Guten Tag, ich würde gerne diese 100.000 Tennisbälle zurückgeben. Ich habe es mir anders überlegt. Tennis ist doch nichts für mich. Ich habe es wirklich versucht, aber ich bin offensichtlich an diversen Grundlagen gescheitert. Ich kann leider nur auf Rasen spielen und da prallen die Dinger ganz schlecht. Gut, meine Aufschläge waren alles Asse, aber wie soll so ein Spielfluss zustande kommen? Meine Gegenspieler haben nicht einen Ball zurückgespielt und haben jedenfalls diese Woche zu mir gesagt: „Okay, du hast gewonnen.“ Die sind anscheinend beleidigt und wollen schon mal nicht mehr mitmachen. Return, Backspin, Netzroller, Doppelfehler – das konnte ich alles überhaupt nicht ausprobieren. Gerne hätte ich nur einmal den Beckerhecht ausgepackt. Stattdessen habe ich diese Filzbälle wieder eingepackt und hoffe, dass ich die problemlos ohne Kassenzettel umtauschen kann. Zum Glück hatte ich keinen Schläger gekauft. Ich interessiere mit jetzt für Kopfgrätschen und würde gern Samstag 10:30 gut vorbereitet ins Spiel starten. Welche Helme haben sie da im Sortiment? Es sollte schon etwas Hochwertiges sein, denn schon ein großer Tennisphilosoph sagte: „Haste Scheiße am Kopf, haste Scheiße am Kopf.“ So oder so ähnlich hat er es formuliert, obwohl er kein Mann großer Worte war und häufiger den Ball ins Netz gedroschen hat. Dafür konnte er links wie rechts. Als Barmbeker Legende hat man ihn aber auch nie beim ATP am Rothenbaum gesehen. Kein Wunder, die spielen da wohl auf Sand.
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17. Februar 2024 – Aus der Zeit der Tennisbälle in der Bundesliga

Irgendwann flog auf einmal ein Tennisball, der unterm Leibchen mit ins Spiel geschmuggelt wurde – als kleiner, vorbereiteter Gag. Es wurde sogar ein bisschen drüber geschmunzelt. Fürs Foto musste dann aber doch noch Photoshop ran. Wer hat schon so viele Tennisbälle rumliegen? Sollte dieses #Kopfgrätsche-Posting, genauso wie dieses, nach 100 Jahren ausgegraben werden, soll es die Zeit symbolisieren, in der kaum ein Bundesliga-Spiel ohne Unterbrechungen durchgeführt werden kann, weil mit aus dem Publikum aufs Spielfeld geworfenden Tennisbällen oder Schoko-Talern Unterbrechungen erzwungen werden. Auch ferngesteuerte Spielzeug-Autos und sogar Modelflugzeuge sind dafür schon zum Einsatz gekommen. Nur bei Kopfgrätsche gibt es das nicht. Wir sind für Investoren uninteressant.
Schnauze Volley!
Der Ball ist rund haben sie gesagt und das Spiel dauert 90 Minuten. Nun, ein Tennisball ist auch rund und viele Tennisbälle sorgen dafür, dass ein Spiel sehr viel länger als 90 Minuten dauert. Der Protest der Fans in den deutschen Stadien gegen den Investoreneinstieg wirkt. Und endlich wird die Forderung der Fans der Deutschen Nationalmannschaft von 2019 in die Tat umgesetzt. Das kryptische „Volley!“ auf der Tribüne in Hamburg und die Tennisbälle – endlich passt alles zusammen. Die Verzögerung in den Stadien lässt die Zuschauer länger frieren und auch die Spieler kommen aus dem Rhythmus. Aber die Fans vor dem Fernseher sind die eigentlichen Opfer. Was soll man mit der zusätzlichen Zeit nur anfangen. Noch mehr Werbung angucken oder Expertengelaber anhören? Dann doch lieber eine saubere Spielabsage wie in Saarbrücken und bei der Wiederholung eines alten Krimis einschlafen. Gemordet wird immer und überall. Eine Region kann ohne Bundesligisten überleben, aber wenn es keinen Regionalkrimi gibt, ist man wirklich abgehängt. Selbst wenn es vor der eigenen Tür so trostlos und gruselig wie bei True Detective aussieht, kann man mit den heimischen Lost Places noch ganz gut Quote machen. Auch hier sollte man die Investoren so lange wie möglich raushalten, sonst wird man aufgrund der sanierten Infrastruktur für Filmteams uninteressant. Zu aufregend darf es für den Zuschauer natürlich letztlich nicht sein, sonst wachen die wieder auf und schalten irgendwohin, wo tatsächlich Fußball gezeigt wird. Und beim Asien und Afrika Cup muss man wenigstens keine frierenden Fans auf der Tribüne sehen. Gegen das Frieren Samstag 10:30 hilft nur mindesten 90 Minuten durchgehende Bewegung. Ob beim Fußball oder Fußballtennis ist egal. Ein Lost Place ist unser Platz jedenfalls nur, wenn der Ball unauffindbar ins Gebüsch fliegt.
14. Oktober 2015 – Das Unter-der-Woche-Saisonende!
Ja, gut – es sieht auf dem Foto irgendwie nach Volleyball aus, war aber Fußball-Tennis. Regen, Temperaturen im einstelligen Bereich und Lichtmangel hatten dazu geführt, dass nur noch Wenige zum Mittwochs-Termin aufschlugen. Zwei waren schon wieder weg, bevor der verspätete Ballbringer (mit Ball) kam. Was blieb uns da dann beim letztmöglichen #kopfgrätsche–Mittwoch des Jahres* zu zweit, außer unsere Wintersportart Fußball-Tennis hervorzukramen?!
Die Torlatte war unser Limit und wir waren am Limit. Die alten Büro-Körper boten keinerlei ansehnliche Fußball-Akrobatik. Gut dass wir im Dunkeln spielen mussten. Mit einem unverdienten aber friedlichem 2-zu-2-Unentschieden (nach Sätzen) verabschiedet sich Kopfgrätsche.de für dieses Jahr vom Mittwochs-Termin und spielt fortan nur noch einmal pro Woche Samstags um 10.30 Uhr.
* Kommenden Mittwoch ist Feiertag (Marty-McFly-Welcome-Day) und am folgenden Sonnabend folgt die Zeitumstellung. Der Sonnenuntergang findet dann deutlich vor 17 Uhr statt.
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