Da passiert in der Region schon mal was und dann wird das liegen gelassen, weil der Nationaltrainer ein Interview gibt, worüber sich das Netz aufregt. Dabei ist auch der Wal in der Mecklenburger Bucht schlechter Laune. Und das liegt hauptsächlich auch am Netz. Und nur weil unsere Tore über kein selbiges verfügen und man neben dem lauen Netz-Gag nicht auch noch solche Lowlights wie Platz-Wal abfeuern kann (obwohl Superwaljahr ist), spricht man nicht über den Meeressäuger im Raum bzw. in der Bucht. Aber er ist immer noch da und findet den Ausgang nicht. In Wismar versucht man unbeirrt die Heringstage zu starten, obwohl der Wal wahrscheinlich schon alle verbliebenen Fische aus der Ostsee gegrast hat. Dabei fällt dann auch auf, dass die Kogge nicht am Hafen liegt, weil sie durch den Schiffs-TÜV gefallen ist. Höchste Zeit sich ein neues Wahrzeichen auf dem Wasser zu suchen und in der neuen Walheimat Whalewatching-Touren für die Touristen anzubieten. Mit welchem Boot auch immer. Wir (Samstag 10:30) sollten uns rechtzeitig den Wal als Maskottchen sichern, bevor sie bei Hansa ihre tätowierte Möwe absetzen, die den Kindern mehr Angst macht als die realen Fischbrötchenjäger am Hafen. Und anstatt irgendeines armen Studenten in einem schlecht genähten Kostüm, in dem er mehr schwitzt als alle Spieler auf dem Platz zusammen, ist ein echtes Tier doch immer cooler. Siehe Attila der Adler in Frankfurt. Natürlich kann man zurecht kritisch fragen warum der wie ein veganer Schwurbelkoch heißen muss. Und dass durch ihn die Eintrachtler zu „Adlerträgern“ werden, wenn alle Synonyme abgefrühstückt sind, ist natürlich auch gruselig. Aber Hennes in Köln ist doch ein gutes Vorbild. Und die Kölner sind trotzdem immer gut vorbereitet, falls ein Geißbock in die ewigen Jagdgründe abberufen wird. Wie bei den Ayatollahs steht schon gleich der nächste parat. Das könnte beim Wal allerdings schwierig werden. Vielleicht ist der Hering doch die bessere Wal.
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Feuer-Pferd auf dem Flur
Huch, was für einen Wochentag haben wir heute? Der neue Kalender ist noch nicht aufgehängt. Also können wir nur raten. Dass wir es trotzdem Samstag 10:30 pünktlich auf den Bolzplatz schaffen, ist hoffentlich unserer inneren Uhr zu verdanken. Die Knallgeräusche in den Ohren lassen langsam nach, da kann man ruhig mal wieder ein Leder an den Pfosten schmettern. Falls ihr das Gefühl hattet, dass es dieses Jahr weniger Feuerwerk gab, dann wart ihr wahrscheinlich am falschen Ort und nicht in Holland oder in Rostock zum 60. Hansa-Geburtstag. Dafür wird’s dort in einem Jahr vermeintlich ruhiger. Wer feiert schon einen 61. Geburtstag? Vor allem wenn im Frühjahr eventuell noch ein Aufstieg droht, für den das Böller- und Pyroarsenal dringend wieder aufgefüllt werden muss. In Asien, bei den Erfindern der Schwarzpulvers wird nur noch mit der Drohne an den Himmel gemalt. Die Präzision erreicht man leider nicht, wenn man mit dem Bic-Feuerzeug in Sturm und Schneeregen versucht die 50er-Batterie Himmelsinferno zu starten. Aber es ist nur konsequent, dass wir weiter auf Verbrenner und Schwarzpulver setzen. Da sind wir einfach immer noch Weltspitze, auch wenn sich der Rest der Welt dafür nicht mehr interessiert. Wer unbedingt fortschrittlich sein will, hat aber bis zum chinesischen Neujahrsfest noch etwas Zeit. Das beginnt am 17. Februar und markiert den Beginn des Jahres des Feuer-Pferdes. Das kommt nur alle 60 Jahre vor. Es steht für Tempo, Transformation, Mut und Kreativität, aber auch für Unsicherheit und Wandel, da die Energie stark und schwer zu bändigen ist. Es gilt als Wendepunkt-Jahr, das große Veränderungen bringen kann und sowohl Chancen als auch Herausforderungen birgt, besonders für die persönliche Entwicklung und die Weltgemeinschaft. Hoffentlich haben die Hansa-Fans dafür noch ein paar Knallfrösche übrig.
Burn after Streaming
Bei den Meldungen von Nachrichtenwert spielen wird doch hier meistens in der dritten Liga. Wenn wir wissen wollen was hier so los ist, müssen wir es schon den Ländermagazinen entnehmen. Der Spot auf den Spott im Osten ist oft maximal eine Funzel. Andere Orte und Regionen qualifizieren sich bei den News regelmäßig für die Champions League. Dort braucht man nur vom E-Scooter pöbeln und schon hat man die Chance, dass man in diversen Livestreams als Cameo auftaucht und als Teilzeitfreak ganz oben mitspielen darf. Man muss sich in den strukturschwachen Regionen schon strecken, um es in den internationalen Pressespiegel zu schaffen. Damit auch endlich mal Menschen außerhalb des eigenen Bundeslandes nachfragen: was war denn da los? Unerwartet und ungeübt wird man plötzlich zum Zentrum einer Party, nur weil man nah an dieser Unglaublichkeit wohnt und vielleicht ja am Gartenzaun mitbekommen hat wie beim Nachbarn Steuererklärungen von Interesse beim Energiesparen im Kamin gelandet sind. Dafür zerren sie einen aus der dunklen Ecke der Drittklassigkeit und stellen dich ins Scheinwerferlicht. An dem Punkt darf man nicht den schlimmen Fehler machen zuzugeben, dass man eigentlich gerade erst davon gehört hat und im Grunde auch nicht viel mehr weiß als das, was die BILD schon in der Überschrift in einem lustiges Kompositum verwurstet hat. Jetzt gilt es das kurzzeitige Interesse zu nutzen und in mysteriösen Andeutungen zu lancieren, dass da wohl noch viel mehr Ungeheuerliches unter der Oberfläche lauert. Nur so lässt sich das Überleben in der Aufmerksamkeits-Champions-League etwas über die Vorrunde hinaus strecken. Der Tourismusverband zählt dabei auf jeden einzelnen Einwohner. Es können nicht nur immer die Hansafans sein, die mit ihren mediterranen Leuchtfeuern so tun als wäre hier mindestens ein Serie-A-Spielort. Darum seid auch ihr aufgerufen bei jeder Gelegenheit von unglaublichen Kopfgrätschen am Samstag (10:30) zu berichten, die an Spektakel locker die von gehypten Barça-Spielern toppen. Es könnte auch hier passieren. Uns ist alles zuzutrauen…
Zweitklassenkasper
Zwischen EM-Katerfrühstück und Olympia-Eröffnungsfeier hat der Fußballgott noch den Start von zweiter und dritter Liga gesetzt. Das Transferfenster steht quasi noch auf Kipp, aber der Zirkus geht schon wieder los. Die zweite Liga, die seit dem Abstieg des FCK aus der Bundesliga jedes Jahr die beste zweite Liga aller Zeiten war, ist es jetzt wieder. Vor allem im Norden wird es eng bzw. eine Liga der kurzen Wege. Hansa hat die dritte Spielklasse rechtzeitig vor dem Aufstieg von Freiburg II verlassen und kann endlich mal beim Reisebudget sparen. Die Inflation der Nordderbys startet bereits am ersten Spieltag. Auch die Lücke im Westen, die der VfL Bochum zwischen Paderborn und Düsseldorf gerissen hat, wurde rücksichtsvollerweise vom FC Schalke gestopft. Sogar die DDR-Oberliga entsendet ganze drei Vertreter. Florentino Perez guckt schon ganz neidisch und wartet täglich sehnsüchtig auf eine Einladung in seinem Briefkasten. Ausgerechnet in diesem schweren Jahr wird der HSV mindestens die Relegation schaffen. Im nächsten Jahr steht er dann überrascht zwischen Augsburg, Fürth und Bielefeld und fragt sich was er da in der Bundesliga wollte. Dabei war die jahrelange Taktik doch gar nicht schlecht: wenn du es selbst nicht nach oben schaffst, warte einfach bis die erste Liga zu dir kommt. Auf dem Weg nach unten kommt schließlich so mancher Glanz vorbei. Frag nach bei Hansa und Jari Litmanen. Auch wir ruhen uns seit Jahren mit dieser Einstellung auf unserer Stagnation aus. Drum dümpeln wir auch Samstag 10:30 und Mittwoch 18:30 auf dem gleichen weder-Fisch-noch-Fleisch-Niveau herum. Ja okay, vielleicht wird es auch die beste Kopfgrätsche aller Zeiten. Aber vielleicht auch nur in deinem Kopf.
Looking for Eric
»As flies to wanton boys we are to the gods. They kill us for their sport.
Soon the science will not only be able to slow down the aging of the cells; soon the science will fix the cells to the state. And so it becomes eternal. Only accidents, crimes, wars will still kill. But unfortunately crimes and wars will multiply.
I love football.«
Ein Kung-Fu-Tritt von King Eric in das Gehirn von Fußballern in Anzügen, die sich wunderten was der bärtige Südfranzose, der gerade von seinem Fischerboot an Land zu kommen schien, damit wohl gestern Abend bei der Auslosung der Champions-League-Vorrunde meinte. Aber wer schon dem Teufel in der Hölle einen Ball in die Magenkuhle gezimmert hat, muss seine Philosophie nicht erklären. Was viel mehr erstaunt: dass Steffen Baumgart tatsächlich der deutsche Cantona zu sein scheint. Nicht nur, weil auch er früher seinen Trikotkragen aufgestellt hat – nein, auch in aktuellen Interviews meint man einen kleinen Bruder der Man-United-Legende vor sich zu haben. Wahrscheinlich wird Baumi nie die Chance haben, auf einer UEFA-Gala Shakespeare zu zitieren. Das aktuelle Sportstudio ist da wahrscheinlich das Äquivalent, so wie es Hansa zu United oder Rostock zu Marseille sind. Bevor wir jetzt noch Kopfgrätsche mit der Champions League vergleichen, nur weil die auch Mittwoch spielt, zitieren wir lieber noch einmal den echten Eric:
»You can change your wife, your politics, your religion, but never, never can you change your favorite football team.«
22. November 2014
Platzsturm beim #kopfgrätsche-Foto.
Erst beim Entwickeln des Fotos fiel auf, dass geheime Botschaften darin untergebracht wurden.
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