Verkehrskompass in die Spitze

»Dynamo ohne Kreische, ist wie’n Krimi ohne Leische.«* Zum Glück musste Dynamo nur wenig auf Hansi Kreische verzichten. Er war ja ein klassischer Oneclubman. Dass er später noch Chefscout bei RB Leipzig war, konnte er mit seiner Rückkehr zu Dynamo 2020 hoffentlich korrigieren. Immerhin hat er sogar seine Diplomarbeit 1980 über die SGD geschrieben. Die hatte zwar sehr viele Bilder, aber es war schließlich auch nur ein Sportlehrer-Diplom. Nun braucht natürlich nicht jeder Krimi zwangsläufig eine Leiche. Nach der Faninvasion von Dresden nach Berlin letzte Woche musste sich die Hauptstadt-Polizei mehr mit Sachbeschädigung, Körperverletzung, Landfriedensbruch und Raub beschäftigen. Immerhin war kein Enkeltrick bei der alten Dame aufzuklären. Verkehrsschilder und Laternenpfähle sind seit dem dafür hauptsächlich gelb zugestickert. Was im grauen November aber doch für mehr Sichtbarkeit im Straßenverkehr sorgen kann. Auch wir haben die gelben Leibchen Samstag 10:30 am Start. Sehen und gesehen werden. Ganz im Sinne des siebten Sinns. Obwohl man den im Tal der Ahnungslosen nie empfangen konnte. Dort konnte man maximal den Verkehrskompass sehen, in dem Günther Schubert (ja genau, der Vater von Alexander Schubert) sich mit „Gestatten Meier“ vorstellte, um im Anschluss jedes mal eine neue Eselei im Straßenverkehr zu begehen. Gefolgt von der Versicherung: „Das werde ich ganz bestimmt nicht wieder tun“. Mit diesem Mindset sind sie bei Dynamo Dresden also aufgewachsen. Und in diesem Umfeld konnte auch Hansi Kreische zum „Serientäter“ werden. In welche Staffel wir mit der Kopfgrätsche am Samstagmorgen starten, kann niemand genau sagen. Aber die Treue und Hartnäckigkeit Eseleien aber auch manchmal ungeahnte Kunststücke mit dem Ball anzustellen, ist uns nicht fremd.

* Zitat: Tobias Trauzettel aus einer Autogrammanfrage in den 70ern