
Saudi Arabi Money Andrich
Zum Glück singen sie nicht mehr. 2026 wäre das schon reichlich unmelodisch geworden. Far away in America, Canada and Mexico mi Amor – das muss man fast rappen, um radiotauglich davonzukommen. Vier Jahre später wird es noch wilder. Buenos Dias Argentina, Paraguay, Uruguay, Marokko, Portugal, olé España – das ist leider zu viel Text, den sich kein durchschnittlicher Nationalspieler normal merken kann. Da kann man nur begrüßen, dass die WM2034 nur in Saudi und Arabien stattfinden wird. Damit lässt sich arbeiten. Ist allerdings auch noch ’ne Ecke hin. In 10 Jahren kann viel passieren. Zum Glück gilt das Verbrenneraus erst ab 2035. Gianni Infantino sollte also keine schlaflosen Nächte aufgrund der Finanzierung des Turniers haben. Der DFB wird bis dahin auch seine Geldtöpfe angepasst und sich auf der Sponsorenseite zukunftssicher aufgestellt haben. Es kann nicht mehr lang dauern bis Musiala und Wirtz für virale Werbeclips im BYD sitzen. Natürlich machen sie für das brandneue Modell Reklame, das autonom durch die Luft fliegt. Sie könnten in zehn Jahren auf jeden Fall noch als alte Platzhirsche in der Nationalelf dabei sein. Viele andere sind bis dahin schon längst in Fußballrente. Moukoko inklusive. Die Musikeinlagen der Nationalmannschaft in den vergangenen Jahrzehnten lebten natürlich immer davon, dass sich das Gastgeberland mit lustigen Kostümen kulturell aneignen ließ. Lothar und Litti in Poncho und Sombrero waren für sich schon ein unschlagbarer Hitgarant. Insofern könnte die kommenden WMs doch für ein Comeback der singenden Ballkünstler sorgen. Natürlich nicht mehr mit Michael Schanze und Franz Lambert, aber für ein paar launige TikToks im Scheichgewand wird es wohl reichen. Da unsere Jungs bis dahin bei Al-Nassr spielen, gilt es auch nicht als kulturelle Aneignung sondern als normale Klubuniform, wie sie einst Ali Daei oder Sadio Mané in Form der Lederhose bei den Bayern tragen mussten. Das Konzept Winter-WM ist für uns natürlich inzwischen ein alter bequemer Hut wie Kopfgrätsche Samstag 10:30, an den wir uns auch längst gewöhnt haben. Als anpassungsfähige Geschöpfe werden wir sie genauso wie die Sechsländer-WM gucken. „Yalla Vamos“ ist dann doch ganz catchy. Sogar für Fußballer.
07. Dezember 2024 – Kopfgrätsche Wrapped
Land der Trichter und Wanker
Ist eine Ablaufpyramide und ein Funnel eigentlich das Gleiche? Die ganzen Laptoptrainer mit Powerpoint-Abo wissen da bestimmt bescheid. Mit der Pyramide muss man allerdings aufpassen. Es ist wohl doch ein kleines Geheimnis, dass man eigentlich mit dem Fundament anfangen müsste. Vielleicht hätte man vorher mal Omar Marmoush fragen müssen, bevor man sich ein ägyptisches Kulturgut aneignet. Wer den Funnel erfunden hat, kann man nur raten. Am häufigsten sieht man den Trichter an den Stränden von Palma und in Wacken. Da würde ich mal anfangen im feinen Sand oder groben Schlamm zu graben. Die Verbreiter der falschen Pyramide stehen gerade ähnlich blöd da wie der Verbreiter der falschen Neun. Inzwischen hat der eine echte Neun, aber trotzdem eine Ergebniskrise, weil seine umgedrehte Neun also die Sechs verletzt ist. Schlimmer Verdacht: war die falsche Neun schon immer eine Sechs und irgendjemand hat nur die Taktiktafel verkehrt herum gehalten? Und dieser klassische Reim: willst du Verein xy oben sehen, musst du die Tabelle drehen – da steckt auch der nachvollziehbare Wunsch drin, dass man sich nicht seinem Schicksal ergibt und Mut schöpft, weil unten plötzlich sogar oben sein kann. Deshalb wechselt man doch in der Spielhälfte die Seiten. So wie in der ersten Hälfte kann es ja nicht weiterlaufen. Also ähnliche Gründe, die ein Wintertransferfenster rechtfertigen. In dem kommenden Transferperiode dürfen wir uns eine neue Regierung zusammenwählen. Auf dem Transfermarkt stehen auf den ersten Blick wieder die gleichen Player wie vor der Winterpause. Immerhin haben sie sich neu fotografieren lassen und bewerben sich für neue Positionen. Wir müssen jetzt entscheiden, ob wir glauben, dass ihr Talent bisher unter Wert eingesetzt wurde und nach einer Neuausrichtung endlich der Knoten platzt. Kein Wunder, dass im Wahlkampf gerne mit Fußballmetaphern herumgeworfen werden. Der Fußball ist also immer in der Lage viele unrealistische Hoffnungen zu schüren. Mit einem ähnlichen Mindset bremse ich auch Samstag 10:30 wieder am Bolzplatz. Vielleicht hätte die Pyramide besser ein Kreisdiagramm sein sollen.
30. November 2024 – Ball im Baum
Heatmaps to the Stars
Wenn man auf den aktuellen Fußballstammtisch schon Glühwein und Kinderpunsch mit Schuss stellen muss, hilft es wenn man sich bei der üblichen Fachsimpelei ein paar warme Gedanken machen kann. Da kann man ruhig mal daran denken was im Moment die älteren Semester treiben, die es im Sommer und in vermeintlich weiser Voraussicht in wärmere Regionen verschlagen hat. Dafür mussten Hummels und Reus nur ein wenig gegen den Trainer im nasskalten Dortmund putschen, der am Ende sogar gegangen ist. Aber auch die beiden Alten aus der schwarzgelben Muppetshow standen mit einmal ohne Rentenvertrag am Flughafen und scannten die Anzeigetafel nach möglichen Nachspielzeiten in Regionen mit Palmen oder Feigenbäumen. Sogar Mallorca war kurzzeitig als Ziel im Gespräch. Da geht zwar alle halbe Stunde ein Flieger hin und der Strand ist beständig voll mit Fußballteams von der Kreisklasse bis zur Bundesliga, aber ob da tatsächlich Fußball gespielt wird, war nicht ganz klar. Am Ende sind es dann doch L.A. und Rom geworden und das klingt eigentlich ganz wohltuend für die Körperteile, auf man sonst großflächig Wärmepflaster kleben muss. In der MLS in Amerika drübbe klatscht man Marco Reus für seine wohldosierten Auftritte gerne warmen Applaus und vielleicht reicht das sogar, um endlich einen Meistertitel in den Lebenslauf zu schreiben. Am Ende der regulären Saison ließ sich Reus‘ Team zwar am letzten Spieltag mal wieder von Platz 1 verdrängen, aber dass der amerikanische Meister in Play-offs ausgespielt wird, kommt dem zweimaligen DFB-Pokalsieger sicher mehr entgegen. Für Hummels lief es in Rom hingegen bis jetzt überhaupt nicht. Kaum Einsatzzeit, Eigentor und gestern bei einem der seltenen Auftritte in der Euro League gleich in den ersten Minuten einen Elfmeter in Tottenham verschuldet. Aber am Ende war er doch der Sunnyboy, weil er den Ausgleich in letzter Minute schoss. „Can he do it on a cold, rainy night in Tottenham?“ Vermutlich sogar besser als in einer lauschigen Notte Magica in der ewigen Stadt. Der Antwort auf die Frage: „Can you do it on a cold, sunny Saturday morning 10:30 in Wismar?“ nähern wir uns morgen. Die Tights sind auf jeden Fall vorgewärmt.
23. November 2024 – Men in Tights

Wie klingt diese Kopfgrätsche-Band? Hoffentlich nicht wie in diesem KI-generierten Kopfgrätsche-Song „The Grätsch Rock’n Roll Swindle„. Möglicherweise klingt er auch nicht nach Beach Boys, wie man es sofort im Ohr hat, wenn man die „Surfer Girl“-Platte aus dem Januar 2014 sieht. Übrigens ‚KI‘: Während des Fotoshootings für das neue Plattencover war ein Bandmitglied nicht ganz im Bild. Die Photoshop-KI sollte es ersetzen. Alles unter der weißen gestrichelten Linie ist künstlich erschaffen. Natürlich liegen alle Fehler darin an dem, der den Prompt nicht richtig eingegeben hat. – Siehe unten ist das eigentliche „Men-in-Thights“-Foto zu sehen. Ganz ohne KI.

Harrys HäXler
Am Ende war der Bundestrainer auch nur so kreativ wie irgendein durchschnittlicher Dude im Internet, der seit der EM kein Fußballspiel mehr gesehen hat. Fragt der Julian doch allen Ernstes nach dem Spiel den Schiedsrichter, ob er das Viertelfinalspiel gegen Spanien gesehen hat. Und meinte natürlich die Handspielsituation, die diesmal zum Elfmeter führte wie gegen Ungarn und damals nicht wie gegen Spanien. Plötzlich war das Netz wieder reflexartig voll mit Cucurella-Bildern. Wie eine Botarmee kamen die Schlandfans in der neunten Minute der Nachspielzeit fast alle auf die gleiche Idee, inklusive Bundestrainer. Dabei wurden in Zeiten von Erntedank natürlich Äpfel mit Birnen verglichen. Wenn man schon Robin Koch mit Marc Cucurella vergleichen möchte, kann man ja gleich Robin Koch mit Harry Koch oder Harry Koch mit Cucurella vergleichen. Die Kombination aus Robin Koch und Marc Cucurella ergibt erschreckenderweise optisch eindeutig Robins Vater Harry Koch. Allerdings steht in dessen Wikipedia-Eintrag nichts über verursachte Elfmeter, sondern nur, dass der Deutsche Meister von 1998 selbst ein sehr sicherer Elfmeterschütze war. Heute ist er beruflich als Akten- und Datenvernichter in Rheinland-Pfalz und im Saarland mit Hochleistungsschreddern unterwegs. Um dem Datenmüll nach dem Spiel gegen Ungarn Herr zu werden, ist er also genau der richtige Mann. Statt alle Cucurella-Bilder zu schreddern, kann er sie natürlich auch mit einem Schnäuzer versehen. Das rote Trikot passt sowieso. Harry Koch hätte dennoch den Segen vieler, wenn X aus Versehen komplett in den Reißwolf gerät. Die meisten Fußballclubs haben die Plattform in den letzten Tagen eh bereits verlassen. Auch Kopfgrätsche bekommt die Samstag-10:30-Botschaft anderweitig unters Volk. Der FCK ist noch auf X und konnte Harry Koch dort immerhin vor einer Woche zum 55. Geburtstag gratulieren. Das war noch wichtig, aber nun kann das unkreative Drecksloch wirklich endgültig in Harrys HäXler.
16. November 2024 – Unsie
Vertrauensfrage wie diese
Vertraut ihr darauf, dass es auch am kommenden Samstag jemanden gibt, der 10:30 oder ein paar Minuten später am Bolzplatz auftaucht, die Fußballschuhe fest geschnürt hat und einen Ball dabei hat? Und dass nach und nach per Fahrrad, zu Fuß oder mit dem Bus weitere Mitspieler eintrudeln, die in der Anzahl für zwei Teams ausreichen? Dass diese potentiellen Mitspieler, nach einem Moment des Aufwärmens und Ball-zur-Probe-nach-Schwerin-holzens, sich willfährig in mindestens zwei Teams einteilen lassen und dass tatsächlich am Spielfeldrand ein Sack mit grellen aber einigermaßen frischen gewaschenen Leibchen rumliegt, der es ermöglicht diese Teams voneinander zu unterscheiden? Vertraut ihr weiterhin darauf, dass einer eurer Mitspieler sich bereitwillig ins Tor stellt und nicht allzu doll schimpft, wenn wieder alle beim Angriff mit nach vorne gelaufen sind und leichtsinnig mit einer missglückten Rabona den Ball verlieren, so dass der Gegner schon durch einen schlampigen Pass eine tausendprozentige Chance geschenkt bekommt, um diese nur an den Pfosten zu setzen. Und vertraut ihr außerdem darauf, dass wenn euer Team plötzlich durch einen dummen Fehlpass eine Superchance im Angriff auslässt, dass man es gemeinsam 30 Sekunden später noch einmal versucht und sich nicht wundert, dass x-Goals in diesem Umfeld überhaupt nichts bedeuten? Und dass natürlich die gelernte Anfangszeit (10:30) nicht verhindert, dass gegen halb 12 weitere Spieler für ein drittes Team eintrudeln, die auf sofortigen Einsatz drängen und die Zeit so willkürlich stoppen, dass der letzte Angriff schon ungefähr 2 Minuten vor Ablauf der Zeit ausgerufen wird? Ihr solltet auch unbedingt darauf vertrauen, dass dennoch ungefähr um die gleiche Zeit sich das gemeinschaftliche Gefühl einstellt, dass irgendwann ausreichend gekopfgrätscht wurde und dass das kommende Tor, der perfekte Anlass ist, um alle abgekämpft aber noch einigermaßen zufrieden ins Wochenende zu schicken. Am Ende könnt ihr auch darauf vertrauen, dass am Ende bestimmt ein Beweisfoto gemacht wird, auf dem aber schon 2-3 Mitspieler fehlen, da das Mittagessen schon längst auf dem Tisch dampft. Falls ihr in allen Punkten das Vertrauen ausprechen könnt, ist auch diesen Samstag 10:30 Kopfgrätsche eure erste Wahl.
09. November 2024 – Fußballnarren (durch künstlichen Irrsinn)
Donald am Schwenkgrill
Was kommt zuerst? Das Ende der Hinrunde oder Neuwahlen? Der Nikolaus war zwar noch nie der Osterhase, aber wenn wir den Nikolaus diesmal näher an Väterchen Frost ausspielen, sind die russischen Bots vielleicht noch in den Feiertagsferien zwischen Vodkafrühstück und Gänsebraten, während hierzulande schon der Wahlkampf läuft. Wer sonst noch läuft, muss mal schauen. Wahrscheinlich ist es zu kurzfristig, um für den Jahresanfang einen Marathon in Berlin zu organisieren. Ungünstig für Olaf Scholz, der das letzte mal einigermaßen beliebt war, als er nach einem Joggingfail mit Augenklappe unterwegs war. Nun müssen wir uns aber langsam mal einspielen für die WM2026, die ja bekanntlich in Nordamerika stattfinden wird, wo nun doch nicht Kamala Harris in einem Angela-Merkel-Gedächtnis-Hosenanzug auf der Tribüne in Philadelphia auf- und abhüpft, wenn die US-Boys ihr Summerfairytale schreiben. Stattdessen muss Donald versuchen so zu tun, als ob er etwas vom Fußball versteht. Wenn er noch einmal die große Schürze anzieht und am Schwenkgrill Stadionwürste für die Kameras mit Senf oder Hela-Gewürzketchup verziert, kann das gelingen. Zur Not können ihn seine Freunde from the new german Government unterstützen. Friedrich und Christian haben schließlich als BVB-Fans genau die passende Qualifikation, um mit den Brooklyn Borussen einen Fanschal zu tauschen und Donald in der Ehrenloge die letzten steilen Thesen aus dem Doppelpass ins Ohr zu flüstern. Das machen sie bestimmt gerne, wenn der POTUS dafür mit den Zöllen ein paar Kommastellen nach unten geht. So kann das transatlantische Bündnis doch funktionieren. In einem direkten Duell müssen wir auch nicht unbedingt schon auf das 4:0 zur Halbzeit gehen, um ihm die Laune zu verderben. Vielleicht lassen wir lieber Musiala und Wirtz zu Hause und treten stattdessen mit Kopfgrätschern (Samstag 10:30) an.
02. November 2024 – Robins Lektion und das Wunderkind

Halloween wirkt nach: Obwohl woanders im Dienst, kommt ein Superhelden-Gehilfe vorbei, um dem Chancentod eine lehrreiche Schelle zu verpassen. Nicht weit daneben ein 9 Jahre altes Wunderkind, welches wir alle zum ersten Mal bestaunen durften. Vielleicht ist das hier ja das Foto, welches man in 10 Jahren in der Bild findet, als erstes Foto-Dokument eines Fußball-Wunders. Mit Robin, der für die Gesetze des Fußballs kämpft.
Goldene Zeiten
Frage: wer hat an der Uhr gedreht? Antwort: alle, weil Winterzeit. Und damit auch Ballon d’Or Zeit. Gefühlt seit Jahrzehnten wurden weder Messi noch Ronaldo bei diesem Preis berücksichtigt. Viele mussten sich panisch erst einmal informieren, wer außerdem so Fußball auf dem Planeten spielt. Der ewige Kronprinz Neymar ist ja inzwischen auch nur noch eine abgehalfterte Kaderleiche in der Saudi Pro League. Dieser Norweger ballert weiterhin konstant alles zu Klump, aber der ist unfairerweise als Kind in den Zaubertrank gefallen und im richtigen Land geboren, aber für das falsche spielberechtigt, das nur im Biathlon Titel gewinnt. Deshalb wähnte sich Vinicius Jr. als Favorit, organisierte schon mal eine Megafete und kaufte all seinen Teamkollegen eine Rolex. Eine klassische Geste unter Profis, die auch schon Maradona gerne nutzte, um seinem Fußvolk zu danken. Er selbst trug selbstverständlich immer eine an jedem Handgelenk (mit Alarm auf Samstag 10:30) und sparte sich so sicher die Zeitumstellung, die eine solche Wertanlage nur unnötig abnutzt. Wahrscheinlich war das auch die Erklärung, die Kalle Rummenigge beim Zoll angab, als er mit zwei Luxus-Zeiteisen erwischt wurde. Nun da Rodri den goldenen Ballon gewonnen hat, sind vermutlich einige Protzwecker übrig. Was damit passiert, ist noch unklar. Hoffentlich hat Vini den Kassenbon aufgehoben. Gerüchteweise hat Rodri knapp gewonnen, weil er aktuell der größere Sportsmann ist, der für Fairplay steht und eher nicht der Rolex-Typ ist. Angeblich macht er sich sogar so wenig aus Status, dass er seinen Opel Corsa demnächst gegen einen VW-Elektroauto tauschen möchte. Viel wichtiger ist aber das Signal, dass das größere Vorbild bei einer Wahl verdient gewinnt gegen den Kandidaten, der regelmäßig seine Gegner verhöhnt und das Ergebnis nicht akzeptiert. Das macht doch etwas Hoffnung für die kommenden Tage.
26. Oktober 2024 – Trick or Beat by Feet
Heilige Gurkentruppe
So langsam kommt man in den Kopfgrätsche-nur-Samstags-10:30- und den neuen Champions-League-Modus rein. Natürlich weiß man noch immer nicht, was man wirklich erreichen muss, um in dem Wettbewerb weiter zu kommen. Und bei der Champions League ist das sogar noch ein größeres Rätsel, bei dem man nicht ahnt, ob in der nächsten Runde nicht einfach wie bei einem Escape Room die nächste Liga wartet nur mit 3 Mannschaften weniger. Auf Platz 11 oder 23 hat man sicher noch alle Chancen auf das Finale, das bestimmt irgendwann auch stattfindet. Das muss aber alles erst noch rausgefunden werden. Bis dahin kann man aber schon einmal festhalten, dass es nicht der Wettbewerb der Österreicher aus Salzburg, Graz und Leipzig ist, die aktuell am Ende rumdümpeln. An den nächsten Spieltagen warten vielleicht noch ein paar schlagbare Gegner oder man spielt weiter das Kanonenfutter, bei dem die Hochbegabten ihre Torrekorde einfahren können. Bei den Franzosen sieht es Dank der Bretonen aus Brest und der Sch’tis aus Lille erstaunlich rosig aus. So langsam fragt man sich, was da bei den Spielern vom Gemüsehändler aus Finistère so gespritzt wird. Natürlich nur in oder auf die Feldfrüchte. Aber in der Gegend von Asterix kann man schon mal genauer schauen, was die Druiden dort in den Zaubertrank mixen. Es scheint aus jeder Gurkentruppe mehr rauszuholen und ähnlich gut zu wirken wie das, was Bayer in Pillenform pressen muss. Mehrheitsaktionär und Klubpräsident Denis Le Saint muss allerdings nicht mehr selbst jedes Wochenende seinen Wochenmarktstand mit erdverklebten Möhren und Kartoffeln auf dem Marktplatz Saint-Louis von Brest aufbauen. Das Familienunternehmen „Le Saint Fruit et Légumes“, der Brüder Le Saint ist französischer Marktführer beim Vertrieb von Obst und Gemüse mit einem Jahresumsatz in Höhe von knapp 100 Millionen Euro. Einen Vinicius Jr. bekommt man dafür zwar nicht, aber der reist Ende Januar immerhin als Gast in die Bretange. Hoffen wir nur, dass er dort nicht von dem Gemüse nascht, sonst wird die Champions League danach extrem langweilig.
19. Oktober 2024 – Golden John Boy
Arise, Sir Thomas!
Kloppo Englandcoach und Tuchel Global Head of Global Zuckergetränke – so rum wäre es doch von der Romantik her einigermaßen okay gewesen, oder? Hätte aber niemals funktioniert. Zwar wirkt auch Thomas Tuchel nicht gerade wie eine Schlaftablette, aber dass er am Ende glaubhaft das Kohlensäuregebräu mit Nutriscore P verkauft, wird wohl nie passieren. Insofern ist es wohl doch ganz passend, dass TT den Engländern jetzt die frittierten Snickers und die gebackenen Bohnen vom Toast streicht. Die englische Presse hat natürlich zu Recht Angst, dass er nicht patriotisch genug ist, um ein ordentliches englisches Frühstück mit null Nährwerten zu schätzen. Für uns am Samstagmorgen (10:30) sicher noch verdaubar. Aber der englischen Presse kann man es eh kaum recht machen, wenn da nicht einer mit Säufernase und einem auf dem Festland komplett unverständlichem Akzent an der Seitenlinie steht. In der Premier League sind englische Trainer aber auch nicht gerade üblich und seit der Gründung 1992 hat tatsächlich noch kein Team mit einem englischen Trainer diese Liga gewonnen. Sir Alex hat es natürlich sehr häufig geschafft, aber der ist nun einmal sehr eindeutig Schotte. Der letzte englische Meister mit einem englischen Trainer kam tatsächlich vor Gründung der Premier League aus Leeds. An Leeds United ist nun wiederum Red Bull beteiligt und für dessen Erfolg ist somit demnächst Jürgen Klopp verantwortlich. Der deutsche Trainer von Leeds Daniel Farke hat auch eine Dortmunder Vergangenheit und als Trainer der 2. Mannschaft unter Tuchel gearbeitet. Als Klopp auf die Insel kam war es eben eine Zeit lang absolut üblich allen Trainern mit Dortmund im Lebenslauf eine Profimannschaft zu geben. Und zwei davon haben sogar etwas gewonnen. Aber sind die Engländer 60 Jahre nach dem WM-Titel ’66 wirklich schon bereit für ein Sir-Thomas-Tuchel-Denkmal vor dem Wembley-Stadion?
12. Oktober 2024 – Heads of Zocker
Wolle Dose saufen?
„Jürgen, was ist nur aus dir geworden?“ Eine häufiger gehörte Frage. Meistens wenn in der Halbzeitpause im Blauen Salon noch zu viel Bier im Glas ist. Ursprünglich aber genau gegenteilig gemeint, als Jürgen Klopp 2016 Werbung für alkoholfreies Warsteiner gemacht hat. Um welches Bier es damals ging, musste wirklich aufwändig recherchiert werden. Hätte durchaus auch Erdinger oder Carlsberg gewesen sein können. Nun ja, demnächst ist der Bierkonsum dem Jürgen bestimmt gänzlich untersagt. Ausschließlich Energydrinks aus Henkelpötten steht irgendwo im Kleingedruckten. Warsteiner alkoholfrei war natürlich schon damals hart an der Grenze des Erträglichen, aber nun ist die Frage „Jürgen, was ist nur aus dir geworden?“ aktueller denn je. Reicht denn Markenbotschafter für Mediamarkt/Saturn und Fischer Dübel nicht mehr aus? Ja okay, da gab’s früher schon den einen oder anderen Extra-Schein für Autos, Versicherungen, Rasierer und Wandfarbe. Aber abgesehen von den 20 Werbeverträgen war er doch immer einer von uns. Nun dreht er demnächst den Pöhlerkappenschirm nach hinten bevor er Basejumps aus dem All macht oder beim Red-Bull-Flugtag mit einer selbstgebauten Höllenmaschine antritt, um die halbjährige Arbeitslosigkeit angemessen auszugleichen. Das Programm macht er sicher nur solange bis ein entspannterer Job als Nationaltrainer von Österreich frei wird. Und in dieser Position wurde ja sogar Ralf Rangnick von einer nervigen Hassfigur zu einem allseits beliebten Kulttrainer. Es gibt also doch noch Hoffnung für Kloppos ramponiertes Image. Dann muss ich mich auch endlich nicht mehr schämen, wenn ich neuen internationalen Mitspielern Samstag 10:30 meinen schwer auszusprechenden Namen erkläre. „Jürgen like Jürgen Klo… äh like Jürgen Kohler… the famous Coach of the U17 of the Bonner SC…“. Aber nun ist mir plötzlich auch klar, dass der vorwurfsvolle pullundertragende Missionar aus dem Warsteiner-Spot niemals Tee in der Tasse hatte. Es war schon immer rote Brause.







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