Reich und weit bringt Sicherheit

Na, habt ihr noch eine Spielankündigung auf Halde liegen, die euch an die Spielzeiten auf Vorrat erinnert? Nachdem in dieser Woche Spanien, und Teile Portugals und Frankreichs einen Blackout erlebt haben, fragt der Deutsche natürlich zuerst was das für ihn bedeutet. Und während alle anderen den Engpass haben, haben wir die Angst davor. Die größte Angst der Deutschen ist schließlich immer noch die Reichweitenangst. Ob das E-Auto, der E-Roller, das E-Rad oder das Smartphone – dauern kommen wir ins Schwitzen, wenn wir Angst haben, dass wir mit dem halbvollen Akku es nicht mehr bis nach Hause schaffen. Als alles noch mit fossilen Brennstoffen lief, konnte man sich damit beruhigen, dass man mit einem Stückchen Schlauch und einem Pfefferminzbonbon sich jederzeit irgendwie einen Nachschlag holen kann. Deshalb gucken wir diese Woche noch einmal genauer nach, ob alle Vorräte bei 100% sind. Ist die Wasserflasche voll? Ist noch genug Sonnencreme in der Tube? Ist ausreichend Luft aufm Ball? Ist das Drittehalbzeit-Bargeld aufgefüllt? Jeder Engpass kann im schlimmsten Fall dazu führen, dass sich der Spielbeginn Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00 verzögert. Und in der Folge werden eventuell Anschlusstermine verpasst. Da haben wir schließlich auch ein Trauma von der Deutschen Bahn. Die fährt immerhin elektrisch, hat aber eine dauerhafte Stromversorgung. Sonst würden wir ja da überhaupt nicht einsteigen. Aber bei einem Blackout würde sie auch einfach stehenbleiben. Die Spanier mit dem deutschen Trainer haben in dieser Blackout-Woche ziemlich eindrucksvoll im Classico den Copa del Rey gewonnen und dann hatten sie immer noch genug Graugans-Energie für ein 3:3 gegen Inter im Champions-League-Halbfinale. Das mit den Graugänsen vom Hansi haben seine Landsleute nicht gewürdigt und ihn vom Hof gejagt. Sie winkten ihm mit einem Stück Schlauch hinterher. Immerhin war ihr Atem frisch. 

King of Kotelett as fuck

Was war noch mal so vor zwölf Jahren los? Na klar, da fällt euch bestimmt ein, dass es ein deutsches Finale in der Champions League gab, an dem u.a. ein gewisser BVB teilnahm, der zweimal in Folge Meister geworden war. An den Trainer bei den Schwarzgelben denken die meisten Fans nur noch mit apathischem Wippen zurück, während ihre toten eingefallenen Augen ins Leere starren. Dass der Pöhler-Vulkan von einst inzwischen als schäbiger Dosenverkäufer geendet ist, während man ihn dringend als Erlöser bräuchte, ist doppelt tragisch. Aber vor zwölf Jahren trug sich noch weiteres nahezu Unglaubliches zu. Es gab tatsächlich eine Spielankündigung mit dem Titel „Ball-o-mat für Abschlussschwache“, weil natürlich eine Bundestagswahl stattfand. Diese hatte eine dritte Amtszeit von Angela Merkel als Bundeskanzlerin zum Ergebnis. Der Herausforderer der SPD Peer Steinbrück musste mit seinen lumpigen 25,7% als Juniorpartner in eine große Koalition eintreten. Einen Kabinettsposten nahm er aber nicht ein. Da musste der unverbrauchte Niedersachse Siggi Gabriel ran. Die Opposition bestand aus Grünen und Linken, während die FDP und die im Februar 2013 neugegründete AfD den Einzug in den Bundestag knapp verpassten. Das Fernsehduell der beiden Spitzenkandidaten richteten ARD, ZDF, RTL und ProSieben gemeinsam aus. Die Spitzenkraft, die ProSieben dafür entsandte, war ein gewisser Stefan Raab, was natürlich der einzige Aufreger des gesamten Wahlkampfs war. Aber am Ende waren sich die Meisten einig, dass die freche Ulknudel eine Bereicherung für die Runde war. Er nagelte Kanzlerkandidat Peer Steinbrück für seine Haltung, nur bei einem Wahlsieg der Bundesregierung anzugehören, mit folgenden Worten an die Wand: „Das ist doch keine Haltung zu sagen: Ich will nur gestalten, wenn ich ‚King of Kotelett‘ bin. Oliver Kahn ist auch als Nummer 2 zur WM gefahren. Warum? Weil es der Sache dient! Und das nötigt den Leuten Respekt ab. Überlegen se sich das noch mal, dann kriegen sie mich vielleicht auch noch.“ Wer mit diesen flammenden Worten nicht on Fire as fuck für Samstag 10:30 ist, dem ist auch nicht mehr zu helfen.

Sonnenkönigsklasse

Noch ist es für uns zu früh, um über den Mittwoch als Spieltag nachzudenken. Die aktuellen Planetenverhältnisse erlauben nur Samstag 10:30 in unserem Spielplan. Aber so verpassen wir immerhin keine Sekunde vom Super-Mittwoch nächste Woche. Und da zählt nicht nur jede Sekunde. Nein, sogar das Blinzeln kann man nicht einmal empfehlen. Wenn alle 18 Spiele der letzten Rutsche der Champions-League-Vorrunde stattfinden, ist die Konferenz eine Herausforderung für jeden Geist. Durchschnittlich 5 Minuten pro Begegnung sind drin, aber wie in jeder Konferenz wird sich die Dramatik ihren Weg suchen. Und am Ende sind von Young Boys Bern gegen Roter Stern Belgrad vielleicht nur 10 Sekunden zu sehen. In diesen 10 Sekunden wird man die schwarz-gelben Berner vermutlich trotzdem noch mit den Dortmundern verwechseln. Und das nicht unbedingt nur wegen der Farben. Wichtig ist deshalb, dass die alten Radiolegenden reaktiviert werden, die durch unzählige letzte Bundesligaspieltage wenigstens wissen wie man durch 9 parallele Endspiele auf sich aufmerksam macht. Tooooor in Lillllle!!! Elfmeeeeter in Giroooonaaa!!! Rooote Kaaarte in Graaazzz!!! Wir melden uns vom Abgrund. Es ist ein wilder Zappingmarathon zu erwarten, an dessen Ende niemand weiß, ob der Schaum am Mund wirklich noch vom Bier kommt. Die Aufregung ist eigentlich nur mit der am Deadlineday zu vergleichen, der praktischerweise eine halbe Woche danach stattfindet, so dass man die teuren Stars, mit denen man sich für das mögliche Erreichen des Achtelfinales komplett übernommen hat, rechtzeitig noch auf den Grabbeltisch werfen kann. Das startet dann Anfang März. Auch dann sehen wir die Sonne immer noch zu früh untergehen, wie einen gehypten Topstar, der unbedingt den nächsten Schritt machen will. Aber zum Viertelfinale greifen wir unter der Woche auch endlich wieder ein und sagen dann wahrscheinlich so komische Dinge wie: „Lass mal letztes Tor machen, ich will noch Brest gegen Bergamo gucken.“

Heilige Gurkentruppe

So langsam kommt man in den Kopfgrätsche-nur-Samstags-10:30- und den neuen Champions-League-Modus rein. Natürlich weiß man noch immer nicht, was man wirklich erreichen muss, um in dem Wettbewerb weiter zu kommen. Und bei der Champions League ist das sogar noch ein größeres Rätsel, bei dem man nicht ahnt, ob in der nächsten Runde nicht einfach wie bei einem Escape Room die nächste Liga wartet nur mit 3 Mannschaften weniger. Auf Platz 11 oder 23 hat man sicher noch alle Chancen auf das Finale, das bestimmt irgendwann auch stattfindet. Das muss aber alles erst noch rausgefunden werden. Bis dahin kann man aber schon einmal festhalten, dass es nicht der Wettbewerb der Österreicher aus Salzburg, Graz und Leipzig ist, die aktuell am Ende rumdümpeln. An den nächsten Spieltagen warten vielleicht noch ein paar schlagbare Gegner oder man spielt weiter das Kanonenfutter, bei dem die Hochbegabten ihre Torrekorde einfahren können. Bei den Franzosen sieht es Dank der Bretonen aus Brest und der Sch’tis aus Lille erstaunlich rosig aus. So langsam fragt man sich, was da bei den Spielern vom Gemüsehändler aus Finistère so gespritzt wird. Natürlich nur in oder auf die Feldfrüchte. Aber in der Gegend von Asterix kann man schon mal genauer schauen, was die Druiden dort in den Zaubertrank mixen. Es scheint aus jeder Gurkentruppe mehr rauszuholen und ähnlich gut zu wirken wie das, was Bayer in Pillenform pressen muss. Mehrheitsaktionär und Klubpräsident Denis Le Saint muss allerdings nicht mehr selbst jedes Wochenende seinen Wochenmarktstand mit erdverklebten Möhren und Kartoffeln auf dem Marktplatz Saint-Louis von Brest aufbauen. Das Familienunternehmen „Le Saint Fruit et Légumes“, der Brüder Le Saint ist französischer Marktführer beim Vertrieb von Obst und Gemüse mit einem Jahresumsatz in Höhe von knapp 100 Millionen Euro. Einen Vinicius Jr. bekommt man dafür zwar nicht, aber der reist Ende Januar immerhin als Gast in die Bretange. Hoffen wir nur, dass er dort nicht von dem Gemüse nascht, sonst wird die Champions League danach extrem langweilig.  

EuroPa aufs Maul

Die letzte Champions-League-Saison endete ja mit dem sehr häufigen Absingen der Europahymne. Also die mit der ersten Zeile „Erste Runde Krankenschein…“. Bevor der BVB nun also in den ersten Spieltag dieses aktuellen Wettbewerbs startete, wärmten die Social-Media-Kanäle des Clubs den alten Gassenhauer wieder auf. Ob die reformierte Königsklasse dazu einlädt dieses Liedgut wieder zu intonieren, muss sich zeigen. Es gibt schon einmal ein Auswärtsspiel mehr in der Vorrunde, für das der gemeine Lohnarbeitende also noch eine weitere halbgare Entschuldigung beim Arbeitgebenden einreichen muss. Für ein Spiel am Donnerstagabend könnte ja wenigstens die Einführung der 4-Tage-Woche im Betrieb gerade noch rechtzeitig kommen. Die Spieler, die sich dann aber wie dahergelaufenes Europa-League-Vieh fühlen, das am Freitagmorgen noch auf einem Provinzflughafen darauf wartet, dass das Nachtflugverbot abläuft, fangen schon an Streikschilder zu malen. Hochdekorierte Ballon-D’Or-Kandidaten holen die Trillerpfeifen raus und ziehen sich eine hässliche Mülltüte über den Oberkörper. Ach nein, das ist ja nur das diesjährige Wiesn-Trikot. Die Botschaft dürfte trotzdem klar sein. Der Donnerstag muss eine Ausnahme bleiben. Solange es allerdings noch Tageszeiten ohne Spitzenfußball gibt, kann es bei der UEFA keine Denkverbote geben. Samstag 10:30 scheint bis auf weiteres noch ein ungeliebter Slot für die Champions League zu sein. Was für ein Glück für uns. Aber Mittwochs 18:00 lässt es die UEFA jetzt extra früher dunkler werden, damit wir demnächst brav um diese Uhrzeit vor den Fernseher wandern. Oder noch die eine oder andere Überstunde erarbeiten, um die Serenaden von der Auswärtsfahrerromatik zu erweitern. Nächste Woche können wir aber getrost Mittwochs noch spielen, da sind nur die Europa-League-Reisenden aus der Holzklasse an der Reihe.   

Auf der Kniehöhe der Zeit

Fußballexperten hassen Ahnungslosigkeit. Dauernd werden sie von Leuten zu Dingen gefragt, die eigentlich nur sie wissen können. Na gut, in der Wahrnehmung der Experten ist das vielleicht so. Das Gegenüber versucht eigentlich nur die komische Stille in der Kaffeeküche zu überbrücken. Da fragt man halt mal naiv nach dem umstrittenen Handelfmeter vom Wochenende. Weil der nun mal knapp unter dem Boxkampf Halmich vs. Raab in den Trends war. Aber man kann ja nicht ahnen, dass daraus ein stundenlanger Vortrag über die Handspielregel bis zu den Anfängen des Rugbysports folgen wird. Hätte man doch lieber nicht gefragt. Fußballexperten können keine kurzen Antworten. Wenn sie zusammensitzen, reicht die Nachspielzeit gerade so, um alles überflüssige Nerdwissen von den Turnieren ’88 bis ’96 mit in die Gesamtbetrachtung von Rasenmähtechniken einzubringen. Deshalb ist es auch so gemein, wenn sich doch einmal Dinge ändern, die schwer zu verstehen sind. Es wird wohl dazu führen, dass an den ersten Champions-League-Spieltagen viele Experten in den Sportsbars rumsitzen und wortkarg grübeln, was es denn nun bedeutet, dass da gerade ein Tor in Brest gefallen ist. Auf die Fünfjahreswertung hat es bestimmt irgendeinen Einfluss. Das geht immer, wenn man sonst nichts kapiert hat. Oder man quatscht zur Ablenkung über die Nations League. Auch die ist gemeinhin ein Mysterium, aber das lag bisher vielleicht auch daran, weil Deutschland in dem Wettbewerb sich sowieso keine Mühe gegeben hat. Jetzt wo wir kurz vor dem Gewinn stehen, wird der Spielmodus bald von jedem Kaffeeküchengammler als Allgemeinbildung angesehen. So kann es also passieren, dass die einzigen, die schon wieder streberhaft die neue Champions League auswendig herbeten können, Bayernfans sind, weil sie auf ein Finale Dahoam spekulieren. Diese sollte man also unbedingt als Mitzuschauer meiden, wenn man nicht als der Ahnungsloseste in der Sportsbar enttarnt werden möchte. Dann doch lieber Brest gegen Graz als Einzelspiel. Oder Kopfgrätsche vs. Kopfgrätsche (Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00). Da gelten auch gefühlt seit 20 Jahren die gleichen Regeln. Auch wenn das mit der Kniehöhe ähnlich schwer zu verstehen scheint, wie die aktuelle Handspielregel. 

Erste Runde Schottenrock

So, noch einmal Champions-League-Hymne und schon geht es ab in die Fußballpause. Gut, einige werden es nicht mehr rechtzeitig nüchtern vom Autokorso bis zum ersten Testländerspiel vor der EM schaffen und in zwei Wochen wird schon das große Sommerturnier starten. Bis dahin sind aber alle anderen Trophäen und Startplätze in den Ligen geklärt, oder? Da schaltet man nicht arglos unter der Woche Abends den Fernseher nach dem Kopfgrätschen (Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00) ein und dann lauert da ein dramatisches Alles-oder-nichts-Match um Tod oder Gladiolen? Ich frage für meinen Kardiologen. Man muss doch auch wenigstens mal kurzzeitig in den Ruhepuls wechseln. Sichere Hinspielführungen, die man im Rückspiel wegschenkt, Verlängerungen, Elfmeterschießen – das gab es in der vergangenen Woche jeden Abend. Und danach noch das gesamte Pyroarsenal oder wenigstens das, was die Hansafans nicht auf dem freien Markt weggekauft haben. Aber immerhin reden wir nicht mehr über die Tennisbälle, die uns viele Wochen in der Rückrunde beschäftigten. Heute schon fast komplett vergessen und gefühlt 3 Saisons her. Seit dem hat man die treuen Fans wieder ganz doll lieb und singt mit ihnen zum Abschluss gemeinsam auf dem Zaun. „Erste Runde Krankenschein…“ ist aber immerhin smartes Liedgut, das jeder mitsingen kann und niemanden diffamiert. Auch viel wert in diesen Tagen. Und die Nationalmannschaft kann das doch auch leicht abgewandelt für sich als volksnahen Sommerhit etablieren. Und jetzt alle: „Erste Runde Schottenrock. Dann die Tobleron‘. Gegen Ungarn kommen wir in Not. Dann kommt das Halbfinalaus, scheißegal, DFB-Team International…“  

Burn after Streaming

Bei den Meldungen von Nachrichtenwert spielen wird doch hier meistens in der dritten Liga. Wenn wir wissen wollen was hier so los ist, müssen wir es schon den Ländermagazinen entnehmen. Der Spot auf den Spott im Osten ist oft maximal eine Funzel. Andere Orte und Regionen qualifizieren sich bei den News regelmäßig für die Champions League. Dort braucht man nur vom E-Scooter pöbeln und schon hat man die Chance, dass man in diversen Livestreams als Cameo auftaucht und als Teilzeitfreak ganz oben mitspielen darf. Man muss sich in den strukturschwachen Regionen schon strecken, um es in den internationalen Pressespiegel zu schaffen. Damit auch endlich mal Menschen außerhalb des eigenen Bundeslandes nachfragen: was war denn da los? Unerwartet und ungeübt wird man plötzlich zum Zentrum einer Party, nur weil man nah an dieser Unglaublichkeit wohnt und vielleicht ja am Gartenzaun mitbekommen hat wie beim Nachbarn Steuererklärungen von Interesse beim Energiesparen im Kamin gelandet sind. Dafür zerren sie einen aus der dunklen Ecke der Drittklassigkeit und stellen dich ins Scheinwerferlicht. An dem Punkt darf man nicht den schlimmen Fehler machen zuzugeben, dass man eigentlich gerade erst davon gehört hat und im Grunde auch nicht viel mehr weiß als das, was die BILD schon in der Überschrift in einem lustiges Kompositum verwurstet hat. Jetzt gilt es das kurzzeitige Interesse zu nutzen und in mysteriösen Andeutungen zu lancieren, dass da wohl noch viel mehr Ungeheuerliches unter der Oberfläche lauert. Nur so lässt sich das Überleben in der Aufmerksamkeits-Champions-League etwas über die Vorrunde hinaus strecken. Der Tourismusverband zählt dabei auf jeden einzelnen Einwohner. Es können nicht nur immer die Hansafans sein, die mit ihren mediterranen Leuchtfeuern so tun als wäre hier mindestens ein Serie-A-Spielort. Darum seid auch ihr aufgerufen bei jeder Gelegenheit von unglaublichen Kopfgrätschen am Samstag (10:30) zu berichten, die an Spektakel locker die von gehypten Barça-Spielern toppen. Es könnte auch hier passieren. Uns ist alles zuzutrauen…     

Die drei ??? und der Katarhund

Ein modernes Mysterium ist seit dieser Woche: welche drei Fragen zu Katar wären für DFB-Präsi Reinhard Grindel denn okay gewesen? Wir werden es wohl nie erfahren. Über Katar wurde bis zu dem Zeitpunkt seines TicTacToe-Abgangs noch nicht geredet. Stattdessen über die neue Klub-WM mit 24 Teams ab 2021. Dabei wird ja auch bei der WM 2022 in Katar eine Aufstockung auf 48 Mannschaften wahrscheinlich. Da ist es dann auch egal, dass die WM im Winter beginnt. Bei der Menge an Teilnehmern können wir damit rechnen, dass spätestens zum Finale Grillwetter herrscht. Da braucht nicht einmal Frostbeule Oli Bierhoff einen Schal. Ist diese Klub-WM jetzt eigentlich noch geiler als die Super-League oder wird das jetzt eher so eine Global-Nations-League, Herr Grindel? Seit dieser Woche testen die deutschen Vereine auf jeden Fall schon einmal wie sich ein kalter Champions-League-Entzug anfühlt. Man kann ja schließlich auch nicht überall dabei sein. Beim Kopfgrätschen Samstag 10:30 dabei zu sein, lastet einige ja schon komplett aus. Der katarische Sklaven-Experte Franz Beckenbauer hat dennoch schon mal den Hut rumgehen lassen. Da sollten doch mindestens 2,7 Mio zusammenkommen. Ob man dafür allerdings heute noch ein Sommermärchen bekommt, ist mehr als fraglich. Es wird ja alles immer teurer. Sogar im Winter. Für 2,7 Mio gibt es doch heute von Neymar maximal das linke Ohrläppchen. Und um DFB-Präsidenten zu vertreiben muss man schon nach 25 Milliarden fragen. Aber vielleicht wechselt immerhin Franck Ribéry nach seinem letzten Spiel in der Champions League ablösefrei nach Katar. Für die 12 Mio brutto Gehalt kann man immerhin erwarten, dass wenigstens er keine dummen Fragen mehr stellt.

Livin’ Dar-Vida Loca

Der UEFA-Zirkus ist in der Stadt! Seit dieser Woche heißt es wieder „Eurobbabogaaal“ und unter der Woche werden die letzten fußballfreien Tage gefüllt. Aber Obacht es gibt ein paar neckische Neuerungen, an die man sich erst noch gewöhnen muss. Ab jetzt muss Papi schon 18:55 zum Fußball schalten. Pünktlich, wenn die Blagen gerade das Sandmännchen sehen wollen (im Land der Frühaufsteher kommt das eine Stunde früher). Da ist die Stimmung schon zum Anpfiff im Keller. Im Staatsfunk läuft allerdings um diese Zeit noch SOKO Wismar. Aber auch sonst kann Olli Kahn ab jetzt die Champions League maximal in einer Tipico-Filiale vor Publikum analysieren. Wildes hin- und herschalten zwischen DAZN und Sky, Sky Go und Sky Ticket (je nachdem was gerade nicht abgestürzt ist) bringt dann schnell Klarheit, wo denn nun der Ball rollt. Immerhin reicht beim 21-Uhr-Spiel die erste halbe Stunde und man kann arbeitnehmerfreundlich mit Ronaldo Feierabend machen. Diese Zeitumstellungen sind die ersten Maßnahmen nach der Abstimmung, wo ihr alle für die Abschaffung der Winterzeit gestimmt habt. Eigentlich wollten es alle früher hell und später dunkel haben, aber das wird wohl wieder nichts. Dieses Jahr wird es auf jeden Fall noch die Winterzeit geben. Das merkt man zum Start der Mittwochskopfgrätsche 18 Uhr noch nicht, aber spätestens eine Stunde später dämmert es einem dann doch. Nur Samstag 10:30 bleibt stabil. Vielleicht wechseln wir irgendwann mal auf 10:25, dann haben wir noch etwas Zeit die Logos von Toblerone, Pneu Continental, Dar-Vida, Longines und Red Bull zu überkleben.

23. April 2014 Dritte Halbzeit – Champions League Halbfinale Hinspiel

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Fußball_91_April_20140423Und wieder eine dritte Halbzeit: Am Mittwochabend gab es das Hinspiel im Champions League-Halbfinale zwischen Real Madrid gegen den FC Bayern München. Allerdings war das Spiel noch ein bisschen ernüchternd. Vielleicht sehen die Wohnzimmer-Fans beim entscheidenden Rückspiel euphorischer aus.

19. Mai 2012: Das Champions-League-Finale

Das Champions-League-Finale Bayern gegen Chelsea wurde auch von uns beäugt. In der Halbzeit fand sich das Team zur Taktik-Besprechung ein. Der Weg vom Sieg wurde eindeutig per Kreide aufgezeigt. Aber der simple Hinweis, dass das Runde ins Eckige muss, ist auf der wackeligen Stream-Verbindung nach München scheinbar verloren gegangen.