Guten Tag, liebe Laser! Was macht ihr da? Im Auge des Betrachters, der sich gerade eine Ecke ausguckt? Was erleuchtet euch, um auf der Netzhaut das Netz und die Pfosten gleich mit auszublenden? Gut, alles was kein wohlfeiles Abnicken der sportlichen Leistung des Gegners ist, könnte man als unfaires Verhalten deuten. Auspfeifen, Buh-Rufe, Schmähgesänge – das Repertoire ist eigentlich groß genug, um zarte Gemüter aus dem Konzept zu bringen. Als Zuschauer über die Stimme hinaus körperlich einzugreifen, ist nicht vorgesehen. Die Beine sind auch meist ungeeignet, wie die Rennkünste diverser Flitzer schon bewiesen haben. Auch der Wurfarm ist dem des Torhüters nicht ebenbürtig. Ein Bierbecher fliegt oftmals nur dem Besserplatzierten ein paar Reihen vor mir in den Nacken. Im seltensten Fall schafft man es, das wertvolle Pfandgut bis zur Eckfahne zu schleudern. Aber bis zum Elfmeterpunkt wird es schwer. Und deshalb setzen die hoffnungslos benachteiligten Zuschauer das einzige Körperteil ein, dass gut trainiert ist vom Playsie zocken. Mit dem dicken Daumen kann man den gegnerischen Schützen oder Tormännern beim Elfmeterschießen bequem nicht nur den grauen Star weglasern. Diese Art der unsportlichen Spielbeeinflussung lässt sich nur noch toppen, indem man Spieler der eigenen Mannschaft in einem Meme-Gewitter von einer Troll-Armee per Social Media durchs virtuelle Dort treibt. Und zwar ohne jedes Maß, so dass sie bei Heimspielen von jedem Fan im Stadion nur noch verhöhnt werden. Nun ja, die letzte Länderspielwoche hat auf jeden Fall gute Gründe geliefert, warum man ein Länderturnier nicht nur wegen des Austragungsortes ablehnen kann. Die „Fans“ sind zurück im Stadion, sportlicher geht es dadurch aber leider nicht zu. Auch wir hatten Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00 Zuschauer, weil es inzwischen schon wieder für mindestens drei Teams reicht. Kommt gerne weiterhin zahlreich, aber nehmt die Daumen lieber zum Drücken derselbigen – ohne Laserpointer.