Wartezeit und Strafraum

Wenn man aktuell nicht in die Zukunft schauen will, hilft es manchmal sich die Zukunft der Vergangenheit anzugucken. Die war auch nicht wirklich rosig, aber meistens lacht man doch drüber. Entweder weil es noch schlimmer kam oder weil man den Menschen tatsächlich solch eine Entwicklung zugetraut hat. Vor zwanzig Jahren hatten alle das Ende der Welt vor Augen, da niemand eingeplant hatte Computer auch nach der Jahrtausendwende zu benutzen. Nur weil unsere Eltern Platz auf den Lochkarten sparen wollten, hätte uns der Y2K-Bug um ein Haar alle ausradiert. Die nächste Chancen auf ein Revival der Millennium-Angst gibt es erst wieder 2027 und 2038. Bis dahin reicht das Internet noch locker. Wenn die größten Internet-Trolle uns zunehmend auch im Reallife trollen, vielleicht sogar noch länger. Die Zeit, die wir dafür in den Hotlinen der Provider verbringen, fehlt uns dann natürlich trotzdem, um endlich mal das fliegende Auto zu erfinden oder den Bot zu programmieren, der selbstständig die Kopfgrätsche-Spielankündigung schreibt und verschickt. Der müsste sich sicher am Anfang auch erst einspielen. Vielleicht vergisst er sogar die Startzeit zu kommunizieren. Spätestens da kommt der Mensch doch wieder ins Spiel und informiert euch notfalls per Brieftaube. Retweet wäre toll. Während wir uns den leuchtenden Hoverwürfel mit unseren intelligenten Botten zupassen, gibt es Straftraining für den Bot. Erste Übung für ihn: Samstagvormittag die Provider-Hotline anrufen.

Ach ja, fast vergessen: Samstag 10:30!

Trumpelfußball

Zugegeben, für den Laien könnte es so aussehen, als ob am letzten Samstag nur 10 Leute am Platz waren. Aber das täuscht gewaltig und alle, die zuhause im Warmen mit einer Tüte Chips sitzen, sehen nur dieses Bild und denken Kopfgrätschen wäre nicht beliebt genug. Tatsächlich waren doppelt so viele Mitspieler anwesend. Schließlich wurden beide Seiten des Platzes und alle Leibchen gebraucht. Das Spielende konnten nicht alle Kicker abwarten. Das Mittagessen stand schließlich schon auf dem Tisch und fing an kalt zu werden. Außerdem ist der Kamerawinkel ungünstig gewählt. Von unten fotografiert wirken wir heroischer. Aber man würde aus diesem Winkel auch auf der National Mall nicht mehr Leute erkennen. Für alle, die immer noch nicht überzeugt sind, schaffen wir Samstag 10:30 alternative Fakten und wiederholen die ganze Prozedur. Und wenn ihr dann immer noch nicht glauben wollt, werden bei Freistößen rigoros Mauern gestellt. Und es wird niemand vom Platz gelassen, bis er nicht sein Soll an Toren geleistet hat. Wer zur Wochenendplanung auf kofgrätsche.de die Seite mit dem Wetterbericht sucht: die hat nie existiert (oder ich habe das Passwort dafür auf Twitter verloren). Zieht ruhig die Hose mit den kurzen Beinen an.

100% Sicherheitspassquote (In aller Präsidentschaft)

Da ist Uli Hoeneß endlich wieder zurück aus der längsten Winterpause aller Zeiten und niemand redet über ihn und seine Bayern. Unter dem Hashtag #Inauguration diskutieren stattdessen alle über den Einstieg eines anderen Präsidenten, gegen den Uli und die seinen kein Thema sind. Sogar Louis van Gaals Karriereende macht mehr Schlagzeilen als der Rückrundenstart des Rekordrückrundentabellenführers. Dabei wird der Tulpengeneral mit seiner Zweitkarriere als Donald-Trump-Doppelgänger noch 4 bis 8 erfolgreiche Jahre vor sich haben. Ob in diesem Zeitraum niemand anderes als die Bayern Meister wird, ist da doch unser kleinstes Problem. Etwas Kontinuität ist doch auch schön in diesen wilden Zeiten. Also freuen wir uns auf die drölfzigste Meisterfeier auf dem Münchner Marienplatz im Mai, die 20. Staffel In aller Freundschaft, eine weitere Runde 80er im Hitmix des UKW-Radios oder Jogi Löw als ewigen Bundestrainer bis 2020. Und natürlich Kopfgrätsche Samstag 10:30. In dieser kleinen heilen Welt der Konstanz ist es doch wie in einer schönen seichten Soap, wenn die Abteilung Attacke aus München ein provokantes Interview in der Süddeutschen gibt. Woraufhin wochenlang empörte Antworten von Aki Watzke, Ralle Rangnick und Tante Käthe durch den Blätterwald von Kicker und SportBild rauschen. Und das alles ohne Twitter und dass jemand tiefbeleidigt auf den roten Knopf drückt. Einfach himmlisch.

Todesgruppenzwang

Was waren das bisher für Fußballweltmeisterschaften? Eine Handvoll Mannschaften spielte den Weltmeister aus. Teilweise waren die Gastgeber und Titelverteidiger schon qualifiziert. Und viele mussten in Quali-Todesgruppen tragisch scheitern, weil die besten Spieler sich für den Audi-Cup schonten. Aber das ist jetzt vorbei. Dank Don Gianni Infantino kullern die Eliten endlich unrund aus ihrer Filterblase. Argentinien, Brasilien, Italien, Frankreich und Deutschland können sich schon mental mit einem blamablen Vorrundenaus gegen Usbekistan oder Holland beschäftigen. Wenn 2014 schon 2026 gewesen wäre, wären die Usbeken sicher dabei gewesen. Genauso wie Venezuela, Panama, Oman, Burkina Faso oder Katar. Eine WM-Teilnahme war noch nie so nah. Und da Katar 2026 als erneuter Gastgeber und Titelverteidiger sowieso dabei ist, kann ja jeder die Reihe der WM-Debütanten weiterspinnen. Also nur falls irgendjemand eine zusätzliche Motivation für Samstag 10:30 braucht. Um auf alle Eventualitäten vorbereitet zu sein, werden die wir allerdings die Umstände der Antarktis simulieren. Für den unwahrscheinlichen Fall, dass die WM 2026 dann doch nicht erneut in der Wüste stattfindet.

Football nix good. Football best.

So mucho wir die Direktive des Jubilars vong der Säbener her nach Deutsch in der Kabine pushen würden, es failed schon wegen der Lappalie, dass bei uns nix Kabine. Da wo der Schnee am fallen is, da trecken wir die Botten an und babbeln über Taktik und World Problems. Und wir sind happy über jeden Babo, der nicht für den Afrika-Cup nominiert oder plötzlich durch eine Mega-Offerte aus dem Reich der Mittel shanghaied wurde. Die Temperaturen sind da naturellement a la Bonne heure. 14 Grad in Shanghai, 24 Grad in Libreville, 26 Grad in Abuja – da kann man ruhig im Ferrari-Glitzer-Bling-Bling-Shirt mit passendem Basecap flanieren. Die lange Jogging-Buxe braucht man eigentlich nur bei Galas und Papstaudienzen. Und beim samstäglichen Kopfgrätschen kann sie for sure nicht schaden. Unsere Kick-off-Time Samstag 10:30 a.m. ist extra so gefixt, dass uns die chinesischen Uli-Hoeneß-Fan-Boys beim Paulaner am Stammtisch joinen können. Wenn die Bundesliga meint sich eine Break leisten zu können. Wir jumpen gerne in die Bresche bzw. in die Schneewehe.

Soll diese Seite jetzt auf Mandarin übersetzt werden, Uli?
Drücke „Ah geh, passt scho’…“ für Nein.

2016 – Bloody Hell

Scheinbar erbarmungslos ticken die letzten Sekunden von der Uhr. 2016 grinst siegessicher und hat schon den Karton mit den T-Shirts und Kappen zum Triumph aus dem Bus geholt. Auf der Ersatzbank werden die ersten Sektflaschen schon heftig geschüttelt. Alles deutet auf ein Procedure as every Year hin. Gleich wird der vierte Offizielle die Tafel mit der Nachspielzeit hochhalten. Wenn nicht der Torwart ausgewechselt wird, bedeutet die „1“ wohl, dass es einen ganzen Tag oben drauf gibt. Der Schiedsrichter lässt also das Zeitspiel aus dem Februar konsequent nachspielen. Somit haben wir unverhofft doch noch die einmalige Chance auf den letzten 11 Metern Samstag 10:30 Uhr alles zum Guten zu wenden. Diese Aussicht motiviert bestimmt einige Legenden zum Comeback. Neben Sir Toby haben auch Mr. Pommeroy und Mr. Winterbottom zugesagt alles rauszuhauen. Vielleicht ist sogar Admiral von Schneider dabei, falls er seine Fersenverletzung rechtzeitig auskuriert. Und wenn alle Stricke reißen wechselt Sir Alex gleich noch Teddy Sheringham und Ole Gunnar Solskjær ein. Spätestens jetzt sollte 2016 die Kappen und T-Shirts lieber wieder einpacken und sich etwas Wärmeres überziehen, z.B. ein Tigerfell. Skål!

23. Dezember 2016 – Wichtige Mitteilung

20161223_Fußball_Sprüche_Design_2016Auch wenn wir eigentlich jeden (wirklich jeden!) Sonnabend #kopfgrätsche-Fußball spielen, fällt dieser Spieltag aus. Führende Stammspieler haben sich gegen ein Vormittags-Kick am 24. Dezember 2016 entschieden.
Aber: Am Vormittag des 31. Dezember 2017 wird definitiv Fußball gespielt. Dafür haben selbst Alt-Mitglieder ein Comeback angekündigt. Kommt also zahlreich um 10:30 Uhr am Silvestertag zum Fußballplatz.

Mut zur Lüge

Bevor ihr es aus den Football Leaks erfahren müsst oder Facebook uns knallhart wegen Fakenews damit droht, ohne Nachtisch ins Bett zu gehen, machen wir hier und heute reinen Kickertisch. Ja, nicht alle Informationen der letzten Monate waren hundertprozentig wahr.

Zuerst räumen wir ein, dass es nicht wirklich häufig passiert, dass irgendjemand mit dem Kopf grätscht. Meistens passiert das zufällig und ist oftmals die Folge eines Gleichgewichtsverlusts. Die Leibchen werden selten einzeln schonend von Hand gewaschen. Manchmal wird sogar der Weichspüler vergessen. Das Verteilen der Nachwuchstrikots ist in Wirklichkeit keine Nettigkeit sondern ein Code, mit welchem dem Empfänger eine eindrückliche Empfehlung fürs Karriereende gegeben wird, um Platz zu machen für die Spielerkarriere eines hoffnungsvolleren Talents. Die Veröffentlichung der Teamfotos hängt gar nicht daran, dass sich die Fotografen noch aufwändig in Photoshop Haare und Muskeln ranstempeln müssen. Das ist aufgrund des großen Photoshop-Knowhows schnell gemacht. Vielmehr werden seit Jahren die Teamfotos aufgrund leerer Akkus und fehlender Speicherkarten aufwändig aus alten Paninibildern und Ergebnissen der Google Bildersuche zusammengebastelt.

Nur das mit der Zeit Samstag 10:30 war einigermaßen wahr. Wem das genug ist, sollte uns auch gerne morgen wieder seine Treue beweisen. Die bisher gesammelten Punkte behalten natürlich ihre Gültigkeit…

Dicke Hose

Huch! Nur noch zwei Samstag-10-Uhr-Dreißig-Spieltage bis Weihnachten und damit nur noch wenige Samstage, um die Geschenke für die Liebsten zu besorgen. Bleibt am Ende wohl doch nur die Sammelbestellung und damit Ronaldo-Unterhosen für alle. Die sehen zwar etwas eng aus, aber es passt eine Menge rein (z.B. ein zusammengerollter Spiegel). Das haben die Whistleblower von Football Leaks in Zusammenarbeit mit Cristina Buccino herausgefunden. Die Steuerbehörden suchen allerdings immer noch nach dem Eingriff. Der ist aber bei den CR7-Slips ebenso wie die Rallyestreifen clevererweise nur aufgemalt. Der besondere Schnitt sorgt dafür, dass man nur breitbeinig stehen kann. Eine Stellung, die nicht nur jeden Freistoß aufwertet – nein, auch den Fahndern wird so das Abtasten scheinbar erleichtert. Der Freistoßtrick hat anscheinend schon lange nicht mehr funktioniert. Offensichtlich war er aber nur ein kleines Ablenkungsmanöver, damit gleichzeitig im Hintergrund 1000 halblegale Steuerspartricks ablaufen konnten. Das muss man auf den 19 Seiten im Spiegel noch einmal bei Gelegenheit nachlesen. Oder ihr wartet bis das Hörbuch als Doppelalbum mit Steuer-CD dazu rauskommt. Das solltet ihr als Ausweichgeschenk ins Auge fassen, die Long Johns sind im CR7-Underwear-Shop schließlich seit meiner Großbestellung vergriffen.

Passwort in die Tiefe

Hey du? Wer ich? Pssst! Meinst du mich? Genauuu. Muss ja nicht gleich jeder mitkriegen. Ich vermute stark, dass diese Verbindung nicht mehr sicher ist. Trotz aller Sicherheitsvorkehrungen. Natürlich wird der Router gleich eng gedoppelt, sobald er sich in Strafräume bewegt. Aber wie soll man bei den kurzen Tagen merken, wann man im Darknet gelandet ist? Die Fragen sind nur: was passiert mit der Info, dass Samstag 10:30 wieder Spieltermin ist, und was sind die Folgen daraus? Wie erkennt man Hacker auf dem Platz? Und welche ihrer Skills sind für uns wirklich nutzbar? Gut, den Weg zum Tor sollten sie finden. Und auch das Knacken einer Abwehr ist für sie sicherlich nur eine Frage der Zeit. Aber höchstwahrscheinlich verraten sie sich über ihre Laufbereitschaft. Wie immer werden sie Mitspieler zu einem Botnetzwerk zusammenschließen, dass für sie die Fleißarbeit macht. Außerdem fragen sie wahrscheinlich häufiger nach dem Universalwort für den tödlichen Pass oder dem Namen deines Haustiers. Wir können natürlich darauf hoffen, dass sie sich durch unsere Firewall (auch bekannt als: frische Luft) abschrecken lassen. Und wenn das nichts hilft, können wir nur im Nachhinein die Gesichtserkennungssoftware über das Mannschaftsfoto laufen lassen. Falls Mitspieler mit Anonymous-Maske dabei sind, kann das zu Verzögerungen im Ladebalken beim Upload bereits gemachter Bilder führen. Wessen persönlicher Memory nicht ausreicht, um sich an seine Mitspieler zu erinnern, muss morgen einfach am Realtimebackup des vorherigen Samstags teilnehmen.

For me, it’s scheißegal

Ja, ich weiß. Eigentlich würdet ihr lieber in Kalifornien rumtanzen und uns hier den Scheiß machen lassen. Aber jetzt ist grad schlecht. Die Mutter Teresa von der Säbener ist zurück, um durch pure Fußballromantik gepaart mit etwas Festgeld ein paar Dosen zu zerdrücken. Da hat doch niemand mehr erwartet, dass der noch mal Greenkeeper beim FC Tegernsee wird, oder? Aber irgendeiner muss dem Nikolaus unbedingt Bescheid sagen, dass er noch nie der Osterhase war. Auch ohne rote Brause wird die Gesichtsfarbe des President Elect in Kürze die des orangenen President Elect weit übertreffen. Damit unsere orangenen Leibchen Samstag 10:30 ihre ganze Wirkung entfalten können, bitte ich alle Sanitäter, Müllmänner und sicherheitshalber auch Uli Hoeneß den nötigen Abstand zum Spielfeld einzuhalten.

Was war sonst noch los diese Woche? Ach ja, da war ein Championsleague-Spiel eines eher regionalen Phänomens, dass vom Ergebnis her, verblüffend an einen Kopfgrätsche-Kick erinnerte. Zum Glück klärte Roman Weidenfeller im eigenen Strafraum per Fallrückzieher. Eine Kopfgrätsche traut sich halt nicht jeder zu.

Sein Kollege zeigte sich dann in einem anderen Spiel für die „Scheißstimmung“ verantwortlich. Trotz einiger Championsleague-Partien hat dieses unterklassige Spiel es in seine persönlichen Highlights geschafft. „Letztes Tor entscheidet“ hat halt eine ganz besondere Magie. Und das ist nur ein Vorgeschmack auf das, was wir von Ulis Comeback erwarten können.

Sockenschuss ins Blaue

Liebster Kopfgrätscher,

du hast recht. Spiele, wie das vom Samstagvormittag bringen wirklich nichts. Dir. Dir, lieber Kopfgrätscher, bringt es außerdem nichts, quasi ohne Bezahlung zur Bürgermeister-Haupt-Straße zu kommen an einem Wochenende, an dem du, ohne Bundesliga, mit deiner Frau auf dem Sofa hättest bleiben können. Ich versteh dich, aber ich verspreche dir, zehn gute Gründe zu liefern, warum ich denke, dass das Spiel sehr nützlich war und vielleicht denkst du noch mal drüber nach und sagst mir, wie du das siehst…

1. Das Spiel war nützlich, weil es gezeigt hat, dass das letzte Tor nicht immer das schönste sein muss. Hauptsache es ist das letzte vor dem ersten.

2. Das Spiel war nützlich, weil es gezeigt hat, dass der Fußball all denen gehört, die ihn lieben. Besonders aber dem, der ihn mitgebracht hat.

3. Es war nützlich, weil es gezeigt hat, dass es noch Jungs gibt, die einer Spielankündigung folgen und nicht den Anweisungen eines DualShocks.

4. Es war nützlich, weil es gezeigt hat, dass die Deutschen nie ausreichen, um zwei Teams zu bilden. Aber am Ende sind immer zwei Teams da.

5. Es war nützlich, weil wir möglicherweise eines Samstages 10:30 gegen ganz San Marino spielen.

6. Es war nützlich, weil ein Teamfoto gemacht wurde, obwohl die Speicherkarte nicht eingelegt war.

7. Es war nützlich, weil es geholfen hat, aus gutem Grund die Nachrichten auszublenden, denn ein Fußballspiel ist immer ein guter Grund.

8. Es hat Schneekönigin Sylvia genutzt, um für die Kopfgrätsche aufzulaufen und ein Tor zu schießen. Jetzt kann sie beruhigt in die Winterpause gehen.

9. Es war nützlich, weil es einigen ein wenig Traurigen außerhalb von Wismar geholfen hat, sich daran zu erinnern, dass sie mal ein Teil der Kopfgrätsche waren.

10. Es hat mir gezeigt, dass ihr, auch wenn ihr die schönsten Leibchen tragt, trotzdem noch die seid, die keine passenden Socken dazu haben.

In Word, Euer Kasperoni.

PS: Bei dieser Gelegenheit und der Vollständigkeit halber: Hiermit sage ich dem HSV ab.

Ballelujah

War was? Irgendwie war die Woche kaum etwas los, was sich als Aufhänger für die Spielankündigung eignet, oder? Dabei ist das, was sich wie ein Sommerloch anfühlt, eigentlich ist nur eine Länderspielpause. Vermutlich muss ich meine Filterblase noch etwas feinjustieren. Aber eigentlich war es ganz angenehm, dass sie nicht so prall aufgepumpt war. Gut, das erste Zeichen der Apokalypse konnte selbst ich nicht ganz ausblenden. Der Abstieg des HSV aus der Bundesliga ist ja auch der langsamste Autounfall aller Zeiten. Aber er zieht sich halt etwas und taugt kaum zur Schlagzeile. In Amerika ist etwas passiert? Stimmt, die Baseballmeisterschaft der Chicago Cubs nach 108 Jahren kann man wohl als zweites Zeichen der Apokalypse gelten lassen. Aber wer verfolgt hier schon eine Sportart, deren Regeln komplexer sind als das amerikanische Wahlsystem? Dazu habe ich allerdings letztens gehört, dass sich ein Mitglied der World Wrestling Entertainment Hall of Fame als Kandidat für das Amt des US-Präsidenten aufstellen lassen wollte. Aber seit Tim Wiese wundert man sich über so etwas auch nicht mehr. Da müsste Samstag 10:30 schon Schnee auf dem Platz liegen, um mich zu beeindrucken. Und selbst bei solch einer Horror-Nachricht, würde der Ball einfach weiter rollen. In diesem Sinne: There’s a blaze of light in every word, it doesn’t matter which you heard – the holy or the broken Hallelujah.

Bierdeckel unterm Taktiktisch

Vorsicht! An der Anschlussstelle Wismar Mitte sind Samstagmorgen wieder verstärkt Taktikfüchse unterwegs. Ich denke, wir bauen mit drei Mittelfeldspielern auf, die bei Bedarf mit den Außenverteidigern zu einer Fünferkette um den Mittelkreis erweitert werden können, um die Überzahl an Uns Uwes Geburtstagskuchenbuffet zu simulieren. Da passt es, dass der neue Ehrenspielführer der Nationalmannschaft Bäckerssohn ist. Der könnte sich zur Not nach hinten fallen lassen und ein paar Teilchen verteilen. Vielleicht lassen wir den Linksverteidiger auch in die Mitte kippen, damit der Gegner denkt, dass Spielfeld sei schon zu Ende. Nur wenn sich der Torwart auf das Tornetz klettert und zum Bodyslam ansetzt, seid ihr auf jeden Fall bei der falschen Sportart gelandet. Ansonsten sind wir aber Samstag 10:30 auf jeden Fall vorbereitet – egal wann wieviele Spieler auf dem Platz stehen. Inklusive aller Zufrühkommer und Zuspätgeher (oder auch andersrum). Über die Taktik hüllen wir am Ende besser den Wintermantel und den dazu passenden Gangsterhut des Schweigens aus der letzten Mailänder Kollektion. Den empfehlen wir vor allem wegen seiner gut gefütterten internen Gründe. Das lenkt vielleicht etwas von dem wirren Muster in der Aufstellung ab. Schließlich kann man den Kamerazoom besser einsetzen, um zu gucken, ob das da Fischgrät oder Hahnentritt am Revers unseres suspendierten Toptorjägers ist. Vielleicht entdeckt ja jemand sogar den Senffleck auf der Brust.

Der Agitatooor (Ritsch, Ratsch)

Also, so ist das, das Kopfgrätschen, Genossen Kicker! Da ihr ein, naja, na Gott naja, ungebildetes Volk seid, werde ich euch etwas vom Ballsport erzählen. Hier, sagen wir mal, ist Deutschland und dort vielleicht Frankreich. Hier Rußland und da – naja, überhaupt… Blüht halt sehr auf, das Kopfgrätschen! Hier ist also Rußland und hier ist China. Ich red‘ ja über das Kopfgrätschen. Es entwickelt sich bei uns, Genossen Kicker, nichts dagegen zu sagen, was wahr ist, ist wahr! Also, Genossen Kicker – man kopfgrätscht bei uns. Und nachher – ssst – grätscht man! Mit dem Kopf sozusagen! Nun, mancher natürlich hält sich oben nicht gut, bums, saust er runter wie der Genosse Jeremilkin, kopfgrätschen tat er ganz gut und dann bums, krach, ein nasser Fleck blieb übrig! Ein Vogel, wenn der herunterfällt, nun ja, er schüttelt sich und los weiter. Anders beim Menschen. War da noch so ein anderer Kopfgrätscher. Der grätschte auf einen Baum und hing da wie ein Äpfelchen. Hat sich natürlich erschreckt, der Arme, es war zum kranklachen. Ja, ja, ja, verschiedenes passiert so! Da ist einmal eine Kuh bei uns in die Kopfgrätsche gekommen! Ritsch, ratsch, weg war sie! Auch Hunde! Und Pferde! Das kommt oft vor! Es entwickelt sich, Genossen Kicker! Und darum meine ich, sammelt euch Samstag 10:30. Und jetzt fragt ihr mich: „“Wofür denn bloß, Väterchen?“ Für eine Kopfgrätsche natürlich!

Rollen mit Toremonstern

Sag mal hast du Interesse
an Tor’n und miese Pässe
Bürgermeister-Haupt ist die richtige Adresse

Haben Spaß dabei
Töppen-Check
Eins, Zwei
Unsere Zehen haben rotes Licht – steh’n immer auf Standby

Alle Leute, komm‘ seid ihr mit?
Kopfgrätschen is’n Dauer-Hit
Wir machen’s vor, ihr macht es besser, das ist der erste Schritt
Zusammen rollt die Pille – spüre diesen Grottenkick

Und uns’re Mail zum Kick wird ungeschickt rübergeschickt
Denk an den Samstag! Schönwetterspieler stellen Hallenzeitenantrag
Denn wenn wir hier sind, seid ihr besser da!
Und ihr wisst, wer härter ist in diesem wie in jedem Jahr

Vielleicht ist unser Spielstil euch viel zu kompliziert
Das ist mir scheißegal, auch wenn ihr uns voll ignoriert
Ich lieb den Scheiß, steh dahinter – hundertzehn Prozent
Jeder der mich kennt, weiß ich bin der Kicker der wie Feuer rennt
Und das zeichnet einen zweiten Sieger aus
Er steht vor Zehnuhrdreißig auf
und macht das Beste draus
Alles fordert ihn heraus

Wir ham was zu erledigen, uns hier zu verewigen
Kopfgrätscher und die Spielerfrauen, könnt Ihr das bestätigen?

Like a rolling Leather

Bevor Robert Allan Zimmermann (nicht zu verwechseln mit Herbert Zimmermann) nach dem Literaturnobelpreis auch noch den Ballon d’Or abräumt, gilt es zu beweisen, dass er mit Fußball absolut nichts am Hut hat. Dafür bekämpfen wir unseren Subterranean Homesick Blues und crawlen Samstag 10:30 out our Window. I want you for Pressing on the Pitch most of the Time. Don’t think twice, it’s all right. Diejenigen, die nicht forever young sind, können durch einen Jokerman ersetzt werden. Wenn wir für die dritte Halbzeit an die Door vom Kai knock-knock-knocken haben wir die Chance auf one more Cup of Hefeweizen und Shelter from the Storm. Vor allem wenn der Hurricane is blowin‘ in the Wind. The Times they are a-changin‘? Laut meinem Watchtower nicht wirklich, aber mit dem Mittwoch ist es für diese Saison erst einmal over, Baby Blue. But we ain’t goin‘ nowhere (nicht mal nach Acapulco) bis wir nicht wenigstens den Ran-Fuxx gewonnen haben! When you got nothing, you got nothing to lose.

Acht Millionen Kronen ins Phasenschwein

Ging der Physiknobelpreis wirklich an ein Loch? Oder an den Donut drumherum? Und ist die Brezel jetzt besser für Elektronik geeignet, weil sie mehr Löcher hat? Und was ist mit dem Tornetz? Da sind doch auch wahnsinnig viele Löcher drin. Aber wahrscheinlich hat die Torologie am Ende gar nichts mit der Topologie zu tun. Immerhin hat die Bäckerblume die hungrige Jury mehr überzeugt als der Nachweis der Gravitationswellen, die wir schon Anfang des Jahres im Strafraum vermuteten. Das kann man zwar alles nicht sehen, aber muss man immer alles sehen, was man sich viel schöner vorstellen kann? Den Ball Mittwoch 18:00 genau zu sehen, wird z.B. immer schwieriger. Der Phasenübergang in die Winterpause steht offensichtlich unmittelbar bevor. Somit wird ein Großteil der Mittwochsenergie nach der kommenden Woche zwangsläufig auf Samstag 10:30 übertragen. Über ein flüssiges Spiel zur festen Spielzeit, bei dem zwei Mannschaften ordentlich Gas geben, können die Quanten nur müde lachen, lächeln, grinsen. Sie kennen mehr als drei Aggregatzustände und gerade das macht sie zu Supraleitern. Irgendwann einmal und wahrscheinlich nicht mehr diese Saison. Und so bleiben schwache Akkus im Schummerlicht noch eine Weile unsere Realität.

Rollator des Monats

Willkommen auf unserem Senioren-Blog. Hier erfahrt ihr in extra großer Schrift, was man so alles am Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00 unternehmen kann, wenn einen die undankbare Verwandtschaft nicht mehr täglich besuchen will. Falls ihr da Zeit habt, habt ihr wahrscheinlich auch den Fehler gemacht, das Erbe schon zu Lebzeiten zu verteilen. Das spart Steuern und geheuchelte Liebe. Endlich kann man die Zeit draußen für entspannte Spaziergänge über den Fußballplatz mit anschließendem Taubenvergiften im Park nutzen. Da ist ja zum Glück auch genug Platz, weil die Digital Natives sich schon wieder bei MySpace rumtreiben. Der meteorologische Herbst ist der Freund der Mitspieler über 35 im Herbst des Fußballerdaseins, die sich jahrelang die Knochen mit Fußballtennis und Franks Modus kaputtgenudelt haben. Temperaturen und Lichtverhältnisse sorgen wieder für eine Angleichung der Chancen und auch so junge Hüpfer wie Basti Schweinsteiger fangen an über die Vergänglichkeit nachzudenken. Irgendwann ist auch für ihn der Mittwoch wieder ein gewöhnlicher Wochentag, wo nur noch Champions-League extralaut und linear im Röhrenfernseher läuft. Hoffentlich nicht dauernd in der Pay-TV-Konferenz, sonst vergisst man irgendwann, für welches Spiel man eigentlich ursprünglich mal vor der Glotze platziert wurde.

Make Trainerstuhl safe again

Letzte Woche wurde hier noch euphorisch das Comeback des Sommers ausgerufen, aber diese Woche gilt: Kommando zurück. Es wird untrüglich Herbst, die ersten Trainer fallen bereits von den Bänken und bei einigen zeigt der Solarium-Teint eindeutig an, dass es bald soweit ist. Und wer sich jetzt keinen neuen Hoffnungsträger holt, wird lange im Keller rumkrebsen. Wer zuerst feuert, darf zuerst zugreifen. Werder Bremen zögert bei Louis van Gaal auch nur, weil sie sich nicht sicher sind, ob der Tulpengeneral und Donnie Trump nicht in Wirklichkeit ein und dieselbe Person sind. Dann wäre er vielleicht in sechs Wochen schon wieder weg, um einen noch größeren Laden zu trainieren. Immerhin winkt da ein Vierjahresvertrag und damit würde man sogar in Gelsenkirchen einen Mietvertrag bekommen. Aber es kann ja nicht jeder so seriös, besonnen und langfristig planen wie der 1. FC Köln (…wie konnte es nur soweit kommen?). Für eure langfristige Planung ist der Termin Samstag 10:30 natürlich längst zur Dauervorlage geworden. Beim Mittwochstermin 18:00 wird die Halbwertzeit hingegen eher in Labbadia gemessen. Da kann man halt noch so lange spielen wie man so gucken kann. Immerhin ist man dann pünktlich zur Champions League zu Hause und kann sein Fachwissen in den Bildschirm brüllen. Hoffentlich sind bei der Vielzahl an Startrainern im Wartestand noch Hockerplätze frei. Das können wir Dienstag Abend gerne bereits einmal testen und schauen auf wessen Telefon Didi zuerst durchklingelt.