Das Märchen vom Sternzahler

Was man sich jahrelang mit der Formulierung „War’s das für…“ zu Donald Trump fragte, fragt man sich seit geraumer Zeit zu Twitter. Der neuste Sargnagel war dann wohl letzte Woche fällig, als die blauen Haken verschwanden, mit denen die Twitter-Prominenz bis dato gekennzeichnet und diese nur noch an Bezahlkunden verteilt wurden. Im Fußball wäre das vergleichbar mit der Situation, wenn Aki Watzke als Liga-Chef sagen würde: „Das ist mir egal wie oft du Meister geworden bist, lieber Uli. Ab jetzt bezahlst du gefälligst für die Sterne auf dem Trikot.“ Und nicht nur für die Bundesliga wäre das eine willkommene Einnahmequelle. Nein, auch die Fifa könnte, wenn sie denn an Geld interessiert wäre, die Weltmeistersterne, nur gegen Geld rausgeben. Zuletzt mussten die Argentinier aufgrund unerwarteten sportlichen Erfolgs ihr Wappen aktualisieren und alle Landsleute waren im Zugzwang, ein neues Trikot zu erstehen. Gerade bei der wirtschaftlich angespannten Situation von Argentinien nicht gerade verantwortungsvoll von Messi & Co. Aber von diesem Update hat die Fifa überhaupt nichts und hätte sie nicht mehr daran verdienen können, wenn sich eine solvente Nation wie z.B. Katar einen Stern kauft? Falls man keine Sterne mag, kann es ja auch etwas anderes sein. Ein Mond, ein Anker, ein Herz … der DFB hätte auf diesem Weg vielleicht sogar eine One-Love-Botschaft ins Stadion bringen können. Jeder nur ein Kreuz? Quatsch, wenn du dafür bezahlst, darfst du dir sogar mehrere nehmen. Wofür dieser neue Symbolismus zu gebrauchen ist, außer um damit Geld zu verdienen, ist am Ende nicht mehr wirklich nachzuvollziehen. Ein käufliches Erkennungszeichen ist auch nur wie ein käufliches Trikot. Du kannst es gerne tragen, aber jeder ahnt, dass du Kopfgrätsche (Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00) nicht mit Messi-Skills bereichern wirst. Deshalb ist die Teilnahme bis jetzt kostenlos.