Alora. Scusi. Unpopulär Opinion: jetzt alles auf dem WM-Sieg von Italien setzen. Okay, es sieht vielleicht nicht so vielversprechend aus, weil die Squadra Azzurra gar nicht qualifiziert ist. Aber bis zum Turnierbeginn kann geopolitisch noch ziemlich viel passieren. Und da so viele Länder wie noch nie qualifiziert sind, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass am Ende gar nicht alle bis dahin wirklich Lust auf Fußball in einer Bananenrepublik im Kriegsmodus haben. Und da rechnen wir noch nicht einmal mit einem deutschen Boykott, weil Nagelsmann und Untdav sich nicht zwischen Coke und Pepsi im Drive-In entscheiden können. Dabei gehört es zum Mythos einer Burgerbraterei, dass dort der Spirit geboren wurde, der 1992 eine nachrückendes Land zum Turniersieger geführt hat. Und damit sind wir bei dem Szenario, auf das die Italiener nun hoffen müssen. Wie einst die Dänen vom Jugoslawienkrieg profitierten, muss ausgerechnet das gegen Bosnien ausgeschiedene Italien auf ein unverdientes Nachrücken hoffen, dass sie direkt zum Titel führen sollte. Der Name des ehrbaren FIFA-Präsidenten, der das wahrscheinlich alleine entscheiden darf, klingt ja nur zufällig italienisch. Er ist natürlich neutraler Italo-Schweizer. Aber eigentlich spricht nichts dagegen, dass der amerikanische Papst Ostersonntag in Rom verkündet, dass Italia auferstanden ist. Im Anschluss strömen die Massen in eine Gelateria ihrer Wahl und bestellen vor Glück einen Schwedeneisbecher. Denn auch die Schweden wissen gar nicht wie sie sich für die WM qualifizieren konnten, ohne ein Gruppenspiel zu gewinnen. Auch da waren offensichtlich höhere Mächte im Spiel. Wessen Kreuzwege also Samstag (10:30) nicht direkt zum Platz führen, kann schon Mittwoch (18:00) glorreich wiederkehren. Abbi fede!
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01. April 2026 – Artemis II – Im Zeichen des Ostermondes
Guten Abendsegler allerseits
Als wir vor zwei Wochen den Wal als Kopfgrätsche-Maskottchen adoptierten, konnten wir noch nicht ahnen, dass er uns so viel Kummer bereiten würde. Und bevor hier die Rechnungen für die großen Saugbagger und Meeresbiologen bei uns landen, möchten wir uns von ihm distanzieren. Durch sein Stranden in der Lübecker Bucht war er jetzt eine Woche lang ziemlich gut zu sehen. Zur Not im Livestream auf der BILD-Startseite. Aber wie gesagt: er ist nicht unser Grotifant und wir zahlen die Rettungsaktionen nicht. Obwohl wir natürlich sehr froh sind, dass diese vorerst erfolgreich waren. Wir werden uns ein anderes Maskottchen suchen, das weniger kostspielig ist. Am besten eins, mit dem man kommunizieren kann, dass wir ab der nächsten Woche nicht nur Samstag 10:30 sondern auch Mittwoch 18:00 auf dem Bolzplatz zu finden sind. Also entweder ein Tier, das Tageslicht mag oder uns in der Dämmerung rechtzeitig daran erinnert, dass es Zeit für das berühmte letzte Tor ist. Da hat sich in den letzten Jahren eigentlich die Mücke recht subtil bei uns beworben. Manch einer hatte zum Spielende gerade noch soviel Restblut übrig, um den Nachhauseweg zu schaffen. In der Dämmerung huschen allerdings noch andere Blutsauger über unseren Köpfen hinweg. Tagsüber hängen die mit dem Kopf nach unten herum, was bei Kopfgrätschern doch die nötigen Sympathien wecken sollte. Und wann hat man schon einmal gehört, dass eine Fledermaus für einen größeren volkswirtschaftlichen Schaden verantwortlich ist? Seit der letzten Pandemie ist mir da eigentlich nichts bekannt. Allerdings war da mal was mit dem FC Valencia, der von DC Comics verklagt wurde, weil die auch einen Character haben, der über eine Fledermaus-Silhouette herbeigerufen werden kann. Also bevor wir die nächste Kopfgrätsche-Ankündigung mit einem Suchscheinwerfer im Nachthimmel starten, würde ich gern doch noch einmal die Baggerrechnung vom Wal sehen.
24. September 2025 – Ball Night Long
All right, we’ll call it a draw
Das schiedlich friedliche Unentschieden am Samstag (10:30) und Mittwoch (18:00) ist meistens das beste Ergebnis, damit niemand mit schlechter Laune nach Hause gehen muss. Wie die Quoten darauf sind, ist schwer zu sagen. Aber tippen echte Zocker auf Unentschieden? Ein 0:0 scheint am Spielanfang immer eine gute Idee zu sein. Bis das erste Tor fällt. Bei Juve gegen Dortmund am ersten Champions-League-Spieltag stand es zur Pause auch torlos. Was kann man dann erlösen, wenn man sagt: das geht noch 4:4 aus? Da müsste man mal bei einem Buchmacher mit jahrelanger Erfahrung nachfragen. Allzu viele Namen fallen mir da nicht ein, aber dass es früher einmal das Café King in Charlottenburg gab, ist ja Allgemeinbildung. Ante Šapina könnte also bestimmt weiterhelfen. BVB-Trainer Niko Kovač ist in Berlin Wedding geboren und könnte auf berlinerisch oder sogar kroatisch mal nachfragen. Beim Spiel in Turin traf Niko Kovač auch einen anderen alten kroatischen Freund wieder. Seit März diesen Jahres ist Igor Tudor, ehemaliger Verteidiger von Juve, dort als Trainer unterwegs. Mit seinem Namen müsste er natürlich eigentlich Trainer auf der Insel im Mutterland der Buchmacher sein. Mit Niko stand er über 30 mal für die Kockasti auf dem Platz. Das erste und das letzte gemeinsame Länderspiel endete jeweils unentschieden. Und an einem weiteren spektakulären Unentschieden vor 25 Jahren waren sie auch beteiligt, als am ersten Spieltag der Champions League 2000 der HSV auf Juventus traf. Beim wilden 4:4 im Hamburger Volkspark trafen Igor Tudor zum 0:1 und Niko Kovač zum 4:3. Am Ende gingen beide mit unentschiedener aber auch nicht mit schlechter Laune nach Hause. Ob Ante Šapina dieses Ergebnis erwartet hatte, wissen wir nicht. Was sollte er auch mit dem HSV zu schaffen haben?
17. September 2025 – Denkt an die Elektrolyte!
Ich denke oft an Uruguay
Wie lange quatschen wir jetzt schon über diese WM nächstes Jahr? Naja, wahrscheinlich schon seit der vorletzten WM. Seit klar war: das mit Katar wird komisch, hat man doch schon mal überlegt, wann wieder ein unbedenkliches Turnier stattfindet. Dass es nur noch selten ein Land sein kann, sondern schon meist ein halber Kontinent – geschenkt. Günstige Flüge und das Internet können doch trotzdem dafür sorgen, dass es so kuschlig wird wie einst in Uruguay. Aber inzwischen soll rund ein Viertel aller Länder weltweit die Chance haben, zu Gast bei Freunden zu sein. Da reicht halt Uruguay flächenmäßig nicht mehr aus. Oder es bekommt noch ein Spiel und muss sich die WM mit Spanien, Portugal, Marokko, Paraguay und Argentinien teilen. Kann ja trotzdem schön werden. Liegen doch fast alle am Atlantik. Die Gastgeber nächstes Jahr eint sogar die Lage an zwei Ozeanen. Julian Nagelsmann hat immerhin schon ein Jahr Warten geschafft seit dem Aus bei der Heim-EM. Somit muss er nur noch ein Jahr Warten schaffen, bis er Weltmeister wird. Wenn seine Ansage vom letzten Sommer denn noch steht. Aktuell ist die Stimmung eher so durchschnittlich und kurz vor: da wollten wir eh nicht hin und diesmal boykottieren wir den Mist aber wirklich. Wer die Klub-WM sehen musste, könnte es verstehen. Die Stimmung in Amerika scheint auch wirklich nicht gut, wenn jeder Ball der vom Spielfeld fliegt schon für würdeloses Gezanke auf der Tribüne sorgt. Selbst solche Konflikte lassen sich in den USA offenbar nicht mehr ohne Social-Media-Mob und Nationalgarde lösen. Bei uns sitzt hoffentlich auch noch in fünf Jahren einfach die Abteilung Attacke ohne Internet im Doppelpass und regelt das. So muss sich Stammtisch anfühlen. Quasi der vorgezogene Fassanstich auf der Wiesn. Und da misst sich auch die ganze Welt in einem ehrlichen Wettbewerb. Dort prostet der Uru dem Kanadier freundlich zu und am Ende einigt man sich unter der Bierbank auf ein Unentschieden (siehe auch Kopfgrätsche Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00, wenn das golden Goal nicht fallen will…). Dafür qualifiziert sich bestimmt auch der Oberbayer Julian gerne und lallt danach: „Jetzt müssen wir wieder ein ganzes Jahr warten bis wir voll weltmeisterlich voll werden.“
10. September 2025 – O’Beinig is‘
Analyze This (Reine Nervensache)
Die Kinder sind noch nicht einmal eingeschult bzw. die bayrischen Kinder sind noch bei der Heuernte oder mit dem Almabtrieb beschäftigt, und trotzdem fühlt es sich schon wie Herbst an. Vielleicht liegt es auch nur daran, weil das Wetten auf die erste Trainerentlassung der Bundesliga just ein jähes Ende gefunden hat. Die Meisten waren noch dabei das Kicker-Sonderheft durchzulesen und sich Notizen fürs Managerspiel zu machen. Noch waren die Mannschaftsbilder wenig aussagekräftig und irgendwo sind ja die Transferfenster immer noch auf Kipp. Also kann man erst nach der Länderspielpause ein echtes Urteil über den Zustand der Liga fällen. Und bevor dieser Punkt erreicht werden konnte, hat es Einer tatsächlich geschafft seinen neuen Arbeitgeber so zu nerven, dass der gesagt hat: der soll mal lieber woanders nerven. Scheiß auf die fette Abfindung, die dem jetzt zusteht. Und ist auch egal, dass diese unlustigen Fußball-Bros im Internet sofort reflexhaft den Ordner mit den Peter-Neururer-Bildern öffnen. Zwei Spieltage sind genug Leid und das bei einem Verein, wo man ganz problemlos an Tabletten kommt. Dabei wäre Erik ten Hag Anfang des Jahres fast statt Niko Kovac bei Dortmund gelandet. Am Ende konnte man ihn optisch nicht von Matthias Sammer unterscheiden und wenn man nach zwei Spieltagen rausfliegt, könnte es sogar charakterliche Ähnlichkeiten geben. Wo der BVB mit ten Hag gelandet wäre, ist Spekulation, aber vielleicht hätte ihn die Auslosung zur Champions League letzte Woche nicht interessiert und eventuell wäre ihm auch egal gewesen, ob Matthias Sammer als Amazon Primat in zu großer Steppjacke und mit schwarzer Torsten-Sträter-Mütze die Leistung deutscher Teilnehmer kritisch einordnen muss. Aber auf all das können wir uns nun wieder im Herbst freuen. Aktuell sogar noch über ein paar güldene Kopfgrätsche-Termine am Mittwoch 18:00. Und natürlich Samstag um ten Hag, wie der Holländer sagt.
03. September 2025 – Abendstimmungsboykott
Dead-Leihen-Day
Die Fußballfans in den sozialen Medien sind unruhig. Und das schon den ganzen Sommer lang. Da passiert einfach nichts im eigenen Verein. Maximal der eine oder andere Verkauf. Oder Vertragsauflösungen gegen Abfindungen. Aber ansonsten macht der faule Sportdirektor nix. Der pennt geruhsam vor sich hin. Der kann seinen Job nicht. Und anstatt absolut Nonames für ganz kleines Geld aus der zweiten japanischen Liga oder von Kopfgrätsche (Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00) zu holen, die sich nach drei Spielen als kommende Weltstars entpuppen, guckt der immer nur nach England, wo die Preise viel zu hoch sind. Das war die Situation bis jetzt. Und die ähnelte einem quälenden 0:0 über 120 Minuten. Aber nun kommt das Elfmeterschießen. Und das bedeutet, dass sich die Pfeffersäcke aus der Premier League plötzlich wie Generaldirektor Haffenloher aufführen und großzügig Aufrunden. Anstatt mit den Bayern zu verhandeln, die nur sagen: „greif mal ’nem nackten Mann in die Tasche!“ oder fragen: „ist ein Woltemade wirklich 80 Millionen Euro wert?“, hat man plötzlich Kontakt zu einem nigerianischen oder saudischen Prinzen, der nur sagt: „80 Mios? Wie Euro? Naja, jetzt hab ich schon 80 Mio Pfund überwiesen. Egal. Stimmt so.“ Die Sportdirektoren, die monatelang von überhitzten Märkten sprachen und gefühlt endlos an der Front den Angriffsbefehl herausgezögert haben, werden am Ende des Deadline Days noch als strategische Genies heilig gesprochen. Aber nur so lange bis sie dann anfangen wie die schwäbische Hausfrau vorzurechnen: das zahlen die über 5 Jahre ab, die Berater kriegen noch Prozente, die Weiterverkaufsbeteiligungen von zwei bis drei Vereinen gehen davon weg und am Ende bleibt kaum mehr etwas für eine durchschnittliche Küche übrig. Dann sind die vereinseigenen Verantwortlichen wieder die gleichen unfähigen Idioten wie vorher. Aber man muss zum Glück nur ein paar Spieltage Fußball ertragen, dann öffnet ja zum Glück das Wintertransferfenster.
27. August 2025 – Edelfan Javid
A loan in the Dark
Das mit dieser Klub-WM hat am Ende doch nicht so viele Leute interessiert wie man gehofft hatte. Was macht man nun mit dem Feedback, das sich unter anderem darin geäußert hatte, dass in den Stadion kaum mehr Leute waren als bei Hoffenheim gegen Heidenheim? Natürlich muss spätestens in zwei Jahren die nächste Auflage stattfinden. Und vielleicht hat den Fans nur nicht gefallen, dass einfach zu wenige Teams teilgenommen haben und dass das Turnier nach 4 Wochen schon viel zu schnell vorbei war. Oder, dass nicht bei jedem Spiel in der Halbzeitpause Coldplay aufgetreten sind. Aber daran kann man ja arbeiten. Und wir müssen ehrlich sein, vielleicht war am Ende das gewählte Austragungsland doch auch noch zu demokratisch. Natürlich konnte man direkt aus dem Stadion heraus abgeschoben werden, aber sonst war da immer noch zu viel Freiheit. Die war teilweise so groß, dass die Menschen frei entscheiden konnten, ob sie den Bumms überhaupt sehen möchten. Damit kann man aber nicht wirklich gut planen. Gut, der Original-Pokal wurde vom autokratischen Gastgeber direkt einkassiert, aber wenn ein goldener Fidget-Spinner ausreicht, um auch andere Staatenlenker zu überzeugen, dem großartigsten Turnier auf Erden eine Heimat zu geben, dann ist das ein vergleichsweise kleines Opfer. Aber wir werden beim Start der Bundesliga schon merken, wie grau der Ligaalltag im Vergleich ist. Vor allem ohne die ganzen Stars, die natürlich nach England gewechselt sind. Dort hat man immerhin schon verstanden, dass es einen 50er-Kader braucht, um die Klub-WM auch noch zu gewinnen. Das fegt natürlich den sogenannten Markt leer, so dass der durchschnittliche Sportdirektor eines Bundesligaclubs kaum andere Möglichkeiten hat, als sich einige von den Talenten auszuleihen. Chelsea ist wahrscheinlich die größte und exklusivste Zeitarbeitsfirma der Welt. Und da sie auch noch keine andere Idee haben als ihre Spieler in einem 11 gegen 11 antreten zu lassen, sind aktuell mehr Spieler verliehen als im Kader. Dabei hätten wir bestimmt noch ein paar gute Ideen, was man so an Konstellationen ausprobieren kann, ob nun 6 oder 26 Spieler Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00 am Platz auftauchen. Und falls es noch zu wenig Teams bei der nächsten Klub-WM gibt: DMs sind offen…
20. August 2025 – Eberl hat keine Knete, aber wir können ihm was leihen
Schwedenbomben aus der Lederhose
Als diese Woche Thomas Müller in Vancouver gelandet ist und er vom lokalen indigenen Stamm adoptiert wurde, waren es erst einmal ungewohnte Bilder. Statt der speckigen Lederhose, die er Jahrzehnte lang sein natürliches Habitat nannte, wurde er in einen ortstypischen Umhang gewickelt, der ihm gleich mal das Gefühl gab auch bei seinem neuen Brötchengeber muss er nicht darauf verzichten, kultige Folklore als wesentliches Standbein der Marke Müller zu bedienen. Nur schade, dass er nicht nach Schweden gewechselt ist. So konnten wir leider nicht mitbekommen, womit sich die Skandinavier heutzutage so identifizieren. Ähnlich wie in Vancouver ist in Schweden wohl eher Eishockey der Volkssport Nummer eins. Davon merken wir auf dem Schwedenfest allerdings nichts. Die Eishalle am Hafen hätte dafür eigentlich schon einmal in Betrieb genommen werden können. Die Chance wurde leider verschenkt. Stattdessen müssen ein paar angejahrte Klischees das Programm füllen. Schwedische Truppen im Heerlager, die in die Luft ballern, Abba und Elchbratwurst. Und natürlich der Schwedeneisbecher, den kein Schwede kennt, den wir aber immerhin indirekt dem Eishockey und Schwedenfan Walter Ulbricht zu verdanken haben. Aber vielleicht verirren sich doch ein paar Schweden auf das Fest und gucken leicht ungläubig wie Thomas Müller was die Indigenen von Wismar kulturell so angestellt haben, seit man ihnen die Freiheit geschenkt hat. Wahrscheinlich sind sie schon etwas enttäuscht, dass wir nicht überall Eishockey spielen, sondern stattdessen einer eigenartigen Sportart namens Kopfgrätsche (Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00) nachgehen. Und wenn wir uns rausreden, dass es bei uns einfach zu warm für Eishockey ist, dann googelt mal „Floorball“. Nein, nicht Flødeboller… obwohl die in Österreich „Schwedenbomben“ genannt werden und auch super in ein schwedisches Heerlager passen würden.
🐺🏰 Wolfsburg mentioned
Dann greifen wir doch mal in den Wäschekorb mit der Leserpost, die uns Woche für Woche erreicht und lassen uns überraschen wer uns da schreibt. Ach, guck. Unser Yiğit aus dem Kreis Karlsruhe schreibt, an den ich letztens denken musste als ich vor ein paar Wochen in Freiburg war und vor einem Café meine Füße mitsamt der Kopfgrätsche-Hornhaut in ein Bächle badete. Der Chef war offensichtlich kein Badenser, dafür erinnerte er mich sehr daran wie Yiğit bei uns auf dem Platz geschwätzt hat. Und diese Stimme denken wir uns einfach dazu, wenn wir nun seinen Leserbrief lesen:
Hallo liebe Kopfgrätsche-Freunde,
ja auch nach bin ich noch im Verteiler und lese die super kreativen Texte mit. In der vorletzten Mail las ich das Wort „Wolfsburg“ und wurde natürlich doppelt hellhör … ich meine helllesig. Anbei schicke ich auch zwei Szenen die als Übungsvideo dienen könnten. Viel Spaß beim Ausprobieren. Vergesst nicht die Aufnahmen von den Proben auch an mich weiterzuleiten.
Liebe Grüße aus dem Kreis Karlsruhe
Euer Yiğit
Vielen Dank. Wirklich sehr astrein ausgeführte Kopfgrätschen im Offensivspiel. Die sind ziemlich selten, aber durch die Prise Chaos umso erfolgreicher. Super, somit wissen wir was Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00 zu tun ist. Und wir wissen, was wir machen müssen, um Yiğit zu erreichen. Wir müssen nicht dreimal „Beetlejuice“ rufen, sondern nur den VfL Wolfsburg erwähnen. Bisher ist das wohl zu selten passiert. Aber jetzt muss einfach die Stadt des KdF-Wagens bei Fallersleben doch mehr Aufmerksamkeit bekommen. Und vielleicht müssen wir in Zukunft noch ein paar Triggerwörter wie z.B. „Werder“, „Eintracht“ oder vielleicht sogar „Hansa…“ einbauen, damit neben den durchgeschwitzten Leibchen wirklich mal mehr als eine Zuschrift im Wäschekorb landet.
06. August 2025 – auf der Schwedenlauftrainingsrunde
Hält nur zum Aussteigen
Anfang August und ihr wisst, was das bedeutet. Richtig, Start der Generalsanierung der Deutschen Bahn zwischen Hamburg und Berlin. Und weil natürlich just am ersten Augusttag auch die Zweite Liga startet, ist man erst einmal heilfroh, dass der HSV in die erste Liga aufgestiegen ist. Somit müssen die Herthaner die Saison allerdings in Gelsenkirchen eröffnen. Auch da kommt man aber mit dem Deutschlandticket ab heute nicht mehr hin. Und damit wird den Fußballfans ihre zweite Leidenschaft genommen: ohne Extrakosten eine für sich schon ziemlich heruntergerockte Regionalbahn komplett in ihre Einzelzeile zu zerlegen. Wo kann man sonst das Rausreißen von Sitzschalen und das Zerschlagen von sanitären Anlagen unter Wettkampfbedingungen trainieren? Stattdessen sitzen viele Fans bereits schon jetzt im Schienenersatzverkehrbus auf der Transitstrecke und trinken jede Raststelle leer. In der Regionalbahn fehlt ja leider auch das Bordbistro, wo man noch ein kleines Bier für 6 Euro nachkaufen kann, falls einem da der Nachschub ausgegangen ist. Aber der Bus hält oft genug, um Zustieg in jedem Marktflecken zu ermöglichen, der von der Bahn nicht einmal als Bedarfshalt angefahren wird, so dass die Generalsanierung eigentlich ein gutes Konjunkturpaket für jeden Dorfkonsum sein sollte. Auf der Rückfahrt dann das Gleiche in umgekehrter Reihenfolge, nur dass jeder Ort seine Betrunkenen ohne Durst und oft genug auch ohne Erfolgserlebnis wieder zurück bekommt. Es sei denn, es gab auf dem Rückweg noch irgendwo eine Einkehr an einem Verkehrsknotenpunkt, an dem man Erzfeinden, die sich auch auf Auswärtsfahrt aus einer anderen Richtung befanden, eins auf die Mappe geben konnte. Auch etwas, was auf der Schiene aufgrund unplanbarer Umsteigezeiten eher selten umsetzbar ist. Plan- und umsetzbar ist Kopfgrätsche Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00. Wir hoffen auf hohe Auslastung und empfehlen die Anreise mit dem Fahrrad, Nahbus oder einfach mit dem eigenen Bus.
30. Juli 2025 – Rutschgefaaaahr
Note gegen Elend
Dann wollen wir mal sehen. Was sagt das Kopfgrätsche-Zeugnis? Besonders wichtig sind dabei natürlich die Kopfnoten. Fleiß war durchaus erkennbar, da kann man nicht meckern. Die defensive Arbeit wird inzwischen sehr viel fleißiger verrichtet. Vorne rumstehen mit den Händen in den Hüften ist tatsächlich sehr selten geworden. Bei verlorenen Bällen wird doch auch regelmäßig der Versuch beobachtet, dem Gegenspieler das Spielgerät wieder abspenstig zu machen. Und damit wären wir bei der Mitarbeit. Also wenn die Anwesenheit gewährleistet ist, kann man über die Mitarbeitet nicht meckern. Die ist teilweise so vorbildlich, dass bei Erscheinen mit einstündiger Verspätung (nach Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00) eine sofortige Einwechslung verlangt wird. Da aber die länger Anwesenden sich meist gerade erst nach intensiven Verhandlungen auf eine akzeptable Konstellation zur Gruppenarbeit geeinigt haben, besteht gute Mitarbeit oft auch aus Selbststudium oder Stillarbeit. Meist tauchen ja noch etwas später weitere Mitspieler auf, mit denen man sich auch auf eine Gruppenarbeit einigen kann, um gemeinsam eine sofortige Einwechslung („Letzter Angriff!“) zu fordern. Damit wären wir bei Betragen, das meistens zufriedenstellend ist. Beim Fordern von Handelfmetern gibt es aber noch Optimierungspotenzial. Beim reflexartigen Ruf „Hand!“, hat man früher ein lässiges „…spielt bei Bremen, Wolfsburg, Hamburg“ angefügt und dann einfach weitergespielt. Ein hitziges vehementes Einfordern eines Strafstoßes ist dagegen nicht so gern gesehen und führt eigentlich fast immer dazu, dass der Ball danach im Gebüsch landet. Und damit gucken wir noch einmal auf die Ordnung. Die ist um den Platz im Sommer wirklich schlimm. Wie soll man da auch nur einen Ball wiederfinden? Immerhin sind die Leibchen meistens frisch gewaschen. Auch mit offenen Schnürsenkeln wird nur noch selten gespielt. Wir empfehlen die Versetzung in die nächste Klassenstufe.









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