Zum Glück singen sie nicht mehr. 2026 wäre das schon reichlich unmelodisch geworden. Far away in America, Canada and Mexico mi Amor – das muss man fast rappen, um radiotauglich davonzukommen. Vier Jahre später wird es noch wilder. Buenos Dias Argentina, Paraguay, Uruguay, Marokko, Portugal, olé España – das ist leider zu viel Text, den sich kein durchschnittlicher Nationalspieler normal merken kann. Da kann man nur begrüßen, dass die WM2034 nur in Saudi und Arabien stattfinden wird. Damit lässt sich arbeiten. Ist allerdings auch noch ’ne Ecke hin. In 10 Jahren kann viel passieren. Zum Glück gilt das Verbrenneraus erst ab 2035. Gianni Infantino sollte also keine schlaflosen Nächte aufgrund der Finanzierung des Turniers haben. Der DFB wird bis dahin auch seine Geldtöpfe angepasst und sich auf der Sponsorenseite zukunftssicher aufgestellt haben. Es kann nicht mehr lang dauern bis Musiala und Wirtz für virale Werbeclips im BYD sitzen. Natürlich machen sie für das brandneue Modell Reklame, das autonom durch die Luft fliegt. Sie könnten in zehn Jahren auf jeden Fall noch als alte Platzhirsche in der Nationalelf dabei sein. Viele andere sind bis dahin schon längst in Fußballrente. Moukoko inklusive. Die Musikeinlagen der Nationalmannschaft in den vergangenen Jahrzehnten lebten natürlich immer davon, dass sich das Gastgeberland mit lustigen Kostümen kulturell aneignen ließ. Lothar und Litti in Poncho und Sombrero waren für sich schon ein unschlagbarer Hitgarant. Insofern könnte die kommenden WMs doch für ein Comeback der singenden Ballkünstler sorgen. Natürlich nicht mehr mit Michael Schanze und Franz Lambert, aber für ein paar launige TikToks im Scheichgewand wird es wohl reichen. Da unsere Jungs bis dahin bei Al-Nassr spielen, gilt es auch nicht als kulturelle Aneignung sondern als normale Klubuniform, wie sie einst Ali Daei oder Sadio Mané in Form der Lederhose bei den Bayern tragen mussten. Das Konzept Winter-WM ist für uns natürlich inzwischen ein alter bequemer Hut wie Kopfgrätsche Samstag 10:30, an den wir uns auch längst gewöhnt haben. Als anpassungsfähige Geschöpfe werden wir sie genauso wie die Sechsländer-WM gucken. „Yalla Vamos“ ist dann doch ganz catchy. Sogar für Fußballer.
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Donald am Schwenkgrill
Was kommt zuerst? Das Ende der Hinrunde oder Neuwahlen? Der Nikolaus war zwar noch nie der Osterhase, aber wenn wir den Nikolaus diesmal näher an Väterchen Frost ausspielen, sind die russischen Bots vielleicht noch in den Feiertagsferien zwischen Vodkafrühstück und Gänsebraten, während hierzulande schon der Wahlkampf läuft. Wer sonst noch läuft, muss mal schauen. Wahrscheinlich ist es zu kurzfristig, um für den Jahresanfang einen Marathon in Berlin zu organisieren. Ungünstig für Olaf Scholz, der das letzte mal einigermaßen beliebt war, als er nach einem Joggingfail mit Augenklappe unterwegs war. Nun müssen wir uns aber langsam mal einspielen für die WM2026, die ja bekanntlich in Nordamerika stattfinden wird, wo nun doch nicht Kamala Harris in einem Angela-Merkel-Gedächtnis-Hosenanzug auf der Tribüne in Philadelphia auf- und abhüpft, wenn die US-Boys ihr Summerfairytale schreiben. Stattdessen muss Donald versuchen so zu tun, als ob er etwas vom Fußball versteht. Wenn er noch einmal die große Schürze anzieht und am Schwenkgrill Stadionwürste für die Kameras mit Senf oder Hela-Gewürzketchup verziert, kann das gelingen. Zur Not können ihn seine Freunde from the new german Government unterstützen. Friedrich und Christian haben schließlich als BVB-Fans genau die passende Qualifikation, um mit den Brooklyn Borussen einen Fanschal zu tauschen und Donald in der Ehrenloge die letzten steilen Thesen aus dem Doppelpass ins Ohr zu flüstern. Das machen sie bestimmt gerne, wenn der POTUS dafür mit den Zöllen ein paar Kommastellen nach unten geht. So kann das transatlantische Bündnis doch funktionieren. In einem direkten Duell müssen wir auch nicht unbedingt schon auf das 4:0 zur Halbzeit gehen, um ihm die Laune zu verderben. Vielleicht lassen wir lieber Musiala und Wirtz zu Hause und treten stattdessen mit Kopfgrätschern (Samstag 10:30) an.