

Glocken der Freiheit schlagen in Kirchen ihr Lied ohne Ende
Das Leben malt Bilder aus Licht und aus Schatten auf schneeweiße Wände
Sombreros verbergen den Stolz in den Augen der einsamen Männer
Zärtliche Mädchen verschenken die Sehnsucht im Dunkel der Nacht…
(Mexiko mi Amor – Peter Alexander)

Wenn man denkt, das verstörendste Lied einer deutschen Nationalmannschaft wurde 1994 eingesungen, hat man zurecht vergessen, dass auch die Turniere davor lyrischen Wahnsinn über die Gastgeberländer bereithielten. „Zärtliche Mädchen verschenken die Sehnsucht im Dunkel der Nacht?“ – was wollte uns Bernd Meinunger, der den Text zum Song von Ralph Siegel beisteuerte, damit sagen? Das Powerduo hat uns natürlich noch weitere Klassiker geschenkt, wie „Dschinges Kahn“, „Lass die Sonne in dein Herz“ und „Ein bißchen Frieden“. Wenn also nicht gerade ein Grand Prix anstand, brachten die beiden ihre “Kunst“ unter das Fußballvolk. Singen musste „Mexiko mi Amor“ mit Peter Alexander natürlich ein Österreicher. Auch das war gute Tradition. In „Buenos Dias Argentina“ von Udo Jürgens 1978 gibt es textlich natürlich auch Sombreros und Gitarren. Fußball-Vokabeln sucht man allerdings vergeblich in den Texten. Stattdessen: „ Buenos dias, Señorita und wenn du dann bei mir bist wird die Zeit hier wie ein Traum sein, den man niemals mehr vergisst.“ War das 1982 in Spanien anders? „Es liegt im Lachen der Señoritas, in ihren Lippen wie roter Mohn und im Versprechen der schwarzen Augen und wer es findet, wird reich belohnt.“ Nö, auch hier die bewährte Schlager-Geilheit. Das tropft quasi der WM-Quartierkoller aus jeder Zeile. Und dann wundert man sich, dass früher nur darüber getratscht wurde, welcher Spieler wieder von der Bild dabei erwischt wurde, wie er über den Zaun geklettert ist. Heute sind alle happy mit der Playstation allein die ganze Nacht auf dem Zimmer. Aber darüber möchte heute komischerweise niemand singen. Nicht einmal ein Österreicher. Die Spielzeiten Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00 könnte ich allerdings als Raabigram darbieten. Aber beschwert euch nicht darüber, was ich auf Heribert Fassbender reime.

Der Herr noch was an Wurst dazu?

Läuft euch auch schon das Wasser im Mund zusammen? WM-Zeit ist auch die Zeit, in der die Chance hoch ist, dass die BILD Fußball und Kulinarik gemeinsam denkt. Meistens dann, wenn die Enttäuschung groß ist, übernehmen die Frustesser in der Redaktion. Z.B. 2004 als die deutsche Elf in Bukarest von Rumänien „1:5 abgebraten“ wurde. Die „Wurst-Truppe“ bestand aus 11 unterschiedlichen Wurstspezialitäten und sehr wahrscheinlich wurde hier die Grundlage für diverse spätere Entschuldigung-Grillerchen des HSV gelegt. Das „Debakel von Bukarest“ war zwar nur ein Testspiel, aber für Rudi Völler war es doch ein echter Tiefpunkt. Nicht wie dieses Unentschieden auf Island ein halbes Jahr zuvor, nach dem er Waldi Hartmann zum „Weizen-Waldi“ machte und somit wahrscheinlich seinen Abstieg zum peinlichen Nius-Onkel einleitete. Einige der Bundes-Würste fanden sich zwei Jahre später unter Jürgen Klinsmann auf einer Pizza wieder. Philipp Lahm, Torsten Frings, Arne Friedrich und Bernd Schneider bekamen nach der 1:4 Testspielniederlage gegen Italien in Florenz vor der Sommermärchen-WM eine Anschlussverwendung. Was nur logisch ist, weil Pizza auch ein ideales und nachhaltiges Reste-Essen ist. Man sollte nur nicht zu viele Zutaten drauf tun. Trotzdem musste „Salami-Ballack“ diesmal eine Wurst sein. Und die Frage der BILD „Kann ich mich noch zum Italiener trauen?“ beantwortet sich mit dem Blick auf „Ananas Lahm“ eigentlich von selbst. Dennoch spekulierte die BILD, ob nicht Didi Hamann auch bekannt als „Didi-Null-Bock-Wurst“ Deutschland retten könnte. Jürgen Klinsmann sagte nein, Didi wurde zu „Didi-beleidigte-Leberwurst“, trat aus dem Kochclub aus, Deutschland kam bis ins Halbfinale. Da jubelten wieder die Italiener, aber die BILD war zu stolz für einen Nachtisch. Zwischen unseren nächsten Testspielterminen Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00 muss die Nagelsmann-Elf noch gegen die USA ran. Bei BILD sammelt man schon fleißig 11 Burger-Zutaten und ihr könnt ja schon schon einmal darauf wetten, wer diesmal eine Gurke sein muss.  

Tracker-Schnacker

Nature is healing. Und das kann man daran merken, dass nach Saisonende doch nach und nach alle Walexperten wieder auf Bundestrainer umschulen. Also natürlich nicht qua Amt, sondern rein von der Kompetenzvermutung. Das wäre ja auch sonst ziemlich teuer für ’nen gemeinnützigen Verein wie den DFB. Nein, das machen alle ehrenamtlich, weil es ihnen doch wichtig ist, dass „wir“ in Amerika was gewinnen. Dafür basteln sie sogar ein Fähnchen ans Auto. Vor zwanzig Jahren war das noch komisch. Heute ist man zufrieden, wenn es wenigstens die Farben der Bundesrepublik sind und nicht Selbstgebastelte aus dem Reichsbürger-Mailorder. Aber wer unter dieser Fahne spielen soll und darf, ist dann doch ein größerer Zankapfel und die Diskussionen werden uns jetzt ca. 2 Monate beschäftigen, kurz unterbrochen von eigenen praktischen Expertennachweisen Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00. Das Gute dabei: immer weniger Leute gucken auf den sich zur Kugel aufblähenden Wal vor Anholt im Livestream, sondern auf einen Trionda Pro und ob unsere Turnierhoffnung Manuel Neuer, den auch halten kann. Er ist jetzt unser Timmy, wenn nicht sogar Hope. Wen der Bundestrainer sonst noch berufen hat, war dann eigentlich gar nicht mehr von näherem Interesse. Wir haben jetzt dem Manu einen Tracker verpasst und werden in den nächsten Wochen im Livestream verfolgen wie er sich so schlägt. Sogar die Experten für Netze kommen auf ihre Kosten. Auch die Bundesregierung fiebert auch diesen Spielen entgegen. Traditionell braucht man sie, um in ihrem Windschatten zeitgleich die für das Land notwendigen Reformen zu beschließen. Die Kassen sind schließlich leer und der Verkauf des Neuer-Skeletts ist schon fest einkalkuliert. Hat er sich das ausgesucht? Wahrscheinlich schon.      

Vier Touchdowns und ein Hosentaschenanruf

Noch dürft ihr spekulieren und hoffen. Der WM-Kader wird ja erst am 21. Mai bekanntgegeben und bis dahin kann theoretisch noch alles passieren. Aber wer für Julian in Frage kommt, hat bestimmt wenigstens schon einmal einen Hosentaschenanruf von ihm gehabt, bei dem er mit leichten Andeutungen darauf hinweisen wollte, dass der Angerufene sicherheitshalber mal das eine oder andere Social-Media-Posting löschen sollte. Wenn er nicht noch einmal angerufen hat und dem Kandidaten einfach entfolgt ist, dann muss man sich trotz Topleistungen Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00 nicht mehr allzu große Hoffnungen machen. Bei Manuel Neuer wartet Julian noch etwas ab, ob er nicht doch nach dem letzten Spieltag noch einen kleinen Skiausflug plant. Oliver Baumanns Hobbys sind immerhin nur Puzzeln und laut Sports Illustrated: Spaziergänge entlang des Neckars, kleine Ausflüge in die Natur und entspannte Abende zu Hause. Wahrscheinlich ziemlich unverdächtig, um im Trainingslager in Herzogenaurach Nachts um 3 an der Hotelbar erwischt zu werden. Vielleicht macht er aber beim zweiten Trainingslager einen Spaziergang am Chicago River und besichtigt die Naturschauspiele am Al-Bundy-Brunnen. Ob der zu seinen Vorbildern taugt, ist allerdings zweifelhaft. Klar, er saß auch viel auf der Couch rum, aber wenn seine Frau dazu kam, wollte er doch lieber in die Nacktbar. Clevererweise hat Nagelsmann aber die Nominierung nach den Herrentag gelegt. Einige unangekündigten Anrufe an Himmelfahrt, werden seine Entscheidung fürs Tor bestimmt erleichtert haben.   

Ein grundsolider Schla(e)ger, obendrein

Es lässt sich aus fast allem was machen. Und wenn man Social Media für die richtig großen Fußballclubs macht, dann freut man sich sogar, wenn der eigene Club 67 Punkte hat. Weil dann kann man ein paar launige Six Seven Reels damit machen. In Dortmund fanden sie das so witzig, dass sie danach eigentlich keine Punkte mehr holen wollten. Jedenfalls nicht so lange bis das dem alten Rivalen aus Schalke auch gelungen war. Wenn auch in einer anderen Liga. Aber das war damals 1997 auch egal. Zwei Europapokalsieger im gleichen Jahr aus der direkten Nachbarschaft – da musste Wolfgang Petry natürlich eine Ruhrgebietshymne drüber singen. Aber über den aktuellen Punktestand macht er wohl diesmal nichts, oder? Deshalb trifft man ihn auch dieses Jahr nicht auf der OMR. Es heißt ja auch nicht Online Marketing Schlagerstars. Obwohl das der viel passendere Name wäre. Schließlich geht es doch darum, die nächsten Trends aufzuspüren, die wie ein Blitz einschlagen. Und das war im eigentlichen ursprünglichen Wortsinne irgendwann einmal ein Schlager. Aber vielleicht reicht es, wenn die Fußballprofis ihren Saisonausklang im Bierkönig oder Megapark bei schlimmer Schlagermucke begehen. Einige können das schon etwas früher beginnen, wenn sie die Saison so clever gespielt haben, dass sowohl nach oben als auch nach unten nix mehr geht. Six Seven Punkte sind genug für eine frühzeitige Schlagersause, während die Gegner noch fleißig trainieren, um ein paar mickrige Pünktchen für den Klassenerhalt zu erkämpfen. Deshalb zählen wir Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00 die erzielten Tore nur notdürftig. Nur so ist bis zum Schluß die nötige Schärfe vorhanden und niemand created vor dem Seven Seven zu früh zeitgeistigen Content. Wir spielen übrigens bis Acht. Mindestens.

Alles grätscht Kopf

Okay, jetzt können wir es ja zugeben. Georg Baselitz ist der Erfinder der Kopfgrätsche. Am Anfang war es eine ganz ordinäre Grätsche, aber er hatte die Idee diese einfach of den Kopf zu stellen. Und das war dann auch ein Megaerfolg. Niemand wollte mehr eine herkömmliche Grätsche sehen. Irgendwie auch ein Fluch, aber wenn man den ganzen Tag Menschen mit Augen auf Augenhöhe sehen muss, dann freut man sich sogar über Augenkontakt mit den Hühneraugen. Deshalb gelten auch Samstage (10:30) und Mittwoche (18:00) auch als Kurzurlaub fürs Gehirn. Das spart sich immerhin das von den Sehnerven gelieferte Bild umzudrehen. Als wir vor 14 Jahren das DIA-Turnier Kunst am Ball spielten, standen andere Stars der Kunstszene im Rampenlicht. Warhol, Picasso, Richter, Kandinsky waren Teampaten. Beuys hatte die aufregendsten Fettecken, bevor jede Drittligamannschaft die Arsenal-Ecken kopiert hatte, bei denen sich möglichst viele Spieler fett vor dem Torwart aufbauen und der härteste Eisenschädel zuletzt die Murmel wie Günther Uecker ins Netz nagelt. Baselitz wurde nicht eingewechselt, bei der als Fußball getarnten Aktionskunst. Notdürftig eingerahmt wurde das Gebolze von einem bunten Mix aus Bandenwerbung, die sogar das damals noch frische Original-Kopfgrätsche-Design zeigt. Schon deshalb lohnt sich das Videostudium dieser historischen Aufnahmen. Und bei 5:11 haben wir sehr subtil noch einen letzten Gruß an Georg Baselitz versteckt: 

Bildhauen und Stechen

Wir sind ehrlich. Der Wal hatte uns schon längst verloren. Vielleicht liegt es daran, weil er schon länger auf Grund liegt als Heidenheim auf dem letzten Tabellenplatz. Aber die Menschen um ihn herum lassen sich immer wahnwitzigere Dinge einfallen, die immerhin sein Schicksal wieder auf den Startseiten nach oben spült. Fußballfans sind spätestens wieder wach geworden als Pyrotechnik in die Diskussion eingebracht wurde. Da ist in der Region auch genügend Material vorhanden. Ein Anruf bei ein berüchtigten Hansa-Suptras kann da der kurze Dienstweg sein. Wir sind sowieso schon in einer Phase, wo nicht mehr so ganz genau nach den Abschlüssen und Führungszeugnissen geschaut wird. Jetzt darf jeder mit einer wilden Idee irgendwas versuchen. Aber die meisten verfahren nach der alten Kreisliga-Devise: wenn wir schon nicht gewinnen können, dann treten wir ihnen wenigsten den Rasen kaputt. Noch ein Argument Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00 doch lieber auf Tartan aufzulaufen. Und wer zur Sache gar nichts weiter beitragen kann, darf sich überlegen wie ein Mahnmal für den Wahnwal aussehen soll. Auch hier können Fußballfans durch ihre Erfahrung mit unförmigen Bronzen bestens mitreden. Uwe Seelers Fuß, Christianos Büste oder erst zuletzt der sehr expressionistische Peace-Prize – der Fußball liefert unzählige Referenzen von missverstandenen Bildhauern. Der geneigte Pöbel verlangt maximalen Naturalismus, der Künstler möchte seine Handschrift für die Nachwelt in Metall gießen. Passender als jede von vornherein zum Scheitern verurteilte Darstellung des Tieres, wäre aber Rodins „Die Bürger von Calais“, das auch die Opfer einer Belagerung darstellt. Bestehend aus sechs Einzelfiguren, die kein heroisches Gebaren zeigen, sondern viel mehr innere Bewegung und verzweifelte Stimmung ausdrücken. Das passt nicht nur zu den verwirrten Menschenansammlungen auf Poel, das können wir nach dem Kopfgrätschen auch bestens vom Verliererteam nachstellen lassen. 

Prêt-à-Por-T

Als die Telekom ab Mitte der Neunziger ihre Marke etablieren wollte, brauchte sie dafür noch Manne Krug und ein Radrennteam. Für die T-Aktie wurden selbst Kleinsparer in Risikogeschäfte gesungen und auch die Radelei war am Anfang super erfolgreich. Aber Ulle war am Ende wohl doch nicht 100% sauber und so vorteilhaft war das für den größten deutschen Telekommunikationsanbieter danach nicht mehr, so dass es nach 2007 keine magentafarbenen Drahtesel mehr auf dem Champs-Elysées gab. Aber dafür wurde die Telekom ab 2002 Sponsor beim FC Bayern und nach der Eröffnung der Allianz-Arena 2005 zierte ein großes weißes T aus Zuschauern die Tribüne. Seit über 20 Jahren dürfen die nicht während des Spiels Bratwurst und Bier kaufen gehen, weil sonst das Logo nicht mehr stimmt. Aber inzwischen filtert man das menschliche Telekom-T optisch aus dem Publikum und die Wirkung ist vielleicht ein wenig verpufft, wie die ersten Kursgewinne der T-Aktie einst. Wie könnte man also die Marke in ihrer prägnanten Farbe wieder nach vorne petern? Vielleicht kann man einen angesagten Jungnationalspieler, in der Zeit wo er selbst nicht spielen kann, in ein magentafarbenes Modeverbrechen, assoziativ zwischen Schlumpf und Teletubby, stecken und damit anständig viral gehen. Der darf dann darin sogar mal an den Bratwurststand, wo sich einige wurstkauenden Zeitzeugen heftig verschluckt haben dürften. Falls Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00 Spielpausen entstehen sollten, weil man bei drei Teams auch mal kurz 10 Minuten sich frei um den Platz bewegt, haben wir die Chance auch in einer scheußlichen Markenfarbe ihrer Wahl herumzuflanieren. Orange oder Neongelb hätten wir schon da. Aber erst die passende Schlumpfmütze in Signalfarbe bringt den maximalen LennarT-Karl-Effekt. Alternativ ist natürlich auch eine Manfred-Krug-Frisur denkbar, wenn’s draußen grün wird.  

Coppa del Mondo o Coppa Gelato Svedese?

Alora. Scusi. Unpopulär Opinion: jetzt alles auf dem WM-Sieg von Italien setzen. Okay, es sieht vielleicht nicht so vielversprechend aus, weil die Squadra Azzurra gar nicht qualifiziert ist. Aber bis zum Turnierbeginn kann geopolitisch noch ziemlich viel passieren. Und da so viele Länder wie noch nie qualifiziert sind, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass am Ende gar nicht alle bis dahin wirklich Lust auf Fußball in einer Bananenrepublik im Kriegsmodus haben. Und da rechnen wir noch nicht einmal mit einem deutschen Boykott, weil Nagelsmann und Untdav sich nicht zwischen Coke und Pepsi im Drive-In entscheiden können. Dabei gehört es zum Mythos einer Burgerbraterei, dass dort der Spirit geboren wurde, der 1992 eine nachrückendes Land zum Turniersieger geführt hat. Und damit sind wir bei dem Szenario, auf das die Italiener nun hoffen müssen. Wie einst die Dänen vom Jugoslawienkrieg profitierten, muss ausgerechnet das gegen Bosnien ausgeschiedene Italien auf ein unverdientes Nachrücken hoffen, dass sie direkt zum Titel führen sollte. Der Name des ehrbaren FIFA-Präsidenten, der das wahrscheinlich alleine entscheiden darf, klingt ja nur zufällig italienisch. Er ist natürlich neutraler Italo-Schweizer. Aber eigentlich spricht nichts dagegen, dass der amerikanische Papst Ostersonntag in Rom verkündet, dass Italia auferstanden ist. Im Anschluss strömen die Massen in eine Gelateria ihrer Wahl und bestellen vor Glück einen Schwedeneisbecher. Denn auch die Schweden wissen gar nicht wie sie sich für die WM qualifizieren konnten, ohne ein Gruppenspiel zu gewinnen. Auch da waren offensichtlich höhere Mächte im Spiel. Wessen Kreuzwege also Samstag (10:30) nicht direkt zum Platz führen, kann schon Mittwoch (18:00) glorreich wiederkehren. Abbi fede!

Guten Abendsegler allerseits

Als wir vor zwei Wochen den Wal als Kopfgrätsche-Maskottchen adoptierten, konnten wir noch nicht ahnen, dass er uns so viel Kummer bereiten würde. Und bevor hier die Rechnungen für die großen Saugbagger und Meeresbiologen bei uns landen, möchten wir uns von ihm distanzieren. Durch sein Stranden in der Lübecker Bucht war er jetzt eine Woche lang ziemlich gut zu sehen. Zur Not im Livestream auf der BILD-Startseite. Aber wie gesagt: er ist nicht unser Grotifant und wir zahlen die Rettungsaktionen nicht. Obwohl wir natürlich sehr froh sind, dass diese vorerst erfolgreich waren. Wir werden uns ein anderes Maskottchen suchen, das weniger kostspielig ist. Am besten eins, mit dem man kommunizieren kann, dass wir ab der nächsten Woche nicht nur Samstag 10:30 sondern auch Mittwoch 18:00 auf dem Bolzplatz zu finden sind. Also entweder ein Tier, das Tageslicht mag oder uns in der Dämmerung rechtzeitig daran erinnert, dass es Zeit für das berühmte letzte Tor ist. Da hat sich in den letzten Jahren eigentlich die Mücke recht subtil bei uns beworben. Manch einer hatte zum Spielende gerade noch soviel Restblut übrig, um den Nachhauseweg zu schaffen. In der Dämmerung huschen allerdings noch andere Blutsauger über unseren Köpfen hinweg. Tagsüber hängen die mit dem Kopf nach unten herum, was bei Kopfgrätschern doch die nötigen Sympathien wecken sollte. Und wann hat man schon einmal gehört, dass eine Fledermaus für einen größeren volkswirtschaftlichen Schaden verantwortlich ist? Seit der letzten Pandemie ist mir da eigentlich nichts bekannt. Allerdings war da mal was mit dem FC Valencia, der von DC Comics verklagt wurde, weil die auch einen Character haben, der über eine Fledermaus-Silhouette herbeigerufen werden kann. Also bevor wir die nächste Kopfgrätsche-Ankündigung mit einem Suchscheinwerfer im Nachthimmel starten, würde ich gern doch noch einmal die Baggerrechnung vom Wal sehen.