06. Juni 2025 – (Ander)-Sons Of Kopfgrätsche

Alles anders heute: Zwei alte Kopfgrätsche-Legenden, die zuletzt 2015 offiziell auf einem Kopfgrätsche-Foto präsent waren, sind zurückgekehrt und haben ihre Söhne mitgebracht. Und dann stand da plötzlich noch einer an der Seitenlinie, der eigentlich wegen etwas anderem in der Stadt war und uns zufällig gesehen hat: Philipp, der zuletzt im Oktober 2009 auf einem Kopfgrätsche-Foto zu sehen war.

Goldene Zeiten

Frage: wer hat an der Uhr gedreht? Antwort: alle, weil Winterzeit. Und damit auch Ballon d’Or Zeit. Gefühlt seit Jahrzehnten wurden weder Messi noch Ronaldo bei diesem Preis berücksichtigt. Viele mussten sich panisch erst einmal informieren, wer außerdem so Fußball auf dem Planeten spielt. Der ewige Kronprinz Neymar ist ja inzwischen auch nur noch eine abgehalfterte Kaderleiche in der Saudi Pro League. Dieser Norweger ballert weiterhin konstant alles zu Klump, aber der ist unfairerweise als Kind in den Zaubertrank gefallen und im richtigen Land geboren, aber für das falsche spielberechtigt, das nur im Biathlon Titel gewinnt. Deshalb wähnte sich Vinicius Jr. als Favorit, organisierte schon mal eine Megafete und kaufte all seinen Teamkollegen eine Rolex. Eine klassische Geste unter Profis, die auch schon Maradona gerne nutzte, um seinem Fußvolk zu danken. Er selbst trug selbstverständlich immer eine an jedem Handgelenk (mit Alarm auf Samstag 10:30) und sparte sich so sicher die Zeitumstellung, die eine solche Wertanlage nur unnötig abnutzt. Wahrscheinlich war das auch die Erklärung, die Kalle Rummenigge beim Zoll angab, als er mit zwei Luxus-Zeiteisen erwischt wurde. Nun da Rodri den goldenen Ballon gewonnen hat, sind vermutlich einige Protzwecker übrig. Was damit passiert, ist noch unklar. Hoffentlich hat Vini den Kassenbon aufgehoben. Gerüchteweise hat Rodri knapp gewonnen, weil er aktuell der größere Sportsmann ist, der für Fairplay steht und eher nicht der Rolex-Typ ist. Angeblich macht er sich sogar so wenig aus Status, dass er seinen Opel Corsa demnächst gegen einen VW-Elektroauto tauschen möchte. Viel wichtiger ist aber das Signal, dass das größere Vorbild bei einer Wahl verdient gewinnt gegen den Kandidaten, der regelmäßig seine Gegner verhöhnt und das Ergebnis nicht akzeptiert. Das macht doch etwas Hoffnung für die kommenden Tage. 

Heilige Gurkentruppe

So langsam kommt man in den Kopfgrätsche-nur-Samstags-10:30- und den neuen Champions-League-Modus rein. Natürlich weiß man noch immer nicht, was man wirklich erreichen muss, um in dem Wettbewerb weiter zu kommen. Und bei der Champions League ist das sogar noch ein größeres Rätsel, bei dem man nicht ahnt, ob in der nächsten Runde nicht einfach wie bei einem Escape Room die nächste Liga wartet nur mit 3 Mannschaften weniger. Auf Platz 11 oder 23 hat man sicher noch alle Chancen auf das Finale, das bestimmt irgendwann auch stattfindet. Das muss aber alles erst noch rausgefunden werden. Bis dahin kann man aber schon einmal festhalten, dass es nicht der Wettbewerb der Österreicher aus Salzburg, Graz und Leipzig ist, die aktuell am Ende rumdümpeln. An den nächsten Spieltagen warten vielleicht noch ein paar schlagbare Gegner oder man spielt weiter das Kanonenfutter, bei dem die Hochbegabten ihre Torrekorde einfahren können. Bei den Franzosen sieht es Dank der Bretonen aus Brest und der Sch’tis aus Lille erstaunlich rosig aus. So langsam fragt man sich, was da bei den Spielern vom Gemüsehändler aus Finistère so gespritzt wird. Natürlich nur in oder auf die Feldfrüchte. Aber in der Gegend von Asterix kann man schon mal genauer schauen, was die Druiden dort in den Zaubertrank mixen. Es scheint aus jeder Gurkentruppe mehr rauszuholen und ähnlich gut zu wirken wie das, was Bayer in Pillenform pressen muss. Mehrheitsaktionär und Klubpräsident Denis Le Saint muss allerdings nicht mehr selbst jedes Wochenende seinen Wochenmarktstand mit erdverklebten Möhren und Kartoffeln auf dem Marktplatz Saint-Louis von Brest aufbauen. Das Familienunternehmen „Le Saint Fruit et Légumes“, der Brüder Le Saint ist französischer Marktführer beim Vertrieb von Obst und Gemüse mit einem Jahresumsatz in Höhe von knapp 100 Millionen Euro. Einen Vinicius Jr. bekommt man dafür zwar nicht, aber der reist Ende Januar immerhin als Gast in die Bretange. Hoffen wir nur, dass er dort nicht von dem Gemüse nascht, sonst wird die Champions League danach extrem langweilig.