Kloppo Redentor

Allzu oft passiert es nicht, dass sich Jürgen Klopp beruflich verändert. Bisher stehen in seiner Vita nur drei Vereine und bei Liverpool ist er nun auch schon seit fast neun Jahren an der Seitenlinie. Aber wenn er denkt, dass er sich verändern muss, dann sendet er als limitierter Fußballer, der er war, ein Signal an andere Stolperer auf einer vorher nicht angesagten Frequenz. Vielleicht hat er aber lediglich ein gutes Gespür für Timing, was immerhin dazu geführt hat, dass er noch nie entlassen wurde. Gut, beim HSV haben sie ihn einfach schon vorher weggeschickt, aber wahrscheinlich nur, um ihn zu schützen. Als HSV-Trainer wäre er schließlich spätestens nach zwei engen Relegationen zum Teufel gejagt worden und er hätte sich danach nur noch durch 6-10-Monatsengagements bei Kaiserslautern, Schalke, Hannover und Arminia Bielefeld gehangelt. Campino hätte er natürlich trotzdem kennengelernt, während eines Intermezzos bei Fortuna Düsseldorf. Zum Glück ist alles anders gekommen und jetzt könnte er es sich aussuchen, wo er beruflich landet. Noch haben die semierfolgreichen Amtsinhaber attraktiver Posten Ruhe und können in den nächsten Wochen beruhigt in die Skiferien fahren. Die Zeugnisse sind zwar durchschnittlich und es gibt keinen Schnee, aber Kloppo möchte sich auch erst einmal eine Pause gönnen und sich die Welt ansehen. Die Pyramiden von Mo Salah, Christo Redentor von Bobby Firminho, die Shibuya-Kreuzung von Wataru Endo. Und natürlich den Roten Platz Samstag 10:30. Falls also Touris mit Pöhler-Kappe um den Platz schleichen, immer schön grüßen. Wir Stolperer erkennen uns überall.