… ist doch ein Verbrechen!

Das mit den Polizeikosten für die Hochrisikospiele ist natürlich erst einmal nervig für die DFL. Aber dann guckt man einmal wer da am Wochenende nach uns Samstag 10:30 gegeneinanderspielt und Aki Watzke kann wenigstens in seiner Funktion als DFL-Präsident die Herztabletten wieder zurück in die Schublade packen. Kein Revierderby, kein Nordderby, kein Hamburgderby, kein Berlinderby, nicht einmal Köln gegen Gladbach. Die Ligenkonstellation verhindert aktuell das Schlimmste für den DFL-Geldbeutel. Da müsste schon Hannover gegen Braunschweig die teuerste Begegnung dieses Jahr sein und man könnte eigentlich ganz prima sparen. Sogar für die Spiele von Hansa Rostock gegen jeden x-beliebigen Gegner fühlt sich die DFL aktuell nicht zuständig und die würden in einem Erst- oder Zweitligajahr ordentlich den Sparstrumpf leersaugen. Aber nun ist das Risiko, dass der asiatische Markt bei Kiel gegen Hoffenheim auf der Fernbedienung einschläft und bei Bares für Rares den Rest des Abends versackt, sehr viel größer. Zum Glück gehört es mittlerweile zum Standard, dass einige Stadiongänger während der Pinkelpause zwischen den Halbzeiten auf ein beachtliches Pyroarsenal in ihren Unterhosen stoßen, das zum Beginn der zweiten Hälfte unbedingt abgebrannt werden muss bevor es feucht wird. Klar, früher hat man das für Gut aufgehoben bis der verhasste Mob aus der Nachbarstadt angereist ist. Aber wie lange soll man noch darauf warten, dass die Dilettanten von nebenan endlich mal wieder aufsteigen? Bis dahin ist das Leuchtbesteck überm MHD und für sich durchaus ein Risiko. Das TÜV-Rheinland-Logo blättert schließlich auch schon verdächtig ab. Wenn alles fein säuberlich abgefackelt wurde, nur nicht vergessen das Feuerzeug hinterherzuwerfen. Da lohnt sich die Rechnung und die ist ja für einen guten Zweck. Die DFL kann ein paar Euro sammeln für den Fall, das tatsächlich mal ein Polizist in Anspruch genommen werden muss. Und wer weiß, vielleicht schreckt sogar der eine oder andere asiatische Zuschauer aufgrund des Schwarzpulverfestivals aus seinem Dämmerzustand auf.

Dem Ochs ins Horn gepetzt

Der Schnee ist plötzlich weg, obwohl Marcel Schmelzer schon lange nicht mehr auf dem Platz stand. Über diesen alten Arnd-Zeigler-Gag konnte Kloppo damals herzhaft lachen, als er noch den BVB bei Pokalspielen auf vereisten Amateurplätzen coachte. Diese Woche wäre er fast nach Deutschland zurückgekehrt. Am Ende ist er wohl nur drübergeflogen. Als Arbeitnehmer in England darf er aktuell nicht einmal die Kernfamilie in Deutschland begraben. Fußball in Ungarn hingegen geht. Aber sogar über Fuschl am See wäre Kloppo nicht wie viele Sachsen damals ’89 in die Bundesrepublik reingekommen. Aki Watzke tröstet sich derweil damit, dass nächste Saison immerhin ein Ex-Spieler von Klopp den BVB trainieren wird. Kloppo und Arnd hätten viel Spaß gehabt, wäre es Andrööösen geworden. Marco Röööse äh Rose darf aber als gebürtiger Leipziger bestimmt auch jederzeit in den Freistaat einreisen. Und in Fuschl hat er vielleicht auch noch einen Schlüssel, den er 2019 vergessen hat abzugeben. Wenn man sich seine Pöbelstatistik anguckt, kann man sich durchaus vorstellen, dass er in 10 Jahren das Snickersgesicht ist. Nur Marcel Schmelzer wird er bei Eis und Schnee nicht mehr aufstellen. Der beendet am 34. Spieltag zusammen mit Lukasz Piszczek und Sven Bender seine Bundesliga-Karriere beim Spiel Dortmund gegen Leverkusen. Es wäre zu wünschen, dass Jürgen Klopp dafür als Zuschauer ins Stadion darf.

»Trio …äh Quartett«

Noch nie hat man auf das nächste Literarische Quartett so hingefiebert. Nicht, weil es das letzte mit Volker Weidermann als Marcel Reich-Ranicki sein soll – nein, aber die Menge der Bücher, über die die Bild gerade exklusiv schreibt, lässt Großes erwarten. Erst konnte man wochenlang intime Passagen aus der Aki-Watzke-Biographie erfahren, die jeder als Kloppo-Echte-Liebeserklärungen interpretieren musste. Das Gefühlsleben von Lucien Favre war daraufhin wochenlang von einem ungewöhnlichen Zögern und Zaudern geprägt. Word zählte in Akis Memoiren öfter den Namen Klopp als das Wort „ich“ in Olli Kahns Buch „ICH“. Das wurde vom Quartett auch bisher schändlich übergangen. Ähnlich wie andere Klassiker wie „Ich habs allen gezeigt“ (Stefan Effenberg), „Anpfiff“ (Toni Schumacher) oder der schmuddelig-schwülstige Skandalroman „Alles“ von Bodo und Bianca. Aber an der Neuerscheinung von Mario Basler „Eigentlich bin ich ein Supertyp“ und der kommenden Uli Hoeneß Biographie „Der Brazzo ist ein noch viel größerer Supertyp“ können Christine Westermann und Thea Dorn unmöglich vorbeigehen. Auch wenn es natürlich Schade ist, dass man nicht die Gesichter von Hellmuth Karasek und Sigrid Löffler sehen kann, wenn Uli höchstpersönlich im Quartett anruft und sie auf Linie pöbelt. Vielleicht lädt er sich aber auch gleich selbst zur nächsten Sendung am Nikolaustag ein. Der Matthias Brandt kann doch ein anderes mal in Berliner Ensemble kommen. Der Telefonschreck vom Tegernsee könnte mich auch Samstag 10:30 vertreten, wenn er Lust hat. Lasst ihn nur bitte nicht die Elfmeter schießen.

100% Sicherheitspassquote (In aller Präsidentschaft)

Da ist Uli Hoeneß endlich wieder zurück aus der längsten Winterpause aller Zeiten und niemand redet über ihn und seine Bayern. Unter dem Hashtag #Inauguration diskutieren stattdessen alle über den Einstieg eines anderen Präsidenten, gegen den Uli und die seinen kein Thema sind. Sogar Louis van Gaals Karriereende macht mehr Schlagzeilen als der Rückrundenstart des Rekordrückrundentabellenführers. Dabei wird der Tulpengeneral mit seiner Zweitkarriere als Donald-Trump-Doppelgänger noch 4 bis 8 erfolgreiche Jahre vor sich haben. Ob in diesem Zeitraum niemand anderes als die Bayern Meister wird, ist da doch unser kleinstes Problem. Etwas Kontinuität ist doch auch schön in diesen wilden Zeiten. Also freuen wir uns auf die drölfzigste Meisterfeier auf dem Münchner Marienplatz im Mai, die 20. Staffel In aller Freundschaft, eine weitere Runde 80er im Hitmix des UKW-Radios oder Jogi Löw als ewigen Bundestrainer bis 2020. Und natürlich Kopfgrätsche Samstag 10:30. In dieser kleinen heilen Welt der Konstanz ist es doch wie in einer schönen seichten Soap, wenn die Abteilung Attacke aus München ein provokantes Interview in der Süddeutschen gibt. Woraufhin wochenlang empörte Antworten von Aki Watzke, Ralle Rangnick und Tante Käthe durch den Blätterwald von Kicker und SportBild rauschen. Und das alles ohne Twitter und dass jemand tiefbeleidigt auf den roten Knopf drückt. Einfach himmlisch.