Mailand oder Madrid – Hauptsache Handgeld

Fast ohne Warnung
Irgendwie haben sie es geschafft
Das Ende des Transferfensters, das wir kannten
Ein kurzes Rauschen nur
Das ganze Geld der Scheichs verzockt
Erst fielen die Börsen und dann fielen die Staatsfonds

Dortmund hofft, dass es nicht stimmt
Mailand kämpft und London trinkt
Auch in Paris ist jemand reich
Der Deadlineday macht alle gleich
Transfermarkt hört einfach auf
Du weißt es und du siehst es auch
Dass Hamburg heute Nacht Angst hat
Vor den letzten Faxgeräten dieser Stadt

Es war wie ein Kartenhaus
Und Fabrizio fragte sich
Pletti, wie haben sie das bezahlt?
Und sie hören die Roma singen
Für unsere Fahnen spielt jetzt Mats
Für deine Fahne niemals mehr

Dortmund hofft, dass es nicht stimmt
Mailand kämpft und London trinkt
Auch in Paris ist jemand reich
Der Deadlineday macht alle gleich
Transfermarkt hört einfach auf
Du weißt es und du liebst es auch
Dass Hamburg heute Nacht Angst hat
Vor den letzten Faxgeräten dieser Stadt

Für alle, die für Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00 schon auf dem Spielberichtsbogen stehen, kann man nur hoffen, dass nicht noch ein spontanes Angebot aus Belgien oder Polen reinkommt. Dort schließt erst heute das Sommer-Transferfenster. Es ist aber in ziemlich vielen Ländern noch recht lange geöffnet. Also keine Eile. Oh wie schön, nach Panama kann man sogar noch in den nächsten 85 Tagen wechseln, kleiner Bär.

Jahresringkampf über 40 Runden

Porto gegen Antwerpen – auch das ist Champions League. Zumindest in der Vorrunde. Auch wenn man im ersten Moment denkt: die spielen doch bestimmt um den Intertoto-Cup oder maximal die Europa League. Das kann natürlich später noch passieren, wenn die ewig Gleichen im Viertelfinale Call of Geldadel zocken. Aber auch in der Vorrunde kann Historisches passieren, weshalb Kopfgrätsche-Legende Olaf gerne unsere Sticker in das Drachenstadion in Porto trug. Dass ausgerechnet ein Altersrekord gebrochen wurde, hatte dann aber wirklich nichts mit ihm zu tun. Pepe, der alte Haudegen hält trotz 3 Henkelpötten mit Real Madrid im Lebenslauf tatsächlich immer noch seinen Schädel in jeden Ball und erzielte damit am Dienstag Abend einen historischen Treffer. Älter als er war bei einem Champions-League-Spiel kein Torschütze bisher. Bei Antwerpen knirschte derweil mit Mark van Bommel ein ehemaliger Barca-Spieler auf der Trainerbank mit den Zähnen und wünschte sich sehnsüchtig auf den Rasen, um dort mit Pepe wie früher Ellenbogen-Zärtlichkeiten auszutauschen. Die früheren Aggressive Leader des Classicos sorgten dann doch für wahre Champions-League-Gefühle an diesem Abend. Pepe hat im kommenden Gruppenspiel gegen Barcelona sogar die Chance noch einmal direkt gegen sein altes Feindbild seinen eigenen Rekord zu brechen. Ausgerechnet bei Barca kommen gefühlt jede Woche neue Supertalente aus La Masia und brechen Altersrekorde in die andere Richtung. Der 40-Jährige Pepe muss wohl zuerst die Rekord-Tore von diversen 16-Jährigen verhindern, bevor er an einen eigenen Treffer denken kann. Eine Altersspanne im Profifußball wie man sie sonst nur vom Kopfgrätschen (Samstag 10:30) kennt. Und falls Olaf überraschend dort vorbei kommen sollte, würden wir ein Tor von ihm natürlich auch am ausgelassensten feiern.          

Automatthäusmen

Damit nicht nur Zweitligafußball in der nächsten Saison im Berliner Olympiastadion gastiert, lässt man ab Herbst zusätzlich noch ca. 3 mal die Champions-League-Hymne vom Band laufen. Wer beim diesjährigen DIA-Turnier dabei war, kann bestätigen welche Kraft diese künstlich zusammengeremixte Melodie auf Fußballer jeder Qualität und Klasse ausübt. Sofort sieht man vor seinem geistigen Auge die großen blendenden Flutlichtmasten aus Madrid, Barcelona oder Mailand. Dass Köpenick da nicht ganz in diese Reihe passt, lässt sich zum Glück dadurch ausgleichen, dass im Berliner Westend im vorigen Jahrhundert olympische Sommerspiele ausgerichtet wurden. Die DIY-Arena von Union reicht aber immerhin für Spiele gegen Heidenheim, Darmstadt und Sinsheim. Den Gästen aus dem westdeutschen Grünheide kann man die selbstgebauten Tribünen gerade noch zumuten. In der Champions League hat man schließlich erst einmal Handwerker gesehen als damals das Tor in Madrid umfiel. Diese patenten Leute könnten wir beim Kopfgrätschen (Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00) ganz gut gebrauchen. Falls sie jetzt in Madrid mit dem Tor losfahren, könnte es rechtzeitig zum Spielbeginn auf dem Platz stehen. Um die Abhängigkeit von Menschen, die nicht rechtzeitig daran denken ein Tor zu besorgen, zu vermindern, wird die Bespielbarkeit von Plätzen inzwischen vermehrt automatisiert. Rasenmäherroboter erledigen den Job, den Lothar Matthäus beim FC Bayern sowieso nie hätte machen dürfen. Und auch das akkurate Abkreiden ist nicht mehr davon abhängig, dass der Platzwart in den großen Stadien die Fluchten richtig einschätzt nach dem Frühschoppen. Nach der Instandsetzung des Gummis ist also damit zu rechnen, dass sich der Belag selbstständig reinigt und pflegt und versenkbare Tore bei Bedarf aus der Erde hochfahren. Dann kaufen wir uns auch den smarten Ball mit eingebauter Machete, der sich selbstständig aus der Brombeerhecke hinterm Platz schneidet, sobald das zeitgesteuerte Licht- und Soundsystem das Flutlicht einschaltet und die Hymne erklingen lässt.   

Telenovelaola

Fast hätte man verpasst, dass tatsächlich schon wieder professionell Fußball gespielt wird, oder? Die Sportnachrichten bestehen halt immer noch zu 80% aus Transfernews und bilden in der Gesamtheit eine so herrliche Seifenoper, dass man sich schon bewusst die Zeit nehmen muss, um auch mal ein Spiel anzugucken. Die Gerüchteküche ist natürlich unablässig am Brodeln und die Spielberichte rutschen dabei im Ranking schon mal auf die zweite Suchergebnisseite. Dabei muss man wissen, dass von den Gerüchten, die während eines Transferfensters Nachrichten generieren, unter 1 Prozent (großzügig aufgerundet) wirklich echte Transfers werden. Die Sinnlosigkeit, die sich offenbart, wenn man sich diesen Maßstab vor Augen führt, ist größer als der Schuldenberg des FC Barcelona, der die mit Abstand schmutzigste Telenovela des Sommers bietet. In der Zwischenzeit spielt der große Rivale Real Madrid einfach Fußball und gewinnt Titel. Boring. In die Trends schafft man es damit aber kaum. Real, die früher mal als die Galacticos die Erfinder von unanständigen Skandal-Transfers waren, sind kurz vor Status FC Heidenheim. Spieler bleiben lange und gern und sind dabei auch noch erfolgreich. Wie viele Transfergerüchte gab es um Toni Kross, Luka Modric, Casemiro und Karim Benzema in den letzten 5 Jahren? Sogar die Ausnahmespieler, die Mitte der 2010er Jahre die Bundesliga dominiert haben, und immer bekundet haben, dass sie irgendwann für Real spielen wollen, füllen jetzt lieber beim FC Barcelona die Schlagzeilen. Alle gucken gespannt auf sie, weil niemand genau weiß, ob sie gerade kommen oder gehen sollen. Die Spieler-Fluktuation wird womöglich am Ende auch nicht größer sein als zwischen einem normalen Kopfgrätsche-Samstag (10:30) und -Mittwoch (18:00). Aber man wird die Barca-Spiele natürlich sehen wollen, um die Telenovela-Kamera zu aktivieren, die ausschließlich die enttäuschten Spieler-Gesichter auf Bank und Tribüne filmt.     

10 Jahre Verlorene Eier

Als vor 10 Jahren Kopfgrätsche aus unseren Hirnen auf die Füße plumpste, wurden die Spielankündigungen, die vorher nur als Mail zu den Spielen Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00 aufriefen, zu Blogbeiträgen. Einer der ersten Texte drehte sich saisonal passend um ovale Dinge. Und ohne den Kontext der damaligen Zeit kann man nur erahnen, was einem der Autor damit sagen wollte. Es werden offensichtlich schon die Vorteile der archivierten Teamfotos und Beiträge unter www.kopfgrätsche.de gepriesen, die man nach 10 Jahren auch mal wieder lesen kann. Aber was war mit Schweini? Stand eine Länderspielpause an, bei denen der inzwischen als Schleichwerbegesicht von Toom bis Garmin und Expertensprechpuppe bekannte Weltmeister (damals noch zwei Jahre davon entfernt) sich regelmäßig krank meldete, wenn es nicht direkt um Pokale ging? Nein, Anlass war wohl das Elfmeterschießen im Halbfinale der Champions League zwischen Real Madrid und Bayern, bei dem Schweinsteiger bekannte, kurz seine Einer verloren zu haben, sie aber rechtzeitig wiederfand. Also ganz im österlichen Geiste. Obwohl die Kopfgrätsche natürlich immer wenn es geht, das wichtigste Körperteil auf dem Hals preist, ging es am Anfang erst einmal untenrum zur Sache. Aber dieser verbale Elfmeter musste natürlich eiskalt verwandelt werden.  

http://dreckbus.de/kopf/?p=1

19. Mai 2018 – Trik ot Treat

Kein einziges #Kopfgrätsche-Trikot auf diesem Kopfgrätsche-Foto! Einfach ist es, mit ewigen Gewinner-Leibchen rumzulaufen. Aber immerhin gibt es hier ein Madrid-Duel zwischen Real (Kritish) und Athletico (Vadim). Jochen konnte damals noch nicht ahnen, dass er sein Hemdchen wenige Wochen später verbrennen würde. Der Gewinner dieses ungewollten Contests ist aber Olli: Sein Herzensverein Köln war gerade eine Woche zuvor ziemlich heftig aus der Bundesliga 2017/2018 abgestiegen.

[Dieses Foto stammt aus einer Datenrettung im November 2019. Hier mehr dazu.]