Das letzte Kapitel der WM ist nun also auch geschlossen: die Phase, in der die jungen Entdeckungen des Turniers zum Hypetarif zu einem Weltclub wechseln, während die Alten den Rücktritt aus den Nationalteams antreten. Nach hunderten von Länderspielen muss man schließlich auch mal kritisch nachrechnen, ob das vor der Rente mit 63 wirklich noch etwas mit dem WM-Titel wird. Falls nicht, kann man sich ja eventuell mal wieder bei der eigenen Familie ins Gedächtnis rufen. Dabei wird man oftmals überrascht, dass der Erstgeborene inzwischen selbstständig laufen kann und kurz davor ist den ersten Profivertrag zu unterschreiben. Was ganz praktisch ist, weil der dann beim nächsten WM-Zirkus versuchen kann, dem Familiennamen Ehre zu machen. Selten wird aus dem Gedankenspiel Realität, aber dennoch ist wichtig, dass man eine Extrakamera auf den Herrn Papa auf der Ehrentribüne richten kann, der versucht angemessene Gefühlsregungen zu den Feld-Aktionen des Filius zu liefern. Manchmal ist es aber schon herausfordernd genug als Vater einigermaßen nüchtern zu wirken. Frag nach bei Alf-Inge Haaland. Auch Père Thuram, Padre Simeone oder Baba Zidane kennen die Argusaugen auf sich, schließlich denkt jeder ganz romantisch, dass sie in ihrem Garten dem Nachwuchs alle Tricks beigebracht haben. Nach dem Rücktritt von Lionel Messi lohnt es sich natürlich schon mal zu gucken, ob die drei Söhne nicht ein wenig nach dem Vater schlagen. Thiago Messi spielt mit seinen 13 Jahren immerhin schon in der Jugend von Inter Miami und in vier Jahren muss der aktuelle argentinische Nationaltrainer ihn bestimmt in den WM-Kader berufen, wenn er in Ruhe arbeiten möchte. Hier habt ihr es zuerst gehört. Wenn ihr Samstag 10:30 oder Mittwoch 18:00 eure Soccer-Dads mitbringen wollt, könnt ihr das natürlich gerne tun. Sie sollten nur keine allzu großen Erwartungen an die Entwicklungsmöglichkeiten ihrer Kinder haben. Die nächste WM werden wir sehr wahrscheinlich doch wieder nur als Zuschauer erleben.
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Jules Rimet still streaming
„Tears for heroes dressed in grey, no plans for final day, stay in bed, drift away, it could have been all songs in the street, it was nearly complete, it was nearly so sweet …“ Die englische Popmusik hat zum Glück für jede Situation den richtigen Song parat. Und weil ganz England sich in den letzten Wochen ziemlich sicher war, dass „it’s comin’ home“ die ideale Begrüßungsformel für jede Begegnung im Alltag ist, muss man in der entstandenen Tristesse nicht umständlich einen neuen zur Stimmung passenden Text verfassen. Das haben Baddiel und Skinner schließlich 1998 schon in ihrer Folgeversion von „Three Lions“ geregelt. Seit dem müssen in den Song-Versionen für die absolute Euphorie und die maximale Enttäuschung, die aber nur die Grundlage für erneute absolute Euphorie ist, eigentlich nur die Jahreszahlen angepasst werden. Ein Kniff, den die Sportfreunde Stiller sich auch ausgeborgt haben, als „54, 74, 90, 2006“ nicht direkt zum Erfolg geführt hatte. Die Kreation „54, 74, 90, 2010“ war somit mit relativ geringem Aufwand erledigt. Auf den Trophhäenschrank des DFB hatte das keine Auswirkung, aber die Sportis konnten damit unnötigerweise ihre Karriere noch künstlich verlängern. Immerhin sahen sie ein, dass sie zum Wohle des deutschen Fußballs auf einen dritten Aufguss 2014 verzichten sollten. Das Ergebnis ist bekannt. Prompt wurde Deutschland Weltmeister, erfolgsbesoffenen zu „Auf uns“ von Andreas Bourani. In England ist man aber ziemlich lernresistent und lässt die Hymne des Scheiterns ungern los. Wir können das verstehen. Auch hier wird das ewig gleiche Lied von Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00 routiniert aber leidenschaftlich gesungen. Ab und zu werden ein paar Worte ausgetauscht, aber die Message bleibt gleich, wie der großzügige Platz in unserem Trophäenschrank.
Smack Down by Law
Nachdem die Gastgeber den polnischen Abgang von der eigenen Party gewählt haben, sind es wieder die üblichen Verdächtigen, die kein Ende finden. Stattdessen wird noch eine weitere Runde Stuhltanz gestartet und die Reserven aus dem Weinkeller geplündert. Nun ja, noch anderthalb Wochen müssen die armen Einheimischen das auswärtige Eventpublikum ertragen. Ihre komischen unlogischen Regeln hat sowieso niemand verstanden. Inklusive der Schiedsrichter, die öfter mal rätseln beim Ahnden von Ordnungswidrigkeiten. Das hat dann sogar der Herbergsvater Donald gemerkt und direkt die Unmöglichkeit von Quatschregeln entlarvt. Warum wird man für ein Spiel gesperrt, das noch gar nicht gespielt ist? Ja, diese naheliegenden Frage hat sich vorher noch niemand gestellt. Und weil er einst den Sportalmanach gemopst hat, nimmt er Strafen für die Zukunft ziemlich persönlich. Sanktionen für die besten Spieler ist doppelt unlogisch, weil die dann nicht mitspielen und niemand der beste Spieler sein kann. Um solch einen Regelirrsinn schert man sich zum Glück im Wrestling nicht. Da kommt immer mal wieder ein Überraschungsstargast in den Ring gerutscht, mit dem man nicht mehr gerechnet hat. Währenddessen muss man kurz den Schiedsrichter mit ein paar Faxen ablenken oder man verpasst ihm direkt einen Klappstuhl in den Nacken, damit er nicht mehr ganz so genau hinschaut. Solch ein Move könnte das Turnier doch noch einmal für die Gastgeber interessant machen. Ein Finale USA gegen Italien sollte uns nicht allzu sehr überraschen. Familie Trump hat angeblich schon mit höheren Beträgen auf diese Paarung gewettet. In der Kombiwette mit Kopfgrätschen am Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00. Kommt gerne als Überraschungsgäste und denkt an den Klappstuhl. Natürlich nur für eine weitere Runde Stuhltanz.
Don’t schlotter back in anger
Der Morgen frisst die Nacht wie der Neuer paar Bier
Er hat zur Asche gemacht, was Wirtz nicht konnte
Und hier im alten E-Werk steht der Ruin von Undav
Der Deniz unserer Sehnsucht, er hebt nicht mehr ab
Keine falschen Versprechen, uns bleibt der Break-up
Steh im Boston Stadium der Gefühle allein
Und ich sag: „Goodbye, arrivederci“
Denn unsere Zeit ist vorüber
„Blick niemals zurück“, hör Kimmich noch sagen
Oh, Julian
Oh, Julian
Der Tah, er fährt gerne mit, doch wir sterben nur halb
Auf der Achterbahn des Glücks, mitten im Looping der Halt
So sind wir Hals über Klopp durcheinander gefall’n
Und ich sag: „Goodbye, arrivederci“
Denn unsere Zeit ist vorüber
„Blick niemals zurück“, hör Kimmich noch sagen
Oh, Julian
Oh, Julian
Und so gingst du davon
Der Abschied hat Saison
Goodbye, arrivederci
Goodbye
Goodbye, arrivederci
Goodbye
Und ich sag: „Goodbye, arrivederci“
Denn unsere Zeit ist vorüber
„Blick niemals zurück“, hör Kimmich noch sagen
Oh, Julian
Und ich sag: „Goodbye, arrivederci“
Denn unsere Zeit ist vorüber
„Blick niemals zurück“, hör Kimmich noch sagen
Oh, Julian
Unsere Zeit ist vorüber (…ausgenommen Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00)
Traumzauberturnierbaum
Also am Wetter liegt‘s nicht. Diese Sommermärchenzutat kommt nicht zu kurz. Ein 7:1 war schon dabei und ein Lastminute-Sieg auch. Der Deutsche ist aber am Ende auch nur ein Dortmunder, der nicht von der Vergangenheit weg kommt. Und gegen Ecuador haben wir doch gesehen, dass wir gegen die Franzosen erst gar nicht antreten müssen. Das Sechzehntelfinale schaffen wir mit der Trümmertruppe noch. Gegner egal. Wahrscheinlich Bulgarien. Da können wir ohne Probleme Florian Wirtz die Kopfballverteidigung übertragen. Aber weiter geht’s mit dem Bundesjule nicht. Schade Marmelade. Raus ohne Applaus. Für die Amerika-Doku, die in 30 Jahren darüber gesendet wird, wird hoffentlich schon genug Material gesammelt. Das Turnier 2058 in den USA kann man sich also jetzt schon fett im Kalender anstreichen. Mit Ende 70 freue ich mich dann nicht nur auf die Kopfgrätsche-Termine Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00. Nein, auch auf die ewig gleichen Diskussionen, ob wir noch eine Turniermannschaft sind, warum es immer das schwere zweite Spiel gegen eine afrikanische Mannschaft braucht und welchen Favoriten wir in welchem Turnierbaum durch ein taktisches Unentschieden vermeiden könnten. Und natürlich die Diskussion, ob Nagelsmann mit seinen 70 Lenzen, nicht endlich mal einen Jüngeren ranlassen will. Jürgen Klopp kann es mit Anfang 90 eigentlich nicht sein, aber er wird immer noch in allen 60 Werbespots während der 10 Hydration Breaks im Spiel in die Kamera grinsen. Und die Diskussionen über den Videoschiedsrichter werden wir natürlich auch genüsslich weiterführen. Das Spiel pfeift zwar ChatGPT, aber für die Unparteilichkeit müssen die Assistenten Claude und Gemini sein. Und die müssen parallel noch ausrechnen gegen welchen Gruppendritten mit Geheimfavoritenpotenzial wir bei Torgleichheit im Vierundsechzigstelfinale spielen. Holt euch schon mal Mais. Popcorn wird’s bei dem Wetter von alleine.
Der große Nachzapfenstreich
Das Turnier, das gefühlt schon zwei Wochen geht, ist jetzt eine Woche alt. Und dafür, dass noch Vorrunde ist und man fast nicht ausscheiden kann, selbst wenn man dreimal 0:0 spielt, ist doch fast soviel Spektakel geboten wie bei den Käfigkämpfen zu Donald Trumps 80. Der eine oder andere möchte anscheinend die Chance nutzen, in der WM-Rekordtorschützenliste nach vorne zu kommen. Und das Fernduell der Goat-Greise geht natürlich auch solange weiter bis einem von ihnen während der Hydration Break die Schnabeltasse aus der Hand fällt. Und so wie es läuft werden die Portugiesen CR7 mindestens noch bis zur Heim-WM 2030 mitschleppen müssen. Dann findet auch ein Match in Argentinien statt und wir können uns eigentlich nicht vorstellen, dass Ronaldos Nemesis dort nicht auflaufen wird. Für die Kopfgrätscher (Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00) im gleichen Alter natürlich ein wahnsinnig schlechtes Vorbild, wenn es darum geht anzuerkennen, dass man eigentlich zu alt für den Scheiß ist. Zum Glück macht Manuel Neuer diesen Peter-Pan-Contest nicht auch noch mit. Das Gute ist, das Turnier dauert noch ein paar Wochen und nach diversen Nachtschichten vor dem Livestream fühlen sich alle ein paar Jahre älter. Nach müde kommt doof. Und am Ende kann man bestimmt Lamine Yamal nicht mehr von Ronaldo unterscheiden. Oder man macht pfeift nach der Hydration Break schon das Spiel ab. Die hat Wolf-Dieter Ahlenfelder quasi schon 1975 erfunden als er im Bundesligaspiel Werder Bremen gegen Hannover 96 nach 32 Minuten zur Halbzeit pfiff. Auch bei ihm war großer Durst der Grund. Allerdings bereits vor dem Spiel. Und weil man in der Pause so herrlich Nachzapfen kann, wird diese auch bleiben. Zur Not spielen wir währenddessen ein paar der Bierwerbespots mit Jürgen Klopp ein. Der macht doch aktuell Werbung für Bier? Noch…
17. Juni 2026 – VAR Tim überprüft das 7:1
Julian kocht in Windy City
I fell in love again
All things go, all things go
Drove to Chicago
All things know, all things know
We sold our clothes to the state
I don’t mind, I don’t mind
I made a lot of mistakes
In my mind, in my mind
You came to take us
All things go, all things go
To recreate us
All things grow, all things grow
We had our mindset
All things know, all things know
You had to find it
All things go, all things go
Sehr gut erkannt. Das ist natürlich „Chicago“. Nee, nicht von Clueso. Sondern von einem Musiker aus Detroit. Dieser Song war natürlich auf dem Illinois-Album, dem zweiten Album in einer Reihe die Sufjan Stevens über alle US-Bundesstaaten machen wollte. Mit seinem Heimatstaat Michigan hatte er angefangen. Nach Illinois hatte er schon keine Lust mehr auf das Konzept. Aber zu zwei Konzeptalben hat es immerhin gelangt und man kann nur hoffen, dass der Flugkapitän des Siegerfliegers über den großen Teich, den Nationalspielern dieses Album nach den Sicherheitshinweisen über die Bordlautsprecher eingespielt hat. Vielleicht lässt sich so der schlechte Vibe von 1994 aus der DFB-DNA herausexorzieren. Immerhin wurde der Song Chicago für eines der schönsten Roadmovies verwendet. Auch darin macht sich eine kaputte Familie auf dem Weg zu einem Wettbewerb, den sie gewinnen will. Am Ende von Little Miss Sunshine gewinnen sie diesen natürlich nicht. Aber weil der Wettbewerb, also die Little-Miss-Sunshine-Wahl so beschissen ist, ist das auch nicht weiter schlimm. Also wenn am Ende Manuel Neuer, Nico Schlotterbeck und Deniz Undav zu Lennart Karl auf die Bühne springen und zu „Superfreak“ abspacken, dann bringt das doch bestimmt mehr als wenn sich die Nationalspieler den Mund zu halten. Oder sie lassen sich inspirieren von „The Bear“, das nicht nur in Chicago spielt, sondern wo zuletzt auch Sufjan Stevens Song in einer Demo-Version auftauchte. Leider ohne diese sakralen Streicher, aber auch sehr gut. Und passend zu einem Typen der nach Chicago kommt, am Anfang komplett damit überfordert ist ein Team zu führen und sich am Ende einen Stern erkocht – vielleicht kann Julian damit etwas anfangen. Für unsere eigenen Bemühungen Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00 bleibt leider doch nur „Superfreak“.
Der Herr noch was an Wurst dazu?
Läuft euch auch schon das Wasser im Mund zusammen? WM-Zeit ist auch die Zeit, in der die Chance hoch ist, dass die BILD Fußball und Kulinarik gemeinsam denkt. Meistens dann, wenn die Enttäuschung groß ist, übernehmen die Frustesser in der Redaktion. Z.B. 2004 als die deutsche Elf in Bukarest von Rumänien „1:5 abgebraten“ wurde. Die „Wurst-Truppe“ bestand aus 11 unterschiedlichen Wurstspezialitäten und sehr wahrscheinlich wurde hier die Grundlage für diverse spätere Entschuldigung-Grillerchen des HSV gelegt. Das „Debakel von Bukarest“ war zwar nur ein Testspiel, aber für Rudi Völler war es doch ein echter Tiefpunkt. Nicht wie dieses Unentschieden auf Island ein halbes Jahr zuvor, nach dem er Waldi Hartmann zum „Weizen-Waldi“ machte und somit wahrscheinlich seinen Abstieg zum peinlichen Nius-Onkel einleitete. Einige der Bundes-Würste fanden sich zwei Jahre später unter Jürgen Klinsmann auf einer Pizza wieder. Philipp Lahm, Torsten Frings, Arne Friedrich und Bernd Schneider bekamen nach der 1:4 Testspielniederlage gegen Italien in Florenz vor der Sommermärchen-WM eine Anschlussverwendung. Was nur logisch ist, weil Pizza auch ein ideales und nachhaltiges Reste-Essen ist. Man sollte nur nicht zu viele Zutaten drauf tun. Trotzdem musste „Salami-Ballack“ diesmal eine Wurst sein. Und die Frage der BILD „Kann ich mich noch zum Italiener trauen?“ beantwortet sich mit dem Blick auf „Ananas Lahm“ eigentlich von selbst. Dennoch spekulierte die BILD, ob nicht Didi Hamann auch bekannt als „Didi-Null-Bock-Wurst“ Deutschland retten könnte. Jürgen Klinsmann sagte nein, Didi wurde zu „Didi-beleidigte-Leberwurst“, trat aus dem Kochclub aus, Deutschland kam bis ins Halbfinale. Da jubelten wieder die Italiener, aber die BILD war zu stolz für einen Nachtisch. Zwischen unseren nächsten Testspielterminen Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00 muss die Nagelsmann-Elf noch gegen die USA ran. Bei BILD sammelt man schon fleißig 11 Burger-Zutaten und ihr könnt ja schon schon einmal darauf wetten, wer diesmal eine Gurke sein muss.


Tracker-Schnacker
Nature is healing. Und das kann man daran merken, dass nach Saisonende doch nach und nach alle Walexperten wieder auf Bundestrainer umschulen. Also natürlich nicht qua Amt, sondern rein von der Kompetenzvermutung. Das wäre ja auch sonst ziemlich teuer für ’nen gemeinnützigen Verein wie den DFB. Nein, das machen alle ehrenamtlich, weil es ihnen doch wichtig ist, dass „wir“ in Amerika was gewinnen. Dafür basteln sie sogar ein Fähnchen ans Auto. Vor zwanzig Jahren war das noch komisch. Heute ist man zufrieden, wenn es wenigstens die Farben der Bundesrepublik sind und nicht Selbstgebastelte aus dem Reichsbürger-Mailorder. Aber wer unter dieser Fahne spielen soll und darf, ist dann doch ein größerer Zankapfel und die Diskussionen werden uns jetzt ca. 2 Monate beschäftigen, kurz unterbrochen von eigenen praktischen Expertennachweisen Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00. Das Gute dabei: immer weniger Leute gucken auf den sich zur Kugel aufblähenden Wal vor Anholt im Livestream, sondern auf einen Trionda Pro und ob unsere Turnierhoffnung Manuel Neuer, den auch halten kann. Er ist jetzt unser Timmy, wenn nicht sogar Hope. Wen der Bundestrainer sonst noch berufen hat, war dann eigentlich gar nicht mehr von näherem Interesse. Wir haben jetzt dem Manu einen Tracker verpasst und werden in den nächsten Wochen im Livestream verfolgen wie er sich so schlägt. Sogar die Experten für Netze kommen auf ihre Kosten. Auch die Bundesregierung fiebert auch diesen Spielen entgegen. Traditionell braucht man sie, um in ihrem Windschatten zeitgleich die für das Land notwendigen Reformen zu beschließen. Die Kassen sind schließlich leer und der Verkauf des Neuer-Skeletts ist schon fest einkalkuliert. Hat er sich das ausgesucht? Wahrscheinlich schon.
Vier Touchdowns und ein Hosentaschenanruf
Noch dürft ihr spekulieren und hoffen. Der WM-Kader wird ja erst am 21. Mai bekanntgegeben und bis dahin kann theoretisch noch alles passieren. Aber wer für Julian in Frage kommt, hat bestimmt wenigstens schon einmal einen Hosentaschenanruf von ihm gehabt, bei dem er mit leichten Andeutungen darauf hinweisen wollte, dass der Angerufene sicherheitshalber mal das eine oder andere Social-Media-Posting löschen sollte. Wenn er nicht noch einmal angerufen hat und dem Kandidaten einfach entfolgt ist, dann muss man sich trotz Topleistungen Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00 nicht mehr allzu große Hoffnungen machen. Bei Manuel Neuer wartet Julian noch etwas ab, ob er nicht doch nach dem letzten Spieltag noch einen kleinen Skiausflug plant. Oliver Baumanns Hobbys sind immerhin nur Puzzeln und laut Sports Illustrated: Spaziergänge entlang des Neckars, kleine Ausflüge in die Natur und entspannte Abende zu Hause. Wahrscheinlich ziemlich unverdächtig, um im Trainingslager in Herzogenaurach Nachts um 3 an der Hotelbar erwischt zu werden. Vielleicht macht er aber beim zweiten Trainingslager einen Spaziergang am Chicago River und besichtigt die Naturschauspiele am Al-Bundy-Brunnen. Ob der zu seinen Vorbildern taugt, ist allerdings zweifelhaft. Klar, er saß auch viel auf der Couch rum, aber wenn seine Frau dazu kam, wollte er doch lieber in die Nacktbar. Clevererweise hat Nagelsmann aber die Nominierung nach den Herrentag gelegt. Einige unangekündigten Anrufe an Himmelfahrt, werden seine Entscheidung fürs Tor bestimmt erleichtert haben.
Coppa del Mondo o Coppa Gelato Svedese?
Alora. Scusi. Unpopulär Opinion: jetzt alles auf dem WM-Sieg von Italien setzen. Okay, es sieht vielleicht nicht so vielversprechend aus, weil die Squadra Azzurra gar nicht qualifiziert ist. Aber bis zum Turnierbeginn kann geopolitisch noch ziemlich viel passieren. Und da so viele Länder wie noch nie qualifiziert sind, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass am Ende gar nicht alle bis dahin wirklich Lust auf Fußball in einer Bananenrepublik im Kriegsmodus haben. Und da rechnen wir noch nicht einmal mit einem deutschen Boykott, weil Nagelsmann und Untdav sich nicht zwischen Coke und Pepsi im Drive-In entscheiden können. Dabei gehört es zum Mythos einer Burgerbraterei, dass dort der Spirit geboren wurde, der 1992 eine nachrückendes Land zum Turniersieger geführt hat. Und damit sind wir bei dem Szenario, auf das die Italiener nun hoffen müssen. Wie einst die Dänen vom Jugoslawienkrieg profitierten, muss ausgerechnet das gegen Bosnien ausgeschiedene Italien auf ein unverdientes Nachrücken hoffen, dass sie direkt zum Titel führen sollte. Der Name des ehrbaren FIFA-Präsidenten, der das wahrscheinlich alleine entscheiden darf, klingt ja nur zufällig italienisch. Er ist natürlich neutraler Italo-Schweizer. Aber eigentlich spricht nichts dagegen, dass der amerikanische Papst Ostersonntag in Rom verkündet, dass Italia auferstanden ist. Im Anschluss strömen die Massen in eine Gelateria ihrer Wahl und bestellen vor Glück einen Schwedeneisbecher. Denn auch die Schweden wissen gar nicht wie sie sich für die WM qualifizieren konnten, ohne ein Gruppenspiel zu gewinnen. Auch da waren offensichtlich höhere Mächte im Spiel. Wessen Kreuzwege also Samstag (10:30) nicht direkt zum Platz führen, kann schon Mittwoch (18:00) glorreich wiederkehren. Abbi fede!
Ein Sommer in Winston-Salem
Inzwischen ist der Bundestrainer bei Kaderentscheidungen auf einem Beliebtheits-Level mit dem Kulturstaatsminister, wenn dieser Buchläden nominiert. Oder nicht nominiert. Was ja noch mehr Diskussionsstoff bietet. Früher guckte man dazu das literarische Quartett des Fußballs, also den Doppelpass und lauschte dem Urteil des Reich-Ranickis des Fußballs, also Udo Latteck. Nun wird die anstehende WM nicht Julians Erstlingswerk, aber er ist immerhin so jung, so dass er noch ein paar Jahrzehnte an einem Bestseller schrauben kann. Da hilft es wenn man zwischendrin häufiger mal högscht diskutabele Auswärtstrikots herausbringt. Das lenkt ein wenig vom sportlichen Groschenroman-Niveau ab und schreit geradezu: „Please judge this book by its Cover!“. Nun also Dunkelblau mit Türkisfarbenen Applikationen. Sieht nach einem Cyberthriller aus, der zum Großteil von KI geschrieben wurde. Passt jetzt nicht so schlecht zu einem Auftritt in Amerika. Jetzt wo gerade „Ein Sommer in Italien“ über die WM 1990 in die Kinos kommt, merkt man warum das aktuelle Heimtrikot sich nah an 1990 bewegt. Mit Nick Woltemade versuchte man sogar plump ein Rudi-Völler-Lookalike zu züchten. Aber man kennt diesen Effekt ja aus dem Buchhandel oder von der Buchmesse, wo ein erfolgreicher Titel eine Vielzahl an visuellen Nachahmern weckt, die zwischen den Buchdeckeln wenig schöpferische Eigenleistung bieten. Fehlen im Kader also nur noch optische Äquivalente zu Litti, Lothar, Icke und Auge mit Mut zur Föhnfrisur und schon wären wir in der Lage die WM 2026 bereits im Vorfeld zu verklären. Dass das WM-Quartier in Winston-Salem an Stephen King erinnert, muss auch nicht von Nachteil sein. Wir versuchen auch diesen Samstag 10:30 die legitime Fortsetzung eines anderen Grusel-Klassikers zu schreiben: Lothars Tagebuch.
Die Jubelraupe Nimmersatt
Kicker-Abonnenten wissen seit dieser Woche bescheid. Na ja und alle anderen irgendwie auch. Immerhin enthielt das exklusive Nagelsmann-Interview genügend Ragebait, so dass man sich den Weg zum Kiosk sparen konnte. Für unsere WM-Chancen (Samstag 10:30) war eigentlich nichts Neues dabei. Für die aktiven Nationalspieler war es aber schon interessant, zu erfahren wie der Nationaltrainer ihre bisherige Saison einschätzt. Und man merkte irgendwie: das Leistungsprinzip wird bei diesem Amt auch weiterhin ziemlich subjektiv bleiben. Da kann man noch mehr Zahlen zur Laufleistung, xGoals und Packingwerte sammeln, wenn man über das Tor am Ende nicht ordentlich jubelt, dann guckt man sich die WM am heimischen Fernseher an. Und wem die Restsaison jetzt schon zu unpannend vorkommt, der bekommt nun an den restlichen Spieltagen wahrscheinlich Einiges geboten. Die Kreativität wird nach dem Torerfolg grenzenlos sein. Es werden bestimmt schon die ersten Superheldenmasken hinter den Toren deponiert. Vielleicht sieht man auch die lange nicht mehr bemühte Jubelraupe oder den schwungvollen Ruder-Jubel. Ein Spaß fürs ganze Team. Nur den Nicolai-Müller-Jubel kann man immer noch nicht guten Gewissens empfehlen. Und der markenrechtlich geschützte Cole-Palmer-Jubel™ wirkt natürlich ziemlich lächerlich bei Plusgraden. Aber ansonsten erwarten wir echte Innovation. Zeit genug sollte dafür da sein, der Videoschiedsrichter braucht schließlich seine fünf Minuten zur Überprüfung. In der Zeit muss niemand gelangweilt das Smartphone rausholen, wenn auf dem Feld noch eine kostenlose Zirkusnummer geboten wird. Nur wer nach jedem reingestolperten Abstauber das imaginäre Lasso rausholt oder einen indigenen Feuertanz an der Eckfahne zelebriert, zeigt dem Bundestrainer, dass er wirklich bereit für Amerika ist.
Norwegian Foot
Ich sag‘ wie es ist: Wer morgen (Samstag 10:30) keine kurze Hose trägt, hat den Fußball nie geliebt. Der Frühling ist da. Die Bobfahrer haben die olympischen Winterspiele gerade noch rechtzeitig verlassen, bevor dort die Bobbahn als Wasserrutsche fürs Spaßbad genutzt wird. Sogar die uneinholbar Führenden im Medaillenspiegel, die Norweger haben in Mailand auch den letzten Wettbewerb im sogenannten Fußball für sich entschieden, so dass die Italiener wahrscheinlich erst einmal genug von Menschen in Norwegerpullis haben und sich auf den ersten Aperol Spritz der Saison freuen. Aber selbst in Bodø sind inzwischen Plusgrade und die Menschen schnallen die Skier ab, mit denen sie monatelang verwachsen schienen. Bei der Fußball-WM sind die Norweger auch sicher dabei, weil sie in der Quali ausgerechnet den Italienern die lange Nase gezeigt haben. Angeblich ist das das Ergebnis davon, dass man in Norwegen daran glaubt, dass Kinder möglichst lange Spaß am Sport haben, wenn man keine Ergebnisse veröffentlicht und keine Pokale verteilt. Also das, was bei uns sofort unter dem Triggerwort „Bundesjugendspiele“ hitzigste Diskussionen auslöst. Wahrscheinlich verstehen es die Norweger sogar als Kompliment, wenn man sie als „Snowflakes“ beschimpft. Darauf sind sie schließlich nahezu unschlagbar. Das Ende des Winters sollte den Skandinaviern aber Sorgen und allen anderen Hoffnung machen. Bodøs erster Sieg in der Champions League war auch erst am 20. Januar. Davor war offensichtlich einfach zu wenig Winter. Aber wenn wir zeitnah auf die kurze Hose und den Drittehalbzeit-Aperol setzen, schmilzt die norwegische Dominanz bestimmt bald dahin. Zur Not sagen wir sogar die Ergebnisse durch, wenn wir sie uns merken können.
Stay at the Kopf-Grä-Tsch-Ee (Samstag 10:30)
Dass es so episch werden würde, konnte ja niemand ahnen. Auch eine Woche nach der WM-Auslosung sind einige noch nicht aus diesem Fiebertraum aufgewacht. Gerüchten zufolge steht Rudi Völler noch immer in der Halle in Washington und klatscht einsam zur Musik der Village People. Bei ihm wurde natürlich ein dreißig Jahre altes Trauma freigelegt, als er bei Wetten dass…? vor der WM 1994 seine steifen Hüften zu „Far away in America“ kreisen lassen musste. Der Klinsi war damals so sehr dabei, da musste Rudi einfach nachziehen, um seinen Stammplatz im Sturm zu verteidigen. Aber vielleicht war er auch nur paralysiert von der unglaublichen Moderation Gianni Infantinos. Und Rudi hatte eine Vision von der nächsten WM-Auslosung, bei der Infantino sehr wahrscheinlich auf offener Bühne live ein paar Journalisten zersägen wird, um den Gastgebern ein gutes Gefühl zu geben. Den Peace-Pokal mit den abgesägten Händen kann er da noch einmal recyceln. Auch wenn Donald Trump das Konzept Wanderpokal natürlich komplett ablehnt. Spätestens jetzt vermissen wir Marcel Reich-Ranicki, der nach einer missglückten Fernsehpreisverleihungssendung 2008 rief: „Ich nehme diesen Preis nicht an! Ich gehöre nicht in diese Reihe. Ich finde es schlimm, dass ich das hier heute Abend erleben musste.“ Nun, nach dem letzten Freitag muss man ehrlicherweise sagen: so schlimm war der Fernsehpreis damals nicht. Am Ende musste Thomas Gottschalk, der damals noch nicht die Eklats bei Preisverleihungen selbst auslöste, die Kuh vom Eis ziehen und zwischen Fernsehdeutschland und dem Literaturkritiker vermitteln. Dafür gab es tatsächlich eine Extra-Sendung mit dem Titel: „Aus gegebenem Anlass – Marcel Reich-Ranicki im Gespräch mit Thomas Gottschalk.“ Village People waren nicht eingeladen.
Shaq the Halls
Bei Redaktionsschluss lag das Ergebnis noch nicht vor. Aber da wir nicht im Vorfeld tagelang lesen mussten, welche möglichen Todesgruppen uns drohen, kann Deutschland wahrscheinlich superentspannt auf die WM-Auslosung heute Abend in Washington gucken. Wahrscheinlich wird viel interessanter sein wo man spielt als gegen wen. Kein Wunder, wenn die Qualigruppe durchaus schwerer war als die kommende Vorrunde. Aber das bedeutet nur, dass wir uns frühzeitig auf die Baum-Diskussion freuen können. Und das passt doch absolut in die Zeit. Aktuell konzentrieren wir uns natürlich darauf, dass so ein Baum schön gerade und symmetrisch ist. Beim Turnierbaum darf er aber ruhig so schief sein, dass man wie einst im Jahr 2002 mit minimalem Talent bis ins Finale rutschen kann, während sich die ganzen Favoriten in Abnutzungskämpfen gegenseitig aus dem Turnier kegeln. Aus saisonalem Interesse schauen wir an diesem Abend aber sicher auch wieder interessiert auf die Loskugeln. Welcher Stil ist in 2025 angesagt? Weil Donald Trump vor Ort sein wird, kann es eigentlich nur Gold sein. Am Ende wird er sie auch bestimmt mit den Resten vom Buffet mit ins weiße Haus schleppen. Ansonsten gibt es aber auch noch ein paar Sportstars wie Tom Brady, Wayne Gretzky und Shaquille O’Neal vor Ort. Diese drei Könige ihres Sports werden natürlich das Spielgerät Trionda ungläubig als Wunder betrachten, bevor sie es als neuen Heiland preisen. Und warum auch nicht? Versucht mal mit einem Football, Puck oder Basketball eine vernünftige Kopfgrätsche (Samstag 10:30) zu kreieren. Falls einer von ihnen noch Gold (darf auch ein Meisterschaftsring sein) als Geschenk dabei hat, Donald wäre interessiert. Aber bevor wir jetzt weiter im Bild bleiben wollen und krampfhaft überlegen welche Gemeinsamkeiten Heidi Klum und die Jungfrau Maria haben, beginnt das Bild schiefer zu werden als jeder Turnierbaum.
Mystery Box-to-Box Player
U.S.A. U.S.A. Nach dem gigantischen Erfolg der Klub WM in diesem Jahr, sind wir auch nächstes Jahr wieder dabei, wenn Kiss-Cam und Riesenventilatoren zum Einsatz kommen. Und es wird huuuge. Gastgeber ist dieser Typ, der noch den Original-Stargate-Pokal im Büro stehen hat und nachdem wir seine Dribbelkünste in einem kaum modifizierten Video mit Christiano Ronaldo bestaunen mussten, fragen wir uns zurecht: was wir da im kommenden Jahr überhaupt wollen? Egal, wer auch immer sportlich dort noch reüssiert, der Preis ist schon fest im Oval Office eingeplant. Neben Klub-WM-Pokal und Friedensnobelpreis gehört der World Cup dort logischerweise zur Inneneinrichtung. Wir fliegen aber trotzdem hin und hoffen, dass die Nationalspieler sich nicht davon ablenken lassen, dass sie primär Widerstandsgesten gegen das lokale Regime trainieren. Aber vier Jahre nach Katar haben die Auswahlkicker dazugelernt. Am besten vorbereitet ist definitiv Karim Adeyemi, der sich schon einmal dem örtliche Waffennarrentum gewappnet zeigt. Damit sollte sein Stammplatz sicher sein. Der Rest des Turniers ist aktuell noch eine ziemliche Mystery Box. Vorher muss das eigentliche Turnier noch durch ein paar Playoffs quasi als Extra-Turnier vor dem Turnier ungeboxet werden. Und wofür die USA die Co-Gastgeber Kanada und Mexico braucht, ist auch ein Mysterium. Finden wir aber wahrscheinlich nur so lange komisch, bis sich Deutschland demnächst für die WM mit Dänemark und Griechenland bewirbt. Unsere samstägliche Mystery-Box (10:30) hält garantiert auch wieder Unvorhersehbares bereit. Wie viele Spieler stehen auf dem Platz? Sind wir zwei oder drei Mannschaften? Und ist das letzte Tor wirklich das letzte? Bestellt noch heute!
Ich denke oft an Uruguay
Wie lange quatschen wir jetzt schon über diese WM nächstes Jahr? Naja, wahrscheinlich schon seit der vorletzten WM. Seit klar war: das mit Katar wird komisch, hat man doch schon mal überlegt, wann wieder ein unbedenkliches Turnier stattfindet. Dass es nur noch selten ein Land sein kann, sondern schon meist ein halber Kontinent – geschenkt. Günstige Flüge und das Internet können doch trotzdem dafür sorgen, dass es so kuschlig wird wie einst in Uruguay. Aber inzwischen soll rund ein Viertel aller Länder weltweit die Chance haben, zu Gast bei Freunden zu sein. Da reicht halt Uruguay flächenmäßig nicht mehr aus. Oder es bekommt noch ein Spiel und muss sich die WM mit Spanien, Portugal, Marokko, Paraguay und Argentinien teilen. Kann ja trotzdem schön werden. Liegen doch fast alle am Atlantik. Die Gastgeber nächstes Jahr eint sogar die Lage an zwei Ozeanen. Julian Nagelsmann hat immerhin schon ein Jahr Warten geschafft seit dem Aus bei der Heim-EM. Somit muss er nur noch ein Jahr Warten schaffen, bis er Weltmeister wird. Wenn seine Ansage vom letzten Sommer denn noch steht. Aktuell ist die Stimmung eher so durchschnittlich und kurz vor: da wollten wir eh nicht hin und diesmal boykottieren wir den Mist aber wirklich. Wer die Klub-WM sehen musste, könnte es verstehen. Die Stimmung in Amerika scheint auch wirklich nicht gut, wenn jeder Ball der vom Spielfeld fliegt schon für würdeloses Gezanke auf der Tribüne sorgt. Selbst solche Konflikte lassen sich in den USA offenbar nicht mehr ohne Social-Media-Mob und Nationalgarde lösen. Bei uns sitzt hoffentlich auch noch in fünf Jahren einfach die Abteilung Attacke ohne Internet im Doppelpass und regelt das. So muss sich Stammtisch anfühlen. Quasi der vorgezogene Fassanstich auf der Wiesn. Und da misst sich auch die ganze Welt in einem ehrlichen Wettbewerb. Dort prostet der Uru dem Kanadier freundlich zu und am Ende einigt man sich unter der Bierbank auf ein Unentschieden (siehe auch Kopfgrätsche Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00, wenn das golden Goal nicht fallen will…). Dafür qualifiziert sich bestimmt auch der Oberbayer Julian gerne und lallt danach: „Jetzt müssen wir wieder ein ganzes Jahr warten bis wir voll weltmeisterlich voll werden.“
Das Runde muss ins Ovale
Ins Weiße Haus kommen wohl nicht nur Bettler und Hausierer, die frech rüstigen Rentnern Sicherheitsgarantien aus dem Sparstrumpf quatschen wollen. Nein, auch ganze Drückerkolonnen im Anzug werden bereitwillig und naiv hereingebeten. Und schon hat Opa etwas unterschrieben, was er vorher nicht genau durchgelesen hat. Einerseits, weil es bestimmt auch ein länger Text in 7 Punkt Schriftgröße war. Andererseits, weil Opa zu eitel war die Brille aufzusetzen. Der nette Mann von der FIFA hat aber einen ganz seriösen Eindruck gemacht und hat von drei Superbowls am Tag bei der WM 2026 geredet. Da kann man ihm schon mal nachsehen, dass der Ball immer noch viel zu rund ist und in jeder Halftime nicht mindestens drei Teslas beim Superschuss verlost werden. Aber das kann man bestimmt später noch rausverhandeln. Zwar gibt es Gerüchte, dass der „King of Soccer“ gar kein echter Adliger sei, aber das sind die nigerianischen Prinzen ja auch selten. Was soll also schon schief gehen? Die „White House Task Force“ wurde jedenfalls schneller gegründet als wir Samstag 10:30 Kopfgrätsche-Teams bilden können. In der ersten Amtszeit hatte Opa Donald diesen World Cup teuer eingekauft, aber es hatte ihm wohl keiner gesagt, dass die Lieferung ein paar Jahre dauert. Nun, dank seiner zweiten Amtszeit kann er sich das Spektakel doch noch live angucken. Vladimir hatte das schließlich 2018 auch geschafft. Nun also bringt er das Megaevent zum ersten mal in diesen Teil der Welt. Seine Lieblingsband die Village People hätten ihm eigentlich persönlich sagen müssen, dass sie schon einmal 1994 mit ein paar hüftsteifen Deutschen für ein Soccer-Turnier in Baseballstadien gesungen haben. Aber bei denen hat sich die Besetzung seitdem leider auch schon vier mal geändert. Egal, 2026 wird huge. Aktuell denken die Mexikaner und Kanadier noch, dass sie auch dieses Turnier ausrichten. Aber Grenzen sind keine kalibrierten Linien und können jederzeit vom VAR neu festgelegt werden. Als besonderen Wettbewerbsanreiz wird der POTUS persönlich im White House Keller bei langweiligen Ballschiebereien einfach neue Strafzölle beschließen, die der Schiedsrichter über das Stadionmikrofon verkünden muss. Mann kann nur hoffen, dass dieser nette Schweizer Superbowl auch richtig verstanden hat und nicht mit „Millions of People“ und drei superben Eulen anrückt.

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