Wartezeit und Strafraum

Wenn man aktuell nicht in die Zukunft schauen will, hilft es manchmal sich die Zukunft der Vergangenheit anzugucken. Die war auch nicht wirklich rosig, aber meistens lacht man doch drüber. Entweder weil es noch schlimmer kam oder weil man den Menschen tatsächlich solch eine Entwicklung zugetraut hat. Vor zwanzig Jahren hatten alle das Ende der Welt vor Augen, da niemand eingeplant hatte Computer auch nach der Jahrtausendwende zu benutzen. Nur weil unsere Eltern Platz auf den Lochkarten sparen wollten, hätte uns der Y2K-Bug um ein Haar alle ausradiert. Die nächste Chancen auf ein Revival der Millennium-Angst gibt es erst wieder 2027 und 2038. Bis dahin reicht das Internet noch locker. Wenn die größten Internet-Trolle uns zunehmend auch im Reallife trollen, vielleicht sogar noch länger. Die Zeit, die wir dafür in den Hotlinen der Provider verbringen, fehlt uns dann natürlich trotzdem, um endlich mal das fliegende Auto zu erfinden oder den Bot zu programmieren, der selbstständig die Kopfgrätsche-Spielankündigung schreibt und verschickt. Der müsste sich sicher am Anfang auch erst einspielen. Vielleicht vergisst er sogar die Startzeit zu kommunizieren. Spätestens da kommt der Mensch doch wieder ins Spiel und informiert euch notfalls per Brieftaube. Retweet wäre toll. Während wir uns den leuchtenden Hoverwürfel mit unseren intelligenten Botten zupassen, gibt es Straftraining für den Bot. Erste Übung für ihn: Samstagvormittag die Provider-Hotline anrufen.

Ach ja, fast vergessen: Samstag 10:30!