Okay, jetzt können wir es ja zugeben. Georg Baselitz ist der Erfinder der Kopfgrätsche. Am Anfang war es eine ganz ordinäre Grätsche, aber er hatte die Idee diese einfach of den Kopf zu stellen. Und das war dann auch ein Megaerfolg. Niemand wollte mehr eine herkömmliche Grätsche sehen. Irgendwie auch ein Fluch, aber wenn man den ganzen Tag Menschen mit Augen auf Augenhöhe sehen muss, dann freut man sich sogar über Augenkontakt mit den Hühneraugen. Deshalb gelten auch Samstage (10:30) und Mittwoche (18:00) auch als Kurzurlaub fürs Gehirn. Das spart sich immerhin das von den Sehnerven gelieferte Bild umzudrehen. Als wir vor 14 Jahren das DIA-Turnier Kunst am Ball spielten, standen andere Stars der Kunstszene im Rampenlicht. Warhol, Picasso, Richter, Kandinsky waren Teampaten. Beuys hatte die aufregendsten Fettecken, bevor jede Drittligamannschaft die Arsenal-Ecken kopiert hatte, bei denen sich möglichst viele Spieler fett vor dem Torwart aufbauen und der härteste Eisenschädel zuletzt die Murmel wie Günther Uecker ins Netz nagelt. Baselitz wurde nicht eingewechselt, bei der als Fußball getarnten Aktionskunst. Notdürftig eingerahmt wurde das Gebolze von einem bunten Mix aus Bandenwerbung, die sogar das damals noch frische Original-Kopfgrätsche-Design zeigt. Schon deshalb lohnt sich das Videostudium dieser historischen Aufnahmen. Und bei 5:11 haben wir sehr subtil noch einen letzten Gruß an Georg Baselitz versteckt: