„Der liebe Gott freut sich über jedes Kind.“ Und wenn das Kind dann noch Fußball spielt (z.B. Samstag 10:30) freut sich der liebe Gott noch viel mehr. Weil er ja manchmal sogar ein Fußballgott ist. Am Ende darf nur dieser Kaiser abberufen, auch aus Ländern, in denen die Monarchie schon lange abgeschafft scheint. Die Huldigungen für den letzten Kaiser hatten dort ausnahmsweise nicht einmal etwas mit Reichsbürgertum zu tun. Und das ist doch immerhin schon etwas in diesen Zeiten. Es war eher fast unschuldig eine Marke, die Franz Beckenbauer und sein Manager Robert Schwan sehr bereitwillig zur Positionierung der Personal Brand Kaiser Beckenbauer eingesetzt haben. Damals war der Franz damit im Studio 54, heute wäre er damit auf LinkedIn unterwegs, so wie Philipp Lahm oder Olli Bierhoff. Aber damals war das frisches Marketing, das eher untypisch für den Fußball seiner Zeit war. Es gab ja nicht einmal konsequent WM- und EM-Maskottchen für jedes Turnier, das von Einkaufswagenchips und Schulranzen grüßte. Und im Rückblick auf die WM 2006 wollen wir uns doch trotz der unschönen Geschichte mit den Millionen (Joa mei…) lieber an den Kaiser als WM-Maskottchen erinnern, als an diesen peinlichen Wookie ohne (Spendier)Hose. Das Maskottchen in diesem Jahr hat eine Hose, die ihn im aktuellen Marketingangebot aus dem Hause Fußball aber auch nicht mehr großartig herausheben wird. Bei der Namenswahl wollten die Kunden nicht einmal für „Herzi von Bär“ als Vorschlag stimmen. Wir müssen es wohl als Indiz dafür sehen, dass die Zeit des Fußball-Adels hierzulande endgültig vorbei ist. Sein „Geht’s raus und spielt’s Fußball.“ ist als Dekret des Kaisers vielleicht totzitiert, aber dennoch immer noch wahr. Samstag 10:30 mehr denn je. Es gibt Kaiserwetter.
06. Januar 2024 – Schnee von gestern
Here we go (again)
Wie lange man sich eine Frohes Neues Jahr wünschen darf, entnehmt ihr bitte dem Nachrichtenportal eurer Wahl. Irgendwo wird diese Info garantiert zu finden sein. Eventuell steht sogar dort, wie lange man seine Mitmenschen nach den guten Vorsätzen fürs neue Jahr fragen darf. Peinlich wird es natürlich, wenn diese zum Zeitpunkt der Frage bereits wieder aufgegeben wurden. Der Klassiker „mehr Sport“ ließe sich ja mit einem Ausflug zum Fußballplatz bis Samstag 10:30 schon einmal auf einen guten Weg bringen. Aber sonst, ist man ja doch meist recht unkreativ bei der Formulierung von erreichbaren Zielen. Da ist es nur ganz natürlich, dass man auf Altbewährtes setzt, dass irgendwann schon einmal in der Vergangenheit funktioniert hat. Der BVB hat sich zum Beispiel vorgenommen soviel altes Personal wie möglich im Winter zum Verein zurückzuholen. Die waren schließlich schon einmal vor Ort erfolgreich, als die eigene Form noch nicht so besorgniserregend war. Man guckt sich also selbst auf den alten Fotos an und seufzt verträumt „Ach ja, guck mal wie jung wir damals waren…“. Für die Zurückgeholten hat sich die Zeit inzwischen allerdings ebenso weitergedreht. Ein Jadon Sancho ist z.B. mit 23 schon in dem Alter, in dem auch Mario Götze in die Frührente beim BVB startete. Wenn Mario heute 10 Jahre zurückdenkt, blickt er aber immerhin auf einen Siegtreffer in einem WM-Finale, worauf er garantiert tagtäglich angesprochen wird. Das 10 Jahre lang zu ertragen ist, ist wohl kaum damit zu vergleichen, wenn man zwei, drei Wochen nach den guten Vorsätzen gefragt wird. Es sei denn, man nimmt sich vor, das EM-Final-Siegtor in diesem Jahr zu schießen. Dann vielleicht doch lieber nur ein frohes letztes Tor am Samstag?
Bälle aus Polen*
Meine Mutter hat Bälle aus Polen dabei
Die passen wir gleich los hinterm Haus
Das ist doch das Schöne an der Weihnachtszeit
Die Kopfgrätscher rück’n ein Stück näher zusammen
Hinter unserm Platz ist die Ballflugschneise
Davor und daneben rollt Prime-Güterverkehr
Man versteht sein eigenes Wort hier kaum
Doch wir fanden’s hier schön und hab’n uns raus getraut
Von allen Orten die es gibt auf der Welt
Jag ich ausgerechnet hier nach Tor’n
Und du, du hast das alles gesehen
Und du wolltest trotzdem bleiben
In jedem Leibchen riecht’s nach Schwitze, es ist kaum zu ertragen
Nur wenn ich fluche spüre ich meinen Atem
Auf den Fotos auf kopfgrätsche.de seh’n wir alle so aus
Als wär’n wir hinten auf dem Tausend Markschein drauf
In unser’n Büschen liegen immer noch die Bälle vom Vorjahr
Niemand fasst hier etwas an, dieser Platz ist wie ein Tatort
In der Mitte liegt mein Talent unter all dem begraben
Hier findet es niemand bis ans Ende der Tage
Von allen Orten die es gibt auf der Welt
Jag ich ausgerechnet hier nach Tor’n
Und du, du hast das alles gesehen
Und du wolltest trotzdem bleiben
Und vielleicht grätschen wir irgendwann
Eines Samstags (10:30) hier zusammen
* Text inspiriert von »Böller aus Polen« (Betterov)
16. Dezember 2023 – Kamelle und Bälle
Ätschi Grätschi
Das war ja eine ganz okaye Grätsche, Niklas. Im Standbild sieht das fast nach Erobique aus. Perfekte Haltung bei Beinen und Armen. Er ist nicht einmal so gerutscht, dass das Trikot unvorteilhafte Körperregionen entblößt hat. Da passt alles. Nur eben nicht der Ball ins Tor. Und das gehört natürlich auch zur perfekten Grätsche. Mbappé selbst zählt solche Aktionen eher nicht zu seinem Skillset. Aber auch als Verteidiger möchte man trotz der ausgeglichenen Bilanz Tore zu Eigentore in Erinnerung bleiben. So wie Jürgen Kohler in Old Trafford 1997 oder Sven Bender in München 2017. Mbappés Teamkollege Ousmane Dembélé war in dem betreffenden DFB-Pokalhalbfinale 2017 auch dabei und schoss das 3:2 zum Finaleinzug des BVB. Es wurde das Tor des Monats. Die Torverhinderung von Sven Bender zum fast sicheren 1:3 hat dieses Tor aber in der Erinnerung fast überdauert. Dembélé war am Mittwoch in der Champions League aufgrund einer Sperre nach drei gelben Karten nicht dabei. Er traf und trickste für den BVB leider nur eine Saison, bevor er als DFB-Pokalsieger und Neymar-Ersatz zu Barcelona weiterzog. Gelbe Karten sammelte er in seinem Jahr in Dortmund auch einige. Vor allem aber weil er lautstark Schiedsrichterentscheidungen beschimpfte, nur selten für Grätschen. Bei all dem Abgekulte dieser körperlichen Höchstleistungen müssen wir doch etwas Wasser in den Glühwein tropfen. Wann wird denn mal spektakulär ein Tor mit dem Kopf auf Rasenhöhe verhindert? Das würden wir ganz besonders feiern. Für einige Serviervorschläge würden wir Samstag 10:30 selbst sorgen.
Wer kalibriert, der stets verliert
In den Zeiten apokalyptischer Klimaszenarien wirkt es doch sehr beruhigend, wenn die ersten Spielabsagen in den Profiligen auf den Sperrbildschirm flattern. Früher warf der Schiedsrichter an jedem Wochenende im Winter einen orangen Ball auf die Schneedecke und wenn dieser nicht versank, wurde natürlich gespielt. Allerdings gab es da auch keine kalibrierten Linien sondern nur freigekratzte, die aus dem Anstoßkreis schon mal ein Anstoß-Quadrat machten. Im Kölner Keller ist man selbstverständlich darauf angewiesen, dass für die unbestechliche Genauigkeit regelmäßig jemand die Linse freihaucht. Die meisten Spielabsagen heute passieren aber nicht wegen eines verschneiten Platzes. Mit Rasenheizung oder Dach-zu bleibt der Rasen quasi immergrün. Nein, die Absagen heute haben als Grund, dass das Erreichen der Stadien durch Schnee und Eis nicht für alle möglich ist. Vor allem weil man irgendwann entschieden hat, Stadien als seelenlose Multifunktionshallen an Autobahnausfahrten in den angrenzenden Landkreis zu bauen. Dorthin wo der ÖPNV nur an Sonn- und Feiertagen fährt und man für die Anreise mit dem Fahrrad aus der Stadt durch sämtliche Ausbau-Bezirke fahren muss, in denen die Straßen tiefe Gräben sind, da dorthin irgendwann fließend Wasser und Glasfaser verlegt werden sollen. Aber auch Fans aus dem Umland sind betroffen, die den Stadionbesuch als festen Programmpunkt auf der Tour mit Christkindlesmarkt und Neuschwanenstein gebucht haben. Flughafen gesperrt, Oberleitung vereist, Radweg endet in Schneewehe – das sind die eigentlichen Spielabsagegründe. Deshalb kann man nur empfehlen, Samstag 10:30 trotz maximaler Stadtnähe rechtzeitig den Weg zum Platz anzutreten. Der ist selbst natürlich komplett unberäumt. Hoffen wir jedenfalls. Im Idealfall versinken wir und der Ball im Schnee. Es kommen schließlich wieder andere Zeiten mit 10 Grad Plus an Weihnachten, wenn die Verwandtschaft anreisen will. Und pünktlich zur Winterpause.
02. Dezember 2023 – „Die Spanier überall …“

… war der Ausruf, als der Ball von oben in das neue Tor gefallen war. Es wurde mit dem Hinweis, eine Sparnplatte würde hier helfen, aber nicht besser.
Übrigens: Schnee hält Kopfgrätsche|r nicht vom Fußball ab: TAG:SCHNEE
Ole im Schnee
Da hammse sich nun so viel Zeit gelassen mit dem neuen Platz. Jede Markierung fein säuberlich gezogen mit rechten Winkeln und perfekten Kreisbögen. Die besten Tore nachhaltig aus Kronkorken geschmiedet, die mit einem unvergleichlichen akustischen Scheppern jeden Treffer aussingen. Aber dann kommt einfach Schnee, legt sich über die Spielstätte und macht alternative Freizeitangebote. Aber für Super-G oder Riesenslalom fehlt dann doch die Infrastruktur, so dass wir wie immer in solchen Fällen auf den Kopfgrätsche-Biathlon wechseln. Laufen, Hinlegen und Schießen funktionieren weiterhin ganz gut. So können wir auch bei dieser Witterung unserem erfolgreichen norwegischen Vorbild mit der unerreichten Trefferquote nacheifern. Richtig, ihr denkt natürlich auch an Ole Einar Bjørndalen. Seine Videos mit den Skills und Goals hat wohl immer noch keiner zusammengeschnitten, oder? Ist ja auch eine klassische Winterbeschäftigung für den Hutzenabend. Aber beim traditionellen Hutzen im Erzgebirge ist man aber wahrscheinlich noch mit der Verehrung von Denise Herrmann-Wick aus Aue-Bad Schlema beschäftigt. Oder mit dem Schneeschieben im Erzgebirgsstadion. Wir sind Samstag 10:30 auch ohne Schneeschieber und Rasenheizung spielfähig. Die genau gezirkelten Linien werden durch grob in den Schnee getrampelte Markierungen ersetzt und mit Leibchen markieren wir die Tore für unsere Schussfahrt über den Platz. Auch ohne Grillhütte daneben ist die Versorgung mit Eisbeinen garantiert. Mit eurem rechtzeitigen Erscheinen sichert ihr euch zudem einen unberührten Teil auf der frisch ausgerollten Schneedecke für euer persönliches Schneeengel-Plätzchen. Das könnte für die B-Note und am Ende für den Sieg entscheidend sein und kann nur noch getoppt werden, wenn man seine Signatur daneben pinkeln kann. Hat das Ole Einar Bjørndalen jemals komplett geschafft?
25. November 2023 – Die Rückkehr der Goldenen Kopfgrätsche-Pike

Nach dreieinhalb Monaten Zwangspause ist der der Rekord-#Kopfgrätsche|r auf den Platz zurückgekehrt! Hier Bilder der exklusiven Kamera, die nur Jürgens rechten Knöchel gefilmt hat:
Junger Mann zum Mitscheitern gesucht
Die letzten Länderspiele des Erfolgsjahres 2023 sind absolviert und wahrscheinlich hatte Olli Bierhoff, damals als er noch am Steuerrad der MS Deutschland stand, gedacht: das Jahr beenden wir on the Road to Euro 2024 schön im Ernst-Happel-Stadion am Wiener Prater. Die Weihnachtsmärkte warten schließlich noch darauf, dass der Totensonntag vorbei geht oder vielleicht sogar auf die erste Schneeflocke. Aber im Prater bekommt man schon früher seine Eitrige oder oan Langos. Man muss zwar etwas vorsichtig sein mit der Schwammerlpfanne bevor man aufs Riesenrad geht, aber sonst kann man eine Menge Spaß haben. Am Ende ging aber auch dieser Plan nicht auf und Leroy Sané wähnte sich in der zweiten Halbzeit immer noch beim Autoscooter. Vermutlich hatte die Mannschaft schon ihr gesamtes Pulver an der Schießbude verballert, um Plastikblumen und markenrechtlich bedenkliche Plüschtiere, die durch die TÜV-Rheinland-Prüfung gefallen sind, mit nach Hause zu bringen. Kevin Trapp hätte schon, als er am Greifautomaten vergeblich versuchte brandneue iPads zu angeln, ahnen können, dass er an diesem Abend nichts festhalten wird. Der Rest spielte leider so als ob die an der Jagertee-Bude tatsächlich irgendwas in den Kinderpunsch gemixt hatten. Am Ende guckte Julian wie jemand, der im Spiegelkabinett in den trüben Hansi-Flick-Spiegel geblickt hatte. Nicht einmal in der Geisterbahn hatte er ein brauchbares Verteidigungsmonster gefunden. So langsam bereut er wahrscheinlich, auf den knittrigen DFB-Zettel „Junger Mann zum Mitreisen gesucht“ reingefallen zu sein. Wir halten Samstag 10:30 schön die natürliche Reihenfolge ein und holen uns auf dem winterlichen Platz die Berechtigung, um uns dann ab Montag auf dem Weihnachtsmarkt für unsere „Leistung“ zu belohnen. Im Idealfall ist dann unsere komplette Energie auf dem Spielfeld geblieben, so dass wir weder Achterbahn noch Autoscooter vermissen. Ich schmeiß derweil noch ein paar Euro in den Greifautomaten. Dieser verflixte Plüsch-EM-Pokal muss doch beim nächsten mal zu packen sein.
18. November 2023 – Die neuen Tore, die wir nicht brauchten
Da waren sie nun endlich. Vier neue, wunderbare, stabile Tore. Drei Monate lang mussten wir auf sie warten. Der EVB Wismar hat sie nun endlich aufgestellt. Heute hat #Kopfgrätsche sie mit einem zünftigen Schuss eingeweiht:
Hier das Original-Video auf Instagram. Das Video direkt einzubinden, geht nicht… warum auch immer. Jedenfalls: Wir brauchten die neuen Tore nicht. Wir waren nicht genügend Spieler – trotz unserer neuen App, um die #Kopfgrätsche-Samstage zu organisieren.

Quer über den renovierten Platz wurde gespielt. Die Tore waren aus Wasserflaschen und Rücksäcken gebaut, wie man es weltweit seit über 100 Jahren macht. Wer braucht schon solche tollen, neuen Tore?!

Home is where your Head grätscht
[Refrain]
It’s coming home, it’s coming home
It’s coming, kopfgrätsche’s coming home
It’s coming home, it’s coming home
It’s coming, kopfgrätsche’s coming home
[Verse 1]
Tears for goal posts dressed in grey
No plans for saturday
Stay in bed, drift away
It could have been a new pitch in BgmH street
It was nearly complete, it was nearly so sweet
And now I’m singing
[Chorus]
Three grätschers on a shirt
DIA cup still gleaming
No more weeks of hurt
No more need for dreaming
[Verse 2]
Talk about kopfgrätsche coming home
After long time at the captains prome
We were strong, we had grown
And now I see goals ready for score
Pitch good as before, markings tagging the floor
And saturdays (10:30) got meaning…
14. November 2023 – Test: #Kopfgrätsche-Orga in einer App

#Kopfgrätsche funktioniert seit Jahren so: Jeden Samstag 10:30 Uhr treffen sich ein paar Leute zum Fußball spielen. Bestenfalls bringt mindestens einer einen Ball und Leibchen mit. Und dann wird einfach drauf losgespielt. Das soll auch so bleiben. Wir wurden aber oft gefragt, ob und wann wirklich gespielt wird. Es gibt dafür in Signal sogar eine Gruppe, in der aber kaum ein aktiver Kopfgrätscher ist. Auf andere Messenger-Dienste konnte sich nicht geeinigt werden. Nun versuchen wir eine andere Variante: SpielerPlus. Eine App zum Organisieren von Mannschafts-Terminen. Hier der Einladungslink: https://www.spielerplus.de/l/518510/H3FUw4OQ2g Einfach anmelden und zu Kopfgrätsche-Samstagen zu- oder absagen. Wichtige zusätzliche Infos wollen wir darin in Zukunft auch streuen.
13. November 2023 – Die Rückkehr der Tore

Seit Anfang August gab es keine Tore mehr für eine zünftige #Kopfgrätsche auf dem Platz, auf dem wir seit gefühlt 20 Jahren spielen. Jetzt heute morgen wurden aber endlich wieder Tore aufgebaut. Also können wir nach über 3 Monaten aus dem Neubaublock an unsere alte Wirkungsstätte zurückkehren. Der Tartan-Belag wurde ja gerade erst neu gemacht.
11. November 2023 – Das letzte Tor war golden

Ohne es zu wissen, war es wohl das vorerst letzte #Kopfgrätsche-Spiel auf dem Ausweichplatz am Friedenshof. Nach drei Monaten wurden auf unserem Stammplatz wieder Tore aufgebaut. Also kehren wir zum 18. November wieder zurück an die Bürgermeister-Haupt-Straße in den Joachim-Streich-Komplex. Vorher haben wir hier nochmal ein schönes 15-zu-10 an die kalten Eisenstäbe gehämmert. Entschieden wurde das Spiel durch ein Golden-Goal für die Mannschaft mit den 10 Toren.
Jahresringkampf über 40 Runden
Porto gegen Antwerpen – auch das ist Champions League. Zumindest in der Vorrunde. Auch wenn man im ersten Moment denkt: die spielen doch bestimmt um den Intertoto-Cup oder maximal die Europa League. Das kann natürlich später noch passieren, wenn die ewig Gleichen im Viertelfinale Call of Geldadel zocken. Aber auch in der Vorrunde kann Historisches passieren, weshalb Kopfgrätsche-Legende Olaf gerne unsere Sticker in das Drachenstadion in Porto trug. Dass ausgerechnet ein Altersrekord gebrochen wurde, hatte dann aber wirklich nichts mit ihm zu tun. Pepe, der alte Haudegen hält trotz 3 Henkelpötten mit Real Madrid im Lebenslauf tatsächlich immer noch seinen Schädel in jeden Ball und erzielte damit am Dienstag Abend einen historischen Treffer. Älter als er war bei einem Champions-League-Spiel kein Torschütze bisher. Bei Antwerpen knirschte derweil mit Mark van Bommel ein ehemaliger Barca-Spieler auf der Trainerbank mit den Zähnen und wünschte sich sehnsüchtig auf den Rasen, um dort mit Pepe wie früher Ellenbogen-Zärtlichkeiten auszutauschen. Die früheren Aggressive Leader des Classicos sorgten dann doch für wahre Champions-League-Gefühle an diesem Abend. Pepe hat im kommenden Gruppenspiel gegen Barcelona sogar die Chance noch einmal direkt gegen sein altes Feindbild seinen eigenen Rekord zu brechen. Ausgerechnet bei Barca kommen gefühlt jede Woche neue Supertalente aus La Masia und brechen Altersrekorde in die andere Richtung. Der 40-Jährige Pepe muss wohl zuerst die Rekord-Tore von diversen 16-Jährigen verhindern, bevor er an einen eigenen Treffer denken kann. Eine Altersspanne im Profifußball wie man sie sonst nur vom Kopfgrätschen (Samstag 10:30) kennt. Und falls Olaf überraschend dort vorbei kommen sollte, würden wir ein Tor von ihm natürlich auch am ausgelassensten feiern.
04. November 2023 – In kleinen Schritten (und mit Schaumküssen) zum Comeback

Vor fast 2 Monaten war der blödeste Kopfgrätsche-Moment des Jahres. Jetzt ist #Kopfgrätsche-Rekordspieler Jürgen zum ersten Mal zurückgekehrt – mit Schaumküsschen und Hanuta und in Straßenklamotten. Es wird noch etwas dauern bis zum Comeback.
Three little Neighbirds
Was ist denn da bei den Nachbarn los? Da stand doch immer dieser eine Verein an der Tabellenspitze, wenn man gerade mal rübergelugt hat. Ach sieh an, bei euch ist es auch grad nicht so spannend? Wieder einmal stehen Ajax, Olympique Lyon oder der FC Basel ganz oben und spenden uns Trost. Wenn das nebenan so ist, dann wird das doch normal sein, dass ein Verein 10 bis 11mal in Folge Meister wird. Die kennen das auch nicht anders. Und sobald man in Fachgespräche von Zugereisten gezogen wurde, konnte man sich sicher sein, dass selbst wenn man nichts über das Land weiß, man immer sagen konnte: Die Baseler, Amsterdamer, Lyoner sind doch dieses Jahr wieder Favorit, oder? Für die Champions-League reichte es meistens problemlos. Aber aktuell guckt man ungläubig über den Gartenzaun und fragt sich: wann ist denn das passiert? Okay, die Königsklasse kann man in einer Liga mit wenig Startplätzen schon einmal verpassen. Und wenn die Krise etwas größer ist, dann lässt man das internationale Geschäft in einem Jahr auch schon mal ganz aus. Kommt in den besten Familien vor. Also bei uns natürlich nicht, aber es mit ein paar Jahrhundert-Talenten aus der Jugendarbeit kommt ihr da doch locker wieder auf Platz 1. Aber nun schieben wir die Finger zwischen die Jalousie und trauen unseren Augen kaum. Tabellenende? Abstiegsplatz? Ist jetzt der Zeitpunkt um die Fürsorge zu rufen? So etwas schickt sich doch nicht in unserem Viertel. Der schlechte Einfluss auf unsere Mischpoke muss abgewendet werden. Unser Klassenprimus hat schon unter der Woche vor lauter Verunsicherung den DFB-Pokal weggeworfen. Ein wenig Verlässlichkeit in diesen unsicheren Zeiten kann man doch vom Fußball wohl erwarten, oder? Die letzte Bastion der Konstanz kann am Ende nicht ernsthaft Kopfgrätsche Samstag 10:30 sein? Falls doch, guckt die Nachbarschaft in Zukunft demnächst noch genauer in unseren Vorgarten und auf unsere Kinderstube. Macht mir keine Schande!
Lange Leine
Nagelsmann gut und schön, aber den besten Trainer haben sie beim DFB den Herren vorenthalten. Sie wollten ihn wohl exklusiv für das spannendere Projekt im Verband aufheben. Nun trainiert Horst Hrubesch also die DFB-Frauen und man wundert sich, warum so ein anerkannter und erfolgreicher Experte bei Bedarf immer so einfach als Nothammer aus der Halterung genommen werden kann. Ansonsten läuft er aber bis zu jeder Inthronisierung unter allen Radaren, weil er wahrscheinlich gerade immer beim Angeln ist, wenn über Traineralternativen diskutiert wird. Nagelsmann geht zum Skifahren, Angelsmann Horst holt die Rute raus. Wenn er sagt: „Wer im Fernsehen und in der Werbung auftaucht, von dem erwarte ich mehr als von den anderen“, kann man das im Umkehrschluss auch auf ihn anwenden. Er taucht einfach medial nicht auf, wenn er nicht gerade an der Seitenlinie steht. Deshalb übertrifft er regelmäßig niedrigste Erwartungen. Seine Vorgängerin hat viele nicht nur optisch an einen ehemaligen DFB-und Hertha-Teamchef erinnert. Ihr Abgang war auch ähnlich skurril wie der von Facebook-Live-Roaster Klinsi in Berlin. Danach musste man sich damals auch dort mit einem knurrigen Kulttrainer therapieren. Pal Dardai ist fast so etwas wie der ungarische Horst Hrubesch. Steht sowieso noch auf der Gehaltsliste, hat kultige Hobbies und wirkt wie ein Dinosaurier. Aber immer wenn man zu hoch geflogen und tief abgestürzt ist, brauch man so eine wettergegerbte Eiche, die in der Lage ist stundenlang ruhig auf eine Angel zu schauen ohne das Smartphone herauszunehmen. Ich mache den Autor des Buches „Dorschangeln vom Boot und an den Küsten“ zu meinem Spirit Animal während ich geduldig darauf warte, dass ich an irgendeinem Samstag 10:30, an dem niemand mit mir rechnet, wieder ins Geschehen eingreifen kann. Petri Heil.


Du muss angemeldet sein, um einen Kommentar zu veröffentlichen.