Die Privatjets mit den deutschen Nationalspielern aus den USA dürften inzwischen gelandet sein. Der fiese Ostwind hat das Ankommen wahrscheinlich noch schwieriger gemacht. Aber die Reise hat sich hoffentlich gelohnt. Ein ehemaliger DFB-Mitarbeiter hat auf jeden Fall seine Anschlussverwendung im Land of Hope and Dreams klargemacht. Oliver Bierhoff wird Berater der New England Patriots für den deutschsprachigen Markt. Er verkauft uns also demnächst das Ei. Und die Show drumherum. Schon jetzt brainstormt unser Golden Boy mit den Stakeholdern über kreative Hashtags wie #ptrts oder #fxbrgh. Sicher wird es auch wichtig darüber nachzudenken, wer denn hierzulande die deutsche Taylor Swift ist, die dem Sport die nötige Starthilfe geben könnte. Bei Sarah Connor und Mesut Özil hat das doch auch geklappt. Dann kann es doch was werden auf dem neuen „Heimatmarkt“. Natürlich gelten Amerikaner als die Erfinder des Marketings, aber der deutsche Markt braucht wohl etwas besonderes, dass man nur bedienen kann, wenn man schon einmal einen Fanclub Deutsche Nationalmannschaft gegründet und Nationalspieler mit Bodypainting in afrikanische Tiere verwandelt hat. Hätten wir das früher gewusst, hätten wir auf dem Tartanplatz die notwendigen Endzonen-Markierungen bestimmt noch unterbringen können. Eventuell sind wir aber hier auch dem eigentlichen Grund für die Tor-Verzögerung auf der Spur. Schlimmer Verdacht: sollen dort am Ende nur ein paar Stangen installiert werden? Das könnte uns völlig unvorbereitet treffen, wenn wir uns nicht schon an sehr sehr vielen Samstagen (10:30) exakt die Schußtechnik angeeignet hätten, die für Football Erfolg verspricht. Wir träumen zurecht davon sehr bald Golden Kicker zu sein. #kpfgrtsch
14. Oktober 2023 – Wofür die Pagode gut ist

„Slippery, when wet“ war das Motto, nachdem es Nachts geregnet hatte. Unser Ausweichplatz an der Kapitänspromenade trocknete an den schattigen Stellen nicht. Beim vier gegen drei hörten wir irgendwann bei jeweils fast 30 Toren auf zu zählen. Danach wechselten wir auf das, was die Alt-#Kopfgrätsche|r „“Franks Modus“ nennen. Und dann kam der Regen, weswegen wir uns für das Abschlussfoto unter die benachbarte Pagode retteten.
Die Indianer von Köpenick
Mats und Julian gucken aktuell mal, was das denn für Länder sind, in die die WM 2026 vergeben wurde. Ist die Infrastruktur für ein solches Turnier überhaupt vorhanden oder müssen wir uns wieder als Fallback anbieten, wenn die das nicht packen? Okay, die letzte WM auf dem Kontinent war 1994 nur in den USA, aber obwohl wir uns als Titelverteidiger auf Jahrzehnte hinaus unschlagbar wähnten, sind wir ohne Pokal nach Hause gefahren. Da muss man doch mal kritisch prüfen, woran es gelegen haben könnte. Damals kamen die Spieler aus dem Osten dazu, das sind wohl diesmal die Kicker von Union Berlin, die man plötzlich wie ein indigenes Volk auf dem eigenen Staatsterritorium entdeckt hat. Im WM-Kader damals waren mit Sammer und Kirsten aber auch nur zwei Ossis und die konnten ausnahmsweise nichts dafür, dass Effes Finger zu lang und Icke Häßler zu kurz war. 2026 müssen die USA hoffentlich nicht mehr ihre Baseballstadien umfunktionieren. Einige sahen ja aus wie unsere Spielstätte an der Bürgermeister-Haupt-Straße – ein umfunktionierter Basketballcourt mit fetten Linien aber ohne Tore. Eine weitere Anreise zur Kapitänspromenade wird wohl auch diesem Samstag (10:30) alternativlos sein. Die USA muss den Wunsch nach 16 Highend-Spielorten zum Glück nicht allein erfüllen. Sie haben schließlich auch Partner mit Fußballexpertise dabei. Und 1986 hat Mexiko noch allein solch ein Turnier gewuppt. Das kann man sich mit Hinblick auf die Entscheidung für die Spielorte 2030 kaum noch vorstellen. Muss man bei 6 Gastgebern überhaupt noch eine Qualifikation ausspielen? Zwei Gruppen sind doch quasi schon voll. Zum Glück hat die Fifa auch darauf Antworten und stockt das Teilnehmerfeld ab der nächsten WM von 32 auf 48 Mannschaften auf. Es warten also 104 tolle Spiele in 40 Tagen auf uns und ich will alle sehen. Das wird doch die letzte echte WM, die man gucken darf, bevor es nur noch Geldschneiderei mit korrupten autokratischen Regimen ist. Oder die vorletzte?
Far away in America drübbe
Vor knapp 30 Jahren waren wir mit Effe und Mario schon mal „drübbe“ und wahrscheinlich sind wir sogar Weldmeisda oder so was ähnliches gewodde. Jedenfalls wird dieses Ergebnis im Kopf vom Mario mit jedem Dopa-Weizen wahrscheinlicher. Nun bringen wir diesen Wilden bei der DFB-USA-Reise ein weiteres mal das Fußball-ABC. Trotz Messi im Miami spielen die immer noch zu viel mit den Händen. Ganz praktisch, wenn man nicht so gut zu Fuß ist (so wie ich Samstag 10:30), aber dann nennt das doch bitte nicht Football. Die Hände sind zum Klatschen da, z.B. zu fetziger Musik. Und weil die Village People vor 45 Jahren einmal eine angesagte Band waren, hat sie der DFB 15 Jahre später natürlich sofort nominiert, um den deutschen WM-Song einzusingen. Das Songwriting ist natürlich absolut weltmeisterlich und konnte keinem Amerikaner überlassen werden. ESC-Hit-Garant Ralph Siegel persönlich hat hier seinen Füllfederhalter leer geschrieben, um uns nicht nur auf den Fußballthron sondern auch an die Spitze der Musikcharts zu führen. Oder auf Platz 44 (Böörti Böörti Vogts von Blöödelbarde Stefan Raab schaffte schließlich auch nur Platz 4), aber im Kopf von Ralph Siegel war es mindestens eine goldene Schallplatte. Hören / lesen wir doch einfach noch einmal rein:
There’s a time you can’t go wrong,
when your heart arrives in America
And you know the game is on,
that will change your life in America
It’s a land so wild and free,
calling out for you and me
When you want some action,
that’s the way it’s gotta be
And you’ll find out if you stay,
you’ll be making friends in America today
Okay!
Far away in America, we’re gonna make it,
find the chance and take it
Away in America, we’re gonna make it,
get it out and shake it
You’re gonna fight for the light, make it
Come on and go, it’s alright
Far away in America
Far away in America
Let’s go!
It’s a tough man’s paradise,
take a flight or ride in America
There’s a rainbow in your eyes
on the other side of America,
It’s a land so great and wide,
touching you deep inside
Everybody’s watching, all you got to do is try
Take your dream and hold it tight,
you’ll get all you need in America tonight!
Alright!
30. September 2023 – Nur echt mit Finger

Kein Stativ dabei. Kein Rucksack, Flasche oder sonstwas zur Hand um es als Smartphone-Halterung zu nutzen. Darum schnell und spontan einen Jungen gefragt, der eigentlich auf das Tor rumbolzte. Er sagte, das sei kein Problem. Als Fotografierter sah man allerdings, dass die Fingerchen vor dem Objektiv waren. Das ist hier Versuch 3. Danke, unbekannter spontan-Fotograf. Ist trotzdem schön geworden. Oder gerade deswegen.
Tribun auf Tribüne
Es steht wieder der Geburtstag eines unserer größten Krafttiere an, das irgendwie immer gespielt hat. Zwei Jahrzehnte in den besten Ligen der Welt und er schien dabei komplett alterslos. Es gab eine Zeit, da wurde er einfach jedes Jahr Meister, egal welcher Verein gerade mit ihm spielte. Aber kaum starb Mino Raiola, traute er sich tatsächlich mit 41 in die Fußballrente zu gehen. Jetzt wird er 42 und feiert seinen ersten Geburtstag nicht als Profifußballer. Tatsächlich ist Zlatan jetzt ein Kandidat für die Rubrik „Was macht eigentlich…?“. Dabei wäre die Frage „Was macht Zlatan Ibrahimovic eigentlich nicht?“ richtiger. Der tränenreichen Abschied in San Siro, bei dem Männer tribünenübergreifend was im Auge hatten, ist nun vier Monate her. Dass er seine Karriere bei Milan so emotional beendete, war insofern überraschend, weil er schließlich auch ein paar Spiele für Inter und Juve gemacht hat. Und sehr viele mehr für PSG. Allein in der Champions League hat er für 6 unterschiedliche Vereine getroffen. Den Henkelpott hat er allerdings nie gewonnen. Den könnte man aber in seiner Vitrine mit den ganzen persönlichen Auszeichnungen wahrscheinlich nicht einmal gut sehen. Ob Zlatan nun Zeit hat, seinen AC Milan in der Champions League als Tifoso zu begleiten und nächste Woche ein Tag nach seinem Geburtstag im Westfalenstadion zu sehen ist, gilt als unsicher. Irgendwo wird bestimmt eine seiner neuen Paddel-Tennis-Hallen eröffnet oder es muss ein weiterer Asterix-Film gedreht werden. Vielleicht setzt er sich ja an einem der nächsten Spieltage wie der Volkstribun in die Loge, wenn Milan gegen PSG im großen Brot- und Spiele-Theater gegeneinander antritt. Den Löwen bringt Zlatan selbst mit. Er hat ihn schließlich auf den Rücken tätowiert. Aber selbst wenn er sich nicht die Ehre gibt, sollen die Spiele stattfinden. So wie unsere Termine Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00. Insofern bleibt Zlatan unser Krafttier. Die Show geht einfach weiter. Sogar ohne ihn.
23. September 2023 – Fern der Heimat …
O tapped is
Nun haben sie wohl in München angeblich eine sogenannte Wiesn im Ort und was machen sie dort, anstatt darauf zünftig Fußball zu spuin? Sie setzen einen Haufen Zelte auf das Feld und stellen die voller Bierzeltgarnituren. Da kann man dann rumsitzen und sich beim Konsum von Gerstensaft privatinsolvent trinken. Ab und zu steht und liegt man aber auch auf und unter der Garnitur, so passen noch mehr potenzielle Mittrinker ins Zelt. Die einzig entscheidende Maßeinheit ist schließlich nur die Anzahl der Krüge, die auf dem Tisch Platz haben. Alles andere findet sich. Im Gegensatz zu seinen rotgesichtigen Landsleuten kann Harry Kane in diesem Jahr mit etwas mehr Platz im Käferzelt zwischen den Promis, die sonst normalerweise im P1 den städtischen Kickern auflauern, das verstörende Brauchtum verfolgen. Vor Ort empfiehlt es sich für ihn maximal schüchtern am Maßkrug, den der Trainer mit Apfelschorle light gefüllt hat, zu nippen und unvorteilhafte Fotos in der tz zu vermeiden. Sonst muss er nach seiner Karriere noch Experte im Doppelpass werden, wo die Wiesnhölle zwischen unsachlichen aber meinungsstarken Stammtischbrüdern schließlich jeden Sonntag herrscht. Nach dem glücklichen aber nie gefährdeten Sieg im Wiesntrikot am Samstagnachmittag gegen die Freunde vom VfL Bochum, gilt es brav den Trachtenjanker und die Krachlederne anzuziehen und nicht dem englischen Reflex nachzugeben verpixelungswürdige Körperteile raushängen zu lassen. Den Rest der Folklore besorgt schon der Müller-Thomas, wenn er für ein paar Likes zusammen mit Tuchel in einen Wadenwärmer schlüpft. Meine Wade liegt noch auf Eis und träumt vom Kopfgrätschen Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00. Aktuell erlaubt sie aber maximal eine dritte Halbzeit mit polternden Kommentaren und Füße-gebluded-Anekdoten auf Dopa-Niveau.
21. September 2023 – Kopfgrätsche-Weltweit: Amsterdam

Wo die Toiletten sind, ist klar. Aber wo ist der #Kopfgrätsche-Aufkleber im STRAAT Museum in Amsterdam? Könnt ihr ihn finden?
Es ist übrigens nicht der erste unserer Aufkleber in der niederländischen Hauptstadt: 23. April 2015 – Amsterdam
Wolf, du hast die Gans gecancelt
Die Flickschusterei beim DFB ist vorbei. Jetzt werden andere Saiten aufgezogen. Statt den Graugänsen ist der graue Wolf wieder zurück. Und Hannes Wolf hat er auch noch dabei. Tierisch. Zum Schluss war es unter Hansi wohl auch ziemlich viel Graubrot. Das haben jedenfalls die drei Leute berichtet, die sich den Mist noch angeguckt haben. Aber Rudi sucht trotz seiner 100%igen Siegquote nach einem Nachfolger, der sich den unverschämten Fragen der Journalie von Weizen-Waldi bis zu den Rocketbeans stellen mag. Da muss doch jemand aus diesem Brauseuniversum zu finden sein, der schon mal Thomas Müllers TikToks geliked hat. Ach guck, der eine da mit den gezupften Augenbrauen ist frei, weil er den Bayern zu sehr Laptop statt Lederhose war. Oder zu sehr Skateboard statt Bierbank. Oder einfach zu sehr Nagelsmann statt Tuchel. Der Verfügbare passt natürlich nicht in die Kategorie Otto Nerz, Sepp Herberger, Helmut Schön. Aber immerhin hat er auch nicht einen dieser schwäbischen Tiernamen wie Klinsi, Jogi oder Hansi. Sein Gehalt ist nicht niedrig, dafür bekommt der DFB ein paar Insta-Follower dazu. Und wenn die demnächst alle die DasErste- und ZDF-Apps herunterladen, um ein Länderspiel zu gucken, ist das doch gut investiert. Beim Kopfgrätschen muss ich mich auch erst einmal vertreten lassen. Ich habe aber schon eine Idee, wer demnächst Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00 die Spieler zum Platz quatscht. Ich habe da einen Bewerber an der Hand, der extra einen Motivationsfilm mit Graugänsen auf CD-Rom dabei hat. Nur mit den Leibchen fremdelt er etwas. Sie sind ihm nicht grau genug.
09. September 2023 – Ziemlich beste Freunde in der Notaufnahme

Ein #Kopfgrätsche-Spiel wie tausende davor, war für Jürgen am Laufen. Sein Team war das dritte des Samstages. Darum musste erst pausiert werden, um dann gleich unaufgewärmt loszulegen. Nach wenigen Sekunden dann schon der Schrei von Jürgen. Etwas stimmte nicht! Das war gleich den Kopfgrätsche-Veteranen klar. Jürgen lamentiert sonst nicht. Der Rechte Knöchel schwoll schnell an. Der Kopfgrätsche-Rekord-Spieler musste vom Platz getragen werden – und hatte Glück, dass ausnahmsweise ein Auto zur Verfügung stand und ein Arzt zugegen war.



Mittlerweile wissen wir: Nichts gebrochen, nichts bleibendes. Aber: Erst zwei Monate später kehrt Jürgen auf den Platz zurück [Beitrag]. Mit Schaumküssen, aber in Straßenklamotten. Bis zum Comeback auf dem Platz wird es noch etwas länger dauern.
Richarlisons of Anarchy in the UK
Wenn man so kurz nach Ligastart schon wieder zur Nationalmannschaft reisen muss, kann die eigene Playlist natürlich noch nicht perfekt sein. Gerade erst hat man in der Kabine angefangen, die Lieblingssongs zu etablieren und die Gehörgänge der Mannschaftskollegen zu trainieren. Bei der Nationalmannschaft trifft man dann wieder auf eine neue Konstellation. Die Kabine ist wahrscheinlich etwas größer, was man akustisch berücksichtigen sollte. Und natürlich sitzen in den Ecken einige soundreflektierenden alten Hasen, die sich wenig bewegen und deren glatte Oberflächen auf dem Schädel die Töne nur so durch den Raum knallen lassen. In diesem Umfeld ein harmonisches Feintuning hinzubekommen, ist alles andere als einfach. In Kenntnis dieser Herausforderungen kann es einen nicht verwundern, wenn man solche Meldungen von der brasilianischen Nationalmannschaft lesen muss: Vitor Roque and Richarlison got into an argument after the 18 year old started playing Taylor Swift in the locker room. Richarlison called it the worst music on the planet. Dafür muss man Verständnis haben. Richarlison ist immerhin ein Boomer von 26 Jahren, der einfach nur in Ruhe seinen True Crime Podcast hören möchte. Er wurde zudem in den letzten Jahren musikalisch in Liverpool und London sozialisiert. Kein Wunder, dass er alles an den Beatles und Sex Pistols messen muss. Offensichtlich ist er auch zu alt, um sich von dem zu erwarteten Shitstorm der Swifties beeindrucken zu lassen. Demnächst wird er sich wahrscheinlich eine Schiebermütze kaufen und jeden Music Friday seine Plattentipps unter die Guys bringen. Obwohl man sich das gut überlegen sollte, ob man den Leuten wirklich ungefragt jeden Freitag mit den eigenen Gedanken auf den Keks gehen muss, nur um die ewig gleiche Leier von Samstag (10:30) und Mittwoch (18:00) anzustimmen. Mal hören, was uns unser Outdoor-Kabinen-DJ auf seiner Bluetooth-Box im Turnbeutel diesmal mitbringt.
06. September 2023 – Torchestral Manoeuvres in the Dark
02. September 2023 – Zaun mit Gästen
Gnadenbrot or nothing
Fachkräftemangel bedeutet auch: die Alten müssen ran! Auf Transfermarkt.de sinkt der Marktwert automatisch, wenn man die Grenze zum Greisenalter also 30 überschreitet. Aber in den Vereinen hat man längst gemerkt, dass man besser fährt, wenn man sich einen hungrigen Bestager holt, wenn man ernsthaft etwas gewinnen möchte. Klar bei den jungen Talenten gibt es viel Beweglichkeit in der Hüfte und deshalb noch einen Haufen TikTok-Follower mit dazu. Da gibt man schon mal gern ein paar Millionen mehr für aus. Leider bleiben diese Follower nicht beim Club, wenn der Spieler den nächsten Schritt machen will. Also lieber einen 30-Jährigen mit verwaistem Facebook-Profil, der verlässlich Leistung bringt und darüber nachdenkt auf einen Volvo-Kombi umzusteigen. Der findet meist selbstständig den Weg zum Trainingsplatz (bei Kopfgrätsche aktuell immer noch im Friedenshof Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00) und ist auch ansonsten pflegeleicht. Im nächsten Transferfenster wird lediglich spekuliert, ob er nicht doch lieber noch ein paar Spiele in Saudi-Arabien machen möchte, bevor er die müden Knochen in ein TV-Studio schleppt, um dort sein Gnadenbrot als Experte zu knuspern. Sowohl Bayern als auch Dortmund haben mit Kane und Füllkrug für eben dieses Profil in diesem Sommer gerne Geld überwiesen. Beide haben einige Torjägerkanonen rumstehen, die aber bisher keine Mannschafts-Titel eingebracht haben. Ihre langjährige Treue zu Clubs, die nur selten etwas in die Vitrine stellen können, lässt ihnen dafür die Zeit davon rennen. Im letzten Karriereschritt muss es nun doch endlich mal klappen mit einem Titel. Mit Harry Kane muss man sich geradezu freuen, wenn er im nächsten Mai endlich mal eine Trophäe hochhalten darf. Von den letzten 11 Schalen der Bayern hat er schließlich nichts gehabt. Auch Hansi Flick hat gemerkt, dass er das alte frische Blut von Pascal Groß braucht, um die Heim-EM 2024 noch zu retten. Den kennt bei Amazon zwar niemand, aber nur mit ihm lässt sich wenigstens eine weitere peinliche All-or-nothing-Doku verhindern.
30. August 2023 – Grauzone
26. August 2023 – Old School
Niveau ist die Geld?
Eine aktuelle sportliche Situation kann man natürlich auch finanziell erklären. Oder wie Pal Dardai es ausdrücken würde und auch getan hat: „Wie soll ich sagen? Die Geld ist weg. Ganz einfach. Ich weiß nicht wo es ist.“ Und das klingt natürlich dramatisch, wo wir doch erst gefühlt vor Kurzem darüber lustvoll spekuliert haben, für wen die Windhorst-Millionen demnächst zum Fenster hinausgeworfen werden. Aber Geld ist selten weg, es ist nur meist woanders, wo man schwer rankommt. Man könnte es in Saudi-Arabien vermuten, dort kommt es offensichtlich gerade aus dem Hahn. Auch hier werden Spieler über dem Marktpreis eingekauft, um davon abzulenken, dass die sportliche Relevanz und Strahlkraft nicht ganz so dazu passen. Mit Geld lässt sich die Lücke zwischen Anspruch und Wirklichkeit dann doch leichter ignorieren. Um die Saudis muss man sich dann aber langfristig weniger Sorgen machen als um die Hertha. Und immerhin klingt Pal Dardai noch nicht wie Ernst Middendorp, der in Meppen klar gemacht hat, dass sein Anspruch sehr viel höher ist. Auch in der Regionalliga spielen wohl immer häufiger Amateure, die nicht einmal Power-Ernst als Animateur zu professionellem Verhalten animieren kann. Er hat es sehr eloquent ausgedrückt, hätte aber auch einfach sagen können: „Wie soll ich sagen. Die Professionalität ist weg. Ganz einfach. Ich weiß nicht wo es ist.“ Aber Ernst suchte ja offensichtlich nach Gründen, um hinzuwerfen. Ob er wiederkommt, hängt sehr davon ab, wann Arminia Bielefeld und er sich wieder auf einem Niveau wähnen. So hat es jahrelang schließlich auch mit Hertha und Pal funktioniert. Manchmal fühlte sich die Hertha zu groß für den kleinen Pal, aber aktuell ist er wieder gut genug, weil er nicht zu viele finanzielle Fragen stellt. Dass ich das Kopfgrätsche-Niveau (Samstag 10:30, Mittwoch 18:00) und mein Niveau aktuell noch im Einklang wähne, erkennt ihr an meiner Erklärung zum aktuellen Spielfeld-Status: „Wie soll ich sagen. Die Tor ist weg. Ganz einfach. Ich weiß nicht wo es ist.“







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