1-2-3, Werder ist seit 1899 im 1/4 dabei

Lage, Lage, Lage:
am Osterdeich, wo die Weser eine Bananenflanke schägt, hat Wohninvest eine 1A-Immo im Portfolio.
Im 1/4, Haltestelle St.-Jürgen-Straße gibt es einen kleinen dezenten Hinweis darauf, dass man hier aussteigen könnte, um Fußball zu schauen.
Von der Solarfassade des Weserstadions lassen sich Aufkleber zu leicht entfernen, weshalb wir lieber am grünen Mülleimer pappen.
Tor 1 oder dieses Verkehrsschild? Wir entscheiden uns wie immer für den Zonk.
Kopfgrätsche wünscht alles Gute zum 123. Geburtstag.
Hoffentlich müsst ihr nicht zusammen mit Hoffenheim feiern.

Subterranean Heimspiel Blues

Kurzes Sabbatical-WE in der Bundesliga und damit die willkommene Chance das Transferfenster auf Hochglanz zu bringen und im Kader durchzufeudeln. Wintertransfers sind zwar meistens ein Eingeständnis, dass man im Sommer daneben gelegen hat, aber manchmal kommt auch unangekündigt Mino Raiola vorbei und holt ein norwegisches Jahrhunderttalent aus der Manteltasche. Besser man hat dann noch nicht das ganze Weihnachtsgeld auf den Kopf gehauen. Vor zwei Jahren passierte schließlich der letzte spekatuläre Wintertransfer, der nur noch von dem zeitgleichen Wechsel von einem gewissen Sars Covid von Asien nach Europa getoppt wurde. Seit dem, muss man zugeben, treffen beide wie am Schnürchen und damit widerlegen sie das alte Vorurteil, dass man Winter nichts mehr entscheidend verändern kann. Okay, der BVB ist am Ende der Saison überraschend doch nicht Meister geworden, aber dafür müssen sie ihren Starspieler bis zum Deadlineday im Physiokeller fest auf die Massagebank schnallen. So ein bis zwei komplett irre Büdchen pro Spiel soll er natürlich noch bis zum Sommer in Schwarzgelb schießen. Durststrecken von zwei Spielen ohne eigenes Tor sind da natürlich nicht förderlich und können im schlimmsten Fall dazu führen, dass er erst wieder im nächsten Winter wechselt. Der Verkauf von Stürmern im Winter hat in Dortmund allerdings auch eine gewisse Tradition. Auch die Vorgänger Haalands wechselten nach der Hinrunde. Gut, Paco Alcacer floh vor Erling Haaland und Pierre-Emerick Aubameyang vor Peter Stöger. Paco wurde zuletzt auf der Bank von Villarriba gesehen und Auba wurde beim Afrika-Cup von Sars Covid aus dem Team verdrängt. Wenn man also nicht gerade ein norwegisches Jahrhunderttalent ist, bleibt man im Winter besser dort wo man ist – zur Not auch bei Kopfgrätsche (Samstag 10:30).

Woanders is auch scheiße

Das geht ja gut los mit den guten Vorsätzen. Alle sind beim Sport zu sehen. Nicht nur die Schlange vorm CleverFit reicht einmal um die Altstadt. Scheinbar möchte jeder mit 1 bis 2 Jahresbeiträgen Ablass etwas für diese ominöse Gesundheit aushandeln. Warum auch immer. Dabei kann man doch von der Couch aus sehr bequem nach der Darts-WM gleich noch den Afrika-Cup und die Handball-EM wegbingen. Die letzten ernstzunehmenden Turniere vor der Wüsten-WM. Obwohl man sich die Akzeptanz dafür auch dafür so langsam antrainiert. Der Clasico in Saudi-Arabien im Rahmen des spanischen Supercups zeigt doch wie anpassungsfähig der Homo sportivus ist. Die Saudis waren schließlich auch pragmatisch als sie sich für Newcastle entschieden, obwohl die Vereinsfarben komisch sind und niemand ohne finanziellen Anreiz dort hin will. Aber in Zeiten, in denen sogar das Dschungelcamp von Australien nach Südafrika ausweichen kann, muss man sich daran gewöhnen, dass man bei der Ortswahl flexibel sein sollte. Vielleicht sind ein paar Dinge auch besser als am Ursprungsort. Drum können wir doch einmal nachdenken, was in Katar z.B. viel toller sein wird. Die Stadien sind immerhin nigelnagelneu und damit sinkt auch eindeutig die Fußpilzgefahr im Nasszellenbereich. Es steht also einer wahren WM der Zauberfüße nichts im Wege. Das wären doch sehr erfreuliche Aussichten. Und wer weiß, vielleicht kann sogar ein löchriger Tartanplatz am Samstagmorgen (10:30) ein ganz okayer Ort sein, an dem man sich etwas mehr bewegen kann als in der Schlange vorm CleverFit.

Malediven ist nur einmal im Jahr

Kurze Abfrage: seid ihr für Samstag 10:30 wieder alle zurück? Ganz so selbstverständlich ist das nun wirklich nicht. Man hat doch Verständnis, wenn man sich als Fußballer zwischen Rückrunde, Audi-Cup und Katar noch mal einen schönen Instagram-Urlaub gönnt. Scheiß drauf, Malediven ist nur einmal im Jahr! Ole, ole und schalala. Und man kann doch nicht in einem Landgasthof im Harz absteigen. Was sind denn das für Bilder? Das kann der beste Filter nicht retten. Und die Trainingslager sind doch meistens viel näher, wenn man seinen Flug über Belek bucht. Also kurz gesagt: wer es bis jetzt zurück geschafft hat, wird aufgestellt. Bei den Bayern würden sie sogar auf Tobias Rau und Jan Schlaudraff setzen, wenn die heute an der Allianz-Arena vorbei gehen. Vielleicht wird ja an der Peter-August-Böckstiegel-Gesamtschule (PAB) in Borgholzhausen heute gestreikt und Herr Rau schafft es noch rechtzeitig zum Anpfiff. Falls das nicht klappt, haben die Bayern zur Sicherheit noch Ibrahimovic aus Spanien einfliegen lassen. Aber vielleicht auch nur für die schöne Schlagzeile. Der Gegner soll sich eben nicht zu sehr in Sicherheit wiegen. Der alte Ibra befindet sich bestimmt noch im Skiurlaub, wenn er seine Skihütte in Copperhill noch nicht verkauft hat. Oder er wirbt die Neumitglieder für seine brandneuen Padel-Tennis-Halle in Mailand. Jetzt ist schließlich die Zeit, um die Jahresbeiträge einzusammeln. Und wer hätte dafür mehr Verständnis als wir? Also jetzt 2 Jahre Kopfgrätsche zum Vorteilspreis buchen und Samstag 10:30 zum Schnuppertraining vorbeischlittern!    

Balling on Mary

I heard the sidewalk Santa say
„Merry Christmas, merry Christmas“
Salvation’s coming saturday
Merry Christmas, merry Christmas

I searched the ball ground for a star
Merry Christmas, merry Christmas
And, baby, I wondered where you are
Merry Christmas, merry Christmas

‚Cause a kopfgrätsch’s possible when
You look past the joy to the end

Balling on Mary is voluntary
Unless you’re alone like me
If there’s a star above, then it can look like love
When they light up the Football field

And to all the lost heads down below
Merry Christmas, merry Christmas
What’s one more grätscher in the snow?
Merry Christmas, merry Christmas
Merry Christmas, merry Christmas

If there’s a star above, then it can look like love
When they light up the Football field
If there’s a star above, then it can look like love
When they light up the Christmas tree

Text und Musik: Aimee Mann(schaft)

Dezembertraumfinale mit Sahne

Du gibst einer Rumpelfußtruppe, die nachweislich schon einmal Spiele beendet hat, ohne genau nachzuzählen wer eigentlich gewonnen hat, den wichtigsten Tag der Woche (Samstag 10:30) zum Kicken. Was erwartest du? Natürlich wird es sehr schwer auf den Ausgang zu wetten. Da kann man vorher versuchen alle Statistiken und Quoten auswendig zu lernen, es wird nichts nützen. Panische Anrufe im Café King könnt ihr euch sparen. Bringt lieber einen anständigen Plasmafernseher mit, wenn ihr eine Chance haben wollt. Ich möchte fast wetten, dass Robert Hoyzer seinen nicht mehr hat. Der ist schließlich fast so alt wie Jude Bellingham und dürfte noch nicht einmal HD ready sein. Jedes Ramschangebot aus der Cyber Week dürfte das Modell locker überflügeln. Auf dem möchte man im nächsten Jahr doch bestimmt nicht die Katar-WM gucken? Aber dafür braucht man vielleicht keinen eigenen Fernseher. Der Plan, dass wir das komplette Turnier auf dem Weihnachtsmarkt gucken, steht doch noch, oder? Schön mit Glühweindusche und Korso auf dem Kinderkarussell. Nur deshalb haben wir der Vergabe in das Emirat doch überhaupt nur zugestimmt. Das wurde uns versprochen. Na gut, vielleicht gab es auch den einen oder anderen materiellen Anreiz. Aber die Vergabe ist jetzt 11 Jahre her und das meiste davon ist Sondermüll. Also können wir doch wenigstens erwarten, dass dieses magische Public-Viewing-Erlebnis im Rahmen dieses komplett überhöhten deutschen Kulturguts Weihnachtsmarkt stattfinden muss.   

Im Farbfilm getrennt

Für die Farben, die uns der Fußballplatz aktuell so anbietet, würde der schwarz-weiß Film ausreichen. Schmutzige Schneereste wechseln sich mit schwarzen Löchern ab und auch sonst eignet sich das Tageslicht nicht für lange Belichtungszeiten. Aber was soll’s, wir werden dennoch versuchen Samstag 10:30 ein paar zarte Farbtupfer zu hinterlassen. Für einen Zapfenstreich sind wir noch nicht bereit. Den Farbfilm könnten wir aber nicht mehr nehmen. Nina Hagen mag das Lied ja sowieso bekanntlich nicht und würde bestimmt lieber „Eisern Union“ hören. Das passt zwar irgendwie auch zur Altkanzlerin, dafür könnte aber ein verdienter Mitspieler etwas dagegen haben, obwohl die Zeile „Wer lässt sich nicht vom Westen kaufen?“ es durchaus mit „Ich frech im Mini, Landschaft ist auch da“ aufnehmen kann. Damit fühlen sich Mini-Fahrer naturgemäß eher angesprochen. Man kann aber diesem Orchester der Bundeswehr sowieso nur schwer irgendwelche Sonderwünsche abverlangen. Seit Jahrhunderten wird dort die selbe Setlist getrötet. In jedem Jahrzehnt kommt maximal ein neuer Titel dazu. Wer nicht „Oh, du schöner Westerwald“ hören möchte, wird vom Dirigenten hilfloser angeguckt als vom DJ im Berghain, wenn man sich Helene Fischer wünscht. Du willst was Populäres? Nimm „Smoke on the Water“. Das haben wir vor 40 Jahren mal geübt. Vielleicht ist der Instrumentenkasten auch ein Problem. Nehmt doch mal ein Saiten- oder Tasteninstrument dazu. Aber in dieser Hinsicht wird man wohl schneller beim DFB Reformen erwarten können. Besser der neue Kanzler freundet sich schon einmal mit „My Way“ oder „Smoke on the Water“ an. Das passt doch irgendwie auch zu brennenden Autos in Hamburg 2017.    

Spielglück und Talentsägen

Bein aufsägen und Jahresringe zählen. Das war damals der launige Vorschlag als man Otto Pfister fragte, wie man denn herausfinden könne wie alt Anthony Yeboah wirklich sei. Da merkte man, dass die Qualität leider nicht komplett ausreicht, um den Marktwert von Fußballern zu bestimmen. Das Alter sorgt tatsächlich dafür, dass edle Weine wie Messi, Ronaldo und Zlatan unter 100 Mio bewertet werden. Und auch bei unserer Kopfgrätsche-Eiche Christoph verraten die Jahresringe, dass sein Marktwert nun etwas aus Altersgründen abgewertet werden muss. Aber im Gegenzug bekommen wir mehr Gewissheit, dass die Wurzeln sich so stark ins Erdreich gegraben haben, dass er nicht gleich beim erstbesten Angebot eines neureichen Plastikclubs das Weite sucht, um den nächsten Schritt von seinem Karriereplan umzusetzen. Er hat eben als Kind nicht in spannender Projektbettwäsche gepoft und von maximal Wismarena geträumt. Und das Beispiel Messi ist ihm hoffentlich eine zusätzliche Warnung. Natürlich kann man nach Jahrzehnten Vereinstreue noch einmal etwas Neues ausprobieren, aber leider gucken die Fans ziemlich genau hin wie man sich bewegt, wenn man ein neues Trikot trägt. Da fällt es beim Zusammenschnitt der Amazing Goals and Skills Videos für Youtube ziemlich schnell auf, falls man zwischendrin ein kleines Schaffenspäuschen macht und meditierend durch den Mittelkreis schlendert. Also schauen wir lieber auf die historischen Archivaufnahmen und mixen die sorgsam dosierten Highlights von Samstag 10:30 einfach dazwischen. Hoffentlich ist eine Jubelsäge mit dabei. 

The Real Peaky Baumi

May I have your attention, please? Guck mal, Kloppo ist wieder da. Also nicht das Original. Die Marke Klopp ist nur noch für Premier League Clubs erschwinglich. Aber es gibt doch diesen Klon aus seiner Rippe, der die Sehnsucht nach proletarischer Emotionalität stillt wie kein Zweiter. Eigentlich orientiert sich Steffen Baumgart stilistisch schon seit Spielerzeiten an Eric Cantona und seinem hochgestellten Kragen. Und seit dieser Saison ist die Verehrung durch seinen Peaky-Blinders-Look nicht mehr zu leugnen. Wenn man dann auch noch den Preis für den Fußballspruch des Jahres abräumt, ist klar: hier kommt die nächste Kultfigur, die zeitnah bei Matze Knop und Oliver Pocher im Repertoire landet. Schiebermütze, Bart, breitbeinig rumbrüllen – wer das liegenlässt, hat in der Jörg-Knör-Masterclass gepennt. Im Karneval sind sämtliche Schiebermützen rund um Köln ausverkauft. Sogar Anthony Modeste versuchte am letzten Wochenende eine als Torprämie zu ergaunern. Zum Training am 11.11. lief Steffen Baumgart dann wie Eminem bei dem MTV Video Music Awards 2000 ein, im Schlepptau eine Entourage seiner Klone und er selbst im Schweinhornkostüm. Wenn jetzt schon die Klone vom Klon unterwegs sind, dann ist der Kult nicht mehr zu stoppen. Da müsste der Sessionsauftakt schon die letzte Karnevalsveranstaltung gewesen sein. Aber wer kann schon herzlos das zarte Band der Hoffnung für die Narren kappen? Auf der einen Seite rollt zwar Viva Coronia, aber auf der anderen Seite spielt doch am nächsten Spieltag Mainz gegen Köln. Zur Sicherheit kopfgrätschen wir das Samstag 10:30 schon einmal vor. Gegen die Kälte hilft immerhin, den Kragen hochzuschlagen.

Kunst kommt von Können

Vorgestern kam die Nachricht, dass ihr euch diesen saftigen Kunstrasenplatz, den ihr euch gegönnt habt, nur noch schmachtend durch den Zaun angucken dürft. Allzu lang musste er das Rumgestolper der Untalentierten ertragen. Die riesigen Tore haben nicht verhindern können, dass ziemlich häufig größere Expeditionen mit Macheteneinsatz nötig waren, um die Bälle aus der angrenzenden Botanik zu befreien. Dabei traf man nicht selten auf längst verschollen geglaubte Völker, die ganze Schiffe durch den Dschungel transportierten. Das war aber glücklicherweise meistens doch nur ein Zeichen dafür, dass man bei der Ballsuche zu nah am Hafen gelandet war. Dennoch zeigt es ganz gut, dass unsere Schusstechnik einfach nicht reif genug ist für das Profigeläuf. Vielleicht hat aber auch nur irgendein zwielichtiger Amateur sich nicht beherrschen können und die goldenen Wasserhähne im Dixi abgeschraubt. Wie der Lambo in der Garage liegt der Kunzer deshalb nun da und erwacht ausschließlich für sauber geputzte Vereinssohlen, deren Kinderstube und Sportsmanship direkt vom Schiedsrichter bewertet und sanktioniert werden kann. Wir dürfen Samstag 10:30 nur noch den Ball aus den Kratern des Gummis statt aus dem Netz holen. Jeder sollte sich hinterfragen, ob er in den anderen 166 Stunden pro Woche, in denen er nicht in auf dem 18-Loch-Bolzplatz rumhängt, nicht doch noch etwas fleißiger den Rücken krumm schuften kann, damit die Wismarena endlich mal aus dem Luftschloss-Status herabsteigt. Dann gäbe es doch einen noch tolleren Ort für die Vereinsmeier und der Kunzer wäre über für den Pöbel. Kunst kommt nun mal eben nicht von Gönnen.   

Crazy Frog Gang

Einen schönen Welt-Internet-Tag euch allen. Es ist einfach toll, dass wir an diesem besonderen Tag auf dieses Nischenphänomen aufmerksam machen können. Wir tun das natürlich gerne im WWW, auch wenn es unsicher ist, dass es jemand mitbekommt. Einfacher und sicherer wäre natürlich wir gehen einmal aus dem Netz raus und rufen uns gegenseitig an, um mitzuteilen, dass Samstag 10:30 kopfgegrätscht wird. Zumal wir gerade noch die aktuelle AOL-CD suchen, um kopfgrätsche.de auf dem neuen Webspace erreichbar zu machen. Vielleicht hätten wir doch nicht so voreilig die StudiVZ-Gruppe auflösen sollen. Dort hieß dieses „cringe“ immerhin noch „gruscheln“. Die Spindel unbeschrifteter Datenträger hilft leider nicht weiter. Auf dem letzten war nur eine Testversion vom Moorhuhn. Die Vollversion kostet extra Geld, da muss man aufpassen. Am Ende steckt man in einem Jamba-Sparabo fest, in dem man alles machen kann – nur nicht sparen. Und die Lizenz für den Crazy Frog haben die wohl auch nicht mehr. Als SMS-Ton suche ich noch etwas, um das ultrawitzige Rülpsgeräusch abzulösen. Der Sound eines satten Gesichtstreffers der Crazy Gang würde mich überzeugen. Zur Not saug ich den bei Napster – sobald der Download aller Metallica-Alben komplett ist. Hoffentlich sind nicht solche Scherze dabei, dass sie ihre Alben noch einmal als Fakeversionen von Bibi McBenson haben aufnehmen lassen. Ich höre schon Lars Ulrich keifen: „Nehmen / Nehmen / Nehmen / Immer willst Du alles nehmen / Geben willst Du nichts / Und ich hab‘ nicht soviel!“ Warten auf den Bumerang beim World Wide Wait. Verdammt, jetzt haben wir uns schon wieder vom eigentlichen Ziel ablenken lassen. Das Surfen auf der Datenautobahn führt einen wirklich vom Papst auf den Eierkuchen. Hm, lecker.   

Gebt das Dampf frei!

Die neue Regierung musst noch zusammengeklöppelt werden, aber was den Leuten am Ende wirklich wichtig zu sein scheint, ist klar. Tempolimit und Cannabislegalisierung. Im Wahlkampf ging es zwar gefühlt fast nur um das Klima, aber aktuell sieht man welche Netzwerke wirklich in der Lage sind ihre Hashtags zu platzieren. Und da gewinnt man den Eindruck, dass es tatsächlich Menschen gibt, die ihre Präferenz für eine Partei ausschließlich davon abhängig machen, ob diese ihnen das Rasen und Kiffen verbietet oder erlaubt. Kein Wunder, dass man in dem Zusammenhang mal vorfühlen kann, ob das mit der Pyrotechnik im Fußballstadion nicht gleich mitlegalisiert werden kann. Das passt doch eigentlich ganz gut in die Reihe. Die Bilder aus vom vollbesetzten Amsterdamer Stadion im Lichtermeer sind auch wirklich beeindruckend. Und dort ist das mit dem Kiffen schließlich auch kein Problem. In den Achtzigern guckte man noch mit leuchtenden Augen nach Italien und selbst deutsche Sportkommentatoren jubelten damals über die Bengalos der Tifosi. In den Neunzigern kamen die Fackeln über den Betzenberg nach Deutschland. Als die eigenen besoffenen Nachbarn damit im Block standen, war der Reiz des Exotischen dahin und der öffentliche Konsens: sowas wollen wir im Fußball nicht sehen. Spätestens als Johannes B. Kerner (das B. steht nicht für „Bengalo“!) eine Kinderpuppe anzündete, war klar: das ist unverantwortlich und ungesund. Und über die Klimabilanz einer solchen Fackel wollen wir erst gar nicht reden. Wahrscheinlich ist es nur logisch, dass mit der Rückkehr der Fans und Ultras ins Stadion auch diese Art der Lichtshow wiederkehrt. Auch wir könnten das ganz gut gebrauchen, um unter der Woche noch etwas auf dem Platz zu erkennen. So bleibt uns nur der sowieso ganz okay beleuchtete Samstag 10:30. Die UEFA hat zwar im Sommer die Stadien wieder voll gemacht als Geisterspiele noch Normalität waren, beim Gequalme hört der Spaß allerdings auf und es wird die üblichen Geldstrafen hageln. Aber wen verwundert das schon? Das sind bekanntlich alles unromantische Kokser.