Schafskopfbrezn

Ach guck, das war also erst die Hinrunde. Zieht sich ganz schön und wenn wir ehrlich sind, ist sie auch immer noch nicht vorbei. Drei verlegte Spiele müssen ja noch nachgeholt werden. Das mit der Herbstmeisterschaft wird sich aber wohl nicht mehr groß verändern. „Herbst“-Meister… merkt ihr selbst, oder? Wir sind doch schon gefühlt näher am Mai als am Herbst. Deshalb ist es auch wirklich kein Problem, wenn man den Bayern die Schale jetzt schon überreicht. Später ist doch immer so viel los. Gerade im Mai mit den ganzen Feiertagen. Nee nee, beim nächsten Heimspiel sollten sie Tribüne aufbauen und den Zinnober mit den Weißbierduschen durchziehen. Es wäre okay. Für künstliche Spannung hätte man im Großraum München auch ein wenig Winter- und Tauwetter wie im Norden gebraucht. Aber dort hatte man alles im Griff, sogar das Wetter. Kein Wunder, dass Markus Söder beim Blick nach Norden das Gefühl haben musste: die kriegen ja gar nichts gebacken. Nur drei Mannschaften überhaupt nördlich von Wolfsburg und rundherum nur Schafherden mit eigenen Bundesländern. Die paar Höfe kann man großzügig zusammenfassen. Auch da spielt Bayern eindeutig in einer eigenen Liga. Und trotzdem müssen sie in diesem Staat und dieser Liga von Versagern mitmachen. Immer wenn es um die Sommerferien geht, machen die Bayern den Eindruck als ob sie alle in kurzen Lederhosen bei der Heuernte helfen müssen, aber spätestens ab dem Weißwurschtfrühstück mit dem zweiten Weizen am klaren Bergsee unter der Bierbank liegen. Die späte Erholung scheint auf jeden Fall eine erstklassige Grundlage zu sein, um später alle anderen entspannt abzuhängen, die schon Anfang Herbst auf der letzten Rille laufen. Wohin man M-V als Bundesland hinfusionieren sollte, ist noch nicht entschieden. Weder Hamburg, noch Schleswig-Holstein, ja nicht einmal Brandenburg möchte uns haben. Deshalb sollte uns unbedingt Bayern adoptieren. Wir könnten sogar anbieten „Kopfgrätschen“ zu bavarifizieren, in „Schafskopfbrezn“ zum Beispiel. Samstag 10:30 könnten wir direkt damit beginnen. Wie das ist klassische Weißwurschtfrühstückszeit? Na denn hoid ned!       

All right, we’ll call it a draw

Das schiedlich friedliche Unentschieden am Samstag (10:30) und Mittwoch (18:00) ist meistens das beste Ergebnis, damit niemand mit schlechter Laune nach Hause gehen muss. Wie die Quoten darauf sind, ist schwer zu sagen. Aber tippen echte Zocker auf Unentschieden? Ein 0:0 scheint am Spielanfang immer eine gute Idee zu sein. Bis das erste Tor fällt. Bei Juve gegen Dortmund am ersten Champions-League-Spieltag stand es zur Pause auch torlos. Was kann man dann erlösen, wenn man sagt: das geht noch 4:4 aus? Da müsste man mal bei einem Buchmacher mit jahrelanger Erfahrung nachfragen. Allzu viele Namen fallen mir da nicht ein, aber dass es früher einmal das Café King in Charlottenburg gab, ist ja Allgemeinbildung. Ante Šapina könnte also bestimmt weiterhelfen. BVB-Trainer Niko Kovač ist in Berlin Wedding geboren und könnte auf berlinerisch oder sogar kroatisch mal nachfragen. Beim Spiel in Turin traf Niko Kovač auch einen anderen alten kroatischen Freund wieder. Seit März diesen Jahres ist Igor Tudor, ehemaliger Verteidiger von Juve, dort als Trainer unterwegs. Mit seinem Namen müsste er natürlich eigentlich Trainer auf der Insel im Mutterland der Buchmacher sein. Mit Niko stand er über 30 mal für die Kockasti auf dem Platz. Das erste und das letzte gemeinsame Länderspiel endete jeweils unentschieden. Und an einem weiteren spektakulären Unentschieden vor 25 Jahren waren sie auch beteiligt, als am ersten Spieltag der Champions League 2000 der HSV auf Juventus traf. Beim wilden 4:4 im Hamburger Volkspark trafen Igor Tudor zum 0:1 und Niko Kovač zum 4:3. Am Ende gingen beide mit unentschiedener aber auch nicht mit schlechter Laune nach Hause. Ob Ante Šapina dieses Ergebnis erwartet hatte, wissen wir nicht. Was sollte er auch mit dem HSV zu schaffen haben?     

Hält nur zum Aussteigen

Anfang August und ihr wisst, was das bedeutet. Richtig, Start der Generalsanierung der Deutschen Bahn zwischen Hamburg und Berlin. Und weil natürlich just am ersten Augusttag auch die Zweite Liga startet, ist man erst einmal heilfroh, dass der HSV in die erste Liga aufgestiegen ist. Somit müssen die Herthaner die Saison allerdings in Gelsenkirchen eröffnen. Auch da kommt man aber mit dem Deutschlandticket ab heute nicht mehr hin. Und damit wird den Fußballfans ihre zweite Leidenschaft genommen: ohne Extrakosten eine für sich schon ziemlich heruntergerockte Regionalbahn komplett in ihre Einzelzeile zu zerlegen. Wo kann man sonst das Rausreißen von Sitzschalen und das Zerschlagen von sanitären Anlagen unter Wettkampfbedingungen trainieren? Stattdessen sitzen viele Fans bereits schon jetzt im Schienenersatzverkehrbus auf der Transitstrecke und trinken jede Raststelle leer. In der Regionalbahn fehlt ja leider auch das Bordbistro, wo man noch ein kleines Bier für 6 Euro nachkaufen kann, falls einem da der Nachschub ausgegangen ist. Aber der Bus hält oft genug, um Zustieg in jedem Marktflecken zu ermöglichen, der von der Bahn nicht einmal als Bedarfshalt angefahren wird, so dass die Generalsanierung eigentlich ein gutes Konjunkturpaket für jeden Dorfkonsum sein sollte. Auf der Rückfahrt dann das Gleiche in umgekehrter Reihenfolge, nur dass jeder Ort seine Betrunkenen ohne Durst und oft genug auch ohne Erfolgserlebnis wieder zurück bekommt. Es sei denn, es gab auf dem Rückweg noch irgendwo eine Einkehr an einem Verkehrsknotenpunkt, an dem man Erzfeinden, die sich auch auf Auswärtsfahrt aus einer anderen Richtung befanden, eins auf die Mappe geben konnte. Auch etwas, was auf der Schiene aufgrund unplanbarer Umsteigezeiten eher selten umsetzbar ist. Plan- und umsetzbar ist Kopfgrätsche Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00. Wir hoffen auf hohe Auslastung und empfehlen die Anreise mit dem Fahrrad, Nahbus oder einfach mit dem eigenen Bus.     

New Balls please

Guten Tag, ich würde gerne diese 100.000 Tennisbälle zurückgeben. Ich habe es mir anders überlegt. Tennis ist doch nichts für mich. Ich habe es wirklich versucht, aber ich bin offensichtlich an diversen Grundlagen gescheitert. Ich kann leider nur auf Rasen spielen und da prallen die Dinger ganz schlecht. Gut, meine Aufschläge waren alles Asse, aber wie soll so ein Spielfluss zustande kommen? Meine Gegenspieler haben nicht einen Ball zurückgespielt und haben jedenfalls diese Woche zu mir gesagt: „Okay, du hast gewonnen.“ Die sind anscheinend beleidigt und wollen schon mal nicht mehr mitmachen. Return, Backspin, Netzroller, Doppelfehler – das konnte ich alles überhaupt nicht ausprobieren. Gerne hätte ich nur einmal den Beckerhecht ausgepackt. Stattdessen habe ich diese Filzbälle wieder eingepackt und hoffe, dass ich die problemlos ohne Kassenzettel umtauschen kann. Zum Glück hatte ich keinen Schläger gekauft. Ich interessiere mit jetzt für Kopfgrätschen und würde gern Samstag 10:30 gut vorbereitet ins Spiel starten. Welche Helme haben sie da im Sortiment? Es sollte schon etwas Hochwertiges sein, denn schon ein großer Tennisphilosoph sagte: „Haste Scheiße am Kopf, haste Scheiße am Kopf.“  So oder so ähnlich hat er es formuliert, obwohl er kein Mann großer Worte war und häufiger den Ball ins Netz gedroschen hat. Dafür konnte er links wie rechts. Als Barmbeker Legende hat man ihn aber auch nie beim ATP am Rothenbaum gesehen. Kein Wunder, die spielen da wohl auf Sand. 

Medizinball auf Bistrotisch

Bis zur Stunde ist noch nicht klar, ob er nicht doch wieder auftaucht (wie wir jeden Samstag 10:30 auf dem roten Platzt). Beim HSV wird auf jeden Fall heftig diskutiert, ob man der Forderung von Investor Kühne nachgeben muss und einfach mal seine Festnetznummer wählen soll. Die Medizinbälle sollten doch noch irgendwo hinten in der Turnhalle liegen. Und beim letzten mal vor zwei Jahren, als ihn die alte Dame wach küsste, hat er es nicht schlecht gemacht. Immerhin war auch der HSV in der Relegation und wäre bestimmt sogar aufgestiegen, wenn nicht Felix Magath bei den Herthanern Angst und Schrecken verbreitet hätte. Es ist also nur legitim zu überlegen, ob nicht diesmal Quälix der Retter des HSV sein muss. Jedenfalls, wenn man ein Multimilliardär von 86 Jahren ist. Da vertraut man doch lieber einem frischen 70-Jährigen als einem Greenhorn, das nicht einmal halb so alt ist. Und der FCK hat einem schließlich gerade den vorletzten Nicht-Laptop-Trainer weggeschnappt. Beim Namen Felix Magath denkt man in Hamburg natürlich an eine gewisse glorreiche Nacht 1983 in Athen. Vierzig Jahre danach taumelt der Verein in jedem Frühjahr regelmäßig aus den Aufstiegsrängen zur ersten Liga. Als Magath in den Neunzigern Trainer an der Müllverbrennungsanlage war, war der HSV zwar auch in Abstiegsgefahr, aber er hat sich immer irgendwie retten können. Und damals gab es nicht einmal eine Relegation. Laptops waren noch exotisch und passten auf keinen Bistrotisch in Straßencafés. Jetzt sollten Kühne und der HSV aber schnell handeln und einen berittenen Boten den Hügel der Leiden hochscheuchen. Sonst sind die Südkoreaner zuerst da. Die haben schließlich grad Laptop-Klinsi vor die Tür gesetzt und brauchen dringend etwas Abwechslung. 

Jeremy spoke in Master Class today

Yeah, Hamburg ist wieder das Maß der Dinge, Diggi! Also beim Fußball jetzt noch nicht so wirklich. Okay, vielleicht steigt dieses Jahr tatsächlich eine Mannschaft aus Hamburg auf. Oder wenigstens aus Stellingen. Aber dafür muss man erst einmal den Relegationsplatz erreichen. Und danach diese Relegation auch noch erfolgreich bestreiten und selbst falls man in den letzten Jahren in der Freien und Hansestadt eine gewisse Routine für diese Bonusspiele entwickelt hat, stellt die Relegation jetzt statistisch nicht unbedingt eine Riesenchance für Zweitligisten dar. In den letzten 10 Jahren hat es gerade mal ein Verein geschafft über die Relegation aufzusteigen. Das war Union Berlin 2019 und seitdem hat Berlin tatsächlich zwei Eisen im Erstligafeuer. Seit fünf Saisons hat Hamburg dafür das Abo auf spannende Stadtderbys – nur leider nicht ganz oben. In diesem Jahr lässt man sich offensichtlich von Darmstadt und Heidenheim abhängen. Das nagt schon ganz schön am natürlichen Selbstverständnis der Großstädter. Gut, dass das OMR-Festival diese Woche gezeigt hat, dass Hamburg immer noch sehr wichtig ist. Dieses Jahr waren dort 70.000 Zuschauer. Das sind 20.000 Leute mehr als Heidenheim Einwohner hat. Die digitale Champions League der Onlinemarketingprofis und Content Creator hat somit in großer Zahl schon einmal St. Pauli das Gefühl geben können, wie sich ein Aufstieg im Viertel anfühlen würde. Ob dann auch Boris Becker, Jeremy Fragrance oder Luisa Neubauer kommen würden, ist unwahrscheinlich. Aber die Kreativagenturen würden bestimmt mit einigen Espresso-Martinis feiern. Kopfgrätsche liefert auch heute verlässlich freshen digitalen Content, um euch Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00 wieder zu spannenden Sessions auf die Red Stage zu locken. Die Seats für die Master Class sind allerdings streng limitiert wie Erstligalizenzen und heiß begehrt. Ein Recording des Events, das man in doppelter Geschwindigkeit relive snacken kann, wird diesmal nicht angeboten.      

An der Plumpelé

Das adaptierte Sgt.-Pepper-Motiv mit den verstorbenen Persönlichkeiten des letzten Jahres wurde auf den letzten Metern doch noch täglich angepasst. Obwohl es schon ziemlich voll und maximal prominent besetzt war. In der letzten Reihe breiten nun Papst Benedikt und Maxi Jazz ihre Arme aus. Irgendwie beide Gott-Experten: Wir sind Papst aber God is a DJ. In der ersten Reihe wurde etwas für die Godmother of Punk Vivienne Westwood gerückt. Und dann musste natürlich im Zentrum noch ein Platz für die brasilianische Fußballikone Pelé gefunden werden. Michael Gorbatschow wird es schon verstehen. Er darf immerhin neben einer Legende stehen und muss sich dafür nicht auf infantile Infantino-Art blamieren. Wahrscheinlich versuchte dieser mit dem aberwitzigen Vorschlag: in jedem Land sollte ein Fußballstadion nach Pelé benannt werden, nur von den unangemessenen Unsis auf der Trauerfeier ablenken. Im ersten Moment denkt man natürlich: was soll das? Das haben wir doch noch nie so gemacht und sollten Stadien nicht nach regionalen Fußballgrößen wie Bruno Plache, Alfred Kunze oder Ernst Abbe benannt werden? Eigentlich schon, aber einer von den drei genannten ist leider „nur“ Optiker. Für Schiedsrichter also durchaus relevant. Bei anderen Stadien kommt man allerdings kaum noch hinterher. Oder weiß spontan jeder ob das Stadion in Hamburg aktuell von AOL, Imtech, HSH oder Barclaycard benannt ist? Angeblich soll es sogar aktuell wieder Volksparkstadion heißen und demnächst wird es wohl nach einer weiteren 2022 verstorbenen Fußballpersönlichkeit benannt werden, die ich bisher auf dem Stg.-Pepper-Wimmelbild vergeblich gesucht habe. Also gut, dann sagt Gianni meinetwegen Bescheid, dass das mit der Pelé-Kampfbahn für uns klar geht. Wir kopfgrätschen bereitwillig Samstag 10:30 darin, wenn er sie uns irgendwo hinbaut. Wir passen vielleicht sogar die Domain www.wismarena.de an.    

Jogger Bonito

Bitte laufen Sie weiter. Hier gibt es nix zu sehen. Und dort, wo es was zu sehen gibt, da wird zu wenig gelaufen. Warum sonst, sollte man den Joggern an der Alster eine Maske vorschreiben? Da wurde doch eindeutig zu viel Pause gemacht oder in lockeren Dehngrüppchen das Smartphone mit den Ergebnissen aus der Lauf-App rumgereicht. Merke: spätestens, wenn der Erste mit einem ToGo(!)-Becher in der Laufgruppe auftaucht und einen die Rollatoren aus dem Weg klingeln, ist die Minimalspeed definitiv unterschritten. Die Schnellen und die Langsamen kommen sich also wieder näher und dass das in Hamburg passiert, kann man mit Blick auf die Zweitligatabelle nur logisch nennen. Während der HSV anfängt, sich trotz eines komfortablen Vorsprungs nach dem Lieblingsderby-Partner umzuschauen, bekommt St. Pauli plötzlich die zweite Frühlingsluft, um sie dem HSV in den Nacken zu atmen. Dabei waren die Rothosen doch schon auf sicherem Überrundungskurs. Aber mit den süßen Erinnerungen aus den vergangenen Derbys haben sich beide wieder angenähert. Rechtzeitig, um am Montag gemeinsam um die Alster zu joggen. Klar, dass die Stadt darauf reagieren musste. Nur so sind auch in der nächsten Saison alle Schwarzweißblauen und Braunweißen wieder dabei beim schnoddrigem Prederby-Gefrotzel. Dass man dabei nicht ins Laufen kommt: geschenkt. Moment, läuft der Grünweiße da vorne etwa rückwärts, damit wir ihn einholen können?

Ruud Boys next door

Um es mit Tony Vallelonga zu sagen: „Hartelijk Welkom!“ Auch wenn es etwas komisch ist, aber wir haben innerhalb kürzester Zeit schon wieder die Holländer zu Gast. Diesmal geht es glaube ich um eine EM-Qualifikation. Ganz genau kann man das nicht sagen. Man sieht sich in letzten Zeit gefühlt häufiger als Werder und der HSV im Jahr 2009. Aktuell spielen diese allerdings selten gegeneinander. Deshalb muss mal wohl froh sein, wenn der Nachbar regelmäßig mal vorbeischaut. Und es ist ja auch ein wenig wie mit den Ochmoneks oder Flanders von nebenan. Man leiht sich gerne mal was aus, aber möchte sonst, dass sie nicht zu genau durch die Gardine gucken. Nun wurde extra Hamburg als Spielort ausgewählt. Ein Ort, wo sich große Holländer wie Eric Meijer, Rafael van der Vaart Meis Boulahrouz oder Marco van Basten immer wohl gefühlt haben. Jürgen Kohler träumt heute noch schlecht, wenn er an Hamburg und Marco 1988 denkt. Viel faszinierender war für ein DDR-Kind Ende der 80er allerdings Ruud Gullit. Mit seinen üppigen Rastas war die „schwarze Tulpe“ in seinem orangenen Trikot wahrlich etwas besonderes. Vor allem im Vergleich zu den üblichen Vokuhila-Oliba-Kickern, die bei uns rumgrätschten. Seinen Weltfussballertitel 1987 widmete er Nelson Mandela und auch heute ist er noch ein einflussreicher Kämpfer gegen Rassismus und eine wichtige politische Stimme in Holland. Dreißig Jahre später leider immer noch bitter nötig, wenn man sieht was aktuell Jatta in Hamburg oder Lukaku in Mailand erfahren müssen, wo auch Ruud Gullit lange gezaubert hat. Bei dieser Gelegenheit: Danke für die Kopfgrätsche-Post aus Mailand. Wir ziehen wieder Mittwoch 18:00 die orangenen Leibchen über und schicken einen leckeren Gruß in die Nachbarschaft: Het leven is geen zoete krentenbol.

Für eine Kiste Sprotten von Inter Mailand wech

Moin Moin, liebe Sportsfreunde. Herzlich Willkommen zu Kopfgrätsches Sportstudio direkt und live aus der Wismarena. Im heutigen Spitzenspiel der Bundesliga begegnen sich bei bestem Fußballwetter der SC Weiche Flensburg 08 und der Gastgeber Holzbein Kiel. Es herrscht eine Bombenstimmung. Ca. 63664 Zuschauer wollen sich dieses Spektakel nicht entgehen lassen. Beide Mannschaften befinden sich Bestform. Heute rechnet sich wieder einmal, dass hier eine Arena für die ganzen Furzvereine im Norden steht. Nach dem längeren Exil in Shenzhen können sie somit endlich nah an der Heimat spielen. Es sind ja gerade einmal 120 Kilometer. Genauso weit müssen die Fans des Hamburger SV fahren, seitdem das Hamburg Dugeon die Arena übernommen hat und seine Gäste dort mit echten Dinosauriern erschreckt. Wo an welchem Punkt dieser Fresskette die Spezies des Kopfgrätschers ausgestorben ist, ist noch immer ein Rätsel. Friedlich rumpelte er Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00 über den kargen Tartanplatz. Irgendwann fand er aber wohl kein Gras zum Fressen mehr und schulte auf den neuen Trendsport Tischtennis um. Dabei verkümmerten seine einzigartige Fähigkeit mit dem Kopf zu grätschen. Traurig, traurig. Ich guck noch mal in die Flasche wie spät das ist…

20357 Hamburg: Sternschanze 9 trifft Sternschanze 7

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Friedliche Co-Existenz auf dem Sportplatz Sternschanze am Fuße von Wasser- und Fernsehturm im Schanzenpark. Hier sind der SC Sternschanze von 1911 und der VfL Hammonia von 1922 zu Hause und liefern sich das eine oder andere Nachbarschaftsduell. In direkter Nachbarschaft zum FC St. Pauli kommen hier Amateurkicker auf ihre Kosten. Nach dem Spiel kann man sogar auf dem Dom am Heiligengeistfeld ein paar Standards an der Bolzplatzbude üben. Ob die HSV-Fahne beim Zielen hilft?

28. April 2017 – 3x Wooooo hoooo!

Da möchte man ein gewöhnliches Spiel der 2. Bundesliga im Millerntor-Stadion in Hamburg gucken und trifft gleich auf dem Klo vor dem Spiel zufällig einen anderen #Kopfgrätscher: „Posti“ – leider haben wir vergessen ein Beweisfoto zu schießen. Dankenswerterweise hat er ein Foto mit seiner Sichtweise in unserer Facebook-Gruppe veröffentlicht:

Dann sind es auch nur noch 20 Minuten bis zum Anpfiff des Spiels „St. Pauli – Heidenheim“ (Highlight-Video auf Bild.de) – und auf dem Weg auf die Nordtribüne trifft man ein weiteres Kopfgrätsche-Urgestein: Paris!:

Fußball_Pauli_2017_02Wie klein ist diese Welt? Na gut. Es ist auch nur Hamburg.

Das Publikum wurde lauter. Der Grund war eine bestimmte Person, die auf dem Platz freundlich seine Runde machte, um die Zuschauer zu begrüßen: Ewald Lienen. Der scheint hier wirklich angekommen zu sein. Die lienentreuen Fans rundherum murmelten die erfürchtige Bezeichnung „Trainer-Gott“.

Fußball_Pauli_2017_03Mit dem Spiel setzte dann auch der Regen ein. Tore oder besondere Situationen konnte Ewald in der ersten Halbzeit nicht notieren. Die einzelnen Köpfe im Vordergrund des Bildes gehören übrigens zu einer etwa Zehn-Köpfigen britischen Fußball-Touristen-Truppe, die am Spiel eher weniger interessiert war.

Fußball_Pauli_2017_04Plötzlich stellte sich die Frage, ob etwa noch ein weiterer Kopfgrätscher im Stadion sei. Eingepresst in einen Latex-Anzug wedelte er mit seinem Pauli-Schal:

Fußball_Pauli_2017_01Später stellte sich heraus, dass er doch nur zu den Engländern gehörte, die offensichtlich auf Spaß aus waren. Spaß war übrigens auch für Weitere geboten: „Mascha und der Bär“ halfen einer kleinen Zuschauerin über die erste Halbzeit hinweg:

Fußball_Pauli_2017_05In der Halbzeit-Pause blieb kurz etwas Zeit mal hinter das Stadion zu gucken: Zwischen Stadion und Flakbunker gibt es zwei wunderschöne Kunstrasenparkplätze (nur einer im Bild):

Fußball_Pauli_2017_06Schock-Moment: Der Griff in die Kopfgrätsche-Aufkleber-Tasche ging ins Leere. Eigentlich war es Zeit für eine Verewigung, wie es schon auf der ganzen Welt geschehen ist, aber es war kein Aufkleber zur Hand.

Fußball_Pauli_2017_07Schnell musste eine Lösung gefunden werden. Die Beste war dann ein wackeliges Selfie mit Logo auf der Jacke und einem überstrahltem Millerntor-Stadion im Hintergrund: Fußball_Pauli_2017_08So. Und dann kam eben 3x „Wooooo hoooo“ von Blur (Minute 52, 56 und 62) und damit ein Heimsieg für die Kiezkicker:

Danach ging die Sonne unter und ein schöner Fußball-Freitagabend damit zuende.

Fußball_Pauli_2017_09

Höhlenmalerei und Käfighaltung – T-Re(mi)x

Fußball_Januar_2016_03_19_jt
millerntor
Er ist wieder da. Alle Suchaktionen (auch die vom FC Anker) können eingestellt werden. Als Hobby-Paläontologen hatte es mich nur in die Stadt des Dinos verschlagen. Da die Höhle dieses Bundesligafossils laut seiner Bewohner eher braun-weiß ist, habe ich beim Gegenbesuch lieber am Millerntor unsere primitive Malerei hinterlassen. Da gibt es wenigstens noch anständige Gehege mit stabilen Zäunen, um sich vor den Urviechern zu schützen.