Land of Hoff and Dreams

Die Privatjets mit den deutschen Nationalspielern aus den USA dürften inzwischen gelandet sein. Der fiese Ostwind hat das Ankommen wahrscheinlich noch schwieriger gemacht. Aber die Reise hat sich hoffentlich gelohnt. Ein ehemaliger DFB-Mitarbeiter hat auf jeden Fall seine Anschlussverwendung im Land of Hope and Dreams klargemacht. Oliver Bierhoff wird Berater der New England Patriots für den deutschsprachigen Markt. Er verkauft uns also demnächst das Ei. Und die Show drumherum. Schon jetzt brainstormt unser Golden Boy mit den Stakeholdern über kreative Hashtags wie #ptrts oder #fxbrgh. Sicher wird es auch wichtig darüber nachzudenken, wer denn hierzulande die deutsche Taylor Swift ist, die dem Sport die nötige Starthilfe geben könnte. Bei Sarah Connor und Mesut Özil hat das doch auch geklappt. Dann kann es doch was werden auf dem neuen „Heimatmarkt“. Natürlich gelten Amerikaner als die Erfinder des Marketings, aber der deutsche Markt braucht wohl etwas besonderes, dass man nur bedienen kann, wenn man schon einmal einen Fanclub Deutsche Nationalmannschaft gegründet und Nationalspieler mit Bodypainting in afrikanische Tiere verwandelt hat. Hätten wir das früher gewusst, hätten wir auf dem Tartanplatz die notwendigen Endzonen-Markierungen bestimmt noch unterbringen können. Eventuell sind wir aber hier auch dem eigentlichen Grund für die Tor-Verzögerung auf der Spur. Schlimmer Verdacht: sollen dort am Ende nur ein paar Stangen installiert werden? Das könnte uns völlig unvorbereitet treffen, wenn wir uns nicht schon an sehr sehr vielen Samstagen (10:30) exakt die Schußtechnik angeeignet hätten, die für Football Erfolg verspricht. Wir träumen zurecht davon sehr bald Golden Kicker zu sein. #kpfgrtsch       

Helm ab zum Gebolz

Ich pump den Ball in Vorbereitung auf den Samstag 10:30 noch einmal ordentlich auf. Sicher ist sicher. Nachher gibt es noch eine blöde Verwechslung und irgendein Helmträger kommt auf die Idee das Ei zu fangen und damit in die Endzone zu laufen. Was macht man da als Abwehrspieler? Wahrscheinlich versucht man ihn instinktiv zu tackeln, aber das macht alles nur noch schlimmer. Prompt fliegen Flaggen aufs Spielfeld, junge Damen in Funkemariechenkostümen ohne Hut bauen menschliche Pyramiden und Jumbogetränkebecher werden gereicht. Und ehe man sich versieht, werden Werbeminuten in der Halbzeitpause für den Preis eines Dreyfus-Darlehnens gebucht. Aber dann bekommt man den Geist nicht mehr zurück in die Flasche und im Rahmenprogramm treten angesagte Mainstream-Popsternchen von internationalem Rang auf. Die provozieren dann wahlweise einen Hymnen- oder Nacktskandal, mit dem die Boulevardmedien sich dann für die Halbwertzeit eines Hashtags auseinandersetzen müssen. Das Ende vom Lied: niemand kann sich daran erinnern wie das Spiel ausgegangen ist. Wahrscheinlich wird vor lauter Kabinenselfies sogar das offizielle Mannschaftsfoto vergessen. Spätestens dann ist das nicht mehr mein Sport. Sondern irgendetwas, was nur zufällig so ähnlich heißt.