Haste Murmeltierscheiße am Lackschuh

Bevor noch irgendjemand auf die Idee kommt, weitere dumme Fragen zur nachgeholten Abgeordnetenhauswahl in Berlin zu stellen, macht die Hauptstadt einfach weiter mit dem Everyday Life und eröffnet die 73. Berlinale. Alle spotten, aber wie einst Harald Juhnke kommt die schwankende Diva einfach selbstbewusst die Showtreppe heruntergetänzelt. In Berlin immerhin ein Weltstar. Ansonsten ist ja nun alles Menschenmögliche an Gehässigkeiten über der Metropole ausgekübelt worden. Nur Hannover steht immer ein bisschen neidisch daneben und versucht mit absurden Hundekot-News aus dem Ballett Aufmerksamkeit zu erheischen. Berlin gähnt nur müde, weiß es doch, dass Tierfäkalien an jeder Ecke zur Interaktion einladen. Aber jetzt wird erst einmal der rote Teppich darüber gerollt und obwohl natürlich auch hier gewählt wird, steht ein Gewinner schon fest. Steven Spielberg wird mit einem goldenen Ehrenbären für sein Lebenswerk geehrt. Neben seinem neuen Film The Fabelmans werden auch seine Klassiker wie E.T., Indiana Jones oder der Weiße Hai gezeigt. Spielberg hat mit seinen Filmen bisher 19 Oscars abgeräumt. Aber als Messi der Filmwelt fehlt ihm noch die größte Auszeichnung, die nur Berlin vergeben kann. Alle gönnen ihm den Pokal und fiebern schon daraufhin, dass Julia Fidel ihm bei der Ehrung einen Bischt überwirft. Oder was in Berlin kulturell und modisch grad so angesagt ist. Mal Lars Eidinger fragen. Ein Fußballtrikot wird es wahrscheinlich nicht sein. In der Frage wäre die Stadt ähnlich gespalten wie bei den Wahlergebnissen. Aufgrund unseres samstäglichen Murmeltiers namens Kopfgrätsche werden wir leider nicht beim Festival sein und im Cubix 2 Groundhog Day verpassen, der in der Retrospektive für Coming-of-Age-Filme läuft. Anders als Harald Juhnke haben wir 10:30 einen Termin auf unserem roten Tartan-Teppich und der funktioniert nicht im Sitzen.  

Kopfgrätsche-Retrospektive bei der 66. Berlinale ->

Von Bonn nach Berlin – Kopfgrätsche zwischen den Hauptstädten

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Am Ende einer DFB-Pokal-Saison wartet bekanntermaßen Berlin. Da ist es nur folgerichtig den Anfang in Bonn zu machen, oder? Unser Kopfgrätsche-Ehrenpräsident konnte sich davon überzeugen, dass es die Ex-Hauptstädter trotz eines „Tor des Monats“ auch dieses mal nicht bis zum Finale schaffen. Erstrundenaus gegen Hannover 96. Ein kleines Trostpflaster klebte er ihnen ans Geländer.

Kernlos in Barsinghausen

Ich muss gerade einen Spieltag ansagen. Aus Sicherheitsgründen. Damit es niemand vergisst und viele Samstag 10:30 auf dem Platz stehen. Jetzt bin ich in meiner Küche und ess ’ne Mandarine. Man sagt, Vitamine wären gesund. Als ich mit Kopfgrätschen anfing, habe ich mir nicht ausmalen können, dass ich eines Tages mal einen Spieltag nicht ansagen dürfte. Ich kann nur sagen: wenn das so weitergeht und ich den nächsten Spieltag auch ansage, dann komm ich nächsten Samstag wieder. Und den darauf auch und so weiter und so fort. Schließlich soll ja jeder so weitermachen wie bisher. Deshalb sichern wir auch wie bisher unsere Tore nicht. Die bleiben offen für alle und nachlässig verteidigt wie eh und je. Wer sich davon verunsichern lässt und sich kleinere Tore wünscht, der sollte dann ehrlicherweise lieber langsam gehen statt zu rennen und das Ganze nicht Fußball nennen. Es klingt nämlich eher nach Golf und ist stinklangweilig. Damit vermeidet man erfolgreich, dass Feuerzeuge und Bierbecher auf den Rasen fliegen. Das hat ja mit Fußball angeblich nix zu tun. Aber wenn wir lernen demnächst Mandarinenkerne zu werfen, können daraus später Mandarinenbäume wachsen. Deren Stämme könnten doch unabhängig von Größe und Wuchs prima Fußballtore sein.