Jetzt ist gerade mal die halbe Saison rum und überall gibt es Ärger. Karim Benzema steht bei Al-Ittihad in der Kritik und sein Club dümpelt nur auf Platz 7 rum. Neymar wurde bei Al-Hilal aus dem Kader gestrichen, nur weil er verletzt ist und obwohl er wahrscheinlich auch ohne Kreuzband torgefährlicher wäre als die anderen Kaderauffüller beim Tabellenersten. Und Al-Ettifaq verliert nach nur einem halben Jahr Routinier Jordan Henderson ablösefrei in Richtung Amsterdam. Die Saudi Pro League hat also erkannt, dass es nicht ausreicht, sportliche Schlagzeilen zu produzieren. Die Soap braucht neues Futter und wenn im Winter jetzt nicht spektakulär eingekauft wird, dann liefert man etwas von diesem Gossip, den Union Berlin auch mit Bonucci generiert hat. So kann Union sogar verkraften, dass nun schon das zweite Spiel schneebedingt abgesagt wird und sportlich keine Top-Meldungen produziert werden können. Sportlich möchte unser Experte Z. Ibrahimovic die saudische Liga wie folgt einordnen: „Scoring 10 goals in the Arab League is scoring 1 goal in Ligue 1 … in England it’s equal to an unframed shot, in Spain it’s just a corner.“ Möglicherweise etwas frech gegen den Führenden der Torschützenliste von Al-Nassr, einen gewissen C. Ronaldo. Aber der Experte hat zufällig selbst in all diesen Ligen gespielt, nur nicht in Saudi Arabien, wohin er im Sommer mit seinen frischen 42 noch hätte wechseln können. Die vier Jahre PSG lassen wir aber als Schnupperpraktikum bei den Kataris gelten. Sogar Kopfgrätsche (Samstag 10:30) könnte er mit seiner Erfahrung auf den verschneiten Bolzplätzen in Malmö Rosengård bestimmt ganz gut bewerten. Ich bin gespannt wo er uns im Vergleich einordnet. Schnee hält unsere unframed Shots immerhin nicht auf.
Schlagwort-Archive: Amsterdam
Three little Neighbirds
Was ist denn da bei den Nachbarn los? Da stand doch immer dieser eine Verein an der Tabellenspitze, wenn man gerade mal rübergelugt hat. Ach sieh an, bei euch ist es auch grad nicht so spannend? Wieder einmal stehen Ajax, Olympique Lyon oder der FC Basel ganz oben und spenden uns Trost. Wenn das nebenan so ist, dann wird das doch normal sein, dass ein Verein 10 bis 11mal in Folge Meister wird. Die kennen das auch nicht anders. Und sobald man in Fachgespräche von Zugereisten gezogen wurde, konnte man sich sicher sein, dass selbst wenn man nichts über das Land weiß, man immer sagen konnte: Die Baseler, Amsterdamer, Lyoner sind doch dieses Jahr wieder Favorit, oder? Für die Champions-League reichte es meistens problemlos. Aber aktuell guckt man ungläubig über den Gartenzaun und fragt sich: wann ist denn das passiert? Okay, die Königsklasse kann man in einer Liga mit wenig Startplätzen schon einmal verpassen. Und wenn die Krise etwas größer ist, dann lässt man das internationale Geschäft in einem Jahr auch schon mal ganz aus. Kommt in den besten Familien vor. Also bei uns natürlich nicht, aber es mit ein paar Jahrhundert-Talenten aus der Jugendarbeit kommt ihr da doch locker wieder auf Platz 1. Aber nun schieben wir die Finger zwischen die Jalousie und trauen unseren Augen kaum. Tabellenende? Abstiegsplatz? Ist jetzt der Zeitpunkt um die Fürsorge zu rufen? So etwas schickt sich doch nicht in unserem Viertel. Der schlechte Einfluss auf unsere Mischpoke muss abgewendet werden. Unser Klassenprimus hat schon unter der Woche vor lauter Verunsicherung den DFB-Pokal weggeworfen. Ein wenig Verlässlichkeit in diesen unsicheren Zeiten kann man doch vom Fußball wohl erwarten, oder? Die letzte Bastion der Konstanz kann am Ende nicht ernsthaft Kopfgrätsche Samstag 10:30 sein? Falls doch, guckt die Nachbarschaft in Zukunft demnächst noch genauer in unseren Vorgarten und auf unsere Kinderstube. Macht mir keine Schande!
21. September 2023 – Kopfgrätsche-Weltweit: Amsterdam

Wo die Toiletten sind, ist klar. Aber wo ist der #Kopfgrätsche-Aufkleber im STRAAT Museum in Amsterdam? Könnt ihr ihn finden?
Es ist übrigens nicht der erste unserer Aufkleber in der niederländischen Hauptstadt: 23. April 2015 – Amsterdam
Gebt das Dampf frei!
Die neue Regierung musst noch zusammengeklöppelt werden, aber was den Leuten am Ende wirklich wichtig zu sein scheint, ist klar. Tempolimit und Cannabislegalisierung. Im Wahlkampf ging es zwar gefühlt fast nur um das Klima, aber aktuell sieht man welche Netzwerke wirklich in der Lage sind ihre Hashtags zu platzieren. Und da gewinnt man den Eindruck, dass es tatsächlich Menschen gibt, die ihre Präferenz für eine Partei ausschließlich davon abhängig machen, ob diese ihnen das Rasen und Kiffen verbietet oder erlaubt. Kein Wunder, dass man in dem Zusammenhang mal vorfühlen kann, ob das mit der Pyrotechnik im Fußballstadion nicht gleich mitlegalisiert werden kann. Das passt doch eigentlich ganz gut in die Reihe. Die Bilder aus vom vollbesetzten Amsterdamer Stadion im Lichtermeer sind auch wirklich beeindruckend. Und dort ist das mit dem Kiffen schließlich auch kein Problem. In den Achtzigern guckte man noch mit leuchtenden Augen nach Italien und selbst deutsche Sportkommentatoren jubelten damals über die Bengalos der Tifosi. In den Neunzigern kamen die Fackeln über den Betzenberg nach Deutschland. Als die eigenen besoffenen Nachbarn damit im Block standen, war der Reiz des Exotischen dahin und der öffentliche Konsens: sowas wollen wir im Fußball nicht sehen. Spätestens als Johannes B. Kerner (das B. steht nicht für „Bengalo“!) eine Kinderpuppe anzündete, war klar: das ist unverantwortlich und ungesund. Und über die Klimabilanz einer solchen Fackel wollen wir erst gar nicht reden. Wahrscheinlich ist es nur logisch, dass mit der Rückkehr der Fans und Ultras ins Stadion auch diese Art der Lichtshow wiederkehrt. Auch wir könnten das ganz gut gebrauchen, um unter der Woche noch etwas auf dem Platz zu erkennen. So bleibt uns nur der sowieso ganz okay beleuchtete Samstag 10:30. Die UEFA hat zwar im Sommer die Stadien wieder voll gemacht als Geisterspiele noch Normalität waren, beim Gequalme hört der Spaß allerdings auf und es wird die üblichen Geldstrafen hageln. Aber wen verwundert das schon? Das sind bekanntlich alles unromantische Kokser.
Des Königs neue Turnhalle
Am 25. April ist es wohl endlich soweit. Die Amsterdam ArenA in Zuidoost bekommt ein neues Logo. Sie wird ab der Spielzeit 2018/19 offiziell umbenannt. Zum Glück nicht, weil die Namensrechte an einen Scheich verkauft wurden. Die Amsterdamer ehren vielmehr den größten holländischen Spieler aller Zeiten und taufen ihr Stadion Johan Cruijff ArenA. In der Zwischenzeit hält Kopfgrätsche für den König gern ein wenig den Platz warm. Und wo John schon einmal dabei war, hat er mit der Kopfgrätsche noch Raubkatzen und andere martialisch dreinblickende Köpfe gecrossed. Die Fankultur bei Ajax hat eine lange jüdische Tradition. Und auch wenn die Kombination rot-schwarz-weiß mit Kreuzen irritiert – am Ende ist es doch nur die Flagge der Stadt.
23. April 2015 – Amsterdam

Nach Orten wie New York, Paris und Esslingen am Neckar hat jetzt auch Amsterdam seinen eigenen Kopfgrätsche-Aufkleber.
Um es vorweg zu nehmen: www.footballculture.com aus eben diesem Amsterdam ist nicht unser neuer Klamotten-Partner. Die gibt es weiterhin in unserem eigenen Shop.
Danke Sebastian! Hoffentlich habt ihr die Fähre zum Amsterdamer Hauptbahnhof auch noch geschafft.





Du muss angemeldet sein, um einen Kommentar zu veröffentlichen.