Kloppo Redentor

Allzu oft passiert es nicht, dass sich Jürgen Klopp beruflich verändert. Bisher stehen in seiner Vita nur drei Vereine und bei Liverpool ist er nun auch schon seit fast neun Jahren an der Seitenlinie. Aber wenn er denkt, dass er sich verändern muss, dann sendet er als limitierter Fußballer, der er war, ein Signal an andere Stolperer auf einer vorher nicht angesagten Frequenz. Vielleicht hat er aber lediglich ein gutes Gespür für Timing, was immerhin dazu geführt hat, dass er noch nie entlassen wurde. Gut, beim HSV haben sie ihn einfach schon vorher weggeschickt, aber wahrscheinlich nur, um ihn zu schützen. Als HSV-Trainer wäre er schließlich spätestens nach zwei engen Relegationen zum Teufel gejagt worden und er hätte sich danach nur noch durch 6-10-Monatsengagements bei Kaiserslautern, Schalke, Hannover und Arminia Bielefeld gehangelt. Campino hätte er natürlich trotzdem kennengelernt, während eines Intermezzos bei Fortuna Düsseldorf. Zum Glück ist alles anders gekommen und jetzt könnte er es sich aussuchen, wo er beruflich landet. Noch haben die semierfolgreichen Amtsinhaber attraktiver Posten Ruhe und können in den nächsten Wochen beruhigt in die Skiferien fahren. Die Zeugnisse sind zwar durchschnittlich und es gibt keinen Schnee, aber Kloppo möchte sich auch erst einmal eine Pause gönnen und sich die Welt ansehen. Die Pyramiden von Mo Salah, Christo Redentor von Bobby Firminho, die Shibuya-Kreuzung von Wataru Endo. Und natürlich den Roten Platz Samstag 10:30. Falls also Touris mit Pöhler-Kappe um den Platz schleichen, immer schön grüßen. Wir Stolperer erkennen uns überall. 

Never mind the bollocks, here’s YNWA

All jene, die die Corona-Pause nicht dafür genutzt haben lustige Gifs, alberne Memes, historische Bilder oder emotionale Filmchen für die Meisterschaft des FC Liverpool vorzubereiten, haben den Fußball nie geliebt. Deswegen ist das Internet auch heute früh voll davon und ihr könnt euch den Rest des Tages alles angucken und in eurer Fuba-Bubble verteilen. Und natürlich mussten Kloppo und Co in den Zeiten von Corona auf dem Sofa Meister werden. Am Ende war das Sofa eine Balkongarnitur aus hässlichen Ratansesseln auf irgendeiner Terrasse eines Ibis Budget. Aber Anfield wurde trotzdem in rot getaucht. Die Bilder hätten auch gut zur Night of Lights gepasst und hätte Boris Johnson eine funktionierende Warn-App gefunden, sie hätte bestimmt auch aus Solidarität eine Menge rot angezeigt. Deshalb ist das vollgemüllte Internet am Ende doch aktiver Infektionsschutz. Wer sich all diese Feier-Posts angucken möchte, kommt eine Weile nicht raus. Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00 wäre ein Gang vor die Tür aber doch ganz schön. Ich habe immerhin schon meine Hausaufgaben gemacht und bringe noch mal diesen Klassiker: 

This song is for you
Jürgen Norbert Kloppo
It shall guide you through the night
And help you through the day

Whenever things go wrong
I’ll be with you
Whenever clouds are there
We’ll fight it through

You never walk alone (I’ll be with you)
Never walk alone (I’ll be with you)

And when you think you have to cry
Then rest a little by my side
You should know,
You never walk alone

I got you Ball

Jahrelang haben wir drüber gejammert, dass die Bundesliga so langweilig ist, wie Phil Connors Tage in Punxsutawney, weil die Meisterschaft meist Anfang Februar keinen Schatten mehr wirft. Und sehnsüchtig haben wir nach England geguckt, wo es tatsächlich in den letzten sieben Jahren fünf unterschiedliche Meister gab. Dann ging da Jürgen Klopp hin und jetzt ist zum Groundhog Day quasi der Drops schon gelutscht. Nun ja, das macht den Abschied am Ende der Woche dann vielleicht doch etwas erträglicher. Dann wird endgültig die Brexit-Starre aufgelöst und die Premier League erreicht quasi den Status von Ligen aus anderen Murmeltier-Hochburgen – z.B. der Schweizer Super League, von Kopfgrätsche am Samstag (10:30, wenn es ein Morgen gibt) oder der norwegischen Eliteserien. Dort hat bis vor kurzem ja noch Erling Braut Haaland gekickt. Und wo isser jetzt? Eben. Geboren ist er übrigens in Leeds. Aber jetzt spielt er in der aktuell spannendsten Liga Europas. Aber machen wir uns nicht zu viel vor. Am Ende werden höchstwahrscheinlich dennoch die Alpenanwohner zum achten mal in Folge Meister. Vielleicht wird das diesmal mit etwas mehr Spannung sogar erst im Mai entschieden. Falls es doch anders kommt und in der Bundesliga der gut frisierte Brauseklub an der Spitze bleibt, wäre das für Erling auch keine Megaüberraschung. Das kennt er bereits aus Österreich. Dort gab es auch keinen anderen Meister seit Erling 13 Jahre alt war. Am anderen Ende des alpinen Murmeltierhabitats in Italien hofft man auch, dass der Radiowecker morgens ein anderes Lied als Storia Di Un Grande Amore spielt. Man wartet schließlich seit 2011 auf irgendeinen Serie-A-Champion, der nicht Juventus heißt. Vielleicht ist es doch gar nicht so schlecht bestellt um den englischen Fußball. Spätestens wenn sich die Engländer im Sommer zum Europameister murmeln, gucken wir wieder voller Neid auf die Insel. Und hoffen, dass Kloppo nicht nur einmal die Premier League gewinnt. Sechs- bis achtmal in Folge dürften es schon sein.   

Kapu in Baku

Na, braucht ihr auch noch so ’nen blauen Hoodie? Ist ja quasi das Must-Have für jeden, der sich einen überzeugten Kopfgrätscher nennt. Wo die Sterne geblieben sind? Äh, nun ja… wer schon einmal eine ordentliche Kopfgrätsche ausgeführt hat, sieht die mit hoher Wahrscheinlichkeit. Okay, in der nachgemachten Version, die gerade in ganz Europa im Umlauf ist, bekommt man tatsächlich ein paar mehr Sterne fürs Geld. Aber nur, weil keiner dieser Salonrebellen, die Kapuze aufsetzen will, die ja das eigentliche Highlight ist. Mal gucken, ob sich einer von denen für die europäische Sache oder weil gerade Wahlkampf ist, am Samstag 10:30 oder Mittwoch 18:00 auf dem Platz sehen lässt. Ansonsten ist Europa natürlich eine feine Sache. Wer träumt nicht vom Eurobbabogaaal? Und wer sich in diesem Wettbewerb richtig doll anstrengt und vielleicht noch eine Menge Geld ausgibt, kann es am Ende sogar bis Baku schaffen. Eventuell muss man ein paar Fans und Spieler zuhause lassen, aber der Exotikfaktor ist auf jeden Fall hoch. Auf jeden Fall höher als in Europa sonst. Da tragen wir doch alle inzwischen von Lissabon bis Nikosia und von Helsinki bis Valetta die gleichen Barça-Trikots unter dem Europa-Pulli. Barça, Juve und die Bayern haben dieses Jahr allerdings den Engländern das Abenteuer europäisches Finale komplett überlassen. Das könnte aber am Ende doch das falsche Zeichen sein, um die Briten doch noch von Europa zu überzeugen. Da kann man gleich Arsenal- und Liverpoolfans ein paar blaue Hoodies schenken.    

Fastenbrechen mit Pummelfee

Ostern ist zurecht das Ende der Fastenzeit. Fünf Feiertage am Stück warten auf uns. Karfreitag, Kopfgrätschesamstag (10:30), Ostersonntag, Ostermontag und zum Finale der höchste Feiertag: Unterderwochekopfgrätschesaisonbeginndienstag (18:00). Dieser Feiermarathon geht kaum bekannter Bibelpassagen zufolge auf die Begebenheit zurück als der Fußballgott zum Apostel Mario sprach: „Zeig der Welt, dass du besser bist als der Messias!“. Bei seinem eigenen Volke wollte man den Heiland aber nicht geschenkt zurück und deckte sich schon einmal pro forma mit faulen Eiern in allen Regenbogenfarben ein. Quasi als unverbindlicher Tipp dafür, welche Vereinsfarben ihm noch stehen könnten. Am Ende blieb dem Apostel Mario wahrscheinlich nur die alternative Rückkehr zu seinem Godfather an die Anfield Road. Aber das steht laut dem Buch Spox frühestens zu Pfingsten an. Bis dahin erfreuen wir uns an unserer Rückkehr auf den Platz am Dienstag. Wenn sich dieser Tag seinen Vorschusslorbeeren würdig erweist, haben auch die folgenden Dienstage das Zeug zum Feiertag. Sollte der Fußballgott uns aber mit Plagen strafen, ist das als untrügliches Zeichen zu werten, dass wir ihm am falschen Tag huldigten. In diesem Fall predige ich einfach nächste Woche das Gegenteil.

Der Pro-Tipp zum Schluss: mit dem Kopf knapp über der Grasnarbe lassen sich (Dino-)Eier am besten ergrätschen.

Normal malade

Now, the normal one comes to the other. What a pitty. You should learn. Everything has an end only the sausage has two. I said: the only language i speak a little bit … you are hearing … is english. And for my kind of coaching I need the language. But I think the funny part of the language I will learn very fast and that’s all I said. It was great, the weather was good, everything was okay only my health is so shit. I think I speak much more than I say the whole week. And so maybe its better for my team, one or two games in the year when I’m far away. We speak and we spoke about football the last 15 years each day everyday. So what will happen tomorrow 10:30 or wednesday 18:00? And we will do totally different things as I sit on a Tribüne? Stand? On a Stand. Yeah, it’s stand? As I sit on a stand. I see the team and think ‚oh my God’… no, no, no. In this moment, we are not the best team in the world – who cares? Who wants to be the best team in the world today? We want to be the best team tomorrow or another day. That’s all. We have to change from doubter to believer. Now.