Zweitklassenkasper

Zwischen EM-Katerfrühstück und Olympia-Eröffnungsfeier hat der Fußballgott noch den Start von zweiter und dritter Liga gesetzt. Das Transferfenster steht quasi noch auf Kipp, aber der Zirkus geht schon wieder los. Die zweite Liga, die seit dem Abstieg des FCK aus der Bundesliga jedes Jahr die beste zweite Liga aller Zeiten war, ist es jetzt wieder. Vor allem im Norden wird es eng bzw. eine Liga der kurzen Wege. Hansa hat die dritte Spielklasse rechtzeitig vor dem Aufstieg von Freiburg II verlassen und kann endlich mal beim Reisebudget sparen. Die Inflation der Nordderbys startet bereits am ersten Spieltag. Auch die Lücke im Westen, die der VfL Bochum zwischen Paderborn und Düsseldorf gerissen hat, wurde rücksichtsvollerweise vom FC Schalke gestopft. Sogar die DDR-Oberliga entsendet ganze drei Vertreter. Florentino Perez guckt schon ganz neidisch und wartet täglich sehnsüchtig auf eine Einladung in seinem Briefkasten. Ausgerechnet in diesem schweren Jahr wird der HSV mindestens die Relegation schaffen. Im nächsten Jahr steht er dann überrascht zwischen Augsburg, Fürth und Bielefeld und fragt sich was er da in der Bundesliga wollte. Dabei war die jahrelange Taktik doch gar nicht schlecht: wenn du es selbst nicht nach oben schaffst, warte einfach bis die erste Liga zu dir kommt. Auf dem Weg nach unten kommt schließlich so mancher Glanz vorbei. Frag nach bei Hansa und Jari Litmanen. Auch wir ruhen uns seit Jahren mit dieser Einstellung auf unserer Stagnation aus. Drum dümpeln wir auch Samstag 10:30 und Mittwoch 18:30 auf dem gleichen weder-Fisch-noch-Fleisch-Niveau herum. Ja okay, vielleicht wird es auch die beste Kopfgrätsche aller Zeiten. Aber vielleicht auch nur in deinem Kopf.