Time for (Schwere)losers

Obwohl die Artemis II Astronauten heute Nacht gegen 2 Uhr auf die Erde zurückkehren, würde ich sie jetzt nicht unbedingt schon Samstag 10:30 beim Kopfgrätschen einplanen. Mittwoch 18:00 könnten sie aber schaffen, oder? Vom Pazifik sind es noch ein paar Kilometer bis Houston und ein wenig Quarantäne ist ja meistens auch noch üblich. Da das Kopfgrätschen auf der Erde nun doch recht viel Energie benötigt und deswegen gar nicht so häufig zu beobachten ist, erhoffen wir uns von Artemis II neuste wissenschaftliche Erkenntnisse über die Auswirkungen auf den menschlichen Körper in der Schwerelosigkeit. Dass sie für die perfekte Simulation im Zusammenspiel mit einem runden Körper extra die dunkle Seite des Mondes aufgesucht haben, ist für das Experiment ideal. In der Zeit hinter dem Mond konnte auch niemand live verfolgen, wie die Weltraum-Kopfgrätsche tatsächlich ablief. Deshalb können wir auch in Jahrzehnten überall behaupten, dass das der eigentliche Zweck der Mission war. Eine wilde Theorie mehr oder weniger zu Mondmissionen ist nun auch egal. Man wird aber genau darauf achten können, was in den WM-Spielen in Houston in diesem Sommer auf dem Rasen passiert. Und wenn am Abend des 14. Juni im NRG Stadium kurz vor dem Ende des Gruppenspiels Deutschland gegen Curaçao Nico Schlotterbeck plötzlich mit Hilfe seiner Segelohren horizontal und scheinbar schwerelos durch den Strafraum gleitet um mit seiner Fontanelle spektakulär einen einschussbereiten Curaçaoër am Torerfolg zu hindern, werden wir uns wissend zunicken. Der diensthabende Experte Mats Hummels wird noch direkt am Spielfeldrand zu Ehren seines einstigen Eleven seinen Podcast umbenennen in: Alleine ist schwerelos. 

Coppa del Mondo o Coppa Gelato Svedese?

Alora. Scusi. Unpopulär Opinion: jetzt alles auf dem WM-Sieg von Italien setzen. Okay, es sieht vielleicht nicht so vielversprechend aus, weil die Squadra Azzurra gar nicht qualifiziert ist. Aber bis zum Turnierbeginn kann geopolitisch noch ziemlich viel passieren. Und da so viele Länder wie noch nie qualifiziert sind, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass am Ende gar nicht alle bis dahin wirklich Lust auf Fußball in einer Bananenrepublik im Kriegsmodus haben. Und da rechnen wir noch nicht einmal mit einem deutschen Boykott, weil Nagelsmann und Untdav sich nicht zwischen Coke und Pepsi im Drive-In entscheiden können. Dabei gehört es zum Mythos einer Burgerbraterei, dass dort der Spirit geboren wurde, der 1992 eine nachrückendes Land zum Turniersieger geführt hat. Und damit sind wir bei dem Szenario, auf das die Italiener nun hoffen müssen. Wie einst die Dänen vom Jugoslawienkrieg profitierten, muss ausgerechnet das gegen Bosnien ausgeschiedene Italien auf ein unverdientes Nachrücken hoffen, dass sie direkt zum Titel führen sollte. Der Name des ehrbaren FIFA-Präsidenten, der das wahrscheinlich alleine entscheiden darf, klingt ja nur zufällig italienisch. Er ist natürlich neutraler Italo-Schweizer. Aber eigentlich spricht nichts dagegen, dass der amerikanische Papst Ostersonntag in Rom verkündet, dass Italia auferstanden ist. Im Anschluss strömen die Massen in eine Gelateria ihrer Wahl und bestellen vor Glück einen Schwedeneisbecher. Denn auch die Schweden wissen gar nicht wie sie sich für die WM qualifizieren konnten, ohne ein Gruppenspiel zu gewinnen. Auch da waren offensichtlich höhere Mächte im Spiel. Wessen Kreuzwege also Samstag (10:30) nicht direkt zum Platz führen, kann schon Mittwoch (18:00) glorreich wiederkehren. Abbi fede!