Glückwunsch. Sie wurden in unserem Losverfahren ausgewählt, um am Samstagmorgen der Kopfgrätsche zu dienen. Finden Sie sich Punkt 1030 nüchtern am Kreiswehrersatzamt Joachim Streich in Joggingbuxe ein. Es warten auf Sie einige Koordinationstests mit Ball. Falls dabei aus Versehen Drohnen getroffen werden, steht ihnen eine Karriere im abgehobenen Dienst bevor. Außerdem wollen wir ihr Gedächtnis testen. Dafür wird in unregelmäßigen Abständen ohne Vorwarnung während der Übungen nach dem aktuellen Spielstand gefragt. Oder nach der Uhrzeit. Oder beidem. Ihre Eignung fürs Gelände werden wir ebenfalls überprüfen, indem wir das Spielgerät aus heiterem Luftraum im Unterholz deponieren werden. Nach der Suchmission in der Tradition von Saving Private Ryan müssen sie ohne Kompass, GPS und Verpflegung zum Schießplatz zurückfinden. Der heißt allerdings nur so. Das Schießen ist hier absolut freiwillig. Pazifisten können natürlich auch einfach abspielen. Zur Vermeidung von Friendly Fire werden die Gegner farbig markiert. Darüberhinaus ist die Ausrüstung etwas dürftig. Bitte Socken und Unterwäsche selbst mitbringen. Falls sie an der Sinnhaftigkeit unseres Losverfahrens zweifeln, müssen wir ihnen mitteilen, dass wir ein absolut ausgeklügeltes System einsetzen. Niemand Geringeres als der überparteiliche Krake Paul dient zur Ermittlung geeigneter Rekruten. Mit ihm haben wir zwar am Ende nie gewonnen, aber wir sind doch meist weit gekommen. Und das hat dem General mit der Helmfrisur eine lange Laufbahn beschert. Was nach 2011 los war, als wir ohne Krakenorakel und Wehrpflicht angetreten sind, entzieht sich unserer Kenntnis. Da sind unsere Aufzeichnungen etwas lückenhaft. Wahrscheinlich wurde ein sogenannter Digitalisierungsversuch unternommen. Deshalb antworten sie bitte nicht auf diese Mail. Der Server zerstört sich sonst von selbst. Danke für ihr Verständnis.
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Leute schickt das Amt
Vielen Dank, Susi Hoeneß! Max Eberl kann wohl sein halbes Telefonbuch bei Suche nach einem neuen Bayern-Trainer wegwerfen. Nach dem Briefing aus der Chefinnenetage ist nun wohl klar, dass jeder Trainer, der aktuell einen gültigen Vertrag woanders hat, über keinen Charakter verfügt, wenn er demnächst beim FC Bayern anheuert. Vielleicht hätte niemand davon erfahren, wenn der Mann von Susi Hoeneß nicht so ein Waschkerl wäre, der Interna von der Kaffeetafel am Tegernsee rumtratschen muss. Schlimmer als dieser Typ, der eine Standleitung zur Bild hat und deshalb niemals Greenkeeper beim FC Bayern werden kann. Aber vielleicht Trainer. Max müsste mal gucken, ob Lothars Vertrag bei Sky nicht zufällig gerade ausläuft. Dann könnte doch vielleicht etwas gehen. Aber eigentlich geht nur ein aktuell Arbeitsloser. Und da muss man mal gucken, wer da wirklich noch bei der Arbeitsagentur als Trainer gemeldet ist. Unbestätigten Gerüchten zufolge haben Lucien Favre, Hansi Flick und Jogi Löw gerade zusammen eine Umschulung zum IHK-geprüften Skilehrer, Grauganspfleger oder Eiertester begonnen. Es könnte also eng werden, sie dazu zu bewegen, sich noch einmal auf eine Bank zu setzen. Zumal für die ersten Fünf der Tabelle nun seit Mittwoch klar ist, dass sie sich ab sofort um einen Champions-League-Kader kümmern müssen. Diese plötzliche Verantwortung war z.B. Ralf Rangnick zu groß. Aus einer Trümmertruppe einen Titelkandidaten zu machen und dann noch nebenher den Favoriten auf Europas Thron zu coachen ist dann doch etwas viel verlangt. Die Doppelbelastung Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00 kann auch nicht jeder managen. Wir versuchen es trotzdem und stellen nicht die Charakterfrage, wenn euch aktuell laufende Arbeitsverhältnisse zwingen, einen der Termine auszulassen. Ihr dürft dennoch jederzeit wieder einsteigen, wenn euch die harte Meinung von Susi Hoeneß egal ist.
Völlerverbot
Im Nachhinein werden wir Jogi Löw doch noch irgendwie dankbar sein. Okay, er ist ungefähr sechs Jahre zu spät zurückgetreten und seine Fummeleien an der Seitenlinie sind immer noch sehr verstörend. Aber langfristig hat er uns wahrscheinlich vor großem Leid bewahrt. Man muss nur gucken, wer beim DFB und den entscheidenden Posten der Fußballmacht immer wieder ans Ruder gelassen wird, um zu erkennen: wir haben ein Sturmproblem. Aber mit ehemaligen Stürmern. Golden Oldboy Bierhoff hat nach Jahrzehnten des Verharrens in seinem Büro gerade erst seinen Schreibtisch geräumt, da werden schon die nächsten ehemaligen Nationalstürmer in die erste Reihe geschoben. Rudi Völler und Fredi Bobic wird tatsächlich zugetraut, den DFB zu modernisieren. Vermutlich weil Rudi vor 20 Jahren bei einer WM Vize geworden ist, als man eigentlich in der Vorrunde hätte ausscheiden müssen. Schon damals war Rudi Völler eine Verzweiflungsidee für den Teamchef, weil es keine bessere gab und Christoph Daum doch kein ganz so reines Gewissen hatte. Der Rumpelfußball mit Oli Bierhoff im Sturm war allerdings schwer zu ertragen. Nach dem Turnier beendete Bierhoff seine Stürmerkarriere beim DFB, um kurze Zeit später als Funktionär wieder aufzutauchen. Seinen Platz im Sturm nahm Fredi Bobic ein und musste mit Rudi noch schlimmeren Rumpelfußball zur EM 2004 abliefern, bevor mit Klinsi der nächste ehemalige Nationalknipser das Chef-Ruder übernahm. Was Klinsi wirklich außerhalb des Strafraums qualifizierte, konnte er bei Bayern, Hertha und Facebook Live allerdings nicht nachhaltig nachweisen. Sein DFB-Nachfolger Jogi Löw war natürlich auch ein Stürmer, aber nachdem Miro Klose in Rente ging, spielte er immer seltener mit einem klassischen Stürmer. Und damit endet hoffentlich irgendwann die Linie an Strafraumkanten, die noch Jahrzehnte nach ihrer aktiven Karriere niemals an den besser postierten Mitspieler abspielen und damit reihenweise beste Chancen vergeben. Bis dahin wird es allerdings noch etwas dauern. Wir machen uns besser schon mal sehr viel Popcorn. Direkt nach dem Kopfgrätschen Samstag 10:30 mache ich die Pfanne heiß.
Badischer Abgang
Der polnische Abgang hieß im Englischen bisher french Exit. Aber das war ja auch bevor Ronaldo beim Spiel gegen Tottenham den frühzeitigen Heimweg antrat. Jetzt wandert diese Option der mehr oder weniger höflich-gelesenen Fahnenflucht auf die iberische Halbinsel. Dabei ist dieses Phänomen in der Fußballgeschichte nichts Neues. Wir erinnern uns noch an Jens Lehmann in der S-Bahn nach Essen als sein einziger Zettel ein Zweizonen-Ticket war. Er hatte in Leverkusen in der ersten Halbzeit 3 Tore kassiert und Jörg Berger traute ihm wohl nicht zu, dass er in der zweiten Hälfte vier Tore erzielt und probierte es mit einem erfahreneren Torwart. So war Jens nachdem er sich das Geld für die Fahrt geliehen hatte rechtzeitig zur Sportschau zuhause. So wie viele Fans die sich bei den übervollen Autobahnen im Ruhrgebiet fragen, wann sollte ich das Spiel spätestens verlassen, wenn ich Montag pünktlich auf der Arbeit erscheinen will? Deshalb wundert es nicht, dass ein anderer Schalker in Dortmund bei einem Länderspiel gegen Russland zum Inbegriff der treulosen Tomate wurde, weil er keine Lust hatte im Stadion des Erzrivalen eine weitere Halbzeit auf der Tribüne zu frieren. Bei Kevin Kuranyi war es allerdings schwierig die Art des Abgangs umzubenennen. Als Sohn eines Deutschen ungarischer Herkunft und einer Panamaerin wurde er in Rio de Janeiro geboren. Im Zweifelsfall ist Kuranyi natürlich Schwabe, der unter dem Badenser Jogi Löw aus der Nationalelf flog. Der Badenser wiederum verpasste unzählige Gelegenheiten für einen gut getimten Abgang und würde sich erstklassig als Pate für das Gegenteil des polnischen Abgangs anbieten. Bevor man allerdings gehen kann, muss man natürlich erst einmal erscheinen. Das werden wir Samstag 10:30 wieder versuchen. Wann wir unter welchen Umständen den Platz verlassen ist noch offen.
Kiricocho
Dürlich Dürlich. Deutschland sucht den neuen Bundestrainer. Also jetzt offiziell. Spekuliert wird ja schon seit mindestens 3 Jahren. Aber was ist eigentlich genau das Jobprofil? Man sollte sicher eine gute Haut fürs Werbefernsehen haben. Da kann Kloppo natürlich gut punkten. Vor allem, weil er nicht nur Marken aus dem Hause Beiersdorf präsentieren kann, sondern gleich noch Deutschland als Bier- und Autoland nach vorne grinst. Lächeln wurde ja bei Jogi jahrelang vermieden. Die Faltencreme wäre sonst zum Ladenhüter geworden. Aber modisch hat der Joachim definitiv Maßstäbe gesetzt. Auf dem Level kann eigentlich nur Julian Nagelsmann mithalten. Mit ihm würde sich die Farbpalette sogar noch großzügig erweitern. Den schwarzen Rolli ergänzt mit roten Sneakern und einer knallgelben Matratzenjacke – da weiß man mit Blick auf die Trainerbank gleich welches Land spielt. Aber warum eigentlich nicht mal ein Franke? Wenn in diesem Jahr der Zwillingspaarlauf von Angela und Jogi endet, wäre es doch logisch, dass neben dem Franken im Kanzleramt auch einer Fußballdeutschland verantwortet. Zwar ist er seit 10 Jahren raus aus dem Trainingsanzug, aber die Aufstellung würde sowieso Julian Reichelt machen. Sky muss nicht the Limit bleiben und der Bock wird nicht zum Greenkeeper gemacht. Dieses Match kann eigentlich nur verhindert werden, wenn jetzt jemand laut „Kiricocho!“ ruft.
Die B-Seite der Weltmeisterplatte
Am Ende dieser Nations-League-Woche gehen wir also noch einmal in die verlängerte WM-Analyse. Jogis Powerpoint ist zwar schon durch, aber er hat hoffentlich noch eine französische Version davon. Dann könnte er unserem Nachbarn ein paar gutgemeinte Ratschläge gegen das sichere Vorrundenaus 2022 geben. Während er selbst endlich die satten Endzwanziger aussortiert und nun auf hungrige Mittzwanziger setzt, läuft Frankreich sehenden Auges in sein Verderben. Der Sieg der Franzosen verhindert den nötigen Umbruch nach der gewonnenen WM. Wäre jetzt nicht beste Zeitpunkt für Mbappé wie Poldi nach Japan zu wechseln, um dort noch ein paar gute Jahre als Pokémon zu fristen? Und Paul Pogba wird bestimmt genau hingeguckt haben, als Per Mertesacker diese Woche sein launiges Abschiedsspiel veranstaltete. Wenn nicht, dann nur nicht, weil Deschamps Pogbas Zeit verschwendet und ihn immer noch im französischen Mittelfeld mitspielen lässt. Und dieser Pavard soll bekanntlich nächste Saison nach München wechseln, um Hummels UND Boateng zu beerben. Da wird das Unglück doch schon mit dem dicken Edding vorgezeichnet. In der deutsch-französischen Kiez-Kneipe in Paris haben sie sicherheitshalber die deutschen Würste auf der Weltmeisterplatte gelassen. Es lohnt sich wahrscheinlich nicht für die vier Jahre bis zur Katastrophe die Karte zu ändern. Wir ändern ja auch unsere Anstoßzeit (Samstag 10:30) seit Jahren nicht. Die Mannschaft wechselt dafür munter durch. Ab und zu dürfen sogar die beiden Pokémons mitspielen, die eigentlich gar kein Fußball spielen können.
29. August 2018 – Jogis Powerpoint-Karaoke
In der Diaspora
Erinnert ihr euch noch an den letzten Sommer? An all das Konfetti in der Luft, das beim ConFed- und beim Confetti-Cup durch die Luft wirbelte? Ja okay, das Wetter war bescheiden. Für ein Sommermärchen fehlte der Sommer. Im letzten Sommer waren dennoch alle überzeugt, dass wir zwei bis drei Mannschaften haben, um erneut Weltmeister zu werden. Und nu? Die ganze Euphorie verpufft. Fußball doof. Jogi ein Blinder. Die Endzwanziger auf dem Feld lahme Greise. Lieber Volleyball oder Tischtennis. Nicht mal das DIA-Turnier kann diesem Sommer noch retten. Wahrscheinlich will niemand mit einem Sport belästigt werden, in dem England Titel gewinnen könnte. Und das nur, weil die so toll Elfmeter können. Jedenfalls ist es am einfachsten, Jogi auch noch Schuld dafür zu geben, dass das für dieses Wochenende geplante DIA-Turnier nicht stattfinden kann. Oder Oliver Bierhoff. Oder Mesut Özil. Einer von denen hat es auf dem Gewissen. Die aktuelle Studentengeneration ist quasi in ihrem persönlichen 2004 angekommen. Unter Tante Käthe schafften wir damals dank zweier Unentschieden und einer Niederlage den vorletzten Platz vor Lettland. Ballkünstler wie Thomas Brdaric, Jens Nowotny, Christian Wörns oder Fabian Ernst haben im Grunde das Sommermärchen von 2006 erst möglich gemacht. Vor allem, weil sie 2006 nicht mehr dabei waren. Von da an retteten dann Jogi, das DIA-Turnier und die Karstadt-Arena den Fußball. Wir sind bereit für Neues, Jogi. Und du?
PS: Streng genommen, soll das Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00 auch Fußball sein. Hat aber nur im Entferntesten damit zu tun. Kommt also wie immer, denkt nicht drüber nach und freut euch an der schönsten Kopfgrätsche der WM. Danke.
This is Lucas Torreira using his head to make a tackle.
His head.
To tackle.
This kid is prepared to die for the cause. pic.twitter.com/QobDGn3nJl— Gilles (@GrimandiTweets) 30. Juni 2018
It’s-a me, Mario!
Puh, das Spannendste der WM-Vorrunde ist schon einmal geschafft. Die Nominierung des deutschen WM-Kaders. Und das war doch gar nicht so überraschend. Gomez wechselte in der Winterpause nach Baden-Württemberg und ist dabei. Sandro Wagner verschwand zur gleichen Zeit aus Baden-Württemberg und damit auch aus dem Beobachtungsradius des Bundestrainers. Die beiden meistdiskutierten Namen Sandro Wagner und Mario Götze zeigen auch ein Muster. Es ist kein gutes Omen einen italienischen Vornamen zu haben. Die Italiener können das nur bestätigen. Und damit fehlt das Duo aus Mario und Bro Luigi (der sich den schwäbischen Decknamen André Schürrle verpasste, aber nie den Makel überwinden konnte, dass Ludwigshafen nicht Mannheim ist), das Deutschland vor vier Jahren zum Titel klempnerte. Inspiriert von Sandro Wagner (man muss auch verstehen, wie Italiener ticken) und Frank Lehmann trete auch ich offiziell hiermit aus der Nationalmannschaft zurück: „Sag du mir nicht, dass es aus ist. Du hast mir überhaupt nicht zu sagen, dass es aus ist. Das ist mein Text. Und ich sag dir mal was: Jogi. Es ist aus!“ In 4 Jahren in Katar ist es mir überhaupt zu sandig und außerdem hab ich da Weihnachten schon was vor. Und Samstag (10:30) und Mittwoch (18:00) sowieso.
100% Sicherheitspassquote (In aller Präsidentschaft)
Da ist Uli Hoeneß endlich wieder zurück aus der längsten Winterpause aller Zeiten und niemand redet über ihn und seine Bayern. Unter dem Hashtag #Inauguration diskutieren stattdessen alle über den Einstieg eines anderen Präsidenten, gegen den Uli und die seinen kein Thema sind. Sogar Louis van Gaals Karriereende macht mehr Schlagzeilen als der Rückrundenstart des Rekordrückrundentabellenführers. Dabei wird der Tulpengeneral mit seiner Zweitkarriere als Donald-Trump-Doppelgänger noch 4 bis 8 erfolgreiche Jahre vor sich haben. Ob in diesem Zeitraum niemand anderes als die Bayern Meister wird, ist da doch unser kleinstes Problem. Etwas Kontinuität ist doch auch schön in diesen wilden Zeiten. Also freuen wir uns auf die drölfzigste Meisterfeier auf dem Münchner Marienplatz im Mai, die 20. Staffel In aller Freundschaft, eine weitere Runde 80er im Hitmix des UKW-Radios oder Jogi Löw als ewigen Bundestrainer bis 2020. Und natürlich Kopfgrätsche Samstag 10:30. In dieser kleinen heilen Welt der Konstanz ist es doch wie in einer schönen seichten Soap, wenn die Abteilung Attacke aus München ein provokantes Interview in der Süddeutschen gibt. Woraufhin wochenlang empörte Antworten von Aki Watzke, Ralle Rangnick und Tante Käthe durch den Blätterwald von Kicker und SportBild rauschen. Und das alles ohne Twitter und dass jemand tiefbeleidigt auf den roten Knopf drückt. Einfach himmlisch.

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