Strafräumkommando

Man hatte es natürlich schon komplett vergessen, warum man mal so etwas wie eine Winterpause eingeführt hatte. Viele dachten wahrscheinlich, das ist traditionell der Zeitraum, in dem Mannschaften wie der BVB, die die Hinrunde weit hinter den eigenen Ansprüchen beendet hatten, knallhart die Fehler analysieren, irgendeinen teuren Hoffnungsträger verpflichten, ein Trainingslager in Marbella oder Belek verbringen, in dem der Hoffnungsträger in lahmen Testspielen gleich mal verletzt ausgewechselt wird, um dann nach milden Wochen, in denen es hier wärmer als in Belek war, wieder motiviert eine Aufholjagd in der Rückrunde zu starten. Irgendwann kürzte der Fußballkalender sogar das Testbild im Winter bekannt als Hallenmasters weg und dann war die Winterpause nicht mehr länger als eine herkömmliche Länderspielpause und man hatte vergessen warum man sie sich ursprünglich mal gegönnt hatte. Wenn an diesem Wochenende tatsächlich Spielabsagen drohen, ist es für viele im Leben das erste mal, dass Fußball aufgrund eines jahreszeittypischen Wetters ausfallen könnte. Nur auf Schalke müssten sie sich entscheiden: Dach zu oder doch lieber Biathlon mit echtem Schnee? Ansonsten gibt es natürlich fast überall Rasenheizungen, die verhindern, dass wir schief freigekratzte Strafraumlinien, orangene Spielbälle und Torhüter mit Bommelmütze sehen werden. Das ist tatsächlich Folklore, die wir uns nur in historischen MAZen in der Sportschau anschauen können, bei denen man nicht genau weiß, ob der Schnee im Bild nicht doch nur die grobkörnige Auflösung ist. Also müssen die Außenreporter, die bei Extremwetter immer ihre Time to Shine haben, sich eher vor dem Stadion in eine Schneewehe stellen und dort die Verantwortlichen interviewen, die über eine mögliche Spielabsage aufgrund der Zufahrtswege entscheiden. Also kurz gesagt: wer es unfallfrei und pünktlich zum Spielbeginn (Samstag 10:30) bis zum Platz schafft, kann bestimmt auch spielen. Auf jeden Fall muss das lückenlos für die Nachwelt dokumentiert werden, damit man sich es in 15 Jahren in der eintägigen Winterpause ungläubig anschauen kann.   

All right, we’ll call it a draw

Das schiedlich friedliche Unentschieden am Samstag (10:30) und Mittwoch (18:00) ist meistens das beste Ergebnis, damit niemand mit schlechter Laune nach Hause gehen muss. Wie die Quoten darauf sind, ist schwer zu sagen. Aber tippen echte Zocker auf Unentschieden? Ein 0:0 scheint am Spielanfang immer eine gute Idee zu sein. Bis das erste Tor fällt. Bei Juve gegen Dortmund am ersten Champions-League-Spieltag stand es zur Pause auch torlos. Was kann man dann erlösen, wenn man sagt: das geht noch 4:4 aus? Da müsste man mal bei einem Buchmacher mit jahrelanger Erfahrung nachfragen. Allzu viele Namen fallen mir da nicht ein, aber dass es früher einmal das Café King in Charlottenburg gab, ist ja Allgemeinbildung. Ante Šapina könnte also bestimmt weiterhelfen. BVB-Trainer Niko Kovač ist in Berlin Wedding geboren und könnte auf berlinerisch oder sogar kroatisch mal nachfragen. Beim Spiel in Turin traf Niko Kovač auch einen anderen alten kroatischen Freund wieder. Seit März diesen Jahres ist Igor Tudor, ehemaliger Verteidiger von Juve, dort als Trainer unterwegs. Mit seinem Namen müsste er natürlich eigentlich Trainer auf der Insel im Mutterland der Buchmacher sein. Mit Niko stand er über 30 mal für die Kockasti auf dem Platz. Das erste und das letzte gemeinsame Länderspiel endete jeweils unentschieden. Und an einem weiteren spektakulären Unentschieden vor 25 Jahren waren sie auch beteiligt, als am ersten Spieltag der Champions League 2000 der HSV auf Juventus traf. Beim wilden 4:4 im Hamburger Volkspark trafen Igor Tudor zum 0:1 und Niko Kovač zum 4:3. Am Ende gingen beide mit unentschiedener aber auch nicht mit schlechter Laune nach Hause. Ob Ante Šapina dieses Ergebnis erwartet hatte, wissen wir nicht. Was sollte er auch mit dem HSV zu schaffen haben?     

Analyze This (Reine Nervensache)

Die Kinder sind noch nicht einmal eingeschult bzw. die bayrischen Kinder sind noch bei der Heuernte oder mit dem Almabtrieb beschäftigt, und trotzdem fühlt es sich schon wie Herbst an. Vielleicht liegt es auch nur daran, weil das Wetten auf die erste Trainerentlassung der Bundesliga just ein jähes Ende gefunden hat. Die Meisten waren noch dabei das Kicker-Sonderheft durchzulesen und sich Notizen fürs Managerspiel zu machen. Noch waren die Mannschaftsbilder wenig aussagekräftig und irgendwo sind ja die Transferfenster immer noch auf Kipp. Also kann man erst nach der Länderspielpause ein echtes Urteil über den Zustand der Liga fällen. Und bevor dieser Punkt erreicht werden konnte, hat es Einer tatsächlich geschafft seinen neuen Arbeitgeber so zu nerven, dass der gesagt hat: der soll mal lieber woanders nerven. Scheiß auf die fette Abfindung, die dem jetzt zusteht. Und ist auch egal, dass diese unlustigen Fußball-Bros im Internet sofort reflexhaft den Ordner mit den Peter-Neururer-Bildern öffnen. Zwei Spieltage sind genug Leid und das bei einem Verein, wo man ganz problemlos an Tabletten kommt. Dabei wäre Erik ten Hag Anfang des Jahres fast statt Niko Kovac bei Dortmund gelandet. Am Ende konnte man ihn optisch nicht von Matthias Sammer unterscheiden und wenn man nach zwei Spieltagen rausfliegt, könnte es sogar charakterliche Ähnlichkeiten geben. Wo der BVB mit ten Hag gelandet wäre, ist Spekulation, aber vielleicht hätte ihn die Auslosung zur Champions League letzte Woche nicht interessiert und eventuell wäre ihm auch egal gewesen, ob Matthias Sammer als Amazon Primat in zu großer Steppjacke und mit schwarzer Torsten-Sträter-Mütze die Leistung deutscher Teilnehmer kritisch einordnen muss. Aber auf all das können wir uns nun wieder im Herbst freuen. Aktuell sogar noch über ein paar güldene Kopfgrätsche-Termine am Mittwoch 18:00. Und natürlich Samstag um ten Hag, wie der Holländer sagt.    

King of Kotelett as fuck

Was war noch mal so vor zwölf Jahren los? Na klar, da fällt euch bestimmt ein, dass es ein deutsches Finale in der Champions League gab, an dem u.a. ein gewisser BVB teilnahm, der zweimal in Folge Meister geworden war. An den Trainer bei den Schwarzgelben denken die meisten Fans nur noch mit apathischem Wippen zurück, während ihre toten eingefallenen Augen ins Leere starren. Dass der Pöhler-Vulkan von einst inzwischen als schäbiger Dosenverkäufer geendet ist, während man ihn dringend als Erlöser bräuchte, ist doppelt tragisch. Aber vor zwölf Jahren trug sich noch weiteres nahezu Unglaubliches zu. Es gab tatsächlich eine Spielankündigung mit dem Titel „Ball-o-mat für Abschlussschwache“, weil natürlich eine Bundestagswahl stattfand. Diese hatte eine dritte Amtszeit von Angela Merkel als Bundeskanzlerin zum Ergebnis. Der Herausforderer der SPD Peer Steinbrück musste mit seinen lumpigen 25,7% als Juniorpartner in eine große Koalition eintreten. Einen Kabinettsposten nahm er aber nicht ein. Da musste der unverbrauchte Niedersachse Siggi Gabriel ran. Die Opposition bestand aus Grünen und Linken, während die FDP und die im Februar 2013 neugegründete AfD den Einzug in den Bundestag knapp verpassten. Das Fernsehduell der beiden Spitzenkandidaten richteten ARD, ZDF, RTL und ProSieben gemeinsam aus. Die Spitzenkraft, die ProSieben dafür entsandte, war ein gewisser Stefan Raab, was natürlich der einzige Aufreger des gesamten Wahlkampfs war. Aber am Ende waren sich die Meisten einig, dass die freche Ulknudel eine Bereicherung für die Runde war. Er nagelte Kanzlerkandidat Peer Steinbrück für seine Haltung, nur bei einem Wahlsieg der Bundesregierung anzugehören, mit folgenden Worten an die Wand: „Das ist doch keine Haltung zu sagen: Ich will nur gestalten, wenn ich ‚King of Kotelett‘ bin. Oliver Kahn ist auch als Nummer 2 zur WM gefahren. Warum? Weil es der Sache dient! Und das nötigt den Leuten Respekt ab. Überlegen se sich das noch mal, dann kriegen sie mich vielleicht auch noch.“ Wer mit diesen flammenden Worten nicht on Fire as fuck für Samstag 10:30 ist, dem ist auch nicht mehr zu helfen.

Eau de Stallgeruch

„Die Schlaumeier wollten uns Tuchel einreden“ blaffte 2018 Uli Hoeneß in die Mikrofone. Niko Kovač war gerade erst ein paar Wochen in München, aber der Bayernboss war sehr zufrieden mit dem neuen Trainer und ließ das die Journalie in seiner gewohnte herzlichen Art wissen. Nein, er war nicht nur zufrieden mit der B-Lösung, er war „der glücklichste Mensch der Welt“. Die Wochen vor der Verpflichtung waren turbulent. Der neue Trainer hatte auf der Bank von Eintracht Frankfurt im Pokalfinale kurz vor seiner Verpflichtung in München dafür gesorgt, dass die Bayern lediglich die Meisterschale in die Vitrine stellen durften. Jupp Heynckes hatte ein letztes mal versucht den Club vor einer Saison ohne Triple zu retten, nachdem ein unerfahrener Azubi namens Carlo Ancelotti mit Augenbrauenlupfen die Bayern nicht zum Rennen bewegen konnte. Immerhin konnte Don Jupp locker die Meisterschaft vor dem ärgsten Verfolger Schalke 04 eintüten. Dann war aber endgültig Rente mit Cando angesagt und Uli musste einen neuen Trainer suchen. Der Favorit war schnell klar. Aber der Wunschkandidat Thomas Tuchel wagte es tatsächlich den Bayern abzusagen. Stattdessen folgte er lieber dem dreckigen Scheichgeld nach Paris. Aber für Uli war eh klar: der Tuchel, das war maximal der Kandidat der Schlaumeier, die sich davon blenden ließen, dass er zehnmal im Spiel die Taktik änderte. Da könnte man ja gleich den Nagelsmann holen. Kovač ergab auf ganz vielen Ebenen Sinn. Er hatte Stallgeruch, war mit Sportdirektor Salihamidzic auf Du und Du. Kovač galt als umgänglich, Tuchel als unnahbar. Er hatte zudem eine BVB-Vergangenheit und kam aus einem Sabbatical. Kovač kam mit Rückenwind aus dem DFB-Pokalfinale, was Uli Hoeneß im Nachhinein so bewerten möchte: „Das war vermutlich eine glückliche Fügung für alle, leider sehr zum Leidwesen auch unserer Fans.“ Sechseinhalb Jahre später muss man konstatieren: eine Fortsetzung der FC Hollywood Doku muss unbedingt kommen. Aber natürlich nur in Kombination mit dem BVB. Die Schnittmengen sind einfach zu offensichtlich. Ich als Schlaumeier will euch bei der Gelegenheit natürlich wieder Samstag 10:30 als Kopfgrätsche-Termin einreden. Dafür rufe ich zur Not auch noch mal am Sonntagmorgen im Doppelpass, im Presseclub und bei Jupp Heynckes gleichzeitig an.  

Erste Runde Schottenrock

So, noch einmal Champions-League-Hymne und schon geht es ab in die Fußballpause. Gut, einige werden es nicht mehr rechtzeitig nüchtern vom Autokorso bis zum ersten Testländerspiel vor der EM schaffen und in zwei Wochen wird schon das große Sommerturnier starten. Bis dahin sind aber alle anderen Trophäen und Startplätze in den Ligen geklärt, oder? Da schaltet man nicht arglos unter der Woche Abends den Fernseher nach dem Kopfgrätschen (Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00) ein und dann lauert da ein dramatisches Alles-oder-nichts-Match um Tod oder Gladiolen? Ich frage für meinen Kardiologen. Man muss doch auch wenigstens mal kurzzeitig in den Ruhepuls wechseln. Sichere Hinspielführungen, die man im Rückspiel wegschenkt, Verlängerungen, Elfmeterschießen – das gab es in der vergangenen Woche jeden Abend. Und danach noch das gesamte Pyroarsenal oder wenigstens das, was die Hansafans nicht auf dem freien Markt weggekauft haben. Aber immerhin reden wir nicht mehr über die Tennisbälle, die uns viele Wochen in der Rückrunde beschäftigten. Heute schon fast komplett vergessen und gefühlt 3 Saisons her. Seit dem hat man die treuen Fans wieder ganz doll lieb und singt mit ihnen zum Abschluss gemeinsam auf dem Zaun. „Erste Runde Krankenschein…“ ist aber immerhin smartes Liedgut, das jeder mitsingen kann und niemanden diffamiert. Auch viel wert in diesen Tagen. Und die Nationalmannschaft kann das doch auch leicht abgewandelt für sich als volksnahen Sommerhit etablieren. Und jetzt alle: „Erste Runde Schottenrock. Dann die Tobleron‘. Gegen Ungarn kommen wir in Not. Dann kommt das Halbfinalaus, scheißegal, DFB-Team International…“  

Here we go (again)

Wie lange man sich eine Frohes Neues Jahr wünschen darf, entnehmt ihr bitte dem Nachrichtenportal eurer Wahl. Irgendwo wird diese Info garantiert zu finden sein. Eventuell steht sogar dort, wie lange man seine Mitmenschen nach den guten Vorsätzen fürs neue Jahr fragen darf. Peinlich wird es natürlich, wenn diese zum Zeitpunkt der Frage bereits wieder aufgegeben wurden. Der Klassiker „mehr Sport“ ließe sich ja mit einem Ausflug zum Fußballplatz bis Samstag 10:30 schon einmal auf einen guten Weg bringen. Aber sonst, ist man ja doch meist recht unkreativ bei der Formulierung von erreichbaren Zielen. Da ist es nur ganz natürlich, dass man auf Altbewährtes setzt, dass irgendwann schon einmal in der Vergangenheit funktioniert hat. Der BVB hat sich zum Beispiel vorgenommen soviel altes Personal wie möglich im Winter zum Verein zurückzuholen. Die waren schließlich schon einmal vor Ort erfolgreich, als die eigene Form noch nicht so besorgniserregend war. Man guckt sich also selbst auf den alten Fotos an und seufzt verträumt „Ach ja, guck mal wie jung wir damals waren…“. Für die Zurückgeholten hat sich die Zeit inzwischen allerdings ebenso weitergedreht. Ein Jadon Sancho ist z.B. mit 23 schon in dem Alter, in dem auch Mario Götze in die Frührente beim BVB startete. Wenn Mario heute 10 Jahre zurückdenkt, blickt er aber immerhin auf einen Siegtreffer in einem WM-Finale, worauf er garantiert tagtäglich angesprochen wird. Das 10 Jahre lang zu ertragen ist, ist wohl kaum damit zu vergleichen, wenn man zwei, drei Wochen nach den guten Vorsätzen gefragt wird. Es sei denn, man nimmt sich vor, das EM-Final-Siegtor in diesem Jahr zu schießen. Dann vielleicht doch lieber nur ein frohes letztes Tor am Samstag?          

Ronaldo im Baggersee

„Ronaldo drängt auf BVB-Wechsel!“ Nur eine ganz normale Wahnsinnspushmitteilung in diesem Sommer. Und das schafft es kaum den Puls so weit hochzutreiben, wie es vielleicht die Meldungen „Rhein versiegt!“, „Kopfgrätsche-Samstag (10:30) und -Mittwoch (18:00) mit dreißig Mitspielern!“ oder „MV wird Frackinggebiet!“ hinbekommen würden. Nun soll also Dortmund Ronaldo-Gebiet werden, wenn sich nicht noch ein Club in Abu Dhabi findet, der dem Weltstar den sandigen Teppich ausrollt. In Dortmund waren sie jetzt gar nicht sooo überzeugt, sonst hätten sie ja nicht den Schiebermützendieb von den kölschen Peaky Blinders mit dem letzten Geld losgeeist. Aber Ronaldo hat sich entschieden und was soll man dann dagegen machen? Vielleicht wird man wenigstens im Tausch noch ein paar Ladenhüter wie Akanji, Meunier oder Nico Schulz nach Manchester los. Bei United ist man nach zwei Spieltagen und Niederlagen gegen Brighton und Brentford schließlich schon die Lachnummer der gesamten Fußballwelt. Sogar Elon Musk hat einen Kauf des Clubs in Aussicht gestellt. Und seit seinem Klingelstreich bei Twitter weiß man doch, was davon zu halten ist. Meme-Twitter kriegt sich natürlich gar nicht mehr ein und produziert inflationär Maguire-to-Mars-Content. Marschester United höhöhö. Am Ende wird Elon Musk etwas komplett anderes mit seinem Krypto-Geld machen, aber momentan klickt es halt gut, wenn man sich auch noch in die Prügelei gegen die Red Devils mit einreiht. Ronaldo wird aber nicht gern verhauen und sucht lieber die Echte Liebe. Er passt als Exot nach Dortmund natürlich wie Kaiman Sammy in den Baggersee. Aber erst wenn das Sommerloch vorüber ist, werden wahrscheinlich in Dortmund wieder Alltagsthemen diskutiert. Leider wird sich dann niemand mehr an den Sommerflirt mit dem Kurschatten Ronaldo erinnern, wenn Akanji, Meunier und Nico Schulz wie gewohnt den Ball verstolpern.

ApplePay, AliPay, Mbappé

Okay, es sind jetzt 25 Jahre seit „Ricken lupfen jetzt!“, aber damals war Kylian Mbappé noch nicht einmal geboren. Seit dem hat sich einiges getan. Lars Ricken musste erst seine Karriere beenden, in der er immerhin auch Vizeweltmeister und Champions-League-Sieger geworden ist, um in seinem Verein mitzubestimmen. Auch Mbappé bleibt nun doch dem Verein seiner Geburtsstadt treu, statt zu einem großen Namen ins Ausland zu wechseln. Jetzt könnte man darauf mit fußballromantischen Gefühlen glotzen, aber nein, alle sind nur am Meckern. Vielleicht liegt es daran, dass Lars mit 45 nur das Nachwuchsleistungszentrum leitet, während Kylian mit 23 gefühlt zum spielenden Aufsichtsratsvorsitzenden aufsteigt. Die Machtfülle als Goodie im Vertrag ist schon ungewöhnlich, aber wahrscheinlich die Zukunft. Man wird bei den wichtigen Entscheidungen demnächst öfter hören: Kylian begrüßt, zweifelt an, lehnt ab. Neymar-Verkauf zu Kopfgrätsche (Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00)? Ok. Neues Maskottchen? Vielleicht. Doppelter Nachtisch? Auf keinen Fall! Lars schimpfte vor 25 Jahren in einem Nike-Werbespot auf die Geschäftemacher in Nadelstreifen. An die in kurzen Hosen, wie das aktuelle Nike-Zugpferd Mbappé, dachte er damals wohl nicht.

12. April 2017 – Nebensache

2017_04_12
Es kommt nicht häufig vor, dass wir parallel zur Champions-League spielen und wir hätten das Spiel BVB vs. AS Monaco auch lieber entspannt am Abend vorher bei Heiko geguckt. So aber wurde das Kopfgrätschen zur Nebensache während der Rest der Welt auf das umstrittene Nachholspiel nach dem Anschlag vom Vorabend guckte. Die Füße schlingerten auf dem regennassen Platz, der Kopf driftete immer wieder nach Dortmund. Der Fußball ist leider auch keine unbeschwerte Filterblase mehr. YNWA…