Ihr kennt es von euren Urlaubsfotos. Immer guckt einer blöd oder da ist doch tatsächlich im Budget Hotel eine dicke Kakerlake mit aufs Bild gerutscht. Oder weil im Pool natürlich nicht wirklich viel Platz ist, ist ein Bildausschnitt ohne rotnackige Phänotypen kaum möglich. Früher war einfach die Bildauflösung schlecht und auch das reduzierte Farbspektrum löste manches Problem. Bei besonders wichtigen Erinnerungsbildern, die man auch mal an Oma schicken möchte, kann man aber torkelnde Photobomber nun wirklich nicht gebrauchen. Was also tun, wenn die sich dennoch renitent mit vor die Linse drängeln? Genau, dafür gibt es inzwischen diverse KI-Funktionen. Ein simpler Prompt und der creepy Onkel ist aus der Geschichte getilgt. Ob Donald Trump daran gedacht hat als er sich bei den spanischen Weltmeistern mit aufs Bild schummeln wollte. Oder ob er wenigstens daran gedacht hat, als er Techkonzerne mit KI-gestützten Bildbearbeitungstools im Portfolio gefördert hat? Es ist doch nun wirklich keine größere Aufgabe mehr. Da war es schwieriger damals Leo Trotzki aus dem Bild zu stempeln. Oder die Mannschaftsbilder der Bundesligisten im Kicker-Sonderheft von allen im Unfrieden gegangenen späten Abgängen zu befreien bzw. für den neuen Starspieler den dicken Zeugwart als Körperdouble einzusetzen. Dann musste man noch aufwändig ein viel zu dunkel aufgenommenes Passbild mit Licht von der falschen Seite drüber basteln. Nicht einmal Torsten Legats zu hoch gezogene Buxe konnte man nachträglich im Abzug vom Rossmann korrigieren. Diese Geldstrafe dafür müsste Legat nun nicht mehr zahlen. Wieder einfach verdientes Geld mit dem Schalke nicht mehr planen könnte. Spanien hat dagegen alle Möglichkeiten. Donald Trump einfach in Sekunden entfernen oder aus ihm wahlweise den spanischen König oder Lamine Yamals Bruder machen. Auch wir machen Samstag (10:30) und Mittwoch (18:00) nach Spielende wieder ein Bild für Oma. Obwohl ihr trotz eventuellem Urlaub nachträglich der Krankenkasse beweisen könntet, dass ihr beim Sport gewesen seid, schickt bitte wenigsten den dicken Zeugwart als Körperdouble.
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Die Jubelraupe Nimmersatt
Kicker-Abonnenten wissen seit dieser Woche bescheid. Na ja und alle anderen irgendwie auch. Immerhin enthielt das exklusive Nagelsmann-Interview genügend Ragebait, so dass man sich den Weg zum Kiosk sparen konnte. Für unsere WM-Chancen (Samstag 10:30) war eigentlich nichts Neues dabei. Für die aktiven Nationalspieler war es aber schon interessant, zu erfahren wie der Nationaltrainer ihre bisherige Saison einschätzt. Und man merkte irgendwie: das Leistungsprinzip wird bei diesem Amt auch weiterhin ziemlich subjektiv bleiben. Da kann man noch mehr Zahlen zur Laufleistung, xGoals und Packingwerte sammeln, wenn man über das Tor am Ende nicht ordentlich jubelt, dann guckt man sich die WM am heimischen Fernseher an. Und wem die Restsaison jetzt schon zu unpannend vorkommt, der bekommt nun an den restlichen Spieltagen wahrscheinlich Einiges geboten. Die Kreativität wird nach dem Torerfolg grenzenlos sein. Es werden bestimmt schon die ersten Superheldenmasken hinter den Toren deponiert. Vielleicht sieht man auch die lange nicht mehr bemühte Jubelraupe oder den schwungvollen Ruder-Jubel. Ein Spaß fürs ganze Team. Nur den Nicolai-Müller-Jubel kann man immer noch nicht guten Gewissens empfehlen. Und der markenrechtlich geschützte Cole-Palmer-Jubel™ wirkt natürlich ziemlich lächerlich bei Plusgraden. Aber ansonsten erwarten wir echte Innovation. Zeit genug sollte dafür da sein, der Videoschiedsrichter braucht schließlich seine fünf Minuten zur Überprüfung. In der Zeit muss niemand gelangweilt das Smartphone rausholen, wenn auf dem Feld noch eine kostenlose Zirkusnummer geboten wird. Nur wer nach jedem reingestolperten Abstauber das imaginäre Lasso rausholt oder einen indigenen Feuertanz an der Eckfahne zelebriert, zeigt dem Bundestrainer, dass er wirklich bereit für Amerika ist.
06. November 2025 – Bad news are good news: X-ray-gate

Jetzt weiß auch die Presse, was am vergangenen Kopfgrätsche-Samstag passiert ist.
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