Ins Weiße Haus kommen wohl nicht nur Bettler und Hausierer, die frech rüstigen Rentnern Sicherheitsgarantien aus dem Sparstrumpf quatschen wollen. Nein, auch ganze Drückerkolonnen im Anzug werden bereitwillig und naiv hereingebeten. Und schon hat Opa etwas unterschrieben, was er vorher nicht genau durchgelesen hat. Einerseits, weil es bestimmt auch ein länger Text in 7 Punkt Schriftgröße war. Andererseits, weil Opa zu eitel war die Brille aufzusetzen. Der nette Mann von der FIFA hat aber einen ganz seriösen Eindruck gemacht und hat von drei Superbowls am Tag bei der WM 2026 geredet. Da kann man ihm schon mal nachsehen, dass der Ball immer noch viel zu rund ist und in jeder Halftime nicht mindestens drei Teslas beim Superschuss verlost werden. Aber das kann man bestimmt später noch rausverhandeln. Zwar gibt es Gerüchte, dass der „King of Soccer“ gar kein echter Adliger sei, aber das sind die nigerianischen Prinzen ja auch selten. Was soll also schon schief gehen? Die „White House Task Force“ wurde jedenfalls schneller gegründet als wir Samstag 10:30 Kopfgrätsche-Teams bilden können. In der ersten Amtszeit hatte Opa Donald diesen World Cup teuer eingekauft, aber es hatte ihm wohl keiner gesagt, dass die Lieferung ein paar Jahre dauert. Nun, dank seiner zweiten Amtszeit kann er sich das Spektakel doch noch live angucken. Vladimir hatte das schließlich 2018 auch geschafft. Nun also bringt er das Megaevent zum ersten mal in diesen Teil der Welt. Seine Lieblingsband die Village People hätten ihm eigentlich persönlich sagen müssen, dass sie schon einmal 1994 mit ein paar hüftsteifen Deutschen für ein Soccer-Turnier in Baseballstadien gesungen haben. Aber bei denen hat sich die Besetzung seitdem leider auch schon vier mal geändert. Egal, 2026 wird huge. Aktuell denken die Mexikaner und Kanadier noch, dass sie auch dieses Turnier ausrichten. Aber Grenzen sind keine kalibrierten Linien und können jederzeit vom VAR neu festgelegt werden. Als besonderen Wettbewerbsanreiz wird der POTUS persönlich im White House Keller bei langweiligen Ballschiebereien einfach neue Strafzölle beschließen, die der Schiedsrichter über das Stadionmikrofon verkünden muss. Mann kann nur hoffen, dass dieser nette Schweizer Superbowl auch richtig verstanden hat und nicht mit „Millions of People“ und drei superben Eulen anrückt.