Sonnenkönigsklasse

Noch ist es für uns zu früh, um über den Mittwoch als Spieltag nachzudenken. Die aktuellen Planetenverhältnisse erlauben nur Samstag 10:30 in unserem Spielplan. Aber so verpassen wir immerhin keine Sekunde vom Super-Mittwoch nächste Woche. Und da zählt nicht nur jede Sekunde. Nein, sogar das Blinzeln kann man nicht einmal empfehlen. Wenn alle 18 Spiele der letzten Rutsche der Champions-League-Vorrunde stattfinden, ist die Konferenz eine Herausforderung für jeden Geist. Durchschnittlich 5 Minuten pro Begegnung sind drin, aber wie in jeder Konferenz wird sich die Dramatik ihren Weg suchen. Und am Ende sind von Young Boys Bern gegen Roter Stern Belgrad vielleicht nur 10 Sekunden zu sehen. In diesen 10 Sekunden wird man die schwarz-gelben Berner vermutlich trotzdem noch mit den Dortmundern verwechseln. Und das nicht unbedingt nur wegen der Farben. Wichtig ist deshalb, dass die alten Radiolegenden reaktiviert werden, die durch unzählige letzte Bundesligaspieltage wenigstens wissen wie man durch 9 parallele Endspiele auf sich aufmerksam macht. Tooooor in Lillllle!!! Elfmeeeeter in Giroooonaaa!!! Rooote Kaaarte in Graaazzz!!! Wir melden uns vom Abgrund. Es ist ein wilder Zappingmarathon zu erwarten, an dessen Ende niemand weiß, ob der Schaum am Mund wirklich noch vom Bier kommt. Die Aufregung ist eigentlich nur mit der am Deadlineday zu vergleichen, der praktischerweise eine halbe Woche danach stattfindet, so dass man die teuren Stars, mit denen man sich für das mögliche Erreichen des Achtelfinales komplett übernommen hat, rechtzeitig noch auf den Grabbeltisch werfen kann. Das startet dann Anfang März. Auch dann sehen wir die Sonne immer noch zu früh untergehen, wie einen gehypten Topstar, der unbedingt den nächsten Schritt machen will. Aber zum Viertelfinale greifen wir unter der Woche auch endlich wieder ein und sagen dann wahrscheinlich so komische Dinge wie: „Lass mal letztes Tor machen, ich will noch Brest gegen Bergamo gucken.“