Niveau ist die Geld?

Eine aktuelle sportliche Situation kann man natürlich auch finanziell erklären. Oder wie Pal Dardai es ausdrücken würde und auch getan hat: „Wie soll ich sagen? Die Geld ist weg. Ganz einfach. Ich weiß nicht wo es ist.“ Und das klingt natürlich dramatisch, wo wir doch erst gefühlt vor Kurzem darüber lustvoll spekuliert haben, für wen die Windhorst-Millionen demnächst zum Fenster hinausgeworfen werden. Aber Geld ist selten weg, es ist nur meist woanders, wo man schwer rankommt. Man könnte es in Saudi-Arabien vermuten, dort kommt es offensichtlich gerade aus dem Hahn. Auch hier werden Spieler über dem Marktpreis eingekauft, um davon abzulenken, dass die sportliche Relevanz und Strahlkraft nicht ganz so dazu passen. Mit Geld lässt sich die Lücke zwischen Anspruch und Wirklichkeit dann doch leichter ignorieren. Um die Saudis muss man sich dann aber langfristig weniger Sorgen machen als um die Hertha. Und immerhin klingt Pal Dardai noch nicht wie Ernst Middendorp, der in Meppen klar gemacht hat, dass sein Anspruch sehr viel höher ist. Auch in der Regionalliga spielen wohl immer häufiger Amateure, die nicht einmal Power-Ernst als Animateur zu professionellem Verhalten animieren kann. Er hat es sehr eloquent ausgedrückt, hätte aber auch einfach sagen können: „Wie soll ich sagen. Die Professionalität ist weg. Ganz einfach. Ich weiß nicht wo es ist.“ Aber Ernst suchte ja offensichtlich nach Gründen, um hinzuwerfen. Ob er wiederkommt, hängt sehr davon ab, wann Arminia Bielefeld und er sich wieder auf einem Niveau wähnen. So hat es jahrelang schließlich auch mit Hertha und Pal funktioniert. Manchmal fühlte sich die Hertha zu groß für den kleinen Pal, aber aktuell ist er wieder gut genug, weil er nicht zu viele finanzielle Fragen stellt. Dass ich das Kopfgrätsche-Niveau (Samstag 10:30, Mittwoch 18:00) und mein Niveau aktuell noch im Einklang wähne, erkennt ihr an meiner Erklärung zum aktuellen Spielfeld-Status: „Wie soll ich sagen. Die Tor ist weg. Ganz einfach. Ich weiß nicht wo es ist.“