Der Tabellenrechner läuft langsam heiß. Das nahende Saisonende könnte man an zwei Händen abzählen, trotzdem ist es einfacher mit einer Kicker-Stecktabelle. Oder mit einer großen Tafel wie sie Donald Trump gerade überall hochhält. Aber die scheint wenig flexibel. Wenigstens mit Magneten hätte man da arbeiten können. Vor allem weil sich da doch täglich etwas ändern kann. Momentan sind wir beim POTUS auf Vizekusen-Kurs, aber das heißt ja nicht, dass wir uns nicht gegen Arminia Lesotho blamieren können. Oder diese Insel mit den Pinguinen. McDonald Island. Die offensichtlich nur dabei sind, weil die zu wenig von Onkel Donalds Lieblingsrestaurants eröffnet haben. Früher konnte man dort immerhin angehende Europameister treffen wie einst die Dänen 1992. Aber seitdem dort eigentlich nur noch Trump und Söder abwechselnd in die Burger spucken, sind die Golden Arches in der Nährwerttabelle auf den Relegationsrang abgerutscht. Als Überraschung im Happy Meal, das damals noch Junior Tüte hieß, hatten die Dänen neben dem EM-Titel auch noch Grönland gewonnen. Die Krone Europas ist im Vergleich zu dieser Insel sicher nicht mehr ganz so viel Wert. Die nächsten großen Titelträger als Club- und Nationen-Weltmeister werden schließlich schon bald in den USA produziert. Die Produktion von Kopfgrätschen wird trotzdem exklusiv Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00 hier lokal durchgezogen. Selbst wenn wir damit wahrscheinlich die letzte echte Werkself sind, die neben Wolfgang Grupp und dem Trigema-Affen ausschließlich in Deutschland produziert. Das Weltniveau, auf dem Bauch mit dem Kopf voran Richtung Ball und Gegner zu rutschen, macht uns so leicht doch niemand nach. Das trauen wir maximal noch den verdammten McDonalds-Pinguinen zu.
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Niveau ist die Geld?
Eine aktuelle sportliche Situation kann man natürlich auch finanziell erklären. Oder wie Pal Dardai es ausdrücken würde und auch getan hat: „Wie soll ich sagen? Die Geld ist weg. Ganz einfach. Ich weiß nicht wo es ist.“ Und das klingt natürlich dramatisch, wo wir doch erst gefühlt vor Kurzem darüber lustvoll spekuliert haben, für wen die Windhorst-Millionen demnächst zum Fenster hinausgeworfen werden. Aber Geld ist selten weg, es ist nur meist woanders, wo man schwer rankommt. Man könnte es in Saudi-Arabien vermuten, dort kommt es offensichtlich gerade aus dem Hahn. Auch hier werden Spieler über dem Marktpreis eingekauft, um davon abzulenken, dass die sportliche Relevanz und Strahlkraft nicht ganz so dazu passen. Mit Geld lässt sich die Lücke zwischen Anspruch und Wirklichkeit dann doch leichter ignorieren. Um die Saudis muss man sich dann aber langfristig weniger Sorgen machen als um die Hertha. Und immerhin klingt Pal Dardai noch nicht wie Ernst Middendorp, der in Meppen klar gemacht hat, dass sein Anspruch sehr viel höher ist. Auch in der Regionalliga spielen wohl immer häufiger Amateure, die nicht einmal Power-Ernst als Animateur zu professionellem Verhalten animieren kann. Er hat es sehr eloquent ausgedrückt, hätte aber auch einfach sagen können: „Wie soll ich sagen. Die Professionalität ist weg. Ganz einfach. Ich weiß nicht wo es ist.“ Aber Ernst suchte ja offensichtlich nach Gründen, um hinzuwerfen. Ob er wiederkommt, hängt sehr davon ab, wann Arminia Bielefeld und er sich wieder auf einem Niveau wähnen. So hat es jahrelang schließlich auch mit Hertha und Pal funktioniert. Manchmal fühlte sich die Hertha zu groß für den kleinen Pal, aber aktuell ist er wieder gut genug, weil er nicht zu viele finanzielle Fragen stellt. Dass ich das Kopfgrätsche-Niveau (Samstag 10:30, Mittwoch 18:00) und mein Niveau aktuell noch im Einklang wähne, erkennt ihr an meiner Erklärung zum aktuellen Spielfeld-Status: „Wie soll ich sagen. Die Tor ist weg. Ganz einfach. Ich weiß nicht wo es ist.“