Guten Tag, liebe Laser! Was macht ihr da? Im Auge des Betrachters, der sich gerade eine Ecke ausguckt? Was erleuchtet euch, um auf der Netzhaut das Netz und die Pfosten gleich mit auszublenden? Gut, alles was kein wohlfeiles Abnicken der sportlichen Leistung des Gegners ist, könnte man als unfaires Verhalten deuten. Auspfeifen, Buh-Rufe, Schmähgesänge – das Repertoire ist eigentlich groß genug, um zarte Gemüter aus dem Konzept zu bringen. Als Zuschauer über die Stimme hinaus körperlich einzugreifen, ist nicht vorgesehen. Die Beine sind auch meist ungeeignet, wie die Rennkünste diverser Flitzer schon bewiesen haben. Auch der Wurfarm ist dem des Torhüters nicht ebenbürtig. Ein Bierbecher fliegt oftmals nur dem Besserplatzierten ein paar Reihen vor mir in den Nacken. Im seltensten Fall schafft man es, das wertvolle Pfandgut bis zur Eckfahne zu schleudern. Aber bis zum Elfmeterpunkt wird es schwer. Und deshalb setzen die hoffnungslos benachteiligten Zuschauer das einzige Körperteil ein, dass gut trainiert ist vom Playsie zocken. Mit dem dicken Daumen kann man den gegnerischen Schützen oder Tormännern beim Elfmeterschießen bequem nicht nur den grauen Star weglasern. Diese Art der unsportlichen Spielbeeinflussung lässt sich nur noch toppen, indem man Spieler der eigenen Mannschaft in einem Meme-Gewitter von einer Troll-Armee per Social Media durchs virtuelle Dort treibt. Und zwar ohne jedes Maß, so dass sie bei Heimspielen von jedem Fan im Stadion nur noch verhöhnt werden. Nun ja, die letzte Länderspielwoche hat auf jeden Fall gute Gründe geliefert, warum man ein Länderturnier nicht nur wegen des Austragungsortes ablehnen kann. Die „Fans“ sind zurück im Stadion, sportlicher geht es dadurch aber leider nicht zu. Auch wir hatten Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00 Zuschauer, weil es inzwischen schon wieder für mindestens drei Teams reicht. Kommt gerne weiterhin zahlreich, aber nehmt die Daumen lieber zum Drücken derselbigen – ohne Laserpointer.
30. März 2022 – Stopp! Summertime!
26. März 2022 – Helden in Badelatschen

Samstag, 10:30 Uhr: Auf dem Platz stehen drei Nigerianer und möchten mitspielen. Ihre Geschichte: Sie sind Studenten aus der Ukraine. Sie mussten wegen des Krieges von dort fliehen und sind in Wismar gelandet.
Wir #Kopfgrätsch|er hatten vor ein paar Wochen die Idee, Schuhe für Geflüchtete bereitzustellen, leider noch nicht umgesetzt.
Fußball-Regeln sind universell. Man braucht nur einen Ball, ein paar Klamotten und ein paar Schuhe. Ab da an ist Fußball einfach für ein paar Minuten Krieg vergessen und Spaß haben.
An diesem Wochenende hatten wir nur ein Paar Schuhe für die Jungs. Unsere Idee war noch nicht soweit. Jetzt wird es dringend:

Wer hat noch Fußballschuhe, die er nicht mehr braucht? Die Jungs, die jetzt da waren brauchen Größe 42 und 43. Andere Größen könnten in der Zukunft auch noch benötigt werden. Es geht nicht um neue Schuhe – es sollten aber auch nicht die abgegammelten mit Loch sein. Sporthosen und Shirts oder Trikots werden auch gebraucht. Meldet euch unter diesem Eintrag Facebook, Twitter oder per E-Mail. Die nächsten Spieltermine sind Mittwoch, 30.03. um 18 Uhr und Samstag, 2. April, 10:30 Uhr.
Ach und: Selbst in Badelatschen haben sie sehr gut mitgezockt.
Ibrakatarbra
Im Nachhinein kann man natürlich immer sagen: ich wollte gar nicht gewinnen, weil ich da nicht hinfahren möchte. Und gerade im Hinblick auf Katar gibt es dann auch Menschen, die das gerne glauben. Aber was soll den Robert Habeck sagen? Er musste dahin, damit wir nicht verlieren. Sportlich war Deutschland ja sowieso ein Frühbucher. Und man konnte sich ganz entspannt angucken, wer sich sonst noch so qualifiziert. Saudi-Arabien z.B., was das Turnier auch geopolitisch färbt. Als ob man das jetzt unbedingt auch noch gebraucht hätte. Die Italiener anscheinend nicht. Die lassen diese Shitshow entspannt an sich vorüberziehen. Ob man unbedingt Nordmazedonien bei der WM sehen muss, kann man diskutieren. Aber irgendwer muss ja in die Gruppe mit Katar, damit die wenigstens die Vorrunde schaffen. Es gibt allerdings doch eine kleine Gefahr, dass dieses Turnier trotzdem geguckt werden muss. Auch von Italienern. Der ewige Zlatan ist schließlich immer noch mit in der Verlosung. Aktuell wohl auch gerade nicht zurückgetreten als Nationalspieler, sondern zurückgetreten vom Rücktritt. Wir haben aufgehört zu zählen zum wievielten Mal. Aber für ein paar großspurige Ansagen trotz Vorrundenaus würden wir natürlich gern die WM einschalten. Zum Thema Menschenrechte könnte man dennoch Substanzielleres erwarten als von Thomas Müller. Vor allem, weil sich Halbgott Zlatan natürlich selbst nicht unbedingt als Mensch begreift. Wir unwürdigen Irdischen treffen uns Samstag 10:30 UND Mittwoch 18:00, um einen Hauch dieses unbegreifbaren Glanzes von Sankt Ibra in unseren eigenen Fähigkeiten zu entdecken. Falls das fehlschlagen sollte, suchen wir uns andere Vorbilder – wahlweise in Nordmazedonien, Saudi-Arabien oder Katar.
19. März 2022 – What’s my Cage again?
Sanifair geht vor
Ein Hoch auf unsern Busfahrer, Busfahrer, Busfahrer. Auf unsern Busfahrer ein Hoch. Nachdem dem sanktionierten FC Chelsea das Taschengeld gekürzt wurde, sind keine großen Sprünge geschweige denn Flüge mehr drin. Das bedeutet natürlich, dass die Londoner nun öfter auf die vergleichsweise günstige Busreise zurückgreifen müssen. Und das bei den Spritpreisen. Irre. Nun ja, dann muss das schmale Budget zusätzlich über weitere Maßnahmen zusammengehalten werden. Es wird also nicht mehr an jeder Raststelle gehalten. Und muss es denn wirklich immer das teure Paderborner sein? Jede Amateurtruppe weiß, dass man sich den kostbaren Bierkasten vielleicht doch lieber für die Rückfahrt aufhebt. Es lauern aber noch andere Unwegbarkeiten auf dem Trip über die Autobahnen Europas. Einige Länder erheben eine Maut und in Deutschland muss man sich erst einmal die Sanifair-Bons leisten können. Ein unschöner Nebeneffekt, der für eine dauerbesetzte Boardtoilette sorgt, auf der man das Luftanhalten besser trainiert hat. Ein Klassiker ist natürlich auch, dass ein Haufen Fußballer auch nur auf dem Selbstständigkeitsniveau einer Kindergartengruppe agiert, was zwangsläufig dazu führt, dass man bei jedem Stopp ein bis zwei Kapeiken bei Tank und Rast am Regal mit den Erwachsenenmagazinen oder am Daddelautomaten vergisst. Die Umwege, um diese Trantüten wieder einzusammeln, lassen den Tank früh leer laufen und man kann nur hoffen, dass man es doch noch rechtzeitig zum Anpfiff schafft. Aus diesen Gründen gönne ich mir auch morgen wieder den Luxus der Fahrradanreise, um Samstag 10:30 vorbildlich pünktlich zu sein. Er drückt auf die Kupplung und Flusch macht die Spülung. Ein Hoch auf unseren Busfahrer. Auf unseren Busfahrer ein Hoch.
12. März 2022 – Grätschheart und die Tartan Army
There is no Planet DFB
Es wird schon wieder gewählt. Das wäre fast durchgerutscht und irgendwie hängt auch wenig Hoffnung an dieser Wahl. Früher konnte man die DFB-Präsidenten namentlich problemlos aufsagen. Z.B. Egidius Braun, der nette rheinische Opi in den Neunzigern. Gerhard Mayer-Vorfelder oder kurz MV (wie sympathisch), der baden-württembergische Pate mit dem großen Durst, der das Sommermärchen 2006 „erfand“. Oder Theo Zwanziger, der auch schon nicht mehr so seriös mit dem Geld umgegangen ist, aber immerhin Frauenfußballfan war. Und seit dem zerfasert es arg. Der Laden ist heillos zerstritten und unführbar. In Zeiten, wo Konzepte sehr fragwürdig erscheinen, wenn sie von nur einem starken Mann bestimmt werden, ist dieser Ansatz, dass man wegen fehlender Quittungen oder eines Nazivergleichs abgesägt werden kann, fast vorbildhaft. Seit Jahren rätselt vor allem der Vizepräsident, wer denn nun eigentlich Koch und Kell(n)er ist. Nun wird also eine neue arme Sau gesucht, die denkt DFB-Präsident wäre ein toller Titel auf seiner Visitenkarte. In Wirklichkeit schaut man jede Woche bedröppelt aus dem Bürofenster in der Otto-Fleck-Schneise, wenn mal wieder die Staatsanwaltschaft zur Razzia anrückt. In diesem gemeinnützigen Verein geht es auch nicht professioneller zu als in jedem Kleingartenverein. Irgendjemand verfeuert immer ohne Genehmigung Blätter und mäht den Rasen in den Ruhezeiten und die Wühlmäuse finden ihren Weg. Dennoch möchte man also im sich ankündigenden Frühling einen neuen Obergärtner gönnen. Wir gucken nur übern den Zaun auf das Unkraut und sind ganz froh, dass wir nicht eines der 1,7 Mio. Mitglieder im größten Sportverband der Welt sein müssen und stattdessen einfach nur Samstag 10:30 unseren Acker mit Kopfgrätschen zerfurchen dürfen.
05. März 2022 – Domino Day
„Im Prinzip ja, aber …“
Ein Blick auf die Tabellenspitze offenbart: das Ding ist durch, oder? Beim Rennen um Platz 1 kann man geistig abpfeiffen. Da brennt nie im Leben noch etwas an. Zu groß ist der Abstand zum Rest und zu stabil siegt sich der Primus durch die Liga. Also kann man schon mal langsam den Sekt kaltstellen. Den Aufstieg in die dritte Liga wird sich der der 1. FC Magdeburg nicht mehr nehmen lassen. Aber das Ziel ist ja auch kein schlechter Anreiz. Darüber wartet schließlich eine Liga, die man wirklich nicht tippen kann, wie ich es Woche für Woche nachhaltig beweise. Trotzdem wird es natürlich wider besseren Wissens versucht. Zwischen dem 1. und dem 7. sind nur 6 Punkte Abstand und es sind ja doch noch ein paar Spiele übrig bis Mai. Gefühlt ist zwar schon Frühling, aber hier lauern noch über zwei Monate unerträglicher Spannung. Schon das zweitklassige Nordderby letzte Woche hat wohl die Meisten für einen gesamten Bundesligaspieltag entschädigt. Zwar regen sich viele über die omnipräsente Verfügbarkeit von Fußball auf, aber ist es nicht von Vorteil, dass man ganz einfach die Liga wechseln kann? Selbst der Boykott der Katar WM fällt leichter, wenn man stattdessen einen anderen Wettbewerb verfolgen kann. Die Frauenfußball-Bundesliga spielt bestimmt parallel. Mal gucken wer da gerade um die Meisterschaft spielt. Bayern, Wolfsburg, Hoffenheim… ja, nee… dann doch lieber Katar. Wer spielt morgen 10:30 parallel zu uns? Alashkert Erewan gegen FK Van Tscharenzavan beginnt um 11 in der armenischen Premier League. Das sollte also eine einfach Entscheidung sein.
26. Februar 2022 – einschlägige Tätlichkeit
Twenty Years of Dirt
Vor zwanzig Jahren rumpelte ein Monster aus den Boxen. Ein Machwerk, dass man sich natürlich noch auf CD kaufen musste. Das Cover rot, der Sound dreckig und staubig. Die einzig wahren Erben des Desert Rock. Die Königinnen mit Dave Grohl an den Drums und Mark Lanegan neben Josh Homme am Mikrofon. Zehn Jahre nach Grunge. Songs for the Deaf, die dennoch genau die Ohren spitzten. Diese Woche starb mit Mark Lanegan die dunkle rollende Stimme der Queens of the Stone Age. Songs for the Dead. Zwanzig Jahre nach dem Meilenstein der Steinzeit. 2002 im Sommer von No one knows und Go with the Flow saßen wir in der Garage neben dem Haus 10 und trommelten wie Dave Grohl auf Mülleimern zum WM-Finale in Yokohama. Die Queens of the Steinzeit-Fußball um die einzigen Stars Michael Ballack und Oliver Kahn hatten es tatsächlich ins Finale geschafft. Gegen Paraguay, die USA und Südkorea. Ramelow, Linke, Jeremies. You think I ain’t worth a Dollar, but I feel like a Millionaire. Ohne den gesperrten Ballack waren die Brasilianer zwei Nummern zu groß. Im selben Jahr sicherte sich Gerhard Schröder seine Wiederwahl, weil er mit Gummistiefeln durch die Oderregion wanderte. Er setzte sich knapp gegen Edmund Stoiber durch, der vorher eine gewisse Angela Merkel vom Verzicht der Kanzlerkandidatur überzeugen musste. Ohne Gummistiefel waren seine Chancen versickert. Go with the Flow. Gone with the Flood. Die Oderregion war zu feucht für Desert Rock. Die staubige Stimme von Mark Lanegan rollt nicht mehr. God is in the Radio. Wir ziehen unseren Hut und die Gummistiefel aus. Betreten Samstag 10:30 einen Platz rot wie der Sand der Mojave-Wüste, rot wie das Cover von Songs for the Deaf.
19. Februar 2022 – Sturm? Schade…
Aus der Puste
Hab mal kurz auf die Taktiktafel von Jörg Kachelmann geschaut und wenn die Laufwege korrekt umgesetzt werden, wirbelt nach Ylenia als nächstes Zeynep über den Platz. Das sind in diesem Fall ausnahmsweise keine Kaukasus-Messis oder Appalachen-Ronaldos, die als Wette auf die Zukunft, was quasi gleichbedeutend mit dem überteuerten Verkauf nach Manchester oder Barcelona ist, vom FC Augsburg angepinkelt werden. Dennoch ist damit zu rechnen, dass wir für diese Stürme alle sprachlichen Vergleiche mit Stürmern unterbringen können: fegt über den Rasen wie Davie Selke, wirbelt die Abwehr durcheinander wie Fabian Klos oder weht durch den Strafraum wie Jonas Wind. Dankbare Tage für den Sportjournalismus und Twitter, was bekanntlich eine Tautologie ist. In Dortmund ist der größte Sturmschaden selbstverständlich der Ausfall von Erling Haaland. Ansonsten ist die Prognose für Samstag 10:30 gar nicht so schlecht. Da soll es kurz von dem roten auf den grünen Sturmsack wechseln und das sollte jetzt wirklich kein sprachliches Bild für Max Kruse sein. Wenn man also vorher etwas gefrühstückt hat, kommt man eigentlich gut klar. Angesagte Windrichtung ist Friedenshof. Da ist natürlich kurz vor dem Mittag vermehrt mit Böen von Braten- und Mischgemüse-Gerüchen zu rechnen. Sonst gilt wie immer: Vorsicht vor herabfallenden Bällen (Tomislav Piplica, I’m looking at you!) und ein gepflegtes Gut Wind in die Runde.
12. Februar 2022 – Kopfgrätsche Full Time Show (Still Dre …ckbus)
23. Oktober 2021 – Message with a bottle

Hier ist bestimmt etwas philosophisch-tiefgründiges im #Kopfgrätsche-Foto zu finden. John mit dem Deckel auf dem Kopf. Der Ball, der Jürgen am trinken hindert. Jans Kleingeldsuch-Blick, Javids Fingerzeig… all das muss sich der Betrachter des Bildes selbst zu einer Bedeutung zusammenreimen.
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Let there be Kopfgrätsche
Hi Freaks,
Jungs, hier kommt der Masterplan bzw. Neues vom Trickser: ich öffne mich für ein Monster am Morgen. Sie wollen uns erzählen am Samstag ist Selbstmord. Aber ich tauche auf aus dem Keller, Samstag 10:30. Denn: ich möchte Teil einer Jugendbewegung sein und ich wünschte, ich würde mich für Tennis interessieren. Die Idee ist gut, doch die Welt noch nicht bereit. Stattdessen treibt mich die Kapitulation doch unwiederbringlich auf den Bolzplatz. Die Unendlichkeit dieser Aufrufe zeigt: die Folter endet nie, aber pure Vernunft darf niemals siegen. Nur beim Kopfgrätschen gilt im Zweifel für den Zweifel und den Angreifer. Der Ball streicht mir über mein Gesicht, gegen die Welt gegen den Strich. Die Aussicht auf einen Jackpot in höchsten Höhen kann niemand versprechen. Am Ende bleibt lediglich die Hoffnung, dass wir nur leicht lädiert den Platz verlassen. Drum komm mit in meine freie Welt. Diese Welt kann mich nicht mehr verstehen. Aber sag trotzdem alles ab. Auch die Höllenfahrt am Nachmittag können wir abschaffen. Denn so jung kommen wir nicht mehr zusammen.
29. Januar 2022 – It’s a match!

Ein ausgeglichenes 5-gegen-4! Dieses Spiel wird als tolle Samstags-#Kopfgrätsche in Erinnerung bleiben.
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8. Februar 2022 – Eine Frage an die #Kopfgrätsche-Experten
5. Februar 2022 – Zweisame Eiszeit

Nach einigen Samstagen mit tollen #Kopfgrätsche-Spielen, war dieser Samstag echt enttäuschend. Nur zwei alte Säcke ohne Ball bei bestem Wetter waren da. Das Eis am Boden täuscht – zarte Restschicht bei +5°C.
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