Kloppo Englandcoach und Tuchel Global Head of Global Zuckergetränke – so rum wäre es doch von der Romantik her einigermaßen okay gewesen, oder? Hätte aber niemals funktioniert. Zwar wirkt auch Thomas Tuchel nicht gerade wie eine Schlaftablette, aber dass er am Ende glaubhaft das Kohlensäuregebräu mit Nutriscore P verkauft, wird wohl nie passieren. Insofern ist es wohl doch ganz passend, dass TT den Engländern jetzt die frittierten Snickers und die gebackenen Bohnen vom Toast streicht. Die englische Presse hat natürlich zu Recht Angst, dass er nicht patriotisch genug ist, um ein ordentliches englisches Frühstück mit null Nährwerten zu schätzen. Für uns am Samstagmorgen (10:30) sicher noch verdaubar. Aber der englischen Presse kann man es eh kaum recht machen, wenn da nicht einer mit Säufernase und einem auf dem Festland komplett unverständlichem Akzent an der Seitenlinie steht. In der Premier League sind englische Trainer aber auch nicht gerade üblich und seit der Gründung 1992 hat tatsächlich noch kein Team mit einem englischen Trainer diese Liga gewonnen. Sir Alex hat es natürlich sehr häufig geschafft, aber der ist nun einmal sehr eindeutig Schotte. Der letzte englische Meister mit einem englischen Trainer kam tatsächlich vor Gründung der Premier League aus Leeds. An Leeds United ist nun wiederum Red Bull beteiligt und für dessen Erfolg ist somit demnächst Jürgen Klopp verantwortlich. Der deutsche Trainer von Leeds Daniel Farke hat auch eine Dortmunder Vergangenheit und als Trainer der 2. Mannschaft unter Tuchel gearbeitet. Als Klopp auf die Insel kam war es eben eine Zeit lang absolut üblich allen Trainern mit Dortmund im Lebenslauf eine Profimannschaft zu geben. Und zwei davon haben sogar etwas gewonnen. Aber sind die Engländer 60 Jahre nach dem WM-Titel ’66 wirklich schon bereit für ein Sir-Thomas-Tuchel-Denkmal vor dem Wembley-Stadion?
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Wolle Dose saufen?
„Jürgen, was ist nur aus dir geworden?“ Eine häufiger gehörte Frage. Meistens wenn in der Halbzeitpause im Blauen Salon noch zu viel Bier im Glas ist. Ursprünglich aber genau gegenteilig gemeint, als Jürgen Klopp 2016 Werbung für alkoholfreies Warsteiner gemacht hat. Um welches Bier es damals ging, musste wirklich aufwändig recherchiert werden. Hätte durchaus auch Erdinger oder Carlsberg gewesen sein können. Nun ja, demnächst ist der Bierkonsum dem Jürgen bestimmt gänzlich untersagt. Ausschließlich Energydrinks aus Henkelpötten steht irgendwo im Kleingedruckten. Warsteiner alkoholfrei war natürlich schon damals hart an der Grenze des Erträglichen, aber nun ist die Frage „Jürgen, was ist nur aus dir geworden?“ aktueller denn je. Reicht denn Markenbotschafter für Mediamarkt/Saturn und Fischer Dübel nicht mehr aus? Ja okay, da gab’s früher schon den einen oder anderen Extra-Schein für Autos, Versicherungen, Rasierer und Wandfarbe. Aber abgesehen von den 20 Werbeverträgen war er doch immer einer von uns. Nun dreht er demnächst den Pöhlerkappenschirm nach hinten bevor er Basejumps aus dem All macht oder beim Red-Bull-Flugtag mit einer selbstgebauten Höllenmaschine antritt, um die halbjährige Arbeitslosigkeit angemessen auszugleichen. Das Programm macht er sicher nur solange bis ein entspannterer Job als Nationaltrainer von Österreich frei wird. Und in dieser Position wurde ja sogar Ralf Rangnick von einer nervigen Hassfigur zu einem allseits beliebten Kulttrainer. Es gibt also doch noch Hoffnung für Kloppos ramponiertes Image. Dann muss ich mich auch endlich nicht mehr schämen, wenn ich neuen internationalen Mitspielern Samstag 10:30 meinen schwer auszusprechenden Namen erkläre. „Jürgen like Jürgen Klo… äh like Jürgen Kohler… the famous Coach of the U17 of the Bonner SC…“. Aber nun ist mir plötzlich auch klar, dass der vorwurfsvolle pullundertragende Missionar aus dem Warsteiner-Spot niemals Tee in der Tasse hatte. Es war schon immer rote Brause.