Jetzt haben wir schon eine Woche Sommermärchen und ich habe immer noch ’ne lange Hose an. Allerdings immerhin keine Wathose wie man sie an manchen Spielorten gebraucht hätte. Aber auch Nachts ist es bisher nicht ganz so lauschig, dass man gern noch eine Extrarunde Autokorso fährt oder seinen Rausch selig in der Turnhalle auf Schalke ausschlafen kann. Die deutsche Nationalmannschaft liegt auch nicht den ganzen Tag am Pool, sondern spielt lieber stundenlang für den viralen Content um ihn herum. Scheint also immer noch nötig zu sein den Pool zu beheizen, damit man sich nicht wie Per Mertesacker in der Eistonne fühlt. Aber spätestens zum Ende der Vorrunde sollte es doch langsam etwas werden mit dem Sommer. Die Trikots der Ausrüster Adidas und Puma kleben jedenfalls schon recht ordentlich an den Oberkörpern der Athleten. Kann aber auch daran liegen, dass es gar keine Weltraumtechnologie ist, die dort vernäht wurde, sondern der übliche Plastemüll, der garantiert, dass von den 100 Euro im Fanshop, wenigstens 98 als Gewinn übrig bleiben. An manch einem Spieler sehen sie schon kurz nach dem leidenschaftlichen Brüllen der Hymne aus, als ob sie reif für die Kleidertonne sind. Bis zur Halbzeit sollten sie allerdings schon halten. Aber ob man das Stöffchen noch nach 90 Minuten tauschen möchte? Nun ja, diese Bälger mit den von Vati selbstgekrakelten Schildern nehmen jeden Dreck. Vati könnte die Beute aber immerhin noch zum Kopfgrätschen Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00 anziehen. Wenn es nur das Check24-Trikot ist… auch egal. Aber jeder sollte dreimal schnell hintereinander sagen können: zwischen vierundzwanzig Check24-Schörts sitzen zwei tschechische Schick-Shirt-Träger.
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Joy to the World Cup Division
Ich hatte gestern gar keine Lust auf Eis. Vielleicht ist der Sommer doch zart am Abklingen. Die Sommerzeit haben sie uns ja schon genommen, indem sie uns eine Stunde geschenkt haben, die fürs Kopfgrätschen allerdings komplett ungeeignet ist. Aber wir können weiterhin Samstag 10:30 kurze Hosen und die DKW-Sonnencreme tragen. Es sind immerhin noch zweistellige Plusgrade, aber der Katari würde sich doch schon eine Pudelmütze überziehen. In Doha sind schließlich heute und in den kommenden Wochen konstant über 30 Grad zu erwarten. Da legt sich sogar Per Mertesacker als ZDF-Experte gerne den ganzen Tag in die Eistonne. Es wird aktuell davon ausgegangen, dass eine Winter-WM eine einmalige Sache sein wird und man bei den nächsten Turnieren wieder im Sommer spielen wird. Aber ist das wirklich so sinnvoll? In 4 Jahren wird in den USA, Kanada und Mexiko ein neuer Weltmeister gesucht. Mexiko im Sommer ist auch nicht lauschig. Guckt man sich die aktuellen Temperaturen von Toronto an, die auch noch kuschlige 17 Grad haben, bräuchte man für diese WM, wenn sie auch im Winter und in diversen Klimazonen stattfindet, weder Rasenheizung noch Klimaanlage. Und falls die Bewerbung für 2030 von Saudi-Arabien, Ägypten und Griechenland Erfolg hat, will man doch nicht wieder zurück in den Juli? Also vielleicht arrangiert man sich schon einmal mit dem neuen Rhythmus und etabliert den World Cup neben Karneval, Advent und Black Friday in der kurzen Spanne zwischen Herbst- und Weihnachtsferien. Für den gemeinen Kopfgrätscher ist das gar nicht so ungünstig. Im Sommer spielt er ja schließlich selbst zweimal in der Woche und hat kaum Zeit diese ganzen WM-Spiele, die auch immer mehr werden, alle zu gucken. Bei der aktuellen WM wäre das natürlich eine vortreffliche Ausrede, um die WM einfacher zu boykottieren. Aber bei den folgenden Turnieren wird doch wieder alles gut, oder? Spätestens in Saudi-Arabien…
Die B-Seite der Weltmeisterplatte
Am Ende dieser Nations-League-Woche gehen wir also noch einmal in die verlängerte WM-Analyse. Jogis Powerpoint ist zwar schon durch, aber er hat hoffentlich noch eine französische Version davon. Dann könnte er unserem Nachbarn ein paar gutgemeinte Ratschläge gegen das sichere Vorrundenaus 2022 geben. Während er selbst endlich die satten Endzwanziger aussortiert und nun auf hungrige Mittzwanziger setzt, läuft Frankreich sehenden Auges in sein Verderben. Der Sieg der Franzosen verhindert den nötigen Umbruch nach der gewonnenen WM. Wäre jetzt nicht beste Zeitpunkt für Mbappé wie Poldi nach Japan zu wechseln, um dort noch ein paar gute Jahre als Pokémon zu fristen? Und Paul Pogba wird bestimmt genau hingeguckt haben, als Per Mertesacker diese Woche sein launiges Abschiedsspiel veranstaltete. Wenn nicht, dann nur nicht, weil Deschamps Pogbas Zeit verschwendet und ihn immer noch im französischen Mittelfeld mitspielen lässt. Und dieser Pavard soll bekanntlich nächste Saison nach München wechseln, um Hummels UND Boateng zu beerben. Da wird das Unglück doch schon mit dem dicken Edding vorgezeichnet. In der deutsch-französischen Kiez-Kneipe in Paris haben sie sicherheitshalber die deutschen Würste auf der Weltmeisterplatte gelassen. Es lohnt sich wahrscheinlich nicht für die vier Jahre bis zur Katastrophe die Karte zu ändern. Wir ändern ja auch unsere Anstoßzeit (Samstag 10:30) seit Jahren nicht. Die Mannschaft wechselt dafür munter durch. Ab und zu dürfen sogar die beiden Pokémons mitspielen, die eigentlich gar kein Fußball spielen können.
Minister Dahoam
Hallo, Aufgewacht! Der Schnee ist weg. Der Winterschlaf ist vorbei. Verträumt reibt ihr euch den Schlafsand aus den Augen und fragt euch: „Was hab ich verpasst?“ Zurecht, denn ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll. Also, es gibt tatsächlich eine neue Regierung und für uns ist jetzt Horst Seehofer zuständig. Als Innenminister hat er traditionell den Sport in seiner Verantwortung. In den nächsten Monaten wird er vor allem diverse Fanschals auftragen und sich in Russland bei der WM die Zehen abfrieren müssen. Angeblich unterstützt er den FC Ingolstadt. Das ist aber wohl nur eine versteckte Botschaft dafür, dass ihn Fußball null interessiert. Crazy Horst ist die Antwort, die Teile der Fußballfans also tatsächlich verunsichert sollte. Ich hätte mir lieber Per Mertesacker gewünscht, aber den bräuchten wir als Gesundheitsminister. Per hätte mehr als nur eine Eistonne beitragen können. Darum, dass ihr euch auch weiterhin die Kopfgrätsche-Mannschaftsfotos zeilenweise angucken könnt, kümmert sich auch weiterhin die CSU. Mit Parolen wie „Das Breitband gehört nicht zu Deutschland“ wird hier nachhaltig verhindert, dass wir noch mehr Kopfgrätscher an den eSport verlieren. Stattdessen treffen sich die Zocker wie zu Franz-Josef-Strauß-Zeiten Samstag 10:30 mit dem Lederball unterm Arm, um das legendäre Match Ober- gegen Untergiesing nachzuspielen. Danach legen wir uns wieder hin. So für ca. dreieinhalb Jahre.