Ich bin kurz davor unseren Berliner Botschafter vorzeitig von seinem Tennisplatz auf Sizilien nach Deutschland zurückzubeordern, um unsere Platzverhältnisse kritisch zu bewerten. Aktuell kann man sich nur vorstellen, ob da gerade Schnee, Schneematsch oder doch nur vereiste Schneereste in den Ecken herrschen und welches Schuhwerk Samstag 10:30 empfehlenswert ist. Berliner haben ja bekanntlich über 50 Wörter für Schnee (also spätestens seit diesem Winter) und können am besten entscheiden, ob die kniehohen Stiefel reichen oder ob es doch die Moonboots mit Pelztrotteln sein sollten. Gerade im Hinblick auf die Fashion Week möchte man ja nicht wie ein Brandenburger Pelztrottel rumlaufen. Tausalz werden wir natürlich nicht einsetzen, da wir fest an ökologische Körperwärme durch Schneeengel glauben. Wir müssen hoffen und beten, dass unser Berliner Botschafter uns quasi auch wie ein Engel Samstag 10:30 erscheint, denn falls er auf geöffnete Flughäfen und freie Bahnstrecken setzt, könnte es schwierig werden. Dann lieber doch spontan den Aufenthalt bei den Sizilianern verlängern. Die kennen gar keine Wörter für Schnee und dort traut er sich wahrscheinlich auch nicht zu fallen. In Berlin wünscht sich wahrscheinlich Mancher die Cosa Nostra und nicht die BSR würden den Winterdienst organisieren. Immerhin kommen heute in Köpenick die Frankfurter mit ihrem neuen Trainer Riera, der schon wie ein irrer Mafiaboss guckt, in der Alten Försterei vorbei. Sein feuriger Blick wird die Wege zum Stadion schon freibrennen. Das ist im Zweifel umweltschonender als Tausalz. Und vielleicht fangen bei sizilianischen Bedingungen sogar schon die ersten Vögel an zu brüten. Was auch immer die DFL entscheidet, Fußballtennis sollte doch mindestens drin sein, oder?
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Verkehrskompass in die Spitze
»Dynamo ohne Kreische, ist wie’n Krimi ohne Leische.«* Zum Glück musste Dynamo nur wenig auf Hansi Kreische verzichten. Er war ja ein klassischer Oneclubman. Dass er später noch Chefscout bei RB Leipzig war, konnte er mit seiner Rückkehr zu Dynamo 2020 hoffentlich korrigieren. Immerhin hat er sogar seine Diplomarbeit 1980 über die SGD geschrieben. Die hatte zwar sehr viele Bilder, aber es war schließlich auch nur ein Sportlehrer-Diplom. Nun braucht natürlich nicht jeder Krimi zwangsläufig eine Leiche. Nach der Faninvasion von Dresden nach Berlin letzte Woche musste sich die Hauptstadt-Polizei mehr mit Sachbeschädigung, Körperverletzung, Landfriedensbruch und Raub beschäftigen. Immerhin war kein Enkeltrick bei der alten Dame aufzuklären. Verkehrsschilder und Laternenpfähle sind seit dem dafür hauptsächlich gelb zugestickert. Was im grauen November aber doch für mehr Sichtbarkeit im Straßenverkehr sorgen kann. Auch wir haben die gelben Leibchen Samstag 10:30 am Start. Sehen und gesehen werden. Ganz im Sinne des siebten Sinns. Obwohl man den im Tal der Ahnungslosen nie empfangen konnte. Dort konnte man maximal den Verkehrskompass sehen, in dem Günther Schubert (ja genau, der Vater von Alexander Schubert) sich mit „Gestatten Meier“ vorstellte, um im Anschluss jedes mal eine neue Eselei im Straßenverkehr zu begehen. Gefolgt von der Versicherung: „Das werde ich ganz bestimmt nicht wieder tun“. Mit diesem Mindset sind sie bei Dynamo Dresden also aufgewachsen. Und in diesem Umfeld konnte auch Hansi Kreische zum „Serientäter“ werden. In welche Staffel wir mit der Kopfgrätsche am Samstagmorgen starten, kann niemand genau sagen. Aber die Treue und Hartnäckigkeit Eseleien aber auch manchmal ungeahnte Kunststücke mit dem Ball anzustellen, ist uns nicht fremd.
* Zitat: Tobias Trauzettel aus einer Autogrammanfrage in den 70ern
All right, we’ll call it a draw
Das schiedlich friedliche Unentschieden am Samstag (10:30) und Mittwoch (18:00) ist meistens das beste Ergebnis, damit niemand mit schlechter Laune nach Hause gehen muss. Wie die Quoten darauf sind, ist schwer zu sagen. Aber tippen echte Zocker auf Unentschieden? Ein 0:0 scheint am Spielanfang immer eine gute Idee zu sein. Bis das erste Tor fällt. Bei Juve gegen Dortmund am ersten Champions-League-Spieltag stand es zur Pause auch torlos. Was kann man dann erlösen, wenn man sagt: das geht noch 4:4 aus? Da müsste man mal bei einem Buchmacher mit jahrelanger Erfahrung nachfragen. Allzu viele Namen fallen mir da nicht ein, aber dass es früher einmal das Café King in Charlottenburg gab, ist ja Allgemeinbildung. Ante Šapina könnte also bestimmt weiterhelfen. BVB-Trainer Niko Kovač ist in Berlin Wedding geboren und könnte auf berlinerisch oder sogar kroatisch mal nachfragen. Beim Spiel in Turin traf Niko Kovač auch einen anderen alten kroatischen Freund wieder. Seit März diesen Jahres ist Igor Tudor, ehemaliger Verteidiger von Juve, dort als Trainer unterwegs. Mit seinem Namen müsste er natürlich eigentlich Trainer auf der Insel im Mutterland der Buchmacher sein. Mit Niko stand er über 30 mal für die Kockasti auf dem Platz. Das erste und das letzte gemeinsame Länderspiel endete jeweils unentschieden. Und an einem weiteren spektakulären Unentschieden vor 25 Jahren waren sie auch beteiligt, als am ersten Spieltag der Champions League 2000 der HSV auf Juventus traf. Beim wilden 4:4 im Hamburger Volkspark trafen Igor Tudor zum 0:1 und Niko Kovač zum 4:3. Am Ende gingen beide mit unentschiedener aber auch nicht mit schlechter Laune nach Hause. Ob Ante Šapina dieses Ergebnis erwartet hatte, wissen wir nicht. Was sollte er auch mit dem HSV zu schaffen haben?
Hält nur zum Aussteigen
Anfang August und ihr wisst, was das bedeutet. Richtig, Start der Generalsanierung der Deutschen Bahn zwischen Hamburg und Berlin. Und weil natürlich just am ersten Augusttag auch die Zweite Liga startet, ist man erst einmal heilfroh, dass der HSV in die erste Liga aufgestiegen ist. Somit müssen die Herthaner die Saison allerdings in Gelsenkirchen eröffnen. Auch da kommt man aber mit dem Deutschlandticket ab heute nicht mehr hin. Und damit wird den Fußballfans ihre zweite Leidenschaft genommen: ohne Extrakosten eine für sich schon ziemlich heruntergerockte Regionalbahn komplett in ihre Einzelzeile zu zerlegen. Wo kann man sonst das Rausreißen von Sitzschalen und das Zerschlagen von sanitären Anlagen unter Wettkampfbedingungen trainieren? Stattdessen sitzen viele Fans bereits schon jetzt im Schienenersatzverkehrbus auf der Transitstrecke und trinken jede Raststelle leer. In der Regionalbahn fehlt ja leider auch das Bordbistro, wo man noch ein kleines Bier für 6 Euro nachkaufen kann, falls einem da der Nachschub ausgegangen ist. Aber der Bus hält oft genug, um Zustieg in jedem Marktflecken zu ermöglichen, der von der Bahn nicht einmal als Bedarfshalt angefahren wird, so dass die Generalsanierung eigentlich ein gutes Konjunkturpaket für jeden Dorfkonsum sein sollte. Auf der Rückfahrt dann das Gleiche in umgekehrter Reihenfolge, nur dass jeder Ort seine Betrunkenen ohne Durst und oft genug auch ohne Erfolgserlebnis wieder zurück bekommt. Es sei denn, es gab auf dem Rückweg noch irgendwo eine Einkehr an einem Verkehrsknotenpunkt, an dem man Erzfeinden, die sich auch auf Auswärtsfahrt aus einer anderen Richtung befanden, eins auf die Mappe geben konnte. Auch etwas, was auf der Schiene aufgrund unplanbarer Umsteigezeiten eher selten umsetzbar ist. Plan- und umsetzbar ist Kopfgrätsche Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00. Wir hoffen auf hohe Auslastung und empfehlen die Anreise mit dem Fahrrad, Nahbus oder einfach mit dem eigenen Bus.
Pokal, i hol di mit mei’m Traktor ab
Ist das Finale noch in Berlin? Nee, ich frag ja nur. Ist zwar noch eine Weile hin und es ist auch schwer abschätzbar welche zwei von den 64 Mannschaften am Ende im Endspiel antreten dürfen. Jetzt muss erst einmal die erste Runde gespielt werden. Aber dass man in dieser Phase des Wettbewerbs endlich mal neue alte Sportplätze und verrottete Kampfbahnen kennenlernen kann, ist ziemlich unwahrscheinlich. Inzwischen bleiben die qualifizierten Amateure selten auf ihren Dörfern. Natürlich könnte man den Gegner mit schimmeligen Kabinen und Duschen ohne Warmwasser schocken. Und wahrscheinlich wären die Profis schon anständig vor dem Spiel zermürbt, wenn sie mit ihrem Luxusreisebus dreimal beim Wenden in Misthaufen stecken geblieben sind. Einfach mal das Schild von der Sackgasse abmontieren und schon ist die Erstrundensensation kein Traum mehr. In Wismar schaffen wir uns durch das Schwedenfest ähnliche Bedingungen. Also Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00 lieber rechtzeitig losfahren. Aber wenn man im DFB-Pokal dann doch als Underdog unterliegt, hat man nichts an diesem Highlightspiel verdient. Deshalb schaut man beim Frühschoppen im Dorfkrug lieber noch einmal in den Diercke-Weltatlas und sucht eine eingezeichnete Siedlung in der Nähe, die bereits an das Straßennetz angeschlossen wurde und über eine Sportstätte am Zubringer verfügt, in die wenigstens ein paar tausend zahlende Gästefans passen. Wenn die da was kaputt machen, ist es auch nicht ganz so schlimm. Das eigene Dorf wird dann wenigstens nicht durch Wildpinkler und eine Stickerflut am Maibaum entweiht. Selbst muss man sich dann leider auch mit dem Fuhrwerk oder Trecker auf den Weg machen zum Marktflecken, wo komische Leute wohnen, die ihren Müll trennen und Hunde in Handtaschen tragen. In dieser Ausweichspielstätte wird man sich also nicht ganz so zuhause fühlen. Aber so hat man wenigstens schon einmal ausprobiert wie es ungefähr wäre, wenn man es wirklich bis nach Berlin schaffen würde. Das ist dann zwar noch ein paar Nummern größer, aber eine Pferdetränke und ’nen Treckerparkplatz ham die auch nich. Hauptsache man ist Abends wieder zurück am Stammtisch im Dorfkrug und hattn büschen watt zum vertellen.
PS: Die lahme Auslosung hat in diesem Jahr tatsächlich dafür gesorgt, dass sogar die Oberligisten aus Koblenz (Gegner: Wolfsburg) und Hildesheim (Gegner: Elversberg) lieber im eigenen Stadion bleiben. Da muss schon der Umzug von Phönix Lübeck ins Hamburger Volksparkstadion als Beweis für die hier angebrachten Thesen herhalten…
Virage am Arsch
Oh, la la, wir haben es versucht wie Saarbrücken. Vielleicht waren es aber am Ende ein paar Regentänze zu viel. Dass an einem Mittwochabend noch ordentlich Luftfeuchtigkeit herrscht, freut sicher die Vegetation um den Platz herum, die bereitwillig unsere Bälle frisst. Aber für Tartan brauchen wir nicht unbedingt Nässe von oben, um unsere Talentfreiheit auszugleichen. Das bisschen Getröpfel reicht dann leider auch nicht aus, um die Glasscherben vom Platz zu spülen, die seit Silvester dort rumliegen. Auf Glasscherben und Reißzwecken haben sie im Saarland verzichtet. Aber sonst waren ihnen alle Mittel recht, um die Gäste auf ein möglichst ungewohntes Terrain (wie der frankophile Virage-Steher zu sagen pflegt) zu locken. Auf dem war dann der Kaderwert oft kein Faktor mehr. Als halbe Franzosen reihten sich ihre Matschpläne gegen überlegene Gegner in die Reihe großer Feldtaktiken kleiner Feldherren ein, die aber kurz vor der Herrschaft über ganz Europa enden sollten. Ausgerechnet die Nachbarn aus der gleichen Wetterzelle kamen dann mit den herrschenden Klimabedingungen am besten zurecht und dürfen nun stattdessen nach Berlin reisen. Da wird der Rasen natürlich á la bonheur sein. Und wenn nicht kurz vor dem Finale ein riesiges Aquarium ausläuft, höchstwahrscheinlich knochentrocken. Das Banner »Virage, Bagage – Drainage, Blamage«, das alle bekannten Französisch-Vokabeln des pfälzer Bergvolkes zusammenfasst, wird wahrscheinlich nicht gebraucht. Da muss beim Finale schon etwas Kreativeres kommen. Am besten etwas, dass den Finalgegner und haushohen Sieger davon abhält, nach dem Abpfiff Aspirin in den Pokal zu schütten. Wir versuchen wieder Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00 den Elementen jeglicher Art zu trotzen und kommen trotz möglicher Verbannungen durch das Wetter immer wieder. Aux Armes!
Automatthäusmen
Damit nicht nur Zweitligafußball in der nächsten Saison im Berliner Olympiastadion gastiert, lässt man ab Herbst zusätzlich noch ca. 3 mal die Champions-League-Hymne vom Band laufen. Wer beim diesjährigen DIA-Turnier dabei war, kann bestätigen welche Kraft diese künstlich zusammengeremixte Melodie auf Fußballer jeder Qualität und Klasse ausübt. Sofort sieht man vor seinem geistigen Auge die großen blendenden Flutlichtmasten aus Madrid, Barcelona oder Mailand. Dass Köpenick da nicht ganz in diese Reihe passt, lässt sich zum Glück dadurch ausgleichen, dass im Berliner Westend im vorigen Jahrhundert olympische Sommerspiele ausgerichtet wurden. Die DIY-Arena von Union reicht aber immerhin für Spiele gegen Heidenheim, Darmstadt und Sinsheim. Den Gästen aus dem westdeutschen Grünheide kann man die selbstgebauten Tribünen gerade noch zumuten. In der Champions League hat man schließlich erst einmal Handwerker gesehen als damals das Tor in Madrid umfiel. Diese patenten Leute könnten wir beim Kopfgrätschen (Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00) ganz gut gebrauchen. Falls sie jetzt in Madrid mit dem Tor losfahren, könnte es rechtzeitig zum Spielbeginn auf dem Platz stehen. Um die Abhängigkeit von Menschen, die nicht rechtzeitig daran denken ein Tor zu besorgen, zu vermindern, wird die Bespielbarkeit von Plätzen inzwischen vermehrt automatisiert. Rasenmäherroboter erledigen den Job, den Lothar Matthäus beim FC Bayern sowieso nie hätte machen dürfen. Und auch das akkurate Abkreiden ist nicht mehr davon abhängig, dass der Platzwart in den großen Stadien die Fluchten richtig einschätzt nach dem Frühschoppen. Nach der Instandsetzung des Gummis ist also damit zu rechnen, dass sich der Belag selbstständig reinigt und pflegt und versenkbare Tore bei Bedarf aus der Erde hochfahren. Dann kaufen wir uns auch den smarten Ball mit eingebauter Machete, der sich selbstständig aus der Brombeerhecke hinterm Platz schneidet, sobald das zeitgesteuerte Licht- und Soundsystem das Flutlicht einschaltet und die Hymne erklingen lässt.
Herthinho Matata
Jetzt haben wir uns letzte Woche gerade erst auf einen Namen für diesen Bären geeinigt und nun kommt hier schon das nächste exotische Tier um die Ecke gestreunt. Stand jetzt wird die Löwin von Kleinmachnow immer noch wie wild gesucht, weil noch nicht alles Gags zu dem Thema gemacht wurden und weil man der Meinung ist, so eine Raubkatze passt jetzt nicht unbedingt nach Berlin. Exotische Fische auf der Straße sind noch in Ordnung. Aber die anderen Tiere, die nun alle eine Stufe in der Nahrungskette abgerutscht sind, finden das jetzt auch nicht so cool. Herthinho wurde auch sicherheitshalber eingeschlossen. Er wird schließlich ab nächster Woche im Hertha-Mittelfeld dringend gebraucht. Begegnungen oder auch Verwechslungen mit der Löwin kämen für ihn zur Unzeit. Die Rolle als unscharf dokumentiertes Sommerlochtier füllt die Löwin aber sehr gut aus. Kaiman Sammy wäre stolz und der hat immerhin nur einen Baggersee okkupiert. Die Katze mag jetzt eher kein Wasser, aber da kommt ihr die Steppe von Brandenburg natürlich entgegen. Wir müssen jetzt aber nicht damit rechnen, dass uns beim regelmäßigen Suchen des Balls im Unterholz (Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00) ein paar Katzenaugen anfunkeln. Dennoch empfiehlt es sich weder Löwen noch Mitspieler laut anzubrüllen oder ihnen Schläge anzudrohen. Also am besten das vermeiden was Javid als „Casino“ bezeichnet. Ob er dabei jetzt an Siegfried und Roy wegen der Löwen gedacht hat oder an das lose Mundwerk von Joe Pesci, ist noch zu klären. Aber am besten nonverbal und ohne hektische Bewegungen. Wir versuchen einfach den Eindruck zu erwecken wir wären ganz durchschnittlich talentierte, zähe Freizeitkicker mit dürren Beinen und keine leckeren Rummelboxer. Das gilt auch für Marius Gersbeck.
Jeremy spoke in Master Class today
Yeah, Hamburg ist wieder das Maß der Dinge, Diggi! Also beim Fußball jetzt noch nicht so wirklich. Okay, vielleicht steigt dieses Jahr tatsächlich eine Mannschaft aus Hamburg auf. Oder wenigstens aus Stellingen. Aber dafür muss man erst einmal den Relegationsplatz erreichen. Und danach diese Relegation auch noch erfolgreich bestreiten und selbst falls man in den letzten Jahren in der Freien und Hansestadt eine gewisse Routine für diese Bonusspiele entwickelt hat, stellt die Relegation jetzt statistisch nicht unbedingt eine Riesenchance für Zweitligisten dar. In den letzten 10 Jahren hat es gerade mal ein Verein geschafft über die Relegation aufzusteigen. Das war Union Berlin 2019 und seitdem hat Berlin tatsächlich zwei Eisen im Erstligafeuer. Seit fünf Saisons hat Hamburg dafür das Abo auf spannende Stadtderbys – nur leider nicht ganz oben. In diesem Jahr lässt man sich offensichtlich von Darmstadt und Heidenheim abhängen. Das nagt schon ganz schön am natürlichen Selbstverständnis der Großstädter. Gut, dass das OMR-Festival diese Woche gezeigt hat, dass Hamburg immer noch sehr wichtig ist. Dieses Jahr waren dort 70.000 Zuschauer. Das sind 20.000 Leute mehr als Heidenheim Einwohner hat. Die digitale Champions League der Onlinemarketingprofis und Content Creator hat somit in großer Zahl schon einmal St. Pauli das Gefühl geben können, wie sich ein Aufstieg im Viertel anfühlen würde. Ob dann auch Boris Becker, Jeremy Fragrance oder Luisa Neubauer kommen würden, ist unwahrscheinlich. Aber die Kreativagenturen würden bestimmt mit einigen Espresso-Martinis feiern. Kopfgrätsche liefert auch heute verlässlich freshen digitalen Content, um euch Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00 wieder zu spannenden Sessions auf die Red Stage zu locken. Die Seats für die Master Class sind allerdings streng limitiert wie Erstligalizenzen und heiß begehrt. Ein Recording des Events, das man in doppelter Geschwindigkeit relive snacken kann, wird diesmal nicht angeboten.
777 Nation Army
Der Name Big City Club ist jetzt also offiziell wieder frei. Ich bin mir noch nicht ganz sicher, ob wir ihn Samstag 10:30 gebrauchen können. Er klingt zwar nicht schlecht und die Leute konnten ihn sich auch ganz gut merken, aber fast keiner hat es geschafft ihn ernst auszusprechen. Er war dann doch ein untrügliches Zeichen dafür, dass Selbst- und Fremdbild relativ weit auseinander lagen. Aber das möchte man in Berlin nun besser machen. Während die Hauptstadt nun auch politisch etwas Neues ausprobieren möchte und eine großen Koalition bastelt, die weniger den Fokus auf verkehrsberuhigte aber dafür auf nach Altkanzlern der Einheit benannte Straßen legt, wagt auch Hertha den Neustart. Und der soll viel bescheidener daherkommen als unter Lars Windhorst. Der darf sich als alter Kohlspezi vielleicht noch über den hochmodernen Dr.-Helmut-Kohl-Speedway freuen, aber ansonsten braucht ihn an der Spree niemand mehr. Also eigentlich brauchte man auch nur sein Geld und das könnte man weiterhin natürlich gut gebrauchen. Aber die Hertha hat innovative Ideen, wie sie sich die neue Eckkneipen-Bescheidenheit leisten kann. 777 Partners ist der frische Anteilseigner und die haben wenigsten etwas Ahnung von Fußball. Schließlich ist Hertha nicht der einzige Klub, in den 777 Partners investiert. Genua, Rio de Janeiro, Paris, Lüttich, Sevilla und Melbourne begrüßen Berlin in ihrem neuen Big City Club. Und das ohne eine eklig schmeckende Brause zu vermarkten. Bei Red Bull reagiert man seit dieser Woche auf die Zahl 7 allerdings auch leicht allergisch. Für die 64,7% begnügt sich 777 mit je 2 Sitzen im Aufsichts- und Gesellschaftsbeirat. Was soll schon schiefgehen? Wenn man es schafft, windige Gesellen wie Jens Lehmann vom Berliner Westend fern zu halten, wird diesmal bestimmt alles gut. Vielleicht hilft es, um das Olympiastadion herum ein paar verkehrsberuhigte Zonen einzuführen.
Haste Murmeltierscheiße am Lackschuh
Bevor noch irgendjemand auf die Idee kommt, weitere dumme Fragen zur nachgeholten Abgeordnetenhauswahl in Berlin zu stellen, macht die Hauptstadt einfach weiter mit dem Everyday Life und eröffnet die 73. Berlinale. Alle spotten, aber wie einst Harald Juhnke kommt die schwankende Diva einfach selbstbewusst die Showtreppe heruntergetänzelt. In Berlin immerhin ein Weltstar. Ansonsten ist ja nun alles Menschenmögliche an Gehässigkeiten über der Metropole ausgekübelt worden. Nur Hannover steht immer ein bisschen neidisch daneben und versucht mit absurden Hundekot-News aus dem Ballett Aufmerksamkeit zu erheischen. Berlin gähnt nur müde, weiß es doch, dass Tierfäkalien an jeder Ecke zur Interaktion einladen. Aber jetzt wird erst einmal der rote Teppich darüber gerollt und obwohl natürlich auch hier gewählt wird, steht ein Gewinner schon fest. Steven Spielberg wird mit einem goldenen Ehrenbären für sein Lebenswerk geehrt. Neben seinem neuen Film The Fabelmans werden auch seine Klassiker wie E.T., Indiana Jones oder der Weiße Hai gezeigt. Spielberg hat mit seinen Filmen bisher 19 Oscars abgeräumt. Aber als Messi der Filmwelt fehlt ihm noch die größte Auszeichnung, die nur Berlin vergeben kann. Alle gönnen ihm den Pokal und fiebern schon daraufhin, dass Julia Fidel ihm bei der Ehrung einen Bischt überwirft. Oder was in Berlin kulturell und modisch grad so angesagt ist. Mal Lars Eidinger fragen. Ein Fußballtrikot wird es wahrscheinlich nicht sein. In der Frage wäre die Stadt ähnlich gespalten wie bei den Wahlergebnissen. Aufgrund unseres samstäglichen Murmeltiers namens Kopfgrätsche werden wir leider nicht beim Festival sein und im Cubix 2 Groundhog Day verpassen, der in der Retrospektive für Coming-of-Age-Filme läuft. Anders als Harald Juhnke haben wir 10:30 einen Termin auf unserem roten Tartan-Teppich und der funktioniert nicht im Sitzen.
Hilti Army
Wenn wir uns mit England vergleichen, gucken wir definitiv neidisch auf die Premier League. Natürlich kann es immer mal passieren, dass Pep potentielle Weltstars in die Bundesliga vergrault, aber die spielen nicht für Nüsse, weshalb bei einem Bundesliga-Wechsel bestimmt ein sorgenvoller Bankberater für eine zweistellige Anzahl an Anrufen in Abwesenheit bei den betreffenden Spielern sorgen könnte. Sonst kann man aber auch versuchen die Hauptstadtklubs miteinander vergleichen, um die Bilanz des Wintertransferfensters einzuordnen. In Berlin bieten Union und Hertha immerhin Hashtagmaterial um #Isco und #Bobic und die Frage: wer blamiert sich hier am besten? Willkommene Themen, um mal kurzzeitig von Nachwahl und Co. abzulenken. Von Fredi Bobic wird wenigstens der Satz bleiben, den sich jeder Berliner auf ein T-Shirt drucken sollte, wenn er oder sie außerhalb der Stadt gefragt wird, warum Berlin soviel nicht auf die Kette bekommt: „Wenn du nochmal so frägst, kriegst du eine gescheuert!“ Dann weiß der Söder gleich bescheid. In London derweil finden wir aktuell 7 Erstligisten und die Transferausgaben sprengen natürlich wieder alle Rekorde. Das Financial Fairplay hat dabei den Charakter eines Serviervorschlags, wenn Chelsea sich ein Saldo von -330 Mio. allein in diesem Winter gönnen kann. Soviel Geld konnte Hertha gerade so in der ganzen Zeit mit Lars Windhorst durchbringen. Mit dem Ergebnis, dass man wieder einmal den Schwaben Bobic nach Berlin holen musste, um kleinere Weckle zu backen. Nun ist er schon wieder weg und Hertha ergibt sich komplett seiner Berliner DNA. Auch wenn das bedeutet, dass bestimmt bald Pal Dardai wieder zurück ist und den nächste Stadionumbau wahrscheinlich die Fans machen müssen. Aber das hat immerhin bereits Köpenick an die Tabellenspitze getragen. Das sollte auch uns Hoffnung machen. Schließlich kann unser Platz neben einer fußballerischen (Samstag 10:30) durchaus mal eine handwerkliche Überholung vertragen. Und manch einer arbeitet vielleicht mit der Hilti feiner als mit dem Ball? Ich fräge ja nur.
Married… with old Lady
Die Macher von „Arm aber Sexy“ und „Länderfinanzausgleich in der Nachspielzeit“ bescheren uns einen neuen Kassenschlager im Sitcom-Format. Dass von Lars Windhorst nur heiße Luft kommt, hätte natürlich niemand ahnen können. Er hatte immerhin die Start-Up-Gang von Carsten Maschmeyer gelesen und hätte sein Geld auch easy bei der Höhle der Löwen in achtsame Gewürzmischungen und smarte Schuhlöffel investieren können. Aber nein, er wollte ja unbedingt sein sauer zusammenspekuliertes Geld mit jungen Menschen in kurzen Hosen vermehren. Viele hielten es für einen Enkeltrick mit einer alten Dame, aber wer auf Klinsi und Jens Lehmann als Berater vertraut, will das Geld doch auch nicht wirklich wiederhaben, oder? Als logische Fortsetzung dieser Expertenreihe kam man dann natürlich auf Felix Magath, der schon Fulham-Sugardaddy Mohamed Al-Fayed erfolgreich die Scheine aus der Buxe gezogen hat. Aber wer ist hier Täter und wer Opfer? Lars Windhorst fühlt sich wie ein armer Schuhverkäufer, der missmutig auf der Couch sitzt während ihm die nimmersatte Familie die Kohle aus den Griffeln reißt, um damit unnützes Zeug zu kaufen. Ist es da nicht verständlich, dass er seine Anteile irgendwo verpfänden muss? Ist natürlich blöd, dass die dann im schlimmsten Fall auch zwangsversteigert werden können und neben John Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00 noch mehr Zocker in kurzen Hosen, Hertha-Trikots und hoffentlich auch in Schuhen auf dem Bolzplatz landen. Aber die Gefahr scheint gebannt. Lars hat den Schmuck der alten Dame schon längst wieder ausgelöst. Dann wird bestimmt doch noch alles gut, wenn er nicht mit seinen Kumpels in der Nacktbar landet.
I am filming
Wir haben das nicht so richtig hautnah mitbekommen. Wahrscheinlich weil wir gerade gebannt auf die Glitzerjacke von Frank Zander gucken mussten. Aber die Fotografen richteten in dem Moment ihre Linsen auf eine andere Linse, die wiederum auf sie gerichtet war. Und auf die Fans und Frank, die schon zu Spielbeginn nicht nach Hause gehen wollten. Ist ja für die Meisten auch ziemlich weit per Pedes zum Wohnort. Liegt ja nicht gerade zentral in der Stadt das Stadion. Obwohl die Erbauer vielleicht damals gehofft haben, dass die Stadt da schon drumherum wachsen wird. Aber das ist eine andere Geschichte und muss von Guido Knopp erzählt werden. Also doch lieber Öffis oder privater Partybus für An- und Abreise. Schon kurze Zeit nach dem Mexican Standoff mit Kameras kam allerdings die Meldung, dass sich Klinsi damit schon den ersten Skandal geleistet hatte. Das ging fix. Sollten die Buddhas doch erst in der nächsten Woche geliefert werden. In Berlin nicht unwahrscheinlich, dass die dann beim Nachbarn abgegeben werden. Also bei Union. Dabei machte der schwäbische Bäckerssohn (Yes! Der musste sein…) doch den gleichen Mist wie alle anderen in dem Moment. Er hielt sogar das Smartphone quer und umdribbelte so geschickt die Vertical-Video-Falle. Schöner Schwenk. Der Zoom auf uns fehlt leider, aber das kann man verschmerzen. Wir wissen ja dass wir da waren, weil wir doch in dem Moment auch fleißig rumgeknipst haben. Die Kopfgrätsche-Handyhüllen kamen allerdings nicht rechtzeitig an. Werden wahrscheinlich Samstag 10:30 geliefert und dann beim Nachbarn abgegeben.
Good Head Tackle
Die Partie am Kopfgrätscher Tor
Seit Stunden schon wollen wir gehen
Und immer noch stehen wir hier
Wie Falschgeld unter der ODEG
Und irgendwer holt neues Bier
Jedem ein Sterni und bald kommt
Der Mond hinterm Stadion hervor
Der soll uns die Wege beleuchten
Zu der Partie am Kopfgrätscher Tor
Bist du dabei oder willst du nur noch nach Haus?
Weißt du wohin, oder gehst du nur geradeaus?
Hörst du den RTW singen
Als warnte er uns davor
Uns zu befassen mit schwierigen Dingen
Und der Partie am Kopfgrätscher Tor
Warm sind die Nächte und kalt sind
Die Herzen der traurigen Vier
Die gegenüber der Kaibar
In den Hals ihrer Bierflaschen stieren
Da gehen wir jetzt rüber und singen
Ihnen zur Freude im Chor
Ein Lied vom guten Gelingen
Und der Partie am Kopfgrätscher Tor
Bist du dabei oder bis du so gut wie tot?
Bist du schlau oder bist du so dumm wie Brot?
Weißt du schon wen deine Exfrau
Zum neuen Liebling erkor
Und wer heute Abend ins Gras beißt
Bei der Partie am Kopfgrätscher Tor
Da, wo die Hoffnung zu spät kommt
Und der Strafraum stets überfüllt
Und ein freundliches Wort nie umsonst ist
Und ein guter Vorsatz nichts gilt
Da bin ich seit Jahren zu Hause
Da war’s, wo ich dich verlor
Da tobt jeden Samstag aufs Neue
Die Partie am Kopfgrätscher Tor
Bist du schon da oder kommst du wenigstens bald?
Brennt noch ein Feuer in dir oder bist du schon kalt?
Und weißt du noch, wie du geweint hast
Und wie ich die Nerven verlor
Und wie du mich gar nicht gemeint hast
Bei der Partie am Kopfgrätscher Tor.
Alligator, Agitator und Tor
Nach der maximalen Depression im Sommer hat der DFB gestern doch noch für Erfolgsmeldungen in diesem Jahr gesorgt. Mit der erfolgreichen EM2024-Bewerbung haben sie erreicht, dass in den nächsten sechs Jahren nicht über ein anderes Land gelästert werden kann, weil es mit den Stadionausbauten und -sanierungen dem Zeitplan hinterherhinkt. Stattdessen darf Philipp Lahm das machen, was er schon als Aktiver gut konnte: die Lage mit nichtssagenden Worthülsen schönreden. Wahrscheinlich exklusiv auf LinkedIn. Dort wo auch Oliver Bierhoff seine Stakeholder trifft. Dabei ist in der Türkei durchaus jetzt schon das eine oder andere Stadion EM-reif. Und auch so mancher Bolzplatz macht neidisch, wie diese Woche Yiğit mit Bildern aus Bursa bewiesen hat. Die Timsah Arena in Bursa verfügt zudem über einen ganz besonderen Knüller. Seit diesem Jahr hat das Stadion einen Krokodilkopf. Der war von Anfang an geplant, fehlte aber noch 2015 als das Stadion eröffnet wurde. Seit Mai 2018 spielen die grünen Krokodile von Bursaspor nun endlich mit Köpfchen. Darauf ist man bei anderen Stadien noch nicht gekommen. Das Kölner Stadion mit Geißbock- oder die Leipziger Arena mit Bullenkopf hätten doch auch was. Oder man könnte wenigstens den Rasen im Berliner Olympiastadion in den Farben von Herthinhos Frisur färben. Der Krater im Strafraum unseres Bolzplatzes (Samstag 10:30) ist immerhin schon beinahe so groß, dass fast nur noch der Kopf des Torwarts hinausschaut. Kurioserweise fehlte im EM-Bewerbungsvideo der Türkei der Krokodilkopf von Bursa. Mit ihm wäre es eventuell anders ausgegangen. Philipp Lahm hat jetzt ja noch sechs Jahre Zeit sich eine ähnlich coole Lösung zu überlegen. Wir werden es erfahren. Auf LinkedIn.
14. April 2018 – Wo ist Herthinho? (Heimspiel)
Nachdem der Charming-Bär der Berliner Hertha im letzten Sommer in Wismar mit Abwesenheit glänzte, haben sich ortskundige Kopfgrätscher auf die Suche nach dem Knuddeltier gemacht. Beim Spiel gegen den Effzeh stellten sie ihm eine Falle. Doch auch Johns partielle Verkleidung als Herthinho lockte nur die flauschige Urlaubsvertretung Vivo den Vivantes-Waschbär an.
Yorckgrätsche im Kopfschlösschen
Von Bonn nach Berlin – Kopfgrätsche zwischen den Hauptstädten

Am Ende einer DFB-Pokal-Saison wartet bekanntermaßen Berlin. Da ist es nur folgerichtig den Anfang in Bonn zu machen, oder? Unser Kopfgrätsche-Ehrenpräsident konnte sich davon überzeugen, dass es die Ex-Hauptstädter trotz eines „Tor des Monats“ auch dieses mal nicht bis zum Finale schaffen. Erstrundenaus gegen Hannover 96. Ein kleines Trostpflaster klebte er ihnen ans Geländer.







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