Harrys HäXler

Am Ende war der Bundestrainer auch nur so kreativ wie irgendein durchschnittlicher Dude im Internet, der seit der EM kein Fußballspiel mehr gesehen hat. Fragt der Julian doch allen Ernstes nach dem Spiel den Schiedsrichter, ob er das Viertelfinalspiel gegen Spanien gesehen hat. Und meinte natürlich die Handspielsituation, die diesmal zum Elfmeter führte wie gegen Ungarn und damals nicht wie gegen Spanien. Plötzlich war das Netz wieder reflexartig voll mit Cucurella-Bildern. Wie eine Botarmee kamen die Schlandfans in der neunten Minute der Nachspielzeit fast alle auf die gleiche Idee, inklusive Bundestrainer. Dabei wurden in Zeiten von Erntedank natürlich Äpfel mit Birnen verglichen. Wenn man schon Robin Koch mit Marc Cucurella vergleichen möchte, kann man ja gleich Robin Koch mit Harry Koch oder Harry Koch mit Cucurella vergleichen. Die Kombination aus Robin Koch und Marc Cucurella ergibt erschreckenderweise optisch eindeutig Robins Vater Harry Koch. Allerdings steht in dessen Wikipedia-Eintrag nichts über verursachte Elfmeter, sondern nur, dass der Deutsche Meister von 1998 selbst ein sehr sicherer Elfmeterschütze war. Heute ist er beruflich als Akten- und Datenvernichter in Rheinland-Pfalz und im Saarland mit Hochleistungsschreddern unterwegs. Um dem Datenmüll nach dem Spiel gegen Ungarn Herr zu werden, ist er also genau der richtige Mann. Statt alle Cucurella-Bilder zu schreddern, kann er sie natürlich auch mit einem Schnäuzer versehen. Das rote Trikot passt sowieso. Harry Koch hätte dennoch den Segen vieler, wenn X aus Versehen komplett in den Reißwolf gerät. Die meisten Fußballclubs haben die Plattform in den letzten Tagen eh bereits verlassen. Auch Kopfgrätsche bekommt die Samstag-10:30-Botschaft anderweitig unters Volk. Der FCK ist noch auf X und konnte Harry Koch dort immerhin vor einer Woche zum 55. Geburtstag gratulieren. Das war noch wichtig, aber nun kann das unkreative Drecksloch wirklich endgültig in Harrys HäXler.  

Das Märchen vom Sternzahler

Was man sich jahrelang mit der Formulierung „War’s das für…“ zu Donald Trump fragte, fragt man sich seit geraumer Zeit zu Twitter. Der neuste Sargnagel war dann wohl letzte Woche fällig, als die blauen Haken verschwanden, mit denen die Twitter-Prominenz bis dato gekennzeichnet und diese nur noch an Bezahlkunden verteilt wurden. Im Fußball wäre das vergleichbar mit der Situation, wenn Aki Watzke als Liga-Chef sagen würde: „Das ist mir egal wie oft du Meister geworden bist, lieber Uli. Ab jetzt bezahlst du gefälligst für die Sterne auf dem Trikot.“ Und nicht nur für die Bundesliga wäre das eine willkommene Einnahmequelle. Nein, auch die Fifa könnte, wenn sie denn an Geld interessiert wäre, die Weltmeistersterne, nur gegen Geld rausgeben. Zuletzt mussten die Argentinier aufgrund unerwarteten sportlichen Erfolgs ihr Wappen aktualisieren und alle Landsleute waren im Zugzwang, ein neues Trikot zu erstehen. Gerade bei der wirtschaftlich angespannten Situation von Argentinien nicht gerade verantwortungsvoll von Messi & Co. Aber von diesem Update hat die Fifa überhaupt nichts und hätte sie nicht mehr daran verdienen können, wenn sich eine solvente Nation wie z.B. Katar einen Stern kauft? Falls man keine Sterne mag, kann es ja auch etwas anderes sein. Ein Mond, ein Anker, ein Herz … der DFB hätte auf diesem Weg vielleicht sogar eine One-Love-Botschaft ins Stadion bringen können. Jeder nur ein Kreuz? Quatsch, wenn du dafür bezahlst, darfst du dir sogar mehrere nehmen. Wofür dieser neue Symbolismus zu gebrauchen ist, außer um damit Geld zu verdienen, ist am Ende nicht mehr wirklich nachzuvollziehen. Ein käufliches Erkennungszeichen ist auch nur wie ein käufliches Trikot. Du kannst es gerne tragen, aber jeder ahnt, dass du Kopfgrätsche (Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00) nicht mit Messi-Skills bereichern wirst. Deshalb ist die Teilnahme bis jetzt kostenlos.        

Totgetweete tröten länger

»Aktueller Gesundheitszustand für diejenigen, die sich fragen: Nur terminlich verhindert zum zweiten mal in 4 Tagen. Sauer, Samstag 10:30 nicht dabei sein zu können. Aber das bringt mich nicht um. Scheine in der Lage zu sein, den Mittwoch 18:00 wiederbeleben zu können.«

So ungefähr übersetzt lautet der erfolgreichste Tweet von Mino Raiola. Ob er das auch noch einmal bei Mastodon getrötet hat, entzieht sich meiner Kenntnis. Aber eventuell ist das der Premium-Content, für den man auf Twitter bleiben muss, unabhängig wem das Netzwerk gerade gehört. Aber auch nur dort sind nur diese Echokammern möglich, die ungeprüft Nachrufe zu Toptrends werden lassen. Kein Wunder, dass sich gestern jeder Sportjournalist in Grund und Boden schämte. Da wurde mindestens ein halber Nachmittag lang intensiv die eigenen Standards hinterfragt. Aber dann war auch schon wieder die nächste Eilmeldung auf Grundlage eines dünnen Gerüchts fällig. Die Follower wollen halt die exklusive und ungeprüfte Meldung so schnell wie möglich. Und so wird hier natürlich Freitags die nicht verifizierte Info rausgehauen, es wäre Samstag und Mittwoch mit Fußball zu rechnen. Ob das wirklich stimmt, muss man leider immer noch investigativ selbst am Platz rausfinden.

02. Oktober – Mini-Update auf kopfgrätsche.de

Fußball_Update_2015Ca. 550 Einträge gibt es mittlerweile auf www.kopfgrätsche.de. Das sind pro Woche größtenteils ein bis zwei Fotos und die sogenannten Spielankündigungen.

Zum „Jubiläum“ haben haben wir die rechte Spalte auf dieser Seite ein bisschen renoviert, weil im Laufe der Jahre auch einiges technisch nicht mehr funktioniert hat. Das Twitter-Widget, welches alle Tweets mit dem Hastag #kopfgrätsche anzeigt, funktioniert zwar immernoch nicht in allen Browsern, dafür kommt man jetzt endlich wieder direkt in unsere Facebook-Gruppe.

Demnächst werden wir weiter an der Seite rumhübschen. Aber nach wie vor gilt: Wichtig ist auf’m Platz!

Twitter zwitschert kopfgrätsche und andere schräge Vögel

Fußball_August_2014_08_17_VogelparkDie Kopfgrätsche-Aufkleber gehen durch die Welt! Per Twitter erreicht uns dieser Beweis und die Aussage, die uns kurz vor der Weltherrschaft wähnt: „Noch gibt es mehr Aufkleber vom Vogelpark Walsrode als von kopfgrätsche.de. Noch.“ Danke an Steinhoefel1.

Twitter ist übrigens wirklich ein guter Weg zu kopfgrätsche: @jythma und @pixures twittern im Dienste der #kopfgrätsche.

 

Bringschuld in orangsch

Hoi! Wie bringen wir jetzt alle gängigen Hollandklischees in einem kurzen Artikel unter? Also alles über Milchprodukte, Schuhmode und Motorisierung. Da kommt ne ganze Menge zusammen. Dabei ist nur eins wirklich wichtig auf fußballerischer Sicht. Wohin Robben schießt ist ja weitesgehend bekannt. So bleibt nur noch eine Frage offen: spielt man in orange wirklich besser? Das müssen wir unbedingt morgen noch vor dem Spiel klären. Aus diesem Anlass gibt es 18 Uhr einen Feldversuch mit Leibchen in der Trendfarbe von IT-Startups. Für optimale Bedingungen sollten wir unbedingt schneller spielen, danach noch schneller duschen und dann rechtzeitig in die Rudolf-Karstadt-Arena einlaufen, um unser Ergebnis auf der Twitterwall zu dokumentieren. Da ist dann auch wieder genug Platz, um sämtliche Hollandklischees in launige Tweets zu packen. Somit kann ich mir das hier glücklicherweise sparen. Stattdessen verweise ich lieber noch einmal auf den Folgetermin am Samstag Vormittag. 10:30 Uhr – entweder merken oder hinter die Timeline schreiben.