Für die Farben, die uns der Fußballplatz aktuell so anbietet, würde der schwarz-weiß Film ausreichen. Schmutzige Schneereste wechseln sich mit schwarzen Löchern ab und auch sonst eignet sich das Tageslicht nicht für lange Belichtungszeiten. Aber was soll’s, wir werden dennoch versuchen Samstag 10:30 ein paar zarte Farbtupfer zu hinterlassen. Für einen Zapfenstreich sind wir noch nicht bereit. Den Farbfilm könnten wir aber nicht mehr nehmen. Nina Hagen mag das Lied ja sowieso bekanntlich nicht und würde bestimmt lieber „Eisern Union“ hören. Das passt zwar irgendwie auch zur Altkanzlerin, dafür könnte aber ein verdienter Mitspieler etwas dagegen haben, obwohl die Zeile „Wer lässt sich nicht vom Westen kaufen?“ es durchaus mit „Ich frech im Mini, Landschaft ist auch da“ aufnehmen kann. Damit fühlen sich Mini-Fahrer naturgemäß eher angesprochen. Man kann aber diesem Orchester der Bundeswehr sowieso nur schwer irgendwelche Sonderwünsche abverlangen. Seit Jahrhunderten wird dort die selbe Setlist getrötet. In jedem Jahrzehnt kommt maximal ein neuer Titel dazu. Wer nicht „Oh, du schöner Westerwald“ hören möchte, wird vom Dirigenten hilfloser angeguckt als vom DJ im Berghain, wenn man sich Helene Fischer wünscht. Du willst was Populäres? Nimm „Smoke on the Water“. Das haben wir vor 40 Jahren mal geübt. Vielleicht ist der Instrumentenkasten auch ein Problem. Nehmt doch mal ein Saiten- oder Tasteninstrument dazu. Aber in dieser Hinsicht wird man wohl schneller beim DFB Reformen erwarten können. Besser der neue Kanzler freundet sich schon einmal mit „My Way“ oder „Smoke on the Water“ an. Das passt doch irgendwie auch zu brennenden Autos in Hamburg 2017.