Time for (Schwere)losers

Obwohl die Artemis II Astronauten heute Nacht gegen 2 Uhr auf die Erde zurückkehren, würde ich sie jetzt nicht unbedingt schon Samstag 10:30 beim Kopfgrätschen einplanen. Mittwoch 18:00 könnten sie aber schaffen, oder? Vom Pazifik sind es noch ein paar Kilometer bis Houston und ein wenig Quarantäne ist ja meistens auch noch üblich. Da das Kopfgrätschen auf der Erde nun doch recht viel Energie benötigt und deswegen gar nicht so häufig zu beobachten ist, erhoffen wir uns von Artemis II neuste wissenschaftliche Erkenntnisse über die Auswirkungen auf den menschlichen Körper in der Schwerelosigkeit. Dass sie für die perfekte Simulation im Zusammenspiel mit einem runden Körper extra die dunkle Seite des Mondes aufgesucht haben, ist für das Experiment ideal. In der Zeit hinter dem Mond konnte auch niemand live verfolgen, wie die Weltraum-Kopfgrätsche tatsächlich ablief. Deshalb können wir auch in Jahrzehnten überall behaupten, dass das der eigentliche Zweck der Mission war. Eine wilde Theorie mehr oder weniger zu Mondmissionen ist nun auch egal. Man wird aber genau darauf achten können, was in den WM-Spielen in Houston in diesem Sommer auf dem Rasen passiert. Und wenn am Abend des 14. Juni im NRG Stadium kurz vor dem Ende des Gruppenspiels Deutschland gegen Curaçao Nico Schlotterbeck plötzlich mit Hilfe seiner Segelohren horizontal und scheinbar schwerelos durch den Strafraum gleitet um mit seiner Fontanelle spektakulär einen einschussbereiten Curaçaoër am Torerfolg zu hindern, werden wir uns wissend zunicken. Der diensthabende Experte Mats Hummels wird noch direkt am Spielfeldrand zu Ehren seines einstigen Eleven seinen Podcast umbenennen in: Alleine ist schwerelos.