
Archiv für den Monat: April 2026
25. April 2026 – Fast alle Bänder blieben ganz*
Bildhauen und Stechen
Wir sind ehrlich. Der Wal hatte uns schon längst verloren. Vielleicht liegt es daran, weil er schon länger auf Grund liegt als Heidenheim auf dem letzten Tabellenplatz. Aber die Menschen um ihn herum lassen sich immer wahnwitzigere Dinge einfallen, die immerhin sein Schicksal wieder auf den Startseiten nach oben spült. Fußballfans sind spätestens wieder wach geworden als Pyrotechnik in die Diskussion eingebracht wurde. Da ist in der Region auch genügend Material vorhanden. Ein Anruf bei ein berüchtigten Hansa-Suptras kann da der kurze Dienstweg sein. Wir sind sowieso schon in einer Phase, wo nicht mehr so ganz genau nach den Abschlüssen und Führungszeugnissen geschaut wird. Jetzt darf jeder mit einer wilden Idee irgendwas versuchen. Aber die meisten verfahren nach der alten Kreisliga-Devise: wenn wir schon nicht gewinnen können, dann treten wir ihnen wenigsten den Rasen kaputt. Noch ein Argument Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00 doch lieber auf Tartan aufzulaufen. Und wer zur Sache gar nichts weiter beitragen kann, darf sich überlegen wie ein Mahnmal für den Wahnwal aussehen soll. Auch hier können Fußballfans durch ihre Erfahrung mit unförmigen Bronzen bestens mitreden. Uwe Seelers Fuß, Christianos Büste oder erst zuletzt der sehr expressionistische Peace-Prize – der Fußball liefert unzählige Referenzen von missverstandenen Bildhauern. Der geneigte Pöbel verlangt maximalen Naturalismus, der Künstler möchte seine Handschrift für die Nachwelt in Metall gießen. Passender als jede von vornherein zum Scheitern verurteilte Darstellung des Tieres, wäre aber Rodins „Die Bürger von Calais“, das auch die Opfer einer Belagerung darstellt. Bestehend aus sechs Einzelfiguren, die kein heroisches Gebaren zeigen, sondern viel mehr innere Bewegung und verzweifelte Stimmung ausdrücken. Das passt nicht nur zu den verwirrten Menschenansammlungen auf Poel, das können wir nach dem Kopfgrätschen auch bestens vom Verliererteam nachstellen lassen.
22. April 2026 – ohne Stativ spielen, hoch gewinnen
18. April 2026 – Remontada?
Prêt-à-Por-T
Als die Telekom ab Mitte der Neunziger ihre Marke etablieren wollte, brauchte sie dafür noch Manne Krug und ein Radrennteam. Für die T-Aktie wurden selbst Kleinsparer in Risikogeschäfte gesungen und auch die Radelei war am Anfang super erfolgreich. Aber Ulle war am Ende wohl doch nicht 100% sauber und so vorteilhaft war das für den größten deutschen Telekommunikationsanbieter danach nicht mehr, so dass es nach 2007 keine magentafarbenen Drahtesel mehr auf dem Champs-Elysées gab. Aber dafür wurde die Telekom ab 2002 Sponsor beim FC Bayern und nach der Eröffnung der Allianz-Arena 2005 zierte ein großes weißes T aus Zuschauern die Tribüne. Seit über 20 Jahren dürfen die nicht während des Spiels Bratwurst und Bier kaufen gehen, weil sonst das Logo nicht mehr stimmt. Aber inzwischen filtert man das menschliche Telekom-T optisch aus dem Publikum und die Wirkung ist vielleicht ein wenig verpufft, wie die ersten Kursgewinne der T-Aktie einst. Wie könnte man also die Marke in ihrer prägnanten Farbe wieder nach vorne petern? Vielleicht kann man einen angesagten Jungnationalspieler, in der Zeit wo er selbst nicht spielen kann, in ein magentafarbenes Modeverbrechen, assoziativ zwischen Schlumpf und Teletubby, stecken und damit anständig viral gehen. Der darf dann darin sogar mal an den Bratwurststand, wo sich einige wurstkauenden Zeitzeugen heftig verschluckt haben dürften. Falls Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00 Spielpausen entstehen sollten, weil man bei drei Teams auch mal kurz 10 Minuten sich frei um den Platz bewegt, haben wir die Chance auch in einer scheußlichen Markenfarbe ihrer Wahl herumzuflanieren. Orange oder Neongelb hätten wir schon da. Aber erst die passende Schlumpfmütze in Signalfarbe bringt den maximalen LennarT-Karl-Effekt. Alternativ ist natürlich auch eine Manfred-Krug-Frisur denkbar, wenn’s draußen grün wird.
15. April 2026 – Letztes Tor entscheidet… nicht, weil Frank die Regeln kennt…
11. April 2026 – 4 Teams auf 1 Joachim-Streich-Forum
Time for (Schwere)losers
Obwohl die Artemis II Astronauten heute Nacht gegen 2 Uhr auf die Erde zurückkehren, würde ich sie jetzt nicht unbedingt schon Samstag 10:30 beim Kopfgrätschen einplanen. Mittwoch 18:00 könnten sie aber schaffen, oder? Vom Pazifik sind es noch ein paar Kilometer bis Houston und ein wenig Quarantäne ist ja meistens auch noch üblich. Da das Kopfgrätschen auf der Erde nun doch recht viel Energie benötigt und deswegen gar nicht so häufig zu beobachten ist, erhoffen wir uns von Artemis II neuste wissenschaftliche Erkenntnisse über die Auswirkungen auf den menschlichen Körper in der Schwerelosigkeit. Dass sie für die perfekte Simulation im Zusammenspiel mit einem runden Körper extra die dunkle Seite des Mondes aufgesucht haben, ist für das Experiment ideal. In der Zeit hinter dem Mond konnte auch niemand live verfolgen, wie die Weltraum-Kopfgrätsche tatsächlich ablief. Deshalb können wir auch in Jahrzehnten überall behaupten, dass das der eigentliche Zweck der Mission war. Eine wilde Theorie mehr oder weniger zu Mondmissionen ist nun auch egal. Man wird aber genau darauf achten können, was in den WM-Spielen in Houston in diesem Sommer auf dem Rasen passiert. Und wenn am Abend des 14. Juni im NRG Stadium kurz vor dem Ende des Gruppenspiels Deutschland gegen Curaçao Nico Schlotterbeck plötzlich mit Hilfe seiner Segelohren horizontal und scheinbar schwerelos durch den Strafraum gleitet um mit seiner Fontanelle spektakulär einen einschussbereiten Curaçaoër am Torerfolg zu hindern, werden wir uns wissend zunicken. Der diensthabende Experte Mats Hummels wird noch direkt am Spielfeldrand zu Ehren seines einstigen Eleven seinen Podcast umbenennen in: Alleine ist schwerelos.
08. April 2026 – Einkaufszettelewald 🛒
Coppa del Mondo o Coppa Gelato Svedese?
Alora. Scusi. Unpopulär Opinion: jetzt alles auf dem WM-Sieg von Italien setzen. Okay, es sieht vielleicht nicht so vielversprechend aus, weil die Squadra Azzurra gar nicht qualifiziert ist. Aber bis zum Turnierbeginn kann geopolitisch noch ziemlich viel passieren. Und da so viele Länder wie noch nie qualifiziert sind, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass am Ende gar nicht alle bis dahin wirklich Lust auf Fußball in einer Bananenrepublik im Kriegsmodus haben. Und da rechnen wir noch nicht einmal mit einem deutschen Boykott, weil Nagelsmann und Untdav sich nicht zwischen Coke und Pepsi im Drive-In entscheiden können. Dabei gehört es zum Mythos einer Burgerbraterei, dass dort der Spirit geboren wurde, der 1992 eine nachrückendes Land zum Turniersieger geführt hat. Und damit sind wir bei dem Szenario, auf das die Italiener nun hoffen müssen. Wie einst die Dänen vom Jugoslawienkrieg profitierten, muss ausgerechnet das gegen Bosnien ausgeschiedene Italien auf ein unverdientes Nachrücken hoffen, dass sie direkt zum Titel führen sollte. Der Name des ehrbaren FIFA-Präsidenten, der das wahrscheinlich alleine entscheiden darf, klingt ja nur zufällig italienisch. Er ist natürlich neutraler Italo-Schweizer. Aber eigentlich spricht nichts dagegen, dass der amerikanische Papst Ostersonntag in Rom verkündet, dass Italia auferstanden ist. Im Anschluss strömen die Massen in eine Gelateria ihrer Wahl und bestellen vor Glück einen Schwedeneisbecher. Denn auch die Schweden wissen gar nicht wie sie sich für die WM qualifizieren konnten, ohne ein Gruppenspiel zu gewinnen. Auch da waren offensichtlich höhere Mächte im Spiel. Wessen Kreuzwege also Samstag (10:30) nicht direkt zum Platz führen, kann schon Mittwoch (18:00) glorreich wiederkehren. Abbi fede!







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