777 Nation Army

Der Name Big City Club ist jetzt also offiziell wieder frei. Ich bin mir noch nicht ganz sicher, ob wir ihn Samstag 10:30 gebrauchen können. Er klingt zwar nicht schlecht und die Leute konnten ihn sich auch ganz gut merken, aber fast keiner hat es geschafft ihn ernst auszusprechen. Er war dann doch ein untrügliches Zeichen dafür, dass Selbst- und Fremdbild relativ weit auseinander lagen. Aber das möchte man in Berlin nun besser machen. Während die Hauptstadt nun auch politisch etwas Neues ausprobieren möchte und eine großen Koalition bastelt, die weniger den Fokus auf verkehrsberuhigte aber dafür auf nach Altkanzlern der Einheit benannte Straßen legt, wagt auch Hertha den Neustart. Und der soll viel bescheidener daherkommen als unter Lars Windhorst. Der darf sich als alter Kohlspezi vielleicht noch über den hochmodernen Dr.-Helmut-Kohl-Speedway freuen, aber ansonsten braucht ihn an der Spree niemand mehr. Also eigentlich brauchte man auch nur sein Geld und das könnte man weiterhin natürlich gut gebrauchen. Aber die Hertha hat innovative Ideen, wie sie sich die neue Eckkneipen-Bescheidenheit leisten kann. 777 Partners ist der frische Anteilseigner und die haben wenigsten etwas Ahnung von Fußball. Schließlich ist Hertha nicht der einzige Klub, in den 777 Partners investiert. Genua, Rio de Janeiro, Paris, Lüttich, Sevilla und Melbourne begrüßen Berlin in ihrem neuen Big City Club. Und das ohne eine eklig schmeckende Brause zu vermarkten. Bei Red Bull reagiert man seit dieser Woche auf die Zahl 7 allerdings auch leicht allergisch. Für die 64,7% begnügt sich 777 mit je 2 Sitzen im Aufsichts- und Gesellschaftsbeirat. Was soll schon schiefgehen? Wenn man es schafft, windige Gesellen wie Jens Lehmann vom Berliner Westend fern zu halten, wird diesmal bestimmt alles gut. Vielleicht hilft es, um das Olympiastadion herum ein paar verkehrsberuhigte Zonen einzuführen.