Die B-Seite der Weltmeisterplatte

Am Ende dieser Nations-League-Woche gehen wir also noch einmal in die verlängerte WM-Analyse. Jogis Powerpoint ist zwar schon durch, aber er hat hoffentlich noch eine französische Version davon. Dann könnte er unserem Nachbarn ein paar gutgemeinte Ratschläge gegen das sichere Vorrundenaus 2022 geben. Während er selbst endlich die satten Endzwanziger aussortiert und nun auf hungrige Mittzwanziger setzt, läuft Frankreich sehenden Auges in sein Verderben. Der Sieg der Franzosen verhindert den nötigen Umbruch nach der gewonnenen WM. Wäre jetzt nicht beste Zeitpunkt für Mbappé wie Poldi nach Japan zu wechseln, um dort noch ein paar gute Jahre als Pokémon zu fristen? Und Paul Pogba wird bestimmt genau hingeguckt haben, als Per Mertesacker diese Woche sein launiges Abschiedsspiel veranstaltete. Wenn nicht, dann nur nicht, weil Deschamps Pogbas Zeit verschwendet und ihn immer noch im französischen Mittelfeld mitspielen lässt. Und dieser Pavard soll bekanntlich nächste Saison nach München wechseln, um Hummels UND Boateng zu beerben. Da wird das Unglück doch schon mit dem dicken Edding vorgezeichnet. In der deutsch-französischen Kiez-Kneipe in Paris haben sie sicherheitshalber die deutschen Würste auf der Weltmeisterplatte gelassen. Es lohnt sich wahrscheinlich nicht für die vier Jahre bis zur Katastrophe die Karte zu ändern. Wir ändern ja auch unsere Anstoßzeit (Samstag 10:30) seit Jahren nicht. Die Mannschaft wechselt dafür munter durch. Ab und zu dürfen sogar die beiden Pokémons mitspielen, die eigentlich gar kein Fußball spielen können.

#WinterAdeus

Ahhh, Länderspielpause. Eine willkommene Unterbrechung vom „erstklassigen Scheißfußball“ und endlich die Gelegenheit mal ein paar liegengebliebene Dinge zu erledigen, z.B. den Trainer auszutauschen oder die Glückwunschkarten zur frühzeitigen Meisterschaft zu beantworten. Sportbars finden nun die Zeit, um einen neuen Schwung Bravo-Sport-Poster über die Schimmelflecken zu hängen. Und auch Schweini hat den Moment genutzt, endlich die überfällige Wohnungsübergabe in Manchester zu organisieren. Natürlich bietet sich die Pause geradezu für rührselige Abschiedsspiele an. Also richtige Abschiedsspiele, nicht so etwas wie am Mittwochabend. Den Engländern hatte wohl vorher niemand gesagt wie so etwas normalerweise abläuft. Gut, sie haben zwar einen Engländer ins Tor gestellt, aber der Rest zeigte doch ungewöhnlich viel Ehrgeiz. Unser Abschiedsspiel für den Winter Samstag 10:30 wird hingegen nach altbekanntem Muster ablaufen. Die willkürlich zusammengewürfelten Teams Winter-Allstars und Winter and Friends treffen sich zu einem Spaßkick, der wenig Laufleistung und viele Slapstickeinlagen verspricht. Dem Winter werden ein paar Omatore aufgelegt, bei denen die asiatische Wettmafia vor Lachen vom Reissack fällt. Für jedes Team wird unser Winter eine Halbzeit spielen und kurz vor Schluss mit seinen Kindern auf dem Arm die Stadionrunde starten. Danach räumt er schnell seinen Spind und macht Platz für den Frühling. Den begrüßen wir dann Mittwoch 18:00 in einem Testspiel. Mal gucken, ob er sich auf dieser Position festspielen und zur Legende werden kann.

Melde Feuer, tausche Poldi

N’abend. Spätestens wenn man abends mit dem Hanuta vor Menschen bei Maischberger auf dem Sofa sitzt und in die verlebten Gesichter von Fußballexpertendarstellern schaut, merkt man 1.) irgendwie ist in der Hälfte der Hanutas Poldolski als Aufkleber drin und 2.) nach dem Drama ist vor dem Drama. Und alte Männer mit Köpfen rot wie Feuermelder sagen endlich wieder ungestraft, dass früher alles besser war. Leider lässt sich das nur bedingt auf unser Gekicke übertragen. Wir erzählen zwar auch, dass es letzte Woche besser war, aber uns glaubt das niemand. Wie auch, wenn perfektes Fußballwetter wartet. Da ist es uns doch Wurscht, ob ein Elfmeterpunkt vorhanden ist oder ob man von dort das Tor trifft. Easy Sommerfußball ganz ohne Drama wartet Mittwoch 18 und Samstag 10:30 Uhr. Mit mehr Fahrkarten in nur einem Spiel als Robben in einer Rückrunde schießen kann. Ja wahrscheinlich sogar mit mehr als es Podolskis im Hanuta gibt. Aber was soll’s kleben wir ihn eben bei Özil ein. Alles eine Frage der Einstellung.

PS: hier die dazugehörige TV-Kritik:
http://www.11freunde.de/bundesligen/153074/ultras_die_taliban_der_fussballfans