Wenn wir uns mit England vergleichen, gucken wir definitiv neidisch auf die Premier League. Natürlich kann es immer mal passieren, dass Pep potentielle Weltstars in die Bundesliga vergrault, aber die spielen nicht für Nüsse, weshalb bei einem Bundesliga-Wechsel bestimmt ein sorgenvoller Bankberater für eine zweistellige Anzahl an Anrufen in Abwesenheit bei den betreffenden Spielern sorgen könnte. Sonst kann man aber auch versuchen die Hauptstadtklubs miteinander vergleichen, um die Bilanz des Wintertransferfensters einzuordnen. In Berlin bieten Union und Hertha immerhin Hashtagmaterial um #Isco und #Bobic und die Frage: wer blamiert sich hier am besten? Willkommene Themen, um mal kurzzeitig von Nachwahl und Co. abzulenken. Von Fredi Bobic wird wenigstens der Satz bleiben, den sich jeder Berliner auf ein T-Shirt drucken sollte, wenn er oder sie außerhalb der Stadt gefragt wird, warum Berlin soviel nicht auf die Kette bekommt: „Wenn du nochmal so frägst, kriegst du eine gescheuert!“ Dann weiß der Söder gleich bescheid. In London derweil finden wir aktuell 7 Erstligisten und die Transferausgaben sprengen natürlich wieder alle Rekorde. Das Financial Fairplay hat dabei den Charakter eines Serviervorschlags, wenn Chelsea sich ein Saldo von -330 Mio. allein in diesem Winter gönnen kann. Soviel Geld konnte Hertha gerade so in der ganzen Zeit mit Lars Windhorst durchbringen. Mit dem Ergebnis, dass man wieder einmal den Schwaben Bobic nach Berlin holen musste, um kleinere Weckle zu backen. Nun ist er schon wieder weg und Hertha ergibt sich komplett seiner Berliner DNA. Auch wenn das bedeutet, dass bestimmt bald Pal Dardai wieder zurück ist und den nächste Stadionumbau wahrscheinlich die Fans machen müssen. Aber das hat immerhin bereits Köpenick an die Tabellenspitze getragen. Das sollte auch uns Hoffnung machen. Schließlich kann unser Platz neben einer fußballerischen (Samstag 10:30) durchaus mal eine handwerkliche Überholung vertragen. Und manch einer arbeitet vielleicht mit der Hilti feiner als mit dem Ball? Ich fräge ja nur.