Spieltage sind Feiertage. Da darf man endlich wieder weg vom Schreibtisch, raus ausm Büro und rauf auf den Platz. Und es ist total toll, weil man es darf. Wenn man nicht möchte, muss man auch nicht. Wenn es im Bett so schön warm oder draußen zu kalt ist. Oder wenn es lecker Essen bei Oma gibt. Oder wenn man versprochen hat, neue Teelichter bei IKEA zu kaufen. Alles wird akzeptiert, falls man Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00 mal aussetzt oder später kommt und früher geht. Nichts und niemand zwingt und bekehrt einen, wenn man plötzlich Fußball doof findet und lieber Dart spielen möchte. Es ist ein verdammtes Glück und Privileg. Es könnte anders sein, wenn man wirklich gut im Fußball wäre. Dann wäre der Spieltag ein Arbeitstag. Ein Tag, an dem du und deine Würde den Vereinen, Verbänden, Sponsoren und Regierungen gehören. Da spielst du nicht einfach nur Fußball, sondern machst weltweit die Fans stolz, beeinflusst Aktienkurse, eroberst Märkte, verteidigst Werte, gewinnst Wahlen und rettest die freie Welt. Dabei brauchst du nicht einmal andauernd die Superheldenmaske überstreifen. Es wird sowieso von dir erwartet. Talent ist manchmal leider ein vergiftetes Geschenk. Daran werde ich morgen versuchen zu denken, wenn mir der Ball durch die Beine rutscht.
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Van der Papp
Seitdem die Zwillinge des deutschen Fußballs Hotte und Breiti in Hannover wieder vereint sind, ist 96 auf dem direkten Weg zurück in die Bundesliga. Das liegt natürlich nur an dem dynamischen Pullover-Duo, das schon auf Schalke die Fans elektrisierte. Naja, und ein ein klein wenig an Sylvie Meis van der Vaart Meis. Die muss als Pappfigur in der Kabine, oder wo immer der Trainer sie aufstellt, für jeden Punkt ein Kleidungsstück wegstrippen. Da kommen doch glatt Erinnerungen an das letztjährige DIA-Turnier hoch, als sich die Sylvies nicht mit Maßen sondern rein sportlich mit den Victorias, den Cathys und Mama Lasoggas maßen. Diese Hommage machte klar, wer die wirklichen Player im Weltfußball sind. Auch die Kabinenpsychologen in Hannover beweisen mal wieder: du kriegst die Spielerfrau weg vom Fußball, aber die Fußballer nicht weg von der Spielerfrau. Leider zeigt mein Kalenderabgleich, dass ich mich dieses Jahr vom DIA-Turnier entwöhnen muss. Mit dieser Aussicht ist die Idee, sich von einer Pappfigur vertreten zu lassen, vielleicht doch gar nicht so schlecht. Meine Bewegungsabläufe und spielerischen Fähigkeiten auf allen Positionen unterscheiden sich schließlich von denen eines Pappkameraden nur unwesentlich. Wer das nicht glaubt, kann sich Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00 noch einmal das Original anschauen. Ich ziehe sogar etwas an.
Einmal mit Profis
Was haben die amerikanischen Kohlekumpel doch für ein Glück. In dieser Woche hat sie ihr Präsident zurück an die Arbeit geschickt. Darauf warten Laternenanzünder, Kesselflicker und die Fräuleins vom Amt bisher vergeblich. Auch im modernen Fußball weiß niemand mehr wo man einen Mittelläufer, Ausputzer oder Libero einsetzen soll. Man könnte ihn zwar als zentralen Abwehrspieler in einer Dreierkette gut gebrauchen, aber mit der falschen Jobbezeichnung auf der Visitenkarte wird man vom Laptoptrainer ignoriert. Dabei hat ehrlich erlerntes Hand- oder Fußwerk doch goldenen Boden. Kopfgrätschen hat roten und manchmal sogar grünen. Als Handwerk mit dem Kopf schlägt es die direkte Brücke zu den Geisteswissenschaften und ist deshalb besonders zukunftssicher. Wenigstens bis Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00. Bei den Schnarchnasen von der IHK findet man natürlich wieder nichts dazu. Die bilden weiterhin fleißig Schiffschaukelbremser, Schmuckeremiten und GEZ-Eintreiber aus. Dabei sollte man doch sicherstellen, dass wenigstens die Bildhauer ihren Job verstehen. Dann müsste Ronaldo jetzt nicht zum Chirurgen, um seiner Büste auf dem neu eröffneten Flughafen von Madeira einigermaßen ähnlich zu sehen. Die Leute, die den Flughafen gebaut haben, wurden hingegen schon von Headhuntern aus Berlin abgeworben. Und diesen Gag muss man als schlecht ausgebildeter Wortwitzbold leider machen.
#WinterAdeus
Ahhh, Länderspielpause. Eine willkommene Unterbrechung vom „erstklassigen Scheißfußball“ und endlich die Gelegenheit mal ein paar liegengebliebene Dinge zu erledigen, z.B. den Trainer auszutauschen oder die Glückwunschkarten zur frühzeitigen Meisterschaft zu beantworten. Sportbars finden nun die Zeit, um einen neuen Schwung Bravo-Sport-Poster über die Schimmelflecken zu hängen. Und auch Schweini hat den Moment genutzt, endlich die überfällige Wohnungsübergabe in Manchester zu organisieren. Natürlich bietet sich die Pause geradezu für rührselige Abschiedsspiele an. Also richtige Abschiedsspiele, nicht so etwas wie am Mittwochabend. Den Engländern hatte wohl vorher niemand gesagt wie so etwas normalerweise abläuft. Gut, sie haben zwar einen Engländer ins Tor gestellt, aber der Rest zeigte doch ungewöhnlich viel Ehrgeiz. Unser Abschiedsspiel für den Winter Samstag 10:30 wird hingegen nach altbekanntem Muster ablaufen. Die willkürlich zusammengewürfelten Teams Winter-Allstars und Winter and Friends treffen sich zu einem Spaßkick, der wenig Laufleistung und viele Slapstickeinlagen verspricht. Dem Winter werden ein paar Omatore aufgelegt, bei denen die asiatische Wettmafia vor Lachen vom Reissack fällt. Für jedes Team wird unser Winter eine Halbzeit spielen und kurz vor Schluss mit seinen Kindern auf dem Arm die Stadionrunde starten. Danach räumt er schnell seinen Spind und macht Platz für den Frühling. Den begrüßen wir dann Mittwoch 18:00 in einem Testspiel. Mal gucken, ob er sich auf dieser Position festspielen und zur Legende werden kann.
Wackere Werkswaden
Ein paar Minuten haben wir schon überlegt, bevor wir uns für den Namen „Kopfgrätsche“ entschieden haben. Aber eigentlich waren wir uns bald einig, vor allem weil wir schnell die Domain sichern wollten. Dabei haben wir andere wichtige Kriterien für die Namenswahl außer Acht gelassen. Kann man das gut singen? Wie sieht das auf den Champions-League-Pokal oder wahlweise auf die Wade tätowiert aus? Lässt sich daraus ein originelles Maskottchen für die Kinder ableiten? Alles Fragen, die Profis abarbeiten, bevor sie das Ganze Ding DosenBallsport Makranstädt, Cashpoint Altach, Videoton Székesfehérvár oder Flyeralarm Admira Wacker nennen. Dabei sollte man natürlich nie ausschließen, dass man sich aus professionellen Gründen zur BSG macht. Da bekommt man mit ein paar Freikarten im Werk auch in schlechten Zeiten die Ränge voll. Wir würden euch sogar Samstag 10:30 frei geben, damit ihr das Fließband gegen den Sportplatz tauschen könnt. Das können wir uns ruhig erlauben, wenn der neue Investor ein paar Schilling übrig hat. Und irgendwann geht einem Labello Kopfgrätsche auch ganz locker über die Lippen. Etwaige Tattoo-Anpassungen sind für Mitglieder gratis.
Bolzt du noch oder drehst du schon?
Da blieb mir doch echt der Kopfgrätsche-Sticker in der Tasche kleben. Ballspiel war hier offensichtlich nicht einmal an einem Samstag 10:30 erwünscht und rein grafisch ließ sich dieses Statement nur schwer toppen. Zudem bewegte sich die Anzeigefläche. Warum nun ausgerechnet die Drehtür einer Ikea-Filiale der geeignete Ort in Hamburg-Altona zum Ballspiel sein soll, kann man sich nicht wirklich vorstellen. Auch wenn böse Zungen behaupten werden, dass sich die fußballerische Erziehung in der Hansestadt eher in Richtung Fahrstuhl bewegt. Warum also nicht mit einer Drehtür anfangen? Aber wahrscheinlich gab es dazu eine Vorgeschichte, die diese Einschränkung rechtfertigt. Da rächte sich wohl, dass diese Filiale nicht einmal über ein Bällebad verfügt. Ikea duldet hier nichts Rundes – außer den Köttbullar. Unter diesen Umständen treibt es verständlicherweise so manches Hamburger Talent nach München, wo es dann Nationalspieler und Champions-League-Sieger wird. Das bedeutet offensichtlich der zweite Aufkleber daneben. Uli Hoeneß ist ja ganz gut zu erkennen. Gut, nach der Karriere blamiert man sich nur noch auf dem Oktoberfest und darf maximal Paderborn trainieren. Kein Wunder bei dieser Kindheit in der Drehtür. So sad.
Nicht schummeln, Liebling!
Natürlich kann Samstag 10:30 gespielt werden. Zur Not „Malefiz“, „Fang den Hut“ oder „Spitz pass auf“. Irgendein Spielfeld findet sich immer. Gut, am Dienstag in Lotte wurde zur angesetzten Spielzeit parallel die Wattolümpiade ausgetragen. Bei Doppelbuchungen kann man wenig machen. Ihr könnt ja mal versuchen Dame und Mühle gleichzeitig zu spielen. Aber wenn man sich über das Spiel einig ist, kann man durchaus Spaß haben. Am besten nimmt man eins, dass für 9-99 Spieler in ähnlicher Altersspanne funktioniert. Wer bei der Festlegung der Regeln dabei sein will, sollte pünktlich kommen. Geht nicht über Los und lasst die 4000 Mark liegen. Die Bank gewinnt sowieso immer. Und am Ende dürfen alle in eure Karten gucken. Lukas Podolski hat leider auch nie erreicht, dass sich Schach mit Würfeln durchsetzt. Jetzt geht er nach Japan, um seine Mikado-Skills zu verfeinern. Ohne Widerschlag, in der Kevin-Großkreutz-Erweiterung. Ich muss in der aktuellen Spielrunde leider aussetzen und schone meine Spielfigur. Aber dafür darf ich das nächste mal dreimal würfeln, oder?
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(Aber Vorsicht, es könnte sein, dass Christoph dann das Spielbrett umschmeißt.)
Und natürlich kann geschossen werden
Ihr sollt den Samstag nicht vor dem Sonnabend loben
Ihr habt den trojanischen Ball durch die Tore eures Platzes geschoben
Ihr habt gedacht, ihr könntet uns trainieren
Doch wir haben euch überlistet und zerstören euch von innen
Das war als Taktik schon ganz schön ausgefuchst und gilt es bis heute als Blaupause für jeden Underdog. Und wer hat’s erfunden? Natürlich die Griechen 2004. Bzw. Otto Rehakles (u.a. auch Erfinder der Halbangst), der viele Jahre vorher als Maler, Anstreicher und Kind der Bundesliga in Deutschland diese Taktik perfektioniert hat. Die überrumpelten Trojaner von damals kamen eigentlich aus Portugal und haben erst im letzten Jahr dieses Trauma besiegen und die Taktik selbst erfolgreich einsetzen können. So kommt der trojanische Ball ganz schön rum und sorgt immer mal wieder dafür, dass die beste Mannschaft nicht immer gewinnt. Die Hoffnung, dass er morgen 10:30 in der Wismarena Station macht, ist wie immer groß. Wolle mer’n rein lasse?
Ein Gefühl, tiefer als Spaß
Kopfgrätscher kennen das: wenn 112 gewählt wird und der Wagen mit Blaulicht in Sichtweite kommt, ist schlimmes Aua angesagt. Durch glaubwürdiges Herumwälzen am Boden unterstreicht man die Tragweite der Verletzung. Aber was ist mit dem Schmerz, der durch verbale Fouls entsteht? Für Fußballfans gilt im Zweifelsfall die alte Rapper-Regel: lieber zweimal nachdenken. Schlagfertigkeit klingt schon vom Begriff her ganz schön martialisch. Und trägt nicht zur Beliebtheit bei. Wenn sogar Enfant terribles wie Bushido lieber ihren Frust an Postfilialen oder Nahverkehrsbetrieben auslassen, ist Vorsicht geboten beim Meckern. Wir haben diesen Trend schon lange erkannt. Meckerköppe und Phlegmatiker werden so geschickt aufgeteilt, dass am Ende nicht nur ein gefühltes Unentschieden im Spielergebnis sondern auch seelisches Gleichgewicht bei den Mitspielern entsteht. Es soll ja schließlich niemand mit dem Gefühl nach Hause gehen, dass man sich das nächste mal besonders anstrengen müsste, um den Anderen etwas zu beweisen. Auch dieser Samstag (10:30) steht wieder im Zeichen der guten Laune. Die wird im Vorfeld extra noch einmal aufgepumpt. Und wer seinen unbedingt Ärger loswerden will, kann doch einfach „Fuchs du hast die Gans gestohlen“ oder ähnliches singen.
Lahm Duck
Jahrelang führt er einem vor Augen, was man selbst alles falsch gemacht hat auf dem Weg zum Weltklasse-Fußballer. Und als ob das noch nicht genug ist, verlässt Philipp Lahm das Feld auch noch in einem Zustand, den wir nie erreichten. In einem Alter, wo unsereins noch geglaubt hat, dass das mit der Weltkarriere jeden Moment losgehen müsste. Das verhöhnt doch den gemeinen Kopfgrätscher mehr als es jedes Plakat auf der Dortmunder Südtribüne könnte. Vielleicht haben wir nicht genug Stolz, um zu verhindern, dass Talente, die halb so alt sind wie wir (aber trotzdem älter aussehen als Philipp) uns Talentfreiheit und Alter in jedem Spielzug vor Augen führen. Aber dann prallt plötzlich bei einer Ecke der Ball blöd auf und plötzlich steht man vorm leeren Tor und schiebt mit dem Schienbein ein. In dem Moment ist das Gefühl doch ganz nah an dem was Philipp mit dem Weltmeisterpokal in der Hand in Rio gehabt haben muss. Oder wenigstens an dem, das er jedes Jahr mit der Meisterschale auf dem Marienplatz hat. Naja, vielleicht auch nur was der Telekom-Cup so bei ihm auslöst. Die traurige Wahrheit ist wahrscheinlich, dass er sich im Alter von 33 komplett leergejubelt hat. Wenn ihr noch etwas Jubel in euch übrig habt, ich kenne einen Ort, an dem dieser Samstag 10:30 besonders gut zur Geltung kommt.
Wartezeit und Strafraum
Wenn man aktuell nicht in die Zukunft schauen will, hilft es manchmal sich die Zukunft der Vergangenheit anzugucken. Die war auch nicht wirklich rosig, aber meistens lacht man doch drüber. Entweder weil es noch schlimmer kam oder weil man den Menschen tatsächlich solch eine Entwicklung zugetraut hat. Vor zwanzig Jahren hatten alle das Ende der Welt vor Augen, da niemand eingeplant hatte Computer auch nach der Jahrtausendwende zu benutzen. Nur weil unsere Eltern Platz auf den Lochkarten sparen wollten, hätte uns der Y2K-Bug um ein Haar alle ausradiert. Die nächste Chancen auf ein Revival der Millennium-Angst gibt es erst wieder 2027 und 2038. Bis dahin reicht das Internet noch locker. Wenn die größten Internet-Trolle uns zunehmend auch im Reallife trollen, vielleicht sogar noch länger. Die Zeit, die wir dafür in den Hotlinen der Provider verbringen, fehlt uns dann natürlich trotzdem, um endlich mal das fliegende Auto zu erfinden oder den Bot zu programmieren, der selbstständig die Kopfgrätsche-Spielankündigung schreibt und verschickt. Der müsste sich sicher am Anfang auch erst einspielen. Vielleicht vergisst er sogar die Startzeit zu kommunizieren. Spätestens da kommt der Mensch doch wieder ins Spiel und informiert euch notfalls per Brieftaube. Retweet wäre toll. Während wir uns den leuchtenden Hoverwürfel mit unseren intelligenten Botten zupassen, gibt es Straftraining für den Bot. Erste Übung für ihn: Samstagvormittag die Provider-Hotline anrufen.
Ach ja, fast vergessen: Samstag 10:30!
Trumpelfußball
Zugegeben, für den Laien könnte es so aussehen, als ob am letzten Samstag nur 10 Leute am Platz waren. Aber das täuscht gewaltig und alle, die zuhause im Warmen mit einer Tüte Chips sitzen, sehen nur dieses Bild und denken Kopfgrätschen wäre nicht beliebt genug. Tatsächlich waren doppelt so viele Mitspieler anwesend. Schließlich wurden beide Seiten des Platzes und alle Leibchen gebraucht. Das Spielende konnten nicht alle Kicker abwarten. Das Mittagessen stand schließlich schon auf dem Tisch und fing an kalt zu werden. Außerdem ist der Kamerawinkel ungünstig gewählt. Von unten fotografiert wirken wir heroischer. Aber man würde aus diesem Winkel auch auf der National Mall nicht mehr Leute erkennen. Für alle, die immer noch nicht überzeugt sind, schaffen wir Samstag 10:30 alternative Fakten und wiederholen die ganze Prozedur. Und wenn ihr dann immer noch nicht glauben wollt, werden bei Freistößen rigoros Mauern gestellt. Und es wird niemand vom Platz gelassen, bis er nicht sein Soll an Toren geleistet hat. Wer zur Wochenendplanung auf kofgrätsche.de die Seite mit dem Wetterbericht sucht: die hat nie existiert (oder ich habe das Passwort dafür auf Twitter verloren). Zieht ruhig die Hose mit den kurzen Beinen an.
100% Sicherheitspassquote (In aller Präsidentschaft)
Da ist Uli Hoeneß endlich wieder zurück aus der längsten Winterpause aller Zeiten und niemand redet über ihn und seine Bayern. Unter dem Hashtag #Inauguration diskutieren stattdessen alle über den Einstieg eines anderen Präsidenten, gegen den Uli und die seinen kein Thema sind. Sogar Louis van Gaals Karriereende macht mehr Schlagzeilen als der Rückrundenstart des Rekordrückrundentabellenführers. Dabei wird der Tulpengeneral mit seiner Zweitkarriere als Donald-Trump-Doppelgänger noch 4 bis 8 erfolgreiche Jahre vor sich haben. Ob in diesem Zeitraum niemand anderes als die Bayern Meister wird, ist da doch unser kleinstes Problem. Etwas Kontinuität ist doch auch schön in diesen wilden Zeiten. Also freuen wir uns auf die drölfzigste Meisterfeier auf dem Münchner Marienplatz im Mai, die 20. Staffel In aller Freundschaft, eine weitere Runde 80er im Hitmix des UKW-Radios oder Jogi Löw als ewigen Bundestrainer bis 2020. Und natürlich Kopfgrätsche Samstag 10:30. In dieser kleinen heilen Welt der Konstanz ist es doch wie in einer schönen seichten Soap, wenn die Abteilung Attacke aus München ein provokantes Interview in der Süddeutschen gibt. Woraufhin wochenlang empörte Antworten von Aki Watzke, Ralle Rangnick und Tante Käthe durch den Blätterwald von Kicker und SportBild rauschen. Und das alles ohne Twitter und dass jemand tiefbeleidigt auf den roten Knopf drückt. Einfach himmlisch.
Todesgruppenzwang
Was waren das bisher für Fußballweltmeisterschaften? Eine Handvoll Mannschaften spielte den Weltmeister aus. Teilweise waren die Gastgeber und Titelverteidiger schon qualifiziert. Und viele mussten in Quali-Todesgruppen tragisch scheitern, weil die besten Spieler sich für den Audi-Cup schonten. Aber das ist jetzt vorbei. Dank Don Gianni Infantino kullern die Eliten endlich unrund aus ihrer Filterblase. Argentinien, Brasilien, Italien, Frankreich und Deutschland können sich schon mental mit einem blamablen Vorrundenaus gegen Usbekistan oder Holland beschäftigen. Wenn 2014 schon 2026 gewesen wäre, wären die Usbeken sicher dabei gewesen. Genauso wie Venezuela, Panama, Oman, Burkina Faso oder Katar. Eine WM-Teilnahme war noch nie so nah. Und da Katar 2026 als erneuter Gastgeber und Titelverteidiger sowieso dabei ist, kann ja jeder die Reihe der WM-Debütanten weiterspinnen. Also nur falls irgendjemand eine zusätzliche Motivation für Samstag 10:30 braucht. Um auf alle Eventualitäten vorbereitet zu sein, werden die wir allerdings die Umstände der Antarktis simulieren. Für den unwahrscheinlichen Fall, dass die WM 2026 dann doch nicht erneut in der Wüste stattfindet.
Football nix good. Football best.
So mucho wir die Direktive des Jubilars vong der Säbener her nach Deutsch in der Kabine pushen würden, es failed schon wegen der Lappalie, dass bei uns nix Kabine. Da wo der Schnee am fallen is, da trecken wir die Botten an und babbeln über Taktik und World Problems. Und wir sind happy über jeden Babo, der nicht für den Afrika-Cup nominiert oder plötzlich durch eine Mega-Offerte aus dem Reich der Mittel shanghaied wurde. Die Temperaturen sind da naturellement a la Bonne heure. 14 Grad in Shanghai, 24 Grad in Libreville, 26 Grad in Abuja – da kann man ruhig im Ferrari-Glitzer-Bling-Bling-Shirt mit passendem Basecap flanieren. Die lange Jogging-Buxe braucht man eigentlich nur bei Galas und Papstaudienzen. Und beim samstäglichen Kopfgrätschen kann sie for sure nicht schaden. Unsere Kick-off-Time Samstag 10:30 a.m. ist extra so gefixt, dass uns die chinesischen Uli-Hoeneß-Fan-Boys beim Paulaner am Stammtisch joinen können. Wenn die Bundesliga meint sich eine Break leisten zu können. Wir jumpen gerne in die Bresche bzw. in die Schneewehe.
Soll diese Seite jetzt auf Mandarin übersetzt werden, Uli?
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2016 – Bloody Hell
Scheinbar erbarmungslos ticken die letzten Sekunden von der Uhr. 2016 grinst siegessicher und hat schon den Karton mit den T-Shirts und Kappen zum Triumph aus dem Bus geholt. Auf der Ersatzbank werden die ersten Sektflaschen schon heftig geschüttelt. Alles deutet auf ein Procedure as every Year hin. Gleich wird der vierte Offizielle die Tafel mit der Nachspielzeit hochhalten. Wenn nicht der Torwart ausgewechselt wird, bedeutet die „1“ wohl, dass es einen ganzen Tag oben drauf gibt. Der Schiedsrichter lässt also das Zeitspiel aus dem Februar konsequent nachspielen. Somit haben wir unverhofft doch noch die einmalige Chance auf den letzten 11 Metern Samstag 10:30 Uhr alles zum Guten zu wenden. Diese Aussicht motiviert bestimmt einige Legenden zum Comeback. Neben Sir Toby haben auch Mr. Pommeroy und Mr. Winterbottom zugesagt alles rauszuhauen. Vielleicht ist sogar Admiral von Schneider dabei, falls er seine Fersenverletzung rechtzeitig auskuriert. Und wenn alle Stricke reißen wechselt Sir Alex gleich noch Teddy Sheringham und Ole Gunnar Solskjær ein. Spätestens jetzt sollte 2016 die Kappen und T-Shirts lieber wieder einpacken und sich etwas Wärmeres überziehen, z.B. ein Tigerfell. Skål!
23. Dezember 2016 – Wichtige Mitteilung
Auch wenn wir eigentlich jeden (wirklich jeden!) Sonnabend #kopfgrätsche-Fußball spielen, fällt dieser Spieltag aus. Führende Stammspieler haben sich gegen ein Vormittags-Kick am 24. Dezember 2016 entschieden.
Aber: Am Vormittag des 31. Dezember 2017 wird definitiv Fußball gespielt. Dafür haben selbst Alt-Mitglieder ein Comeback angekündigt. Kommt also zahlreich um 10:30 Uhr am Silvestertag zum Fußballplatz.
Mut zur Lüge
Bevor ihr es aus den Football Leaks erfahren müsst oder Facebook uns knallhart wegen Fakenews damit droht, ohne Nachtisch ins Bett zu gehen, machen wir hier und heute reinen Kickertisch. Ja, nicht alle Informationen der letzten Monate waren hundertprozentig wahr.
Zuerst räumen wir ein, dass es nicht wirklich häufig passiert, dass irgendjemand mit dem Kopf grätscht. Meistens passiert das zufällig und ist oftmals die Folge eines Gleichgewichtsverlusts. Die Leibchen werden selten einzeln schonend von Hand gewaschen. Manchmal wird sogar der Weichspüler vergessen. Das Verteilen der Nachwuchstrikots ist in Wirklichkeit keine Nettigkeit sondern ein Code, mit welchem dem Empfänger eine eindrückliche Empfehlung fürs Karriereende gegeben wird, um Platz zu machen für die Spielerkarriere eines hoffnungsvolleren Talents. Die Veröffentlichung der Teamfotos hängt gar nicht daran, dass sich die Fotografen noch aufwändig in Photoshop Haare und Muskeln ranstempeln müssen. Das ist aufgrund des großen Photoshop-Knowhows schnell gemacht. Vielmehr werden seit Jahren die Teamfotos aufgrund leerer Akkus und fehlender Speicherkarten aufwändig aus alten Paninibildern und Ergebnissen der Google Bildersuche zusammengebastelt.
Nur das mit der Zeit Samstag 10:30 war einigermaßen wahr. Wem das genug ist, sollte uns auch gerne morgen wieder seine Treue beweisen. Die bisher gesammelten Punkte behalten natürlich ihre Gültigkeit…
Dicke Hose
Huch! Nur noch zwei Samstag-10-Uhr-Dreißig-Spieltage bis Weihnachten und damit nur noch wenige Samstage, um die Geschenke für die Liebsten zu besorgen. Bleibt am Ende wohl doch nur die Sammelbestellung und damit Ronaldo-Unterhosen für alle. Die sehen zwar etwas eng aus, aber es passt eine Menge rein (z.B. ein zusammengerollter Spiegel). Das haben die Whistleblower von Football Leaks in Zusammenarbeit mit Cristina Buccino herausgefunden. Die Steuerbehörden suchen allerdings immer noch nach dem Eingriff. Der ist aber bei den CR7-Slips ebenso wie die Rallyestreifen clevererweise nur aufgemalt. Der besondere Schnitt sorgt dafür, dass man nur breitbeinig stehen kann. Eine Stellung, die nicht nur jeden Freistoß aufwertet – nein, auch den Fahndern wird so das Abtasten scheinbar erleichtert. Der Freistoßtrick hat anscheinend schon lange nicht mehr funktioniert. Offensichtlich war er aber nur ein kleines Ablenkungsmanöver, damit gleichzeitig im Hintergrund 1000 halblegale Steuerspartricks ablaufen konnten. Das muss man auf den 19 Seiten im Spiegel noch einmal bei Gelegenheit nachlesen. Oder ihr wartet bis das Hörbuch als Doppelalbum mit Steuer-CD dazu rauskommt. Das solltet ihr als Ausweichgeschenk ins Auge fassen, die Long Johns sind im CR7-Underwear-Shop schließlich seit meiner Großbestellung vergriffen.
Passwort in die Tiefe
Hey du? Wer ich? Pssst! Meinst du mich? Genauuu. Muss ja nicht gleich jeder mitkriegen. Ich vermute stark, dass diese Verbindung nicht mehr sicher ist. Trotz aller Sicherheitsvorkehrungen. Natürlich wird der Router gleich eng gedoppelt, sobald er sich in Strafräume bewegt. Aber wie soll man bei den kurzen Tagen merken, wann man im Darknet gelandet ist? Die Fragen sind nur: was passiert mit der Info, dass Samstag 10:30 wieder Spieltermin ist, und was sind die Folgen daraus? Wie erkennt man Hacker auf dem Platz? Und welche ihrer Skills sind für uns wirklich nutzbar? Gut, den Weg zum Tor sollten sie finden. Und auch das Knacken einer Abwehr ist für sie sicherlich nur eine Frage der Zeit. Aber höchstwahrscheinlich verraten sie sich über ihre Laufbereitschaft. Wie immer werden sie Mitspieler zu einem Botnetzwerk zusammenschließen, dass für sie die Fleißarbeit macht. Außerdem fragen sie wahrscheinlich häufiger nach dem Universalwort für den tödlichen Pass oder dem Namen deines Haustiers. Wir können natürlich darauf hoffen, dass sie sich durch unsere Firewall (auch bekannt als: frische Luft) abschrecken lassen. Und wenn das nichts hilft, können wir nur im Nachhinein die Gesichtserkennungssoftware über das Mannschaftsfoto laufen lassen. Falls Mitspieler mit Anonymous-Maske dabei sind, kann das zu Verzögerungen im Ladebalken beim Upload bereits gemachter Bilder führen. Wessen persönlicher Memory nicht ausreicht, um sich an seine Mitspieler zu erinnern, muss morgen einfach am Realtimebackup des vorherigen Samstags teilnehmen.

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